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In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, über eine neue IW-Studie mit dem Titel „Geografien der Unzufriedenheit“ – die erste Untersuchung, die für alle 11.000 deutschen Gemeinden Versorgungslagen und Versorgungsempfinden kleinräumig erfasst und gegenüberstellt.
Das zentrale Ergebnis: Die Zufriedenheit mit staatlicher Daseinsvorsorge unterscheidet sich kaum zwischen Stadt und Land. Wer deutlich unzufriedener ist, sind AfD-Anhänger – und zwar unabhängig davon, wo sie leben. „Man kann politische Wahrnehmungen nicht widerlegen, indem man Fakten ausbreitet“, stellt Rürup fest. Hüther ergänzt, dass das Phänomen kein deutsches sei: In nahezu allen westlichen Demokratien gewinnen rechtspopulistische Parteien an Boden – getragen von einer Mischung aus Globalisierungsüberforderung, Migrationserfahrung und dem Gefühl staatlicher Schwäche.
Der eigentliche Hebel liegt für beide in der Kommunalpolitik. Kommunen tragen 25 Prozent aller öffentlichen Ausgaben, verfügen aber nur über 14 Prozent der Steuereinnahmen. Allein 2024 wiesen sie ein Finanzierungsdefizit von knapp 32 Milliarden Euro aus – das höchste ihrer Geschichte. „Dort, wo Staat greifbar ist, ist die Kommune zentral“, sagt Hüther. Steigende Sozialausgaben, tarifbedingte Personalkostensteigerungen und stagnierende Gewerbesteuereinnahmen verschärfen die Lage strukturell.
Rürup fordert, die finanzielle Autonomie der Kommunen gezielt zu stärken – und sieht darin den wirksamsten Weg, dem Aufstieg extremer Parteien zu begegnen: „Die Antwort auf dieses politische Problem wird und muss in erster Linie auf der kommunalen Ebene gefunden werden.“ Hüther richtet den Appell direkt an die Länder: „Nehmt eure Verantwortung wahr.“
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Im Podcast analysieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, wie sich das Verhältnis zwischen Deutschland und China grundlegend verändert hat. Was lange als Erfolgsmodell der Globalisierung galt, entwickelt sich zunehmend zu einer Belastung für die deutsche Industrie.
Verliert Deutschland durch den technologischen Aufstieg Chinas dauerhaft an industrieller Substanz? Und wie offen kann Freihandel bleiben, wenn wirtschaftliche Verflechtungen geopolitische Machtverhältnisse verschieben? Das diskutieren Rürup und Hüther in dieser Folge Economic Challenges.
Moderiert von Bert Rürup & Michael Hüther
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In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen Eingriffe in die akademische Freiheit hätten. Ausgangspunkt ist die Debatte über Forderungen der AfD nach stärkerer politischer Kontrolle von Hochschulen, Einschränkungen bei Drittmitteln und einer Abkehr von internationalen Studienstrukturen.
Rürup erinnert daran, dass die Hochschulreformen seit den späten 1960er-Jahren maßgeblich zur Modernisierung und Demokratisierung der deutschen Universitäten beigetragen haben. Hüther warnt davor, die heutige Offenheit der Hochschulen infrage zu stellen: „Jeder Angriff auf die akademische Freiheit ist ein Verzicht auf Beiträge des Universitätssystems für die gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung.“
Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle internationale Studierende und Forschende für Deutschlands Zukunftsfähigkeit spielen. Deutschland sei angesichts des demografischen Wandels dringend auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen. Zugleich profitiere die deutsche Universitätslandschaft derzeit vom „Brain Drain“ aus den USA, wo politische Eingriffe die wissenschaftliche Freiheit zunehmend unter Druck setzten.
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In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, über die Zukunft des Bargelds und die wachsende Abhängigkeit Europas von amerikanischen Bezahlsystemen. Ausgangspunkt ist der tiefgreifende Wandel der Zahlungsgewohnheiten: Während Bargeldnutzung und Geldautomatenzahlen sinken, dominieren Kartenanbieter wie Visa und Mastercard zunehmend den Alltag.
