ERF Plus - Anstoß

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ERF Plus - Anstoß episodes

  • Gottes wesentliche Eigenschaft
    Gedanken von Horst Kretschi zum Bibeltext Jona 3,1-10.

    Gott ist absolut zuverlässig. Das ist eine seiner wesentlichen Eigenschaften. Was er sagt, das geschieht auch! Aber manchmal geschieht es dann eben auch nicht! Das liegt an einer zweiten Eigenschaft Gottes. Denn Gott ist auch ein gnädiger Gott. Er vergibt Schuld. Und zwar dann, wenn Schuldner ihr Versagen oder ihre Versäumnisse einsehen und von Herzen bereuen. In der Bibel handeln  zahlreiche Stellen davon, wie Gott auf das reagiert, was Menschen tun.

    Eines der eindrücklichsten Beispiele finde ich im Buch des Propheten Jona (Jona 3,1-10). Dort wird beschrieben, wie Gott dem Propheten  einen Auftrag erteilt: „Es geschah das Wort des HERRN […] zu Jona: Mach dich auf, geh in die große Stadt Ninive und predige ihr, was ich dir sage!“ Jona tut, wie ihm Gott befiehlt und predigt: „Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen.“

    Eine kurze und sehr klare Ansage. Ich erfahre noch nicht einmal, warum genau Ninive untergehen soll. Den Menschen damals in Ninive muss es aber sofort eingeleuchtet haben, denn ich lese weiter: „Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und riefen ein Fasten aus und zogen alle, Groß und Klein, den Sack zur Buße an.“ Auch der König von Ninive macht mit und geht in Sack und Asche. Und er fordert seine Untertanen auf, heftig zu Gott zu rufen. „Und ein jeder kehre um von seinem bösen Wege und vom Frevel seiner Hände!“ Und der König stellt die hoffnungsvolle Aussage in den Raum: „Wer weiß, ob Gott nicht umkehrt und es ihn reut und er sich abwendet von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht verderben.“ Und wie endet der Abschnitt: Mit der Beschreibung, wie Gott darauf reagiert. Zitat: „Als aber Gott ihr Tun sah, wie sie umkehrten von ihrem bösen Wege, reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt hatte, und tat’s nicht.“

    Vergebung ist ein Kennzeichen von Gott. Sie entspricht seinem Wesen. Aber Gott erwartet auch ehrliche, von Herzen kommende Reue. Bloße Rituale, bei denen ich nicht von Herzen dabei bin, bedeuten Gott nichts. Aber indem sich Menschen Gott bewusst zuwenden und auf ihn einlassen, können sie sogar auf Gottes Verhalten einwirken. Denn sein Erbarmen übertrifft alles.

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    Autor: Horst Kretschi

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    4 min
  • Und am Ende ist alles anders
    Gedanken von Hans Wagner zum Bibeltext 1. Mose 50,20.

    Hinterher ist man immer schlauer. Dieser alte Spruch, der mir manchmal etwas verächtlich über die Lippen kommt, enthält eine große Wahrheit. Wir Menschen können uns zwar für das vor uns Liegende viele Gedanken machen. Was aber am Ende tatsächlich geschehen wird, wissen wir nicht. Es gibt so viele äußere Einflüsse und Faktoren, die wir gar nicht greifen können, geschweige denn einplanen. Dem dänischen Philosophen Sören Kierkegaard wird das Zitat zugeschrieben: "Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, muss es aber vorwärts leben."

    Dazu passt die Josefsgeschichte im Alten Testament aus der Zeit der Stammväter Israels. Darin wird erzählt, wie Josef von seinen Brüdern in die Sklaverei verkauft wurde. Aber statt dabei ums Leben zu kommen, was zu erwarten war, steigt er zur rechten Hand des Pharaos auf. Am Ende der Geschichte wird Josef in einer Rede an seine Brüder wie folgt zitiert: "Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen."

