Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • Virtuosität - Die Neuerfindung einer musikalischen Tugend
    Weg von sportiver Akrobatik auf dem Instrument, hin zu einer Virtuosität der Herzen – dafür plädiert die Komponistin Cat Hope in ihrem «New Virtuosity Manifesto». Was ist eigentlich virtuos? Paganini, Rap oder der Jodelchor im Nachbardorf? Und wie lässt sich Virtuosität neu und inklusiv denken?
    In ihrem Musikstudium wurde die Australierin Cat Hope auf virtuoses Flötenspiel getrimmt. Um sich freizuschwimmen und als Künstlerin zu finden, ging sie mit einer Rockband auf Tour und erlebt eine radikale Form der Gemeinschaft, die ihr Schaffen bis heute prägt. Hopes Weg als Künstlerin, aber auch die Kulturgeschichte zeigen die gesellschaftspolitische Dimension von Virtuosität. Wie gehen wir mit dem Widerspruch um einerseits Gleichheit und Demokratie zu wollen und uns andererseits nach Ausnahmeerscheinungen zu sehnen, die wir bewundern können?
    29 min
  • Gewalt in Beziehungen: Mike Mottl will Schläger verstehen
    «Mir hat es einfach den Deckel gelüpft!» Solche Entschuldigungen hört Mike Mottl oft. Der Leiter des Mannebüro Züri sagt: Gewalttäter einfach als Monster abzustempeln, greife zu kurz. In uns vermeintlich Friedfertigen stecke viel mehr vom Schläger als uns möglicherweise lieb ist.
    Zuzuschlagen, wenn einen jemand fürchterlich aufregt – solche Phantasien haben vermutlich viele Leute. Doch wenn jemand tatsächlich zuschlägt, schämt er sich. Denn wer ist schon stolz darauf, die Kontrolle zu verlieren? Mike Mottl weiss, was im Kopf von Schlägern vorgeht, denn sie landen irgendwann bei ihm. Der Leiter des Mannebüro Züri berät Männer, die ihre Frauen schlagen. Er erklärt, warum sich der Schläger als Opfer fühlt, warum Gewalt wie eine Droge ist – und welchen Part die Frauen dabei spielen.
    28 min
  • Sticken zum Glück? Warum Handwerken mehr als ein Trend ist.
    Arbeit mit den Händen – das ist Handwerk. Ob professionell oder zum Zeitvertreib. Handwerkliche Tätigkeiten werden auch in Workshops gepflegt. Diese haben Zulauf. Zum Beispiel der Stickereiworkshop der französischen Haute Couture-Stickerin Elisabeth Gasbarre Roulleau im Textilmuseum St. Gallen.
    Während die Haute Couture-Stickerin Elisabeth Gasbarre Roulleau in Workshops ihre Kunst weitergibt widmet sich Philipp Kuntze der Pflege des Handwerks allgemein. Beide erzählen sie, warum die Arbeit mit den Händen mehr ist als Zeitvertreib und warum alte Fertigkeiten nachhaltige Lösungen für die Zukunft bringen können.
    28 min
  • Care Leavers: 18jährig und auf sich allein gestellt
    Fay wächst bei einer Pflegefamilie auf. Sie fühlt sich geborgen, durchläuft mühelos die Schulzeit, bis sie mit 18 Jahren die Familie verlassen muss. Fay bricht die Schule ab, flüchtet sich in Drogen. Nur mit Mühe und Glück findet sie den Weg wieder zurück ins Leben. Fay ist kein Einzelfall.
    Sie sind in Kinderheimen oder in Pflegefamilien aufgewachsen. Doch mit 18 Jahren gelten die Jugendlichen als volljährig und müssen Heim oder Pflegefamilie verlassen, sind plötzlich auf sich allein gestellt, abhängig von der Sozialhilfe. Dieses Schicksal teilen jährlich mehrere Tausend Jugendliche. Genaue Statistiken fehlen. Der breiten Öffentlichkeit ist das Problem der sogenannten Care Leavers kaum bekannt. Hilfe beim schwierigen Start ins Erwachsenenleben bietet neu der Verein «Careleaver Schweiz».
    28 min
  • Off Spaces – Die Kraft der Gegenkultur
    Off Spaces sind Experimentierfelder für junge Kunst und junge Kurator:innen. Chri Frautschi hat ihr Potential früh schon erkannt ist einer der dienstältesten Off Space-Organisatoren der Schweiz. Die jenseits des Mainstreams angesiedelten Räume gehören inzwischen fest zur Kunstwelt.
    «Neugier, Selbstermächtigung, Abenteuer», das sind für Chri Frautschi wichtige Werte. Er betreibt in Biel das «Lokal_Int.». Als junger Mann hat Frautschi gemalt. Etablierte Kunsträume wie Galerien und Kunstvereine aber haben ihn nie interessiert. Vor 15 Jahren hat er deshalb mit einem Mitstreiter einen eigenen Kunstraum aufgemacht. Frautschis Lust auf junge Kunst und kreative Experimente erhielten damit einen konkreten Ort. Es ist eine Lust, die die Off Space Szene insgesamt kennzeichnet. Längst hat auch der etablierte Kunstbetrieb Off Spaces als kreativitätsfördernden Jungbrunnen entdeckt.
