Jazz Collection

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Music
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Jazz Collection episodes

  • «Luka» und «Tom’s Diner»: Suzanne Vegas eindringliche Coolness
    Ob eine Alltagsbegegnung im Kaffee oder ein Missbrauchsdrama in der Nachbarschaft: Suzanne Vega beschreibt ihr New Yorker Umfeld nüchtern und offen – und genauso pur wie ihre Beobachtungen klingt oft die Musik der Folk-Sängerin und Gitarristin.
    Ihre wechselnden musikalischen Partner betten ihre Songs zwar in verschiedene Klangfarben. Aber Suzanne Vegas kühle, elegante Stimme bleibt von Album zu Album konstant. Entwaffnend ihr Umgang mit den eigenen Limitationen: Hat ihre Stimme einen kleinen Umfang, macht sie genau dies zu ihrem Markenzeichen, fehlt eine Begleitung am Piano, singt sie Acappella (so geschehen in ihrem Hit Tom’s Diner). So ist die 65jährige eine Künstlerin, die über die Jahrzehnte hinweg den Nerv hatte, zu sich und ihrer Eigenart zu stehen. Es ist sicher auch diese Unabhängigkeit, die Suzanne Vega eine eindringliche Coolness verleiht. Zusammen mit ihrer Präsenz als Dichterin: ruhig beobachtend, reflektierend und mit dem Mut, offene Fragen in den Raum zu stellen, ohne die Umstände zu bewerten. Eine Haltung, die sie wohl im Buddhismus entdeckt hat, den sie seit langem praktiziert.
    Suzanne Vegas Kunst des Understatements fasziniert auch die Ostschweizer Sängerin und Komponistin Gabriela Krapf. Sie kennt die Singer Songwriterin seit ihrer Kindheit und ist in der Jazz Collection Gast von Annina Salis.
    Erstausstrahlung: 09.07.2024
    1 hr 1 min
  • Lou Donaldson: Saxophonist, Soul-Jazzer und Vortänzer des Hip-Hop
    Was braucht der Jazz, damit er aus den akademischen Wohnzimmern zurück auf die Tanzfläche findet? Lou Donaldson kannte die Antwort dazu schon in den 1960er Jahren: Er muss tanzbar sein.
    Ins grosse Rampenlicht kam Lou Donaldson als Jazz-Saxophonist von altem Schrot und Korn. Die Sporen verdiente er sich noch im Bebop ab. Bald aber war Hard-Bop angesagt, Donaldson gehörte in dieser Phase zu den wichtigsten Künstlern des Labels Blue Note. Danach schaffte er auch den Sprung zur souligen Spielart von Jazz, häufig mit Orgeltrio und immer mit viel Groove. Zusammen mit dem Organisten Dr.Lonnie Smith schuf er Klassiker wie «Everything I Play Is Funky».
    Dass er sich damit ein Denkmal schuf bis weit in die 90er Jahre hinein, hat ihn dann vielleicht doch etwas überrascht. Aber genau so war es: Mit seinen direkten Themen und den unverschnörkelten Grooves traf er den sweet spot der Old School Rapper in den 90er Jahren, die damals natürlich nicht old school waren, sondern der letzte Schrei.
    Vor der Jazz Collection Reprise besprechen Annina Salis und Jodok Hess kurz die Einflüsse von Lou Donaldson auf den Hip-Hop. Bevor der Saxophonist Christian Münchinger dann den Stil und die Spielart von Lou Donaldson als Jazzmusiker analysiert und in die grösseren Zusammenhänge stellt – als Gast von Andreas Müller-Crépon.
    «Jazz ain’t dead, it just smells funny»? Der flapsige Spruch von Zappa wird immer noch gerne zitiert. Der Geruch, falls er mal da war, hat sich längst verflüchtigt. Einer, der für den nötigen Durchzug sorgte, war der Saxophonist Lou Donaldson.
    Die gespielten Titel:
    Interpret:in: Titel (Album / Label)
    Lou Donaldson: Cheek to Cheek (Quartet/Quintet / Blue Note)
    Art Blakey: Split Kick (Live at the Birdland / Blue Note)
    Lou Donaldson: Blues Walk (Blues Walk / Blue Note)
    Lou Donaldson: You've Changed (Lush Life / Blue Note)
    Lou Donaldson: Alligator Boogaloo (Alligator Boogaloo / Blue Note)
    Lou Donaldson: Everything I Do Gona Be Funky (Everything I Play Is Funky / Blue Note)
    Lou Donaldson: Just a Dream (On My Mind) (Caracas / Milestone)
    Erstausstrahlung: 22.11.2011
    1 hr 1 min
  • PJ Harvey: Risikofreude mit Kalkül
    PJ Harvey erfindet sich immer wieder neu. Auch wenn Veränderung für die Londoner Alternative Rockerin zum Jobprofil gehört: ihre Songs sind massgeschneidert und jeder Ton sitzt passgenau.