    Nicht nur unbekannte äußere Einflüsse spielen in unserem Leben eine Rolle, sondern auch die Ziele Gottes. Wir wissen nicht, warum wir manches erleiden. Es gehört für mich zu den unbarmherzigsten Formulierungen, in solchen Situationen zu sagen: "Wer weiß, was Gott damit vorhat!" Es ist allerdings schon die richtige Blickrichtung, wenn man auch in schweren Zeiten auf Gott schaut. Rückblickend verstehen und sehen, wie vielleicht Gutes daraus wird, das ist ein Geschenk Gottes. Ihm kann ich vertrauen, das ist meine Grundhaltung. Gott liebt mich. Und er liebt auch Sie!

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    3 min
  • Worauf fällt mein Blick?
    Gedanken von Elke Drossmann zum Bibeltext 2. Korinther 3,3.

    Worauf fällt mein Blick, wenn ich eine christliche Gemeinde besuche? Wie viele Plätze im Gottesdienst frei sind? Ob sie modern ausgestaltet ist oder eine Gemeinde, mit der kein Staat zu machen ist?  

    Worauf fällt der Blick des Apostels Paulus? Er schreibt vor fast 2.000 Jahren an die Christen in der Hafenstadt Korinth (2. Korinther 3,3): „Für alle ist sichtbar: Ihr seid ein Brief von Christus, ausgefertigt und überbracht durch meinen Dienst als Apostel. Dieser Brief ist nicht mit Tinte geschrieben, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes. Er steht nicht auf Steintafeln, sondern in den Herzen von Menschen.“  

    Paulus schaut auf das, was in der Gemeinde in Korinth heraussticht. Was empfehlenswert ist. Nicht auf die freien Plätze. Auch andere sehen an den Christen in Korinth nicht in erster Linie das, was fehlt. Sondern den Beobachtern fällt ins Auge: 

    Jesus hat die christliche Gemeinde in Korinth so geprägt, dass man an den Christen dort Wesenszüge von Jesus entdecken kann. Diese Gemeinde wirbt nicht für sich selbst, sondern für Jesus Christus. Was die Gemeinde weitergibt, erschöpft sich nicht in Merksätzen. Der Glaube an Jesus ist ins Herz ihrer Mitglieder gerutscht. Daran ist maßgeblich der Heilige Geist beteiligt. Diese Gemeinde überzeugt, weil ihren Worten Taten folgen. Nicht immer. Sündlos sind sie keineswegs. Paulus spricht die schwarzen Flecken im Gemeindeleben schonungslos an. Das prallt nicht an ihnen ab. Und dennoch: Eine Gemeinde, die auf Jesus verweist. 

    Was sieht ein Mensch, wenn er in meine Gemeinde in Wetzlar kommt? Versteinerte Blicke oder spürt er die offene, liebevolle Haltung von Jesus? 

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    Autor: Elke Drossmann

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    3 min
  • „Jetzt habe ich's verstanden...“
    Wolf-Dieter Kretschmer über Hiob 42,2.

    Es gibt Momente im Leben, in denen man erkennt:  alles, was man bis dahin gedacht oder geglaubt hat, wird der Wirklichkeit nicht gerecht.

    So ist es Hiob ergangen, einem Mann aus der Bibel. Binnen kürzester Zeit haben Schicksalsschläge und Katastrophen Hiob alles genommen, was ihm wertvoll und wichtig gewesen ist. Sein Vermögen und sogar seine Kinder – weggerafft. Zur Trauer kommen gesundheitliche Nöte hinzu. Und als ob das nicht genug ist, muss Hiob sich mit den frommen Vorwürfen seiner besten Freunde herumschlagen.

    Auf dem Höhepunkt seines Konflikts mischt sich Gott ein. Aber anstatt, dass Gott ihm Vorwürfe macht oder ihn für seine Anklage zur Rechenschaft zu zieht, stellt Gott Hiob einfach nur Fragen.

    Diese Fragen bringen Hiob schließlich zur Einsicht. Im Buch Hiob, Kapitel 42, Vers 2 wird Hiob mit den Worten zitiert:

    Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer.

    Diese Erkenntnis von Hiob lässt sich gut auf mein und Ihr Leben anwenden. Indem ich mir die vielen Dinge vor Augen halte, die ich dankbar aus den Händen Gottes empfange, kann ich mit Hiob sagen: HERR, du kannst alles. Nichts ist dir zu schwer.  – Und deshalb vertraue ich dir mein Schicksal an.

