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In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, über die Reform der Erbschaftsteuer. Das Bundesverfassungsgericht hat in dieser Woche zwei Verfahren dazu verhandelt.
Rürup plädiert für das Prinzip der Einkommensteuer: niedrige Steuersätze, breite Bemessungsgrundlage. Er kritisiert, dass Privatvermögen in Personengesellschaften verlagert werden kann. Ignoriere die Reform diese Schieflage, fürchtet er eine Wiederbelebung der Vermögensteuer.
Hüther hält die Verschonung von Betriebsvermögen für begründbar. Wer ein Unternehmen erbe, übernehme zugleich Verantwortung, die Leistungsfähigkeit unterscheide sich also von der bei Privatvermögen. Das Verlagerungsargument „wird auch nicht richtiger durch Wiederholung“. Außerdem machten Erbschaften die Vermögensverteilung eher gleicher: „Die Dramatik, die immer hineingelegt wird, ist faktisch den Daten nicht zu entnehmen.“ Eine Flatrate lehnt er ab.
Im Zentrum steht die Frage, ob das Gericht seine Linie von 2014 bestätigt. Hüther sieht keine Anzeichen für einen Kurswechsel. Rürup erwartet ein Urteil, das in eine andere Richtung geht.
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Ausgangspunkt dieser Folge von Economic Challenges ist die Haushaltsrede von Finanzminister Lars Klingbeil, der „Gerechtigkeit“ zum Maßstab aller Reformen erklärt hatte. Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, kritisieren, dass solche Begriffe laut Friedrich August von Hayek Substantiven ihren Sinn entleeren – und in der Debatte vom eigentlichen Problem ablenken: der alternden Gesellschaft.
Rürup rechnet vor, dass Deutschland jährlich 400.000 Erwerbspersonen fehlen und das Trendwachstum ohne schuldenfinanzierte Rüstungsausgaben bei nur 0,3 Prozent liege. „Das ist die veritabelste Wachstumsbremse, die wir gegenwärtig haben“, sagt er – dennoch sei das Thema in der Haushaltsdebatte „großräumig gemieden“ worden, auch aus Furcht vor der AfD.
Hüther sieht die Ursache auch in mangelndem Mut zur Erklärung: Bei Rente, Pflege und Gesundheit handle es sich um „einfache Mathematik“, die Politik traue sich aber nicht, Finanzierungslücken offen zu benennen. Beide Ökonomen plädieren dafür, die AfD inhaltlich zu stellen, statt sie hinter einer Brandmauer zu ignorieren – ihre wirtschaftspolitischen Vorschläge seien, so Hüther, „eine mistgequirlte Soße“, die einer offenen Debatte nicht standhalte.
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In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, warum die großen Volkswirtschaften ihre Märkte wieder abschotten.
Hüther verweist auf die Welthandelselastizität: Bis zur Finanzkrise wuchs der Handel deutlich stärker als die Weltproduktion, heute liegt der Wert bei eins. Er sieht darin keinen Zusammenbruch, sondern eine neue Raumstruktur, die Unternehmen und Staaten zur Vorsorge zwingt. Als Beispiel nennt er Sanofis Insulinwerk in Frankfurt – mit 400 Millionen Euro subventioniert, die einzige Humaninsulin-Produktion im Europäischen Wirtschaftsraum. „Machtpolitik steht im Vordergrund“, sagt Hüther.
Rürup sieht ein Comeback des Autarkiegedankens: Die USA und China verabschiedeten sich vom Markt, der ihren Aufstieg trug. Offen bleibt, ob die EU zur dritten Säule der Weltwirtschaft werden kann.
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In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, ob die Europäische Union den Euro gezielt zur Weltwährung ausbauen sollte. Ausgangspunkt ist das jüngste Treffen von Trump und Xi in Washington, das aus Sicht beider Gäste eine tektonische Verschiebung im geopolitischen Gefüge markiert: Die USA wenden sich zunehmend von Europa ab, während sich Washington und Peking trotz aller Rivalität in einem „konstruktiven Verhältnis strategischer Stabilität“ annähern.
Rürup fordert, Europa müsse währungspolitisch „erwachsen werden“ und dürfe nicht mehr auf den Schulterschluss mit den USA setzen. Ein starker Euro sei das dritte Gewicht gegen die Annäherung zweier Großmächte. Hüther verweist auf historische Parallelen – vom Nixon-Schock bis zur Euro-Einführung durch Kohl und Mitterrand – und plädiert dafür, Denkverbote in der deutschen Debatte über Eurobonds, eine gemeinsame Emissionsagentur und ein erweitertes EZB-Mandat aufzugeben. „Wir müssen die Chancen jedenfalls mal durchdenken, auch wenn da ein paar unangenehme Speiseteile mit drin sind“, sagt er.