    Zerbrechlich präsentiert sich PJ Harvey anfangs der 1990er. Alles nur Show? Immerhin erobert sie mit Anfang zwanzig selbstbewusst ihren Platz im Männergenre Bluesrock. Und schlägt, um ihre feministische Position zu klären, auch durchaus mal pornografische Töne an. Das ist aber nicht alles. Veränderung gehört zu PJ Harveys kreativem Prozess und so offenbart sie mit jedem Album eine neue Seite. Sie singt über Liebe, Hass und seelische Abgründe. Findet starke Bilder für gesellschaftspolitische Missstände. Rechnet mit Englands Position in der Weltpolitik ab und bereist weltweit Krisengebiete, um Stories für ihre Songs zu finden. Deren musikalische Umsetzung ist ihr mindestens ebenso wichtig. Kein Detail überlässt sie dem Zufall. Und kreiert mit jedem Album ein kleines Juwel. So ist die 55jährige Singer Songwriterin die einzige Kunstschaffende Englands, die den renommierten Mercury Prize gleich zwei Mal erhalten hat.
    Die Lyrik und das Songwriting von PJ Harvey faszinieren auch Nadja Zela. Die Zürcher Rockmusikerin diskutiert in der Jazz Collection mit Annina Salis.
    Die gespielten Titel:
    Interpret:in: Titel (Album / Label)
    PJ Harvey: The Dancer (To Bring You My Love / Island Records)
    PJ Harvey: 50 ft Queenie (Rid of Me / Island Records9
    PJ Harvey: This Mess We're In - Good Fortune (Stories from the City, Stories from the Sea / Island Records)
    PJ Harvey: Shame (Uh Huh Her / Island Records)
    Marianne Faithful: The Mystery of Love (Before the Poison / Anti Records, Naïve)
    PJ Harvey: When Under Ether (White Chalk / Island Records)
    PJ Harvey: The Words that Maketh Murder (Let England Shake / Island Records)
    PJ Harvey: The Ministry of Defence (The Hope Six Demolition Project / Island Records)
    PJ Harvey: A Child's Question, August (I Inside the Old Year Dying / Partisan)
    1 hr 1 min
  • Esperanza Spalding und die heilende Kraft der Musik
    Da kommt eine junge Bassistin und Sängerin mit «Body and Soul», einem der grossen Jazz-Klassiker. Aber auf Spanisch und im 5/4-Takt. Was bei den meisten anderen gesucht gewirkt hätte, scheint Esperanza Spalding leicht von der Hand zu gehen. 
    Gleichzeitig singen und spielen, die ungerade Taktart, die Fremdsprache Spanisch – für sie so einfach wie Frühstücken. 
    Dabei zündete sie als Twenty-Something mit diesem Stück und mit dem dazugehörigen Album gerade eine neue Raketenstufe des Selbstbewusstseins für eine ganze Generation junger Jazz-Instrumentalistinnen. Heute, knapp zwanzig Jahre später, ist sie noch immer im Höhenflug, legt aber in einer Welt, die uns alle zunehmend beunruhigt, immer mehr Wert auf die heilende Kraft des Musik.
    Was diese Kraft bei Esperanza Spalding ausmacht, was ihre ganz eigene «Formwela» ist – darüber diskutiert die Bassistin Ursula Wienken, die ihre eigene Karriere massgeblich auf Esperanza Spalding zurückführt, in der Jazz Collection mit Jodok Hess.
    Die gespielten Titel:
    Interpret:in: Titel (Album / Label)
    Esperanza Spalding: Ponta de Areia (Esperanza / Heads Up)
    Esperanza Spalding: Unconditional Love - Noble Nobles (Emily's D+evolution / Concord)
    Esperanza Spalding: A Wish (Alive at the Village Vanguard / Palmetto)
    Esperanza Spalding: All Limbs Are - 'Till Next Full (12 Little Spells / Concord)
    Esperanza Spalding: Formwela 10 (Songwrights Apothecary Lab / Concord)
    1 hr 1 min
  • Mandela nannte ihn den südafrikanischen Mozart: Abdullah Ibrahim
    Mit seiner sanftmütigen Mischung aus Jazz, Gospel und südafrikanischer Folklore erreichte der heute neunzigjährige Abdullah Ibrahim die grossen Massen und sein Stück «Mannenberg» wurde der friedsame Soundtrack gegen die Apartheit.