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    Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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    3 min
  • Schwerter zu Pflugscharen
    Gedanken von Sonja Kilian zum Bibeltext Micha 4,3.

    Ein muskulöser Mann hält in der einen Hand einen Hammer, in der anderen ein Schwert, und das verwandelt sich unter seinen Hammerschlägen in eine Pflugschar. So sieht eine bekannte Skulptur in New York aus. Die Sowjetunion hat sie 1959 der UNO als Geschenk übergeben. Das Kunstwerk basiert auf dem Bibelvers Micha 4 Vers 3. Darin kündigt der Prophet Micha an, dass Gott Streit zwischen Völkern schlichten wird: „Sie schmieden ihre Schwerter zu Pflugscharen.“ Ausgerechnet ein militärisch hochgerüsteter Staat präsentiert sich hier mit dieser biblischen Friedensbotschaft. Bei Kirchen, Friedensbewegungen und Oppositionellen in der DDR wird das Motiv später zu einem ernst gemeinten Bekenntnis. 

    Der Prophet Micha lebte in ähnlichen Umständen – im 8. Jahrhundert vor Christus. Es war eine Zeit von Machtmissbrauch und militärischer Bedrohung. Die Vision, die Micha beschreibt, ist daher nicht naiv. Sie ist größer als jede politische Instrumentalisierung. In dem Frieden, den uns Micha vor Augen malt, gehen Abrüstung und Neuausrichtung Hand in Hand: „Sie werden nicht mehr lernen, Krieg zu führen,“ heißt es da. Misstrauen, Härte und Vergeltung müssen verlernt und abgelegt werden, friedfertig sein kann man lernen und einüben.  

    Dieser Weg beginnt leise: nicht durch die gewaltsame Einschüchterung oder Entmachtung von Regimes, wie wir es derzeit weltweit beobachten können. Langfristig brauchen die Nationen stattdessen ein Umdenken: eine Orientierung am Gott der Bibel, an seinen Wegen, seiner Liebe, seinem Frieden. Wie immer beginnt dieser Weg beim Einzelnen: Welche inneren Kämpfe könnte ich loslassen? Wo kann ich durch entwaffnende Liebe den Boden für friedliche Beziehungen in meinem Umfeld bereiten?

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    Autor: Sonja Kilian

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    3 min
  • Eine unpassende Währung
    Oliver Jeske über Jakobus 4,8

    Kurz nach meinem Abitur haben mir meine Eltern eine Reise nach Mexiko geschenkt. Ich hatte damals noch keine Kreditkarte. Irgendwann gingen mir die Peseten aus und ich wollte mit meinem Notgroschen in D-Mark bezahlen. Mein Problem: Mein Gegenüber kannte die Währung überhaupt nicht! Aus seiner Sicht war mein Geld wertlos.

    Manchmal habe ich den Eindruck, ich möchte auch Gott mit einer unpassenden Währung beeindrucken. Da gibt es Verhaltensweisen in meinem Leben, mit denen müsste er doch eigentlich ganz zufrieden sein. Sollte ich da nicht Bonuspunkte bei ihm sammeln können?

    Die Bibel hat da eine klare Haltung. Sie sagt: Nein, kannst du nicht. Brauchst du aber auch nicht.

    Der Autor des Jakobusbriefs bringt es in zugegebenermaßen sehr robuster Art auf den Punkt:

    „Sucht Gottes Nähe, dann wird er euch nahe sein. Wascht die Schuld von euren Händen, ihr Sünder! Reinigt eure Herzen, ihr Unentschlossenen!“ (Jakobus 4,8 – BasisBibel)

     

    Anders ausgedrückt: Es reicht, wenn ihr den Wunsch nach Gottes Nähe habt. Darauf geht Gott gerne ein. Nicht eure vermeintlich guten Taten beeindrucken ihn. Es reicht das Eingeständnis eurer Schattenseiten. Kommt so, wie ihr seid – aber bitte ehrlich.