Rürup sieht darin mehr als nur einen Modernisierungsschub. Die Konzentration zentraler Zahlungsinfrastrukturen in den USA könne im geopolitischen Konfliktfall zum strategischen Risiko werden. „Deutschland oder die EU wären schlicht erpressbar, weil wir keine leistungsfähigen Bezahlsysteme haben“, warnt er. Bargeld erfülle deshalb weiterhin eine wichtige Sicherheitsfunktion – nicht nur bei technischen Ausfällen, sondern auch als Schutz vor politischer Abhängigkeit.
Hüther verweist darauf, dass sich die Debatte verändert habe. Während früher vor allem über Negativzinsen und die mögliche Abschaffung des Bargelds gestritten wurde, gehe es heute um Resilienz und digitale Souveränität. Der digitale Euro könne ein Baustein sein, um europäische Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr zu stärken. Entscheidend sei jedoch, leistungsfähige europäische Bezahlsysteme aufzubauen und regulatorisch abzusichern.
Im Zentrum steht die Frage, wie Europa seine finanzielle Infrastruktur gegen geopolitische Risiken absichern kann – und ob Bargeld dabei vom Auslaufmodell wieder zum strategischen Sicherheitsanker wird.
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Die Bundesregierung hat den aktuellen Entwurf des Bundeshaushalts sowie die Finanzplanung bis 2030 veröffentlicht. Für Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und IW-Direktor Michael Hüther ein guter Anlass, die damit verbundene Zinslast zu hinterfragen.
Rürup kritisiert, der Entwurf atme „keine finanzwirtschaftliche Nachhaltigkeit“, und warnt vor einer strukturellen Verengung des Haushalts. Denn für ihn sei nicht die absolute Höhe der Verschuldung entscheidend, sondern der Anteil der Steuereinnahmen, der für Zinsen gebunden werde.
Hüther wiederum stößt sich an der Selbstverortung der Bundesregierung: „Man tut so, als stünde man vor historisch einmaligen Herausforderungen." Mit Verweis auf die Haushaltsmaßnahmen frühere Bundeskanzler wie Helmut Kohl und Helmut Schmidt mahnt Hüther: „Das reine Betrachten absoluter Zahlen führt in die Irre.“
Warum sich die beiden Ökonomen statt steigender Sozialausgaben und kreditfinanzierter Verteidigungsausgaben vor allem mehr strukturelle Reformen wünschen, erklären sie in der neuen Folge "Economic Challenges".
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Fabian Livrée
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Jedes Land hat seine Themen, die immer wieder im politischen Diskurs auftauchen. Für Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup gehört der Atomausstieg dazu. Im Podcast nennt er Jens Spahns Vorschlag, die Reaktivierung stillgelegter Kernkraftanlagen zu prüfen, "den vergeblichen Versuch, eine verlorene Schlacht ungeschehen zu machen."
Auch Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, findet: "Der Drops ist gelutscht". Zum einen sei der Rückbau der Atomkraftwerke bereits soweit fortgeschritten, dass das Vorhaben einem Neubau gleichkäme. Zum anderen seien sie keine Alternative zu Gaskraftwerken, da sie eine ganz andere Funktion erfüllen.
In dieser Folge von Economic Challenges analysieren Rürup und Hüther die neu entflammte Debatte über eine mögliche Rückkehr zur Kernenergie. Dabei bemängeln sie, dass sie von den eigentlichen Herausforderungen der Energiewende ablenke: dem Ausbau der Netze, der Integration von Batteriespeichern und der Senkung der Systemkosten. Stattdessen würden immer wieder vermeintliche „Silver Bullets“ präsentiert, die strukturelle Probleme jedoch nicht lösen.
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Fabian Livrée
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Die Bundesregierung hat sich jüngst auf eine Entlastungsprämie in Höhe von 1000 Euro durch den Arbeitgeber sowie auf eine vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel geeinigt. Diese politische Reaktion auf den jüngsten Ölpreisschock im Zuge des Iran-Kriegs bewertet Handelsblatt-Chefökonom Bernd Rürup eher verhalten. Auch Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, fragt sich im Podcast, was die Bundesregierung, „damit eigentlich erreichen will“.