    Über seine musikalischen Fähigkeiten und seine gesellschaftspolitischen Verdienste - aber auch über seine inneren Kämpfe - darüber redet Roman Hošek mit der Pianistin und Autorin Anicia Kohler.
    Die gespielten Titel:
    Interpet:in: Titel (Album / Label)
    The Jazz Epistles: Uka - Jonga Phambili (The Jazz Epistles: Complete Recordings / Trunk Records)
    Dollar Brand Trio: The Stride (Duke Ellington Presents: The Dollar Brand Trio / Reprise Records)
    Dollar Brand: Mannenberg (Mannenberg «Is Where It's Happening» / As-Shams)
    Abdullah Ibrahim: Cape Town (Knysna Blue / Enja Records)
    Abdullah Ibrahim with the NDR Big Band: Kramat (Ekapa Iodumo / Enja Records)
    Abdullah Ibrahim: Mindiff (Solotude / Gearbox Records)
    1 hr 1 min
  • Shabaka Hutchings: Londoner Jazz im Sog der Dringlichkeit
    Der 40jährige Klarinettist, Saxofonist und Flötist ist ein spirituell Suchender. Ob in hypnotischen Afrobeats oder der meditativen Reduktion: Shabakas Musik hat immer auch eine politische Botschaft.
    Black Pride, Ausbeutung des Globalen Südens, Klimaveränderung: Shabaka Hutchings verarbeitet in seiner Musik grosse Themen. Der Londoner mit karibischen Wurzeln spricht ein junges, tanzaffines Clubpublikum an. Denn immer ist der Rhythmus treibende Kraft seiner Bands. Bei «Sons of Kemet» sind es gleich zwei Schlagzeuger, die Hutchings anfeuern. Auch in «Shabaka and The Ancestors» zusammen mit südafrikanischen Musiker:innen steht der Groove im Zentrum. Und in «The Comet ist Coming» lässt sich der Londoner von elektronischen Dancebeats vorantreiben. Fiebrige Musik unter Hochdruck – bis jetzt: Im aktuellen Soloalbum schlägt Shabaka überraschend introspektive Töne an. Dafür gibt er das Saxofon ganz auf, spielt nur noch indigene Flöten. Luftig, weich: ein Paradigmenwechsel.
    Tapiwa Svosve ist 16, als er in einem Londoner Jazzclub jobbt. Dort hört er Shabaka Hutchings immer wieder live. Über diese musikalischen Schlüsselerlebnisse, Shabakas Sinnsuche und den Reiz der Flöte diskutiert der Zürcher Saxofonist mit Annina Salis.
    Die gespielten Titel:
    Interpret:in: Titel (Album / Label)
    - Sons of Kemet: Beware (Burn - 10th Anniversary Remaster / Naim Jazz 2013)
    - ZED-U: Breaking the News (Night Time on the Middle Passage / Babel 2009)
    - The Comet is Coming: Journey Through the Asteroid Belt (Channel the Spirits / The Flea Label 2016)
    - Sons of Kemet: My Queen is Anna Julia Cooper (Your Queen is a Reptile / Impulse! 2018)
    - Shabaka and the Ancestors: The Observer (Wisdom of Elders / Brownswood Recordings 2016)
    - Shabka: The Wounded Need to Be Replenished - Body to Inhabit (Perceive its Beauty, Acknowledge its Grace / Impulse! 2024)
    1 hr 1 min
  • Caterina Valente ist tot – Manfred Papst schaut zurück
    Der älteste Sohn von Caterina Valente ging mit Manfred Papst zur Schule – und machte den heutigen Kulturredaktor darauf aufmerksam, was seine Mutter neben Schlager sonst noch alles drauf hatte.
    In der Reprise dieser JazzCollection zum 90.Geburtstag von Caterina Valente schaut Manfred Papst zurück auf diese sagenhafte Karriere, die in einer Zirkusfamilie begann.
    Was ja vielleicht den Umstand erklärt, warum sich die Sängerin locker zwischen verschiedensten musikalischen Genres, zwischen Jazz und Schlager hin- und herbewegte, ohne Berührungsängste.
    Manfred Papst ist zu Gast in der JazzCollection mit Eric Facon.
    1 hr 1 min
  • Der milanesischer Magier - Stefano Bollani, Klangzauberer
    Als Kind liess Stefano Bollani eine Schallplatte mit Ragtime aus Versehen zu schnell laufen und übte wie verrückt, um die Musik auf dem Klavier zu kopieren. Als sein Vater die Tourenzahl korrigierte und die Geschwindigkeit damit um die Hälfte drosselte, war es bereits zu spät.