Beide sehen in der aktuellen innenpolitischen Schwäche der Bundesregierung paradoxerweise ein mögliches Flaggschiff-Thema: eine mutige europäische Währungsinitiative als Antwort auf Extremränder, die den Euro und die EU infrage stellen.
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In dieser Folge von Economic Challenges analysieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, die aktuelle PISA-Studie, die für Deutschland ein schlechteres Ergebnis ausweist als die erste Erhebung im Jahr 2000. Ein Drittel der 15-Jährigen erreicht demnach nicht mehr die grundlegenden Fähigkeiten in Lesen und Mathematik.
Hüther macht dafür vor allem strukturelle Defizite verantwortlich: mangelnde frühkindliche Bildung, unzureichende Sprachförderung und einen Bildungsföderalismus ohne Ausstrahleffekte. „Keiner wandert wegen der Schulqualität“, so Hüther zum Wettbewerbsgedanken zwischen den Bundesländern. Rürup wirft die Frage auf, ob angesichts der ungleichen Zuwanderungsverteilung eine stärkere Bundeszuständigkeit nötig sei, und plädiert für eine verpflichtende Vorschule nach französischem Vorbild, um Sprachdefizite früh auszugleichen.
Beide sehen die seit 2015 gestiegene Zuwanderung nicht als Ursache, sondern als Verschärfung bereits bestehender sozialer Segregation – sichtbar etwa an der ungleichen Verteilung von Kita-Plätzen. Rürup verweist zudem auf ökonomische Folgekosten: Laut ifo-Institut summiert sich der PISA-Rückgang auf einen Verlust von drei bis vier Prozent des Volkseinkommens. Hüther fordert am Ende ein ambitionierteres Bildungssystem, das Anstrengung und Übung wieder stärker einfordert.
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Johannes Grote
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In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, über die Zukunft des deutschen Automobilstandorts. Anlass ist der VW-Sanierungsplan bis 2030: Der Aufsichtsrat beschloss den Abbau von 50.000 Stellen, die Hälfte davon in Deutschland, sowie neue Nutzungskonzepte für die Werke Emden, Zwickau und Neckarsulm.
Rürup wertet das als Rückzug aus dem Kerngeschäft. Insgesamt sieht er die Risiken für die Branche größer als Hüther: „Die deutsche Automobilwirtschaft hat die E-Mobilität viel zu spät angegangen und hat eindeutige Rückstände“, sagt er. Chinesische Hersteller hätten das Auto zudem zum Entertainment-Produkt umdefiniert. Die unterbewertete chinesische Währung verschaffe ihnen einen zusätzlichen Preisvorteil.
Hüther verweist darauf, dass der Beschluss öffentlich eher als Befreiungsschlag aufgenommen werde – trotz der harten Folgen für die Beschäftigten. Er wertet ihn als Signal dafür, dass der Standort sanierungsfähig sei, zumal VW parallel 135 Milliarden Euro investieren will. Deutschland habe zudem nach China die zweiterfolgreichste Elektroauto-Produktion.
Einig sind sich beide: Chinesische Marken, deren Anteil an EU-Neuzulassungen seit 2021 von 0,6 auf 8,7 Prozent stieg, greifen bislang vor allem den Volumenmarkt an. Im Zentrum steht die Frage, ob Deutschland seine Spitzenposition dauerhaft verliert und sich künftig auf das Premium-Segment konzentrieren muss, während das Massengeschäft an China geht.
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Johannes Grote
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In dieser Folge von Economic Challenges beschäftigen sich Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, mit einem ökonomischen Paradoxon: Ausgerechnet in Sachsen-Anhalt, dem Bundesland mit der ältesten Bevölkerung Deutschlands, dessen Wertschöpfung zu fast sieben Prozent von ausländischen Beschäftigten getragen wird, erzielt die AfD Rekordwerte – obwohl ihr Programm auf Rückführung statt Zuwanderung setzt.
Hüther verweist auf Zahlen des IWH Halle: Ohne den Beschäftigungszuwachs ausländischer Arbeitskräfte wäre die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Land seit 2016 massiv eingebrochen. Er ordnet den AfD-Erfolg in einen europäischen Trend ein – von Reform UK bis zu rechten Bewegungen infolge großer Transformationsprozesse – und sieht Parallelen zu den 1920er-Jahren. Zugleich kritisiert er die Berufung auf eine „Ostidentität“ als historisch unbegründet: „Menschen die jetzt irgendwelche Ostidentitäten aufrufen und dann aber viel Nachsehen für Putin haben, sind im Kern vaterlandslose Gesellen.“
Rürup erinnert daran, dass die AfD als Anti-Euro-Partei gegründet wurde und trotz des ökonomischen Erfolgs der Gemeinschaftswährung nun mit einem neuen Feindbild reüssiert. Beide sehen die demokratische Mitte in der Pflicht, überzeugende Antworten auf Transformationsängste zu liefern – ohne allzu optimistisch zu sein.
