ERF Plus - Anstoß

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ERF Plus - Anstoß episodes

  • Leben wir in einer schlimmen Zeit?
    Annegret Schneider über Jeremia 31,3.

    Die Zeiten sind schlimm - wie oft hört man diese oder ähnlich lautende Aussagen. Wenn die Schlagzeilen in der Zeitung oder die neuesten Nachrichten aus aller Welt ungebremst ins Wohnzimmer flattern. Not und Elend, Kriege, Umweltzerstörung, vernachlässigte und misshandelte Kinder – es ist kaum auszuhalten. Doch so aktuell dieser genervte Satz von den schlimmen Zeiten auch klingen mag: er ist uralt.

    Schlimme Zeiten kennt nämlich schon der Prophet Jeremia. Er lebt ungefähr 600 Jahre vor Christus. Grausig, was er alles mit anhören und ansehen muss. Das liegt ihm schwer auf der Seele, und dann hat er auch noch den Auftrag von Gott, seine Zeitgenossen zu warnen, ihnen den Spiegel vorzuhalten und den Untergang anzukündigen, wenn sie sich nicht von ihren gottlosen Wegen abkehren.

    Seine Botschaft klingt hart und gruselig. Klar, dass niemand Jeremia hören will. Und stur sind seine Zeitgenossen obendrein. Denn sie verschließen die Augen vor Gottes Plan. Doch Gott ist immer am Werk. Mal sichtbar und mal im Hintergrund. Denn bei allen Gerichtsbotschaften, die Jeremia weiterzugeben hat, gibt es auch einen Hoffnungsschimmer in seiner dunklen Zeit. Nämlich die Treue Gottes, der sein Volk nicht vernichten will. Gott liebt sein Volk so sehr, dass er sich ihm immer wieder zuwendet – auch wenn die Menschen ihn missachten, seine Gebote mit Füßen treten und meinen, dass sie ohne ihn besser zurechtkommen.

    Gott hat die Rettung seines Volkes im Sinn, das liegt an Gottes Liebe und Treue. Die wird in der Aussage in Jeremia 31,3 deutlich. Da lässt Gott durch den Propheten verkünden: „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ Verbunden mit der Verheißung, dass Gott sein Volk zur Ruhe führen wird. Und dann brechen wahrhaft gute Zeiten an.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Annegret Schneider

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    3 min
  • Meine, Deine, Ihre Tage
    Gedanken von Markus Baum zum Bibeltext von Psalm 37,18.

    Von uns Menschen gibt’s ja eine ganze Menge, aktuell etwas mehr als 8,3 Milliarden. Und all diese Menschen haben eine ganze Menge gemeinsam: Zum Beispiel den biologischen Bauplan – die Tatsache, dass grundsätzlich alle Menschen begabt sind und enorme Möglichkeiten in sich tragen.

    Der Bibel zufolge sind zwar ausnahmslos alle Menschen für die Gemeinschaft mit Gott geschaffen, und Gott ist definitionsgemäß ewig, ist nicht an Raum und Zeit gebunden. Sie und ich allerdings schon. Wir Erdlinge müssen alle eines Tages abtreten. Und was nach dem Tod passiert, dafür sind Sie und ich nicht mehr zuständig.

    Völlig ahnungslos müssen wir, was das betrifft, allerdings auch nicht sein. Ebenfalls in der Bibel finden sich Hinweise, wie sich Gott die Sache gedacht hat. In Psalm 37 zum Beispiel – einem Stück aus dem mindestens 2.500 Jahre alten Lieder- und Gebetbuch Israels.

    Psalm 37 widmet sich der Frage: Macht es einen Unterschied, ob ich meinen Weg in dieser Welt im Sinne Gottes aufrecht und ethisch anständig gehe oder nicht? Der Psalm unterscheidet da fein säuberlich zwischen den Frevlern einerseits – und den Rechtschaffenen andererseits.

