Populismus hat sich in vielen Demokratien von einer Randerscheinung zu einer prägenden politischen Kraft entwickelt. Prof. Dr. Lena Frischlich erklärt, dass Populismus auf drei Kernelementen basiert: der Ablehnung einer vermeintlich korrupten Elite, der Vorstellung eines homogenen Volkswillens und der Überzeugung, dass die Eliten diesen Willen unterdrücken. Digitale Medien spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie emotionale, vereinfachende Inhalte bevorzugen und geschlossene Filterblasen schaffen, in denen populistische Botschaften besonders erfolgreich sind. Diese Dynamik verstärkt Polarisierung und führt dazu, dass gesellschaftliche Gräben wachsen.
Ein weiteres zentrales Element populistischer Kommunikation ist der gezielte Einsatz von Nostalgie und Angst. Frischlich betont, dass Nostalgie das Bedürfnis nach Sicherheit anspricht und komplexe Krisen auf einfache Antworten reduziert, während Angst die Fähigkeit zu rationalem Denken hemmt. Diese Mechanismen fördern nicht nur die Spaltung der Gesellschaft, sondern verschieben auch den Diskurs, indem sie extremere Positionen normalisieren und Gewalt rechtfertigen können.
Im Gespräch mit Prof. Dr. Lena Frischlich wurde deutlich, dass Demokratien Populismus nicht mit denselben Mitteln begegnen sollten. Stattdessen sind positive Narrative gefragt, die auf Zusammenhalt und Pluralismus setzen. Eine präventive Aufklärung, die faktenbasierte Informationen bereitstellt, bevor Desinformationen greifen können, ist ebenso essenziell wie ein bewusster Umgang mit digitalen Medien. Die Frage, wie demokratische Werte in einer von Populismus und digitaler Kommunikation geprägten Welt gestärkt werden können, bleibt eine der entscheidenden Herausforderungen unserer Zeit.
Das Gespräch wurde am 13. Januar 2025 aufgezeichnet.
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Fotoquelle: Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste | Bettina Engel-Albustin 2022