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Pauline Köster
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In dieser Folge von Economic Challenges analysieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, die strukturellen Ursachen der deutschen Wachstumsschwäche. Rürup benennt drei Grundprobleme. Die konjunkturellen Aussichten seien zwar nicht so düster wie vielerorts beschrieben, aber wirklich gut seien sie nicht. Der demografische Alterungsschub durch den Abgang der Babyboomer wirkt als Wachstumsbremse und das jahrzehntealte Exportmodell stößt an seine Grenzen – unter dem Druck von Trumps Zollpolitik und dem Aufstieg Chinas zur hochinnovativen Industriemacht.
Hüther sieht dagegen erste Stabilisierungszeichen: Das dritte Quartal in Folge zeige robustes Wachstum von rund 0,3 Prozent, der innereuropäische Handel kompensiere teilweise die Rückgänge des Handels mit den USA und China. Die eigentliche Frage, so Hüther, sei jedoch, mit welchem wirtschaftspolitischen Konzept Deutschland und Europa auf die neuen Herausforderungen antworten – von der Resilienz bei kritischen Rohstoffen bis zum Umbau der Stahlindustrie.
Einigkeit herrscht in einem Punkt: Die Zukunft liege nicht in nationalen Lösungen. „Wir müssen uns von der Kategorie des Nationalökonomischen lösen. Die Antwort liegt in Europa“, so Rürup. Der intraregionale Handel in Europa macht 63 Prozent des gesamten Außenhandels aus. Dieses Stärkeargument wird Rürup und Hüther zufolge jedoch politisch zu wenig genutzt.
Im Zentrum steht auch die Frage, ob der Euro zur globalen Leitwährung aufsteigen könnte. Der Trump-Schock und die Schwächung des Dollars befeuern die Debatte. Hüther sieht eine historische Chance für den Euro als Reservewährung und plädiert für ein sicheres europäisches Anlageprodukt, möglicherweise in Form von Eurobonds. Rürup schließt sich dem Gedanken an. Er wundert sich, dass ausgerechnet Deutschland, das Land mit der größten Außenhandelsabhängigkeit, diesen Weg so beharrlich blockiert.
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Leonard Dumke
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In dieser Folge von Economic Challenges analysieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland. Rürup benennt vier strukturelle Belastungen: den demografischen Wandel, das unter Druck geratene Exportmodell, den Rückstand bei Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) und der schwindende Vorsprung der deutschen Automobilindustrie. „Die Zukunft erfüllt alle Kriterien, schlechter zu sein als die Vergangenheit“, sagt Rürup.
Hüther mahnt zur Differenzierung. Im klassischen Industriebereich stehe Deutschland nicht schlechter da als andere, der Rückstand konzentriere sich auf die Digitalwirtschaft. Beim Beschäftigungsabbau sieht er drei Antriebsfaktoren: Konjunkturschwäche, strukturellen Wandel durch Klima- und KI-Transformation sowie den Abbau des „Labor Hoarding“, also das Halten von Arbeitskräften unabhängig von der Auslastung.
Beim Vergleich mit den USA hält Hüther dagegen: Deutsche Unternehmen investierten im ersten Halbjahr 2026 rund 65 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum – von einem Investitionssog in die USA könne keine Rede sein. Zugleich warnt er vor der Schuldenpolitik von US-Finanzminister Scott Bessent, die die Unabhängigkeit der Federal Reserve unter Druck setze.
Rürups Pessimismus bleibt am Ende bestehen – Hüther setzt auf Vorlaufindikatoren und konjunkturelle Robustheit. Wer recht behält, wollen beide in der nächsten Folge klären.
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Lukas Teppler
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Deutschland stagniert. Die gesamtwirtschaftliche Leistung liegt faktisch auf dem Niveau von 2019, das zarte Wachstum speist sich vor allem aus staatlichen Sondervermögen und der Verteidigungsfinanzierung.
Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup ist pessimistisch: „Das Geschäftsmodell der deutschen Wirtschaft hat seine besten Jahre gesehen.“ Michael Hüther, Präsident des Instituts der deutschen Wirtschaft, widerspricht kaum – stellt aber fest, dass die Wertschöpfung in der Industrie trotz sinkender Produktion stabil geblieben ist.
Die entscheidende Frage: Ist das ein vorübergehendes Phänomen oder ein dauerhafter Strukturbruch? Darüber sprechen Rürup und Hüther im Podcast.
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Leonard Dumke
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