In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren die beiden Ökonomen die Maßnahmen der Bundesregierung auf die kriegsbedingte Energiepreiserhöhung. Ihr Befund ist deutlich: Die bisherigen Maßnahmen seien weder zielgenau noch geeignet, die strukturellen Probleme der deutschen Volkswirtschaft zu lösen. Als Alternative nennen beide etwa eine erweiterte Superabschreibung für Investitionen. Sie könnte Unternehmen schneller zu neuen Investitionen bewegen und so die binnenwirtschaftliche Dynamik stärken.
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In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben die USA und der Iran zunächst einen Waffenstillstand vereinbart – oder, wie Donald Trump es nennt, „einen zweiwöchigen Aufschub seines Ultimatums der totalen Vernichtung des Irans“. Diese „Trumpsche Kraftmeierei“, sagt Bert Rürup, der Chefökonom des Handelsblatts, werde langfristig zu einer Schwächung der USA und des Dollars führen. Warum er glaubt, dass die EU und der Euro zu den Gewinnern gehören könnten, hören Sie in dieser Folge.
Dagegen hält Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, diese Sicht für zu optimistisch. Er argumentiert, der Aufstieg populistischer Kräfte in Ländern wie Frankreich und Ungarn gefährde die Handlungsfähigkeit der EU. Im Podcast diskutieren die beiden Ökonomen die anstehenden Wahlen in Ungarn und wie China durch eine Umschichtung seiner Dollarreserven die geopolitische Stellung Washingtons untergraben könnte.
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Die gesetzliche Krankenversicherung steht finanziell massiv unter Druck. Deswegen hat die Finanzkommission 66 Maßnahmen vorgelegt, mit denen bis zu 64 Milliarden Euro eingespart werden könnten – allerdings ohne Priorisierung. Das zentrale Problem, so Bert Rürup, der Chefökonom des Handelsblatt: „keine der 66 Maßnahmen würde von allen Playern gleichzeitig angenommen“.
Im Gespräch erklären Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, warum die Kosten seit Jahren stärker steigen als die Einnahmen. Haupttreiber sind medizinischer Fortschritt, fehlender Wettbewerb und Fehlanreize im System. Deutschland leiste sich zu viele Krankenhausbetten und Behandlungen, ohne das die Bevölkerung gesünder werde.
Hüther betont: Das Problem liegt nicht bei den Einnahmen, sondern bei den Ausgaben. Gleichzeitig wächst der Reformdruck, weil steigende Beiträge für viele Haushalte kaum noch tragbar sind. Doch ausgerechnet ein zentraler Hebel bleibt blockiert: die Krankenhausstruktur. „Es ist faktisch unmöglich, ein städtisches Krankenhaus zu schließen“, sagt Rürup.
Rürup und Hüther diskutieren deshalb, welche Reformen trotzdem möglich sind – von weniger Fehlanreizen über mehr Wettbewerb bis hin zu strukturellen Änderungen im System.
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Der Iran-Krieg bringt neue Unsicherheit in die ohnehin fragile deutsche Wirtschaft. Steigende Ölpreise, gestörte Lieferketten und geopolitische Risiken könnten die gerade erst begonnene Erholung schnell wieder abwürgen.
Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, skizziert im Gespräch mit Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes drei Szenarien – von einem kurzen Schock bis hin zu einer langen Rezession mit höherer Inflation. „Wenn der Krieg ins nächste Jahr hineingeht, dann sind wir zurück in der Rezessionswelt“, warnt Hüther.
Woher kann also Wachstum kommen? Darüber entfacht gerade eine Reformdebatte im Bundestag. Höhere Mehrwertsteuer, Änderungen bei der Krankenversicherung, neue Rentenmodelle: Vieles wird diskutiert, doch aus Hüthers Sicht fehlt der Fokus. Das zentrale Problem sei die schwache Investitionstätigkeit. Im Gespräch gehen Matthes und Hüther die wichtigsten Reformideen durch und ordnen ein, was davon wirklich helfen könnte.
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