    Stefano Bollani hatte eine stupende Technik in seinen Fingern und startete ein paar Jahre später eine Jazzkarriere aus dem Bilderbuch: Begleiter von italienischen Popgrössen, Zusammenarbeit mit dem Trompeter Enrico Rava und bald unzählige eigene Projekte von Solo über Trio bis Big Band.
    Das Pünktchen auf dem i ist dabei sein Witz - ob dieser auch der Grund ist, warum ihn sein Talent noch nicht aus dem Orbit hinauskatapultiert hat und was die Italienische Fernsehwelt mit dem Unterhaltungstalent Bollani zu tun hat, das diskutiert der Tessiner Pianist mit dem fast genau gleichen Namen, Simone Bollini, in der Jazz Collection mit Jodok Hess.
    Die gespielten Titel / Interpret:in (Album | Label):
    Le solite cose / Enrico Rava (Rava plays Rava | Philology)
    Mi ritorni in mente / Stefano Bollani Trio (Mi ritorni in mente | Stunt Records)
    Trem das onze / Stefano Bollani (Carioca | Label Bleu)
    Armando's Rumba / Chick Corea, Stefano Bollani (Orvieto | ECM)
    Maurice Ravel: Klavierkonzert G-Dur / Stefano Bollani, Gewandhaus-Orchester Leipzig (Sounds of the 30s | Decca)
    Apanhei - te cavaquinho / Stefano Bollani, Hamilton de Holanda (O que será | ECM)
    Arrivano gli alieni / Stefano Bollani (Arrivano gli alieni | Decca)
    1 hr 1 min
  • Leidenschaftliche Erneuerin: Die Fadista Mariza
    Eine Fadosängerin mit blondierten, raspelkurzen Haaren: Mariza fällt optisch aus der Reihe. Und auch musikalisch modernisiert die 51jährige den portugiesischen Schicksalsgesang, indem sie Jazz, Samba, Bossanova und Flamenco mit dem Fado zusammenbringt.
    Der frische Blick auf dieses traditionelle Volksmusikgenre gelingt Mariza vielleicht auch darum so gut, weil er von aussen kommt. Sie zieht als Mädchen aus Mosambik, einer ehemaligen Kolonie Portugals, nach Lissabon. Ihre Mutter lehrt sie bereits früh die Liebe zu afrikanischer, brasilianischer Musik, Soul und Jazz. Ihr Vater zeigt ihr den Fado. Wie diese Musik in der Diktatur Salazars aus Zensurgründen erstarrte, wie Mariza den Fado für Portugies:innen wieder zugänglich machte und schliesslich daran mitbeteiligt ist, dass er es auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO schafft: darüber diskutiert Annina Salis mit Telmo Pires – einem Fadista, der als Sohn portugiesischer Eltern in Deutschland aufwuchs und für die Musik nach Lissabon zurückgekehrt ist.
    Erstausstrahlung 28.11.2023
    Titel / Interpret:in (Album | Label):
    Ó gente da minha terra / Mariza (Fado en mim | World Connection)
    Estranha forma de vida / Amália Rodrigues (The Best of Amália Rodrigues | EMI)
    Barco Negro / Mariza (Fado en mim | World Connection)
    Transparente / Mariza (Transparente | EMI)
    Meu Fado Meu / Mariza (Transparente | EMI)
    Beijo de saudade / Mariza (Terra | EMI)
    Meldhor de Mim / Mariza (Mundo | Warner)
    Estranha forma de vida / Mariza (Mariza Canta Amália | Warner)
    1 hr 1 min
  • Originell oder nicht? Chico Freeman ist Alleskönner mit Tiefgang
    Er spielt neben dem Hauptinstrument Tenorsaxophon auch Sopransax und Bassklarinette und hat von R'n'B über groovien Jazz bis freie Improvisation kaum etwas ausgelassen: Chico Freeman macht, was seine musikalische Freiheit angeht, seinem Namen alle Ehre.
    Was im prompt den Vorwurf eingebracht hat, eklektisch zu sein, ein Hansdampf in allen Gassen.
    Warum er dennoch ein wichtiger Referenzpunkt ist und wie ein Musiker aus der afro-amerikanisch geprägten Chicagoer Szene auch heutige junge Saxophonist:innen auf unserer Seite des Atlantiks begeistern kann, dass diskutiert die junge holländisch-schweizerische Saxophonistin Charlotte Lang in der Jazz Collection mit Jodok Hess.
    1 hr 1 min

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In der Jazz Collection tauchen wir ein in die Musik von Persönlichkeiten, die den Jazz und angrenzende Genres geprägt haben und prägen. Ein Host und ein versierter Gast zeigen anhand der wichtigsten…

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