    Meine Rechnung in Mexiko konnte ich dann übrigens doch noch bezahlen, weil jemand anderes für mich gebürgt hat. Mit Gott ist das gar nicht so viel anders. Aber das ist eine andere Geschichte, von der wir an vielen Stellen hier auf ERF Plus erzählen.

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    Autor: Oliver Jeske

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    2 min
  • !§-/?!!
    Gedanken von Tobias Schier zum Bibeltext Epheser 4,29

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    Ich bin mit den Comics von Asterix und Obelix groß geworden. In denen wurden Schimpfwörter und Beleidigungen in Sprechblasen durch eine Kombination aus Symbolen und wirren Schriftzeichen dargestellt.

    Der Apostel Paulus hätte folgende Zeilen also genauso gut an die unbeugsamen Gallier schreiben können, anstatt sie an die Christen in Ephesus zu richten: „Kein schlechtes Wort komme aus eurem Mund, sondern nur eins, das gut ist zur notwendigen Erbauung, damit es den Hörenden Gnade gibt!“

    Beim Lesen merke ich: Diese Ermahnung hatten nicht nur die Christen damals nötig. Ich brauche sie heute genauso. Okay, ich schimpfe vielleicht nicht so viel wie Asterix und Obelix, aber trotzdem kommen mir immer wieder "schlechte Wörter" über die Lippen. Schimpfwörter, Kraftausdrücke oder gar Beleidigungen. Die tun meinem Gegenüber nicht gut und mir selbst auch nicht. Was nun?

    Erst denken, dann reden. Der Grund für meinen Ärger kann natürlich berechtigt sein. Das Gefühl, das ich empfinde, ist auch real. Nur, was habe ich davon, andere schlecht zu machen? Werde ich dadurch besser? Fühle ich mich dadurch besser? Nein.

    Gute Worte können aber genau das schaffen. Ehrliche und zugleich wertschätzende Worte. Worte, die die Beziehung fördern. Worte, die mir selbst und dem anderen helfen, gemeinsam voranzukommen. Paulus nennt sie „Worte, die Gnade geben.“ Das wäre doch mal was!

    Also: Welche Symbole sollen meine Mitmenschen heute in meinen Sprechblasen entdecken?

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    Autor: Tobias Schier

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    3 min
  • Mit Jesus gibts nicht einmal Frühstück
    Mirjam Langenbach zum Bibeltext Markus 1,38

    Jesus verpasst das Frühstück. Oh nein! Der Evangelist Markus berichtet von der Situation: Jesus war früh aufgestanden und hatte sich zum Beten irgendwohin zurückgezogen. Irgendwann wacht dann auch seine Begleitung auf und sucht ihn. Als sie ihn finden, machen sie so nen richtigen Mutti-Move: „Ach hier bist du, wo bleibst du denn, alle Leute fragen nach dir!“

    Und Jesus antwortet: »Wir müssen auch noch in die umliegenden Ortschaften gehen, um dort die rettende Botschaft zu verkünden. Das ist meine Aufgabe.« (Markus 1,38)

    Warum bekommen Simon und die anderen diese Antwort? Ich glaube, weil es ihnen nicht wirklich um Jesus ging. Sie haben ihn nicht gesucht, um mit ihm zusammen zu sein, vielleicht mitzubeten, oder ihm Fragen zu stellen zu seiner Stillen Zeit. Oder wenigstens, um ihm nen Kaffee zu bringen. Nein: Sie wollen ihn den Leuten wieder präsentieren. Ihren Rabbi, der alles kann und der alles weiß, und dessen Freunde SIE sind! Wie ein Zirkuspferd durch die Manege führen und selbst ganz groß rauskommen. Meine Vermutung.

    Wozu suche ich Jesus? Um ihn Anderen zur Vorhaltung machen zu können? Um mich dank ihm moralisch überlegen zu fühlen? Um ihn vor mir herzutragen und dahin zu bugsieren, wo ich ihn gut gebrauchen kann? Oder suche ich ihn, um zu lernen und zu folgen – überallhin, um die rettende Botschaft seiner Liebe und Gnade verkünden zu können?