    Zu den Frevlern will ich, nachdem ich Psalm 37 gelesen habe, nun wirklich nicht gehören. Von den Rechtschaffenen heißt es dort in Vers 18: „Der HERR kennt die Tage der Rechtschaffenen, und ihr Erbteil wird ewig bestehen.“

    Meine, Deine, Ihre Tage sind also tatsächlich gezählt. Von Gott nämlich. Und Menschen, die sich an Gott halten und an seinen Maßstäben orientieren, haben offensichtlich Zukunft. Es gibt etwas zu erben. Etwas Beständiges. Für mich klingt das verheißungsvoll. Da will ich dabei sein.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Markus Baum

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    3 min
  • Tragetuch
    Gedanken von Claudia Mertens zum Bibeltext Jesaja 65,17.

    Vor einiger Zeit habe ich einer Kollegin mein Tragetuch angeboten, da sie bald ihr Kind bekommen wird. Zuhause angekommen, habe ich mich auf die Suche gemacht und musste feststellen: es ist nicht da. Und nicht nur das, weder mein Mann noch ich können uns erinnern, wo es sein könnte, ob wir es schon weggeworfen oder doch weitergegeben haben. Das musste ich dann leider kleinlaut meiner Kollegin gestehen.

    Aber mein Gedächtnis will bis heute diese Information einfach nicht herausrücken. Ich hab’s vergessen. Peinlich.

    Ganz anders gelagert ist der Fall in einem Bibelvers, den ich im Buch Jesaja entdeckt habe, ziemlich am Ende, im Kapitel 65.

    Was lässt Gott dort durch den Propheten ausrichten? “Sieh! Ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde – kein Mensch wird noch an das Vergangene denken, niemand wird es sich zu Herzen nehmen.”

    Damit hat Gott zwar zu den Israeliten gesprochen, er verweist aber auf eine Zukunft, auf die wir alle noch warten.

    Gott spricht immer wieder davon, dass er alles neu machen wird. Eine noch großartigere Welt als die, in der wir aktuell leben. Was für eine fantastische Perspektive, die auch das Hier und Jetzt ins richtige Licht rückt und seine Vorläufigkeit offenlegt.

    Wann Gott sein Versprechen einlöst, das weiß ich nicht, aber ich bin fest überzeugt, dass es irgendwann so weit ist.

    Und es tröstet mich: all die Turbulenzen in unserer Welt,  die sind dann vergessen. Spielen dann keine Rolle mehr. Genau wie mein Tragetuch.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Claudia Mertens

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    3 min
  • Jetzt-Zeit mit Gott
    Gedanken von Ute Heuser-Ludwig zum Bibeltext Psalm 84.

    Zwei Zeilen aus einem Loblied Israels, Psalm 84, machen eine überraschende Rechnung auf:

    "Ein Tag im Vorhof deines Tempels zählt mehr als sonst tausend. Lieber an der Tür deines Hauses stehen als bei Menschen wohnen, die dich missachten."

    Ein Tag in Gottes Nähe ist also besser, schöner, glücklicher als tausend andere Tage. Eine erstaunliche Rechnung. Sie zeigt die große Begeisterung der Musiker, die diesen Text geschrieben haben. An weiteren Stellen im Psalm blitzt sie ebenfalls durch. Besonders nochmal am Ende:

    "Ja, Gott, der HERR, ist die Sonne, die uns Licht und Leben gibt. Er ist der Schild, der uns beschützt. Er schenkt uns seine Liebe und nimmt uns in Ehren auf. Allen, die untadelig leben, gewährt er das höchste Glück. HERR, du großer und mächtiger Gott, wie gut hat es jeder, der sich auf dich verlässt."

    Da stecken wirklich Musik und Energie drin in diesen Zeilen. Davon will ich mich anstecken lassen. Gerade, wenn manche Tage ohne große Freude oder Erlebnisse mit Gott vor sich hinplätschern. Ich will nicht vergessen, wie groß es ist, im Wechsel der Zeiten ein festes Zuhause bei Gott zu haben, einen Ort der Liebe und des Vertrauens.

    Deshalb pfeife ich auf die Tausendersumme vieler Tage und nehme lieber den einen heute, den Augenblick jetzt, verbinde mich mit Gott und gehe fröhlich meinen Weg. 

