Dini Mundart

Dini Mundart

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Dini Mundart episodes

  • Deklination bringt Frustration bei der Integration
    Wieso ist Deutsch so schwer zu lernen? Der irakisch-deutsche Autor Abbas Khider findet, in der deutschen Sprache werde ständig «geballert, geboxt und geknetet». Will heissen: Es gibt so viele Regeln und so viele Ausnahmen von diesen Regeln, dass man Deutsch auswendig lernen muss. Eine steile These!
    Wer aber in die Schweiz kommt, zum Beispiel als Flüchtling, muss nicht nur Deutsch lernen, sondern auch noch Schweizerdeutsch, um sich im Alltag zurechtzufinden. Markus und Nadia besprechen die sprachlichen Herausforderungen, mit denen Flüchtlinge hier konfrontiert werden. Mit Abbas Khider und Rahim Mohammadzadeh, der vor 6 Jahren aus dem Iran in die Schweiz geflüchtet ist, kommen Betroffene zu Wort, deren Integration durch die «Hölle des Deutschlernens» geführt hat.
    30 min
  • «Dr Herr Cedes isch e Pächpilz»
    Kindliche Wortschöpfungen sind für Erwachsene lustig. Aber nicht nur das. An Fehlern und Eigenbildungen lässt sich beobachten, wie sich die Sprechwerkzeuge der Kinder systematisch entwickeln und wie raffiniert Kinder die Muttersprache lernen.
    Wenn der Samichlaus zum «Babalaus», «Chlamisaus» oder «Sametlauch» wird, dann sind das sogenannte «schlaue Fehler», die typisch sind für den jeweiligen Stand des Spracherwerbs. Nadia und Markus tauchen kopfüber in die kindliche Sprachwelt und auch in die eigene Vergangenheit ein.
    29 min
  • Tindersprache: Vorsicht beim Gemüse!
    Wer auf Tinder ein Auberginen-Emoji postet, gibt sich weder als Vegetarier noch als Gärtner zu erkennen. Vielmehr signalisiert er oder sie, dass sexuelle Kontakte erwünscht sind, zum Beispiel einen ONS (One Night Stand). Es empfiehlt sich also, die Codes auf Dating-Apps genau zu kennen!
    Für Markus ist das alles Neuland. In seiner Jugend lernte man sich im Tête-à-Tête kennen, allenfalls über Kontaktanzeigen und Heiratsannoncen in Zeitungen. Nadia ist zwar Tinder-erprobt, holt sich für diese Episode aber trotzdem Verstärkung in der Person von SRF-Instagram-Host Melissa Varela. Zu dritt diskutieren sie die aktuelle Dating-Sprache mit all ihren Codes und Abkürzungen im Vergleich zur früheren Sprache der Kontaktaufnahme. Diesmal ist es Markus, der viel lernt!
    40 min
  • Das Furzegöiggeli kennt niemand mehr
    Wörter kommen und gehen. Aber gerade diejenigen, die kurz vor dem Verschwinden sind, lösen Emotionen aus. Zum Beispiel «Furzegöiggeli», «rumpelsuurig» oder «dreivierlig» - alles «Grosmueterwörtli», die Markus und Nadia zugeschickt worden sind. 
    Warum eigentlich müssen solche Wörter verklingen? Und woher die grossen Emotionen?
    Nadia tut ihr Möglichstes, um «Grosmueterwörtli» wiederzubeleben. Markus gibt sich gewohnt pragmatisch: Das «Wörtersterben» sei zwar schade, aber halt der Lauf der Zeit. Nur manchmal findet auch er es unverständlich, dass ein Wort wie «zmorndrischt», für das es keine annähernd gleich gute Alternative gibt in der Mundart, nicht mehr gebraucht wird. Der Zeitgeist ist halt «gwissäfeer» nicht immer logisch.
    30 min
  • Ein Volk von Tüpflischissern
    Sprache ist keine exakte Wissenschaft. Umgekehrt bevölkern viele Wörter aus der Wissenschaft die Alltagssprache. Häufig werden sie aber falsch übernommen. Die «Platzangst» z.B., in der Psychologie «Angst vor weiten Räumen», verkehrt sich in der Umgangssprache zu «Angst vor engen Räumen».
    Wie kann das passieren? Ist das für die Kommunikation ein Problem? Markus ist gnädig und sieht darin einen normalen Entwicklungsprozess. Richtig ist, was von allen verstanden wird. Nadia hingegen vertritt die «Tüpflischisser». Denn «exponentiell» z.B. heisse nicht einfach «steil». Wenn etwa die Miete exponentiell steige, dann habe man ein ganz anderes Problem, als wenn sie nur linear steige! Klar ist: Bei den ungenauen Wörtern unterscheidet sich die Haltung von Nadia und Markus so fundamental, dass die Funken stieben.