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    Autor: Miri Langenbach

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    2 min
  • Für das Gute leiden müssen?
    Bernd Kortmann zum Bibeltext 1.Korinther 15,4

    Ich finde es schon komisch, wenn in meiner oder der jüngeren Generation über Leiden gesprochen wird. Häufig verbinde ich nämlich das Stichwort Leiden mit Dingen, die sind für mich zwar schlimm, aber auf die Gesamtwelt gesehen sind sie ein Luxusproblem.

    In meinem Umfeld spreche ich häufig von „Jammern auf dankbarem Niveau“. Denn wirkliches Leid musste ich Gott sei Dank noch nie erleben. Ja, natürlich leidet man mit, wenn die Kinder krank sind. Oder wenn ein schwerer Unfall geschieht.

    Aber ich musste noch nie wirklich leiden, weil ich etwas Gutes getan habe. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass gute Taten strafbar sind. Aber das ist vermutlich naiv.

    Petrus, ein enger Weggefährte und Freund von Jesus, hat vor knapp 2.000 Jahren in einem Brief an die Christen seiner Zeit geschrieben:

    „Hättet ihr irgendeinen Grund, stolz zu sein, wenn ihr wegen einer Verfehlung bestraft werdet und die Schläge standhaft ertragt? Aber wenn ihr leiden müsst, obwohl ihr Gutes tut, und dann standhaft bleibt – das findet Gottes Anerkennung.“

    Gottes Anerkennung, weil ich für das Gute Leid ertragen muss? Das klingt erstmal sehr fremd und nicht erstrebenswert. Jedoch kenne ich genug Geschichten aus christlichen Organisationen weltweit, wo genau das geschieht. Da werden Menschen festgenommen und eingesperrt, weil sie anderen von der Liebe Jesu Christi erzählen.

    Das spannende daran ist wieder einmal: Gott handelt anders, als ich es als Mensch tun würde. Er sieht das Leid, welches entsteht, wenn man in seinen Augen etwas Gutes tut.

    Wie schaut es bei Ihnen aus? Scheuen Sie sich davor Gutes zu tun, weil es unbequem werden könnte? Dann lassen Sie uns gemeinsam lernen, unsere Anerkennung nicht nur bei Menschen zu suchen.  

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    Autor: Bernd Kortmann

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    3 min
  • Beschenkt oder beschäftigt
    Susanne Thyroff zum Bibeltext Prediger 2,26.

    Im Buch Prediger lese ich einen Satz, der mich nachdenklich macht. In Kapitel 2, Vers 26 heißt es:

    „Den Menschen, an denen Gott Gefallen hat, gibt er Weisheit, Wissen und Freude. Den anderen aber gibt er die Beschäftigung, zu sammeln und anzuhäufen, um dann alles denen zu schenken, die ihm gefallen.“

    Was für eine Aussage! Gott schenkt dem einen etwas Wesentliches: Weisheit, Erkenntnis, Freude. Dem anderen gibt er eine Beschäftigung. Sammeln. Anhäufen. Vorsorgen. Und am Ende landet all das doch bei anderen.

    Mir hilft es, ältere Menschen anzuschauen. Manche haben selbst mit 90 noch das starke Bedürfnis, weiter vorzusorgen. Zu horten. Dinge anzusammeln, obwohl längst klar ist, dass sie sie selbst nicht mehr brauchen werden. Es wirkt fast wie ein innerer Zwang. Fernab jeder Rationalität.

    Und dann gibt es andere. Sie leben einfach. Im Vertrauen. Sie wissen: Gott sorgt. Sie wirken innerlich frei. Beschenkt. Reich – auch ohne viel Besitz.

    Je mehr ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir: Je mehr ich anhäufen will, desto sinnloser wird es. Denn am Ende bleibt nichts bei mir. Alles wandert weiter.

    Vielleicht stimmt dieses alte Sprichwort ja: Geizhälse sind unangenehme Zeitgenossen – aber angenehme Vorfahren.

    Da bin ich doch lieber ein angenehmer Zeitgenosse. Beschenkt mit Weisheit, Erkenntnis und Freude. Und nicht gefangen in vergeblicher Mühe und Jagd nach Wind.

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    Autor: Susanne Thyroff

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    3 min

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