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Ute Heuser-Ludwig

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    3 min
  • Es wird ein Ende haben
    Die Bibelstelle Offenbarung 21,1-5 - ausgelegt von Horst Kretschi

    Wenn ich morgens aufgestanden bin, habe ich einen festen Ablauf. Dazu gehört auch, dass ich schaue, was in der Welt so los ist! Das Ergebnis dieser Informationsbeschaffung ist leider oft sehr ernüchternd. Überflutungen in Südafrika, Bahnunglück in Spanien, ein toter Junge in einer Kita, Gewalt im Iran gegen die eigene Bevölkerung, ein Musiker, den ich geschätzt habe, ist viel zu früh an einer unheilbaren Krankheit gestorben.  

    Und ich weiß, dass hinter jeder dieser Schlagzeilen Menschen stehen, die Opfer wurden; Opfer von Naturkatastrophen, von Unglücken, von Menschen, die mit Gewalt ihre Macht erhalten und ausbauen wollen, von Krankheiten, gegen die es keine Heilung gibt. 

    Menschen leiden, sterben, trauern, weinen und sind verzweifelt. Jeden Tag, überall auf der Welt. Eine zutiefst frustrierende Feststellung. Auch oder vielleicht auch gerade als Mensch, der an den einen Gott glaubt, der aus Liebe seinen einzigen Sohn geopfert hat.  

    Die bittere Tatsache ist: Seit tausenden von Jahren geschehen Naturkatastrophen, kommt es zu Unglücken, üben Menschen Gewalt gegen andere aus, sterben Menschen zu früh und unter Schmerzen! 

    Auch in der Bibel kann ich davon lesen. Dort erfahre ich aber auch, dass das ursprünglich ganz anders geplant war und, dass es nicht immer so bleiben wird. 

    Es wird eine Zeit kommen, da hat das alles ein Ende.  

    Der Seher Johannes hat dazu folgendes aufgeschrieben: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. […] Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, […] und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21, 1-5) 

    Darauf vertraue ich! Bis dahin will ich meins dazu tun, dass ich nicht zum Leid und Traurigkeit bei anderen Menschen beitrage. Denn das ist etwas, was ich in der Hand habe. 

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    Autor: Horst Kretschi

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    3 min
  • Die Säulen des Lebens
    Gedanken von Hans Wanger zum Bibeltext Offenbarung 14,12.

    Es ist das Jahr 2000 und ich befinde mich auf einer Pastorentagung. Referent ist ein Berater und Therapeut, und er spricht von vier Säulen des Lebens: Versorgung, Familie, Gesundheit und Spiritualität. Ich frage ihn: "Was mache ich, wenn drei dieser Säulen weggebrochen sind?" Seine Antwort: "Dann brauchen Sie ärztliche Hilfe!" - Das hat mir zum ersten Mal klar gemacht, dass das Leben für mich herausfordernd ist und auch bleiben wird. Die drei Säulen Versorgung, Familie und Gesundheit wurden immer wieder brüchig, bis heute. Nur eine hat mich aufrecht gehalten und mir geholfen, weiterzugehen: Spiritualität, oder anders ausgedrückt: Meine Beziehung zu Jesus Christus, mein tiefer Glaube an seine bedingungslose Liebe. Er selbst ist die Säule, die mich trägt.

    Im Buch der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament lese ich, dass es am Ende in dieser Welt genau auf diese Säule ankommt. Im Blick auf den ewigen Kampf mit dem Bösen heißt es in Offenbarung 14: "Hier ist die Standhaftigkeit der Heiligen gefordert, die an Gottes Geboten festhalten und an dem Glauben an Jesus."

    Unsere Welt ist im Umbruch, wieder einmal. Die nach dem zweiten Weltkrieg etablierte Weltordnung zerbricht, und wir müssen mehr und mehr mit ansehen, wie Macht und Gewalt offensichtlich entscheidende Faktoren für eine neue Ordnung geworden sind. Aber auch diesmal werden nicht die Gewalttätigen siegen und bleiben bis zum Schluss, egal, ob im Osten oder Westen. Bleiben wird Jesus und mit ihm alle, die seine Liebe angenommen haben. Er trägt durch, auch Sie und mich. Jetzt schon.