    34 min
  • Alles Urgermanen oder was?
    Schweizerdeutsch «Hamme» ist fast identisch mit englisch «ham», Berndeutsch «hurti» mit norwegisch «hurtig», deutsch «Regen» mit schwedisch «Regn». Nadia hat das Gefühl, diese Ähnlichkeiten können kein Zufall sein. Hatten wir alle einmal die gleiche Sprache? 
    Ja, sagt Markus, diese gemeinsame Sprache war Urgermanisch. Aber nicht jede Ähnlichkeit geht auf eine identische Wurzel zurück, denn manchmal wurden Wörter auch einfach aus einer anderen Sprache entlehnt. Wer ist wie mit wem und seit wann verwandt? Die Antwort ist ein Ritt durch 3000 Jahre Sprachgeschichte mit verblüffenden Aha-Effekten.
    30 min
  • «Impfdrängler» oder «Zertifikatströtzler»?
    Alle Jahre wieder, kommt das Wort des Jahres. Selten schien es so einfach vorhersagbar wie dieses Jahr: «Öppis mit Corona, halt». Aber hat eher «freitesten» oder «Impfdrängler» die besseren Chancen? Oder gar ein humorvolles Wort wie «Dauerwelle»?
    Hunderte von Vorschlägen wurden bei SRF eingereicht, über die Nadia und Markus lustvoll diskutieren. Aber es geht auch um die Hintergründe dieser Wortwahl: Wer bestimmt in der Deutschschweiz das Wort des Jahres und aufgrund welcher Kriterien? Warum haben positive Wörter wie «zämehäbe» kaum eine reelle Chance?
    30 min
  • Wird Mundart gschribä oder gschribe?
    Mundart schreiben ist heute eine Schweizer Volkskultur – Mobiltelefone und Soziale Medien sei Dank. Aber wie macht man das «korrekt» oder wenigstens gut lesbar? 
    Nadia schreibt Schweizerdeutsch möglichst genau so, wie es für sie klingt - «schribä» und «luägä» zum Beispiel. Markus vermutet, dass sie für jedes «ä» bezahlt wird, so häufig wie sie diesen Buchstaben verwendet.
    Über Facebook und Mail haben die beiden haufenweise Beispiele geschickt bekommen, die zeigen, wie unterschiedlich Dialekt verschriftlicht werden kann. Eine wunderbare Basis, über sinnvolle und weniger sinnvolle Mundartschreibung zu diskutieren. Die absolute Wahrheit finden sie natürlich nicht, denn verbindliche Regeln dafür gibt es keine.
    30 min
  • Dialektsterben oder Totgesagte leben länger
    Alle zwei Wochen stirbt irgendwo auf der Welt eine Sprache – das schreibt die UNESCO. Nadia wittert eine «True Crime-Story» und fragt sich, wer der Mörder ist, welche Todesarten bei Sprachen vorkommen und natürlich: Welche Sprachen oder Dialekte besonders in Gefahr sind.
    Markus ist weniger apokalyptisch und findet den Vergleich zu Mord und Totschlag fragwürdig. Denn eine Sprache ist kein Lebewesen, sondern in erster Linie ein Werkzeug für die Kommunikation. Aber dass Sprachen ebenso wie Dialekte «verklingen», das beobachtet auch er – und bringt Klangbeispiele aus aller Welt und auch aus der Schweiz mit.
    Buchtipp
    Rita Mielke, Hanna Zeckau: Atlas der verlorenen Sprachen. DUDEN-Verlag 2020
    30 min
  • Chamäleon oder Fossil?
    Diese Frage könnte man allen in der Schweiz stellen. Denn viele passen ihre Mundart in einer fremden Dialektumgebung an, wie ein Chamäleon seine Farbe. Andere bleiben stoisch beim Dialekt ihrer Kindheit, egal, wie ringsum geredet wird. Ihre Mundart ist versteinert wie ein Fossil. 
    In beiden Fällen fragt man sich: Warum?
    Darüber diskutieren Nadia und Markus mit dem Berner Kabarettisten Bänz Friedli. Bänz, der seit über 20 Jahren in Zürich lebt, ist ein klassisches Sprachfossil, während Nadia und Markus sich zu den Chamäleons bekennen. Diese Episode wurde live am Mundartfestival in Arosa aufgezeichnet.
    37 min

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