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    3 min
  • Ein stabiles Netzwerk
    Gedanken von Elke Drossmann zum Bibeltext 3. Mose 26,45.

    Gerne mache ich, was mir gefällt. Trete ich genauso gerne für die Folgen meines Verhaltens ein? Eher nicht. Das scheint nicht nur mein Problem zu sein. Wenn ich in die Bibel schaue, stelle ich fest: Gott hat dieses Verhaltensmuster bereits vor gut 3200 Jahren beanstandet.  

    Er sagt seinem Herzensvolk Israel, wie es tickt. Und Gott warnt die Israeliten, bevor der Ernstfall in ihrem Sehnsuchtsland eintritt. Gott prägt ihnen ein: „Wenn ich euch nicht mehr genüge und andere Götter eine unglaubliche Faszination auf euch ausüben, dann stellt euch kein Bild eines Gottes ins Regal, das es von mir nicht gibt. Sonst könnt ihr eure Blicke nicht mehr davon abwenden, bis ihr euch vor das Bild kniet und es anbetet.“ 

    Gott macht das nicht mit. Er sagt: „Denkt daran, der Regen wird fehlen. Ihr bestellt ein Feld - doch die Ernte fällt mehr oder weniger aus. Erst, wenn ihr euch eingesteht: Wir haben uns verrannt. Das sind die Folgen unseres Tuns. Wir wollten es nicht glauben, doch Gott hat Recht behalten. Wir trennen uns von dem Bild. Gott ist wirklich der Herr. Erst dann sage ich, Gott, Stopp.“  

    Im 3. Buch Mose, Kapitel 26, Vers 45 spricht Gott deshalb: 

    „Ich habe mit ihren Vorfahren meinen Bund geschlossen, damals, als ich allen Völkern meine Macht gezeigt und mein Volk aus Ägypten geführt habe, um sein Gott zu sein. Dieser Bund bleibt bestehen; ich bin der HERR!« (GNB) 

    Anders als oft sein Volk, anders als ich: Gott steht zu den Folgen seines Tuns. Er steht zu seinem Netzwerk. Zu dem Vertrag, der diesem Netzwerk zugrunde liegt. 

    Wenn Gott sich an Abmachungen hält, warum will ich sie brechen? 

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Elke Drossmann

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    3 min
  • Viel zu klein gedacht!
    Gedanken von Wolf-Dieter Kretschmer zum Bibeltext 2. Mose 6,7 und 9

    Die Umstände, in denen sie schuften müssen, sind unerträglich. Die Lage der versklavten Israeliten ist trostlos. Eines Tages taucht ein alter Mann auf. Es ist Mose. Vor vielen Jahren war er schon einmal in aller Munde gewesen. Damals war er am Hof des Pharaos in Ungnade gefallen und hatte fliehen müssen. Jetzt ist er wieder da. Er hat folgende Botschaft von Gott für die Israeliten:

    Ich will euch annehmen zu meinem Volk und will euer Gott sein, dass ihr’s erfahren sollt, dass ich der HERR bin, euer Gott, der euch wegführt von den Lasten, die euch die Ägypter auflegen.2. Mose 6, Vers 7   

    Was Mose verkündet, ist für die Israeliten damals, vor vielleicht 3.200 Jahren, undenkbar. Die Bibel stellt fest:  

    Mose sagte das den Israeliten; aber sie hörten nicht auf ihn vor Kleinmut und harter Arbeit.2. Mose 6, Vers 9

    Wie tragisch! Gott will eingreifen und Israel aus seiner Not befreien. Aber die Leute wenden sich ab vor lauter „Kleinmut und harter Arbeit“.

    Ich frage mich, inwieweit das auch heute noch so ist. Kann es sein, dass die Last der vielen Aufgaben meinen Blick vom Wesentlichen ablenkt? Kann es sein, dass meine Probleme so groß erscheinen, dass ich Gott nicht mehr zutraue, mir helfen zu können?

    Wie gut, dass Gott sich damals vom Kleinglauben der Israeliten nicht hat beeindrucken lassen. Er hat sie trotzdem befreit und in eine bessere Zukunft geführt.

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    Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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    3 min
  • Heldenmodus "Selbstbeherrschung"
    Gedanken von Ellen Hörder-Knop über den Bibeltext Sprüche 16,32.

    Es braucht oft nicht viel. Ein Satz zur falschen Zeit, ein scharfer Ton, eine spitze Bemerkung und schon kocht es in mir. Mein erster Impuls ist: zurückschlagen, Recht behalten, nicht nachgeben – das fühlt sich stark an. Zumindest für einen Moment.

    Doch ein Vers aus dem Buch der Sprüche in der Bibel holt mich wieder auf den Boden zurück. Keine Moralpredigt, nur ein Satz, der hängenbleibt und nachwirkt. In Sprüche 16,32 heißt es:

     „Geduld zu haben ist besser, als ein Held zu sein; und sich selbst beherrschen ist besser, als Städte erobern.“ (HfA)

    Das verschiebt die Perspektive: Held sein heißt nicht unbedingt kämpfen oder gewinnen. Ein Held sein kann manchmal einfach heißen: sich selbst beherrschen. Klingt auf den ersten Blick nicht spektakulär, aber es wirkt.

    Echte Stärke zeigt sich nicht im Angriff, sondern darin, dass ich mich selbst im Griff habe. Den Zorn spüre, ohne dass ich ihm das Steuer überlasse. Nicht alles hochkochen lassen, kurz durchatmen und Pause drücken. Das erfordert Mut und Kraft.

    Ehrlich gesagt: Ich schaffe das nicht allein. Ich kann Gott um genau diese Kraft bitten, ruhig zu bleiben, Frieden zu wählen statt Streit, Gelassenheit statt Explosion. Selbstbeherrschung ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil: sie zeigt Gottes Kraft in mir. Sie schafft Frieden – zuerst in mir und dann nach außen. Gerade heute, wo so schnell geurteilt und gestritten wird, ist das nicht nur eine nette Option, sondern dringend nötig.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Ellen Hörder-Knop

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    3 min
  • Selbstschutz - ja, aber ...
    Gedanken von Oliver Jeske zum Bibeltext 1. Korinther 15,33b.

    „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ – Warum denken wir bei dieser Aussage nicht zuerst an Wasserinstallation oder Geologie? Klar, es handelt sich um ein Sprichwort. Wenn ich es wörtlich nehme, dann verstehe ich es falsch.

    Genau so ein Sprichwort gebraucht der biblische Autor Paulus in seinem ersten überlieferten Brief an Christen im damaligen Korinth. Es lautet:

    „Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten!“ (1. Korinther 15,33b – BasisBibel)

    Wörtlich verstanden hieße das:  Menschen, die es mit dem Glauben an Jesus ernst meinen, verkehren nur in ausgewählten Kreisen. Nur so können sie moralische Aushängeschilder sein. Doch wie gesagt: Es handelt sich um ein Sprichwort. Konkret zitiert Paulus hier den griechischen Dichter Menander.

    Wer wissen will, worum es Paulus eigentlich geht, muss den Zusammenhang betrachten: Paulus warnt vor einem Glauben, der das Vertrauen auf ein Leben nach dem Tod aufgibt. Hier geht das Elementarste verloren. Alles, was Jesus zu seinen Lebzeiten auf dieser Erde getan hat, würde plötzlich keinen Sinn mehr ergeben. Alles wäre egal. Denn am Schluss ist sowieso alles aus.

    Nein, Gott ist ein Gott des Lebens und der Lebendigen. Diese Überzeugung aufzugeben wäre fatal. Deshalb sagt Paulus: Solltet ihr in Gefahr sein, dass euch ein Mensch von dieser Überzeugung abbringt, dann – und nur dann – trennt euch von ihm.

    Es gibt einen gesunden Selbstschutz. Den sollte ich aber niemals als Keule gegen jedermann missbrauchen.

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    Autor: Oliver Jeske

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    2 min

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