    28 min
  • «Aber nicht, dass Sie hier Ihren Gebetsteppich ausrollen»
    Mergim Ahmeti ist in der Schweiz geboren. Als er sich entscheidet endlich auch rechtlich Schweizer zu werden und sich einbürgern will, erlebt er einen schikanösen Hürdenlauf.
    Das Schweizer Einbürgerungsrecht ist komplex. Sowohl Bund, Kanton und Gemeinde sind involviert. Besonders die Gemeinden haben viel Ermessenspielraum und immer wieder sorgen Fälle von Behördenwillkür, gar Rassismus medial für Aufsehen. So auch bei Mergim Ahmeti, der junge Betriebswirtschaftler aus dem St. Galler Rheintal erzählt von seinem langen Kampf um gleiche Rechte.
    Und wir sprechen mit Peter Uebersax, Experte für Migrationsrecht, über die Entwicklungen, Chancen und Fallstricke des Schweizer Einbürgerungsrecht.
    27 min
  • Amazone vs Amazon: Jil Erdmann gründet einen Verlag
    Der Buchmarkt steckt seit Jahren in der Krise, die Konkurrenz ist gewaltig, und da kommt Jil Erdmann und gründet den feministischen Schweizer Buchverlag 'sechsundzwanzig'. Ist die junge Buchhändlerin naiv oder visionär? Und wie bringt sie 500 Leute dazu, ein waghalsiges Projekt zu finanzieren?
    Mitten in der Corona-Pandemie stolpert Jil Erdmann in einem Antiquariat über ein feministisches Buch aus den 1980er-Jahren: "Frauen erfahren Frauen". Die Lektüre elektrisiert sie.
    Die 27-Jährige will auch einen Verlag gründen, der Texte nur von Frauen publiziert.
    Im Kontext-Podcast erzählt Simon Leuthold, wie sich Jil Erdmann, inspiriert von ihrem Fund, couragiert ins Abenteuer Verlagsgründung stürzt.
    28 min
  • Locarno Nr. 74: Ein altes Filmfestival mit einem neuen Direktor
    Die 74. Ausgabe des Filmfestivals von Locarno war die erste unter der künstlerischen Leitung von Giona A. Nazzaro. Wo steht der grösste Schweizer Kulturanlass in einer filmischen Landschaft die mehr denn je von Umbruch und Veränderung geprägt ist?
    Nun waren sie alle wieder da. Das Filmfestival von Locarno hat mit Giona A. Nazzaro einen neuen Direktor, der auf die alten Werte setzen möchte: Ein klar kuratiertes Angebot und nicht zu viel von allem, dafür der bewährte Mix von Kunstkino für Profis und Cinephile mit Publikumskino auf Europas grösster Open-Air-Leinwand. Hat die Rückkehr zum Bewährten funktioniert? Hat der neue Direktor schon so etwas wie eine Handschrift entwickelt? Michael Sennhauser diskutiert mit den deutschen Kollegen Anke Leweke und Peter Claus, die beide das Festival von Locarno seit vielen Jahren besuchen.
    51 min
  • Bachs Töchter, ein vergessener Text und viele Taschen
    Vergessene Töchter, ein neu entdeckter Text und verkannte Taschen - Künste im Gespräch wirft ein Licht auf den Nachwuchs von Johann Sebastian Bach, auf ein liegen gebliebenes Manuskript aus der Stalinzeit, das unerwartet aktuell ist, und eine Ausstellung zur Kulturgeschichte der Tasche in London.
    Ob Designstück oder Secondhand-Beutel - in manch einer Tasche mag ein halbes Leben stecken. Jedenfalls zeugen Taschen von den Spuren des Alltags. Wie Menschen ihr Gut mit sich getragen haben, ist Teil ihrer Kulturgeschichte und gegenwärtig zu sehen in einer Ausstellung in London.
    Jahrzehntelang unveröffentlicht geblieben ist ein Text, den die russische Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja beim Aufräumen wieder aufgestöbert hat. Darin geht es um die Seuche in einer Stadt - ein Stoff, der angesichts der Pandemie unerwartet Aktualität gewonnen hat.
    Musikalische Begabung ist in vielen grossen Musikerfamilien an die junge Generation weitergegeben worden. Allerdings kamen dabei die Söhne bevorzugt zu einer guten Ausbildung, zu Ehre und Ruhm, wärend die Töchter vergessen gingen. Der Roman von Carola Moosbach nimmt dieses Thema am Beispiel der Familie von Johann Sebastian Bach auf. Weitere Themen: Die Erfindung der (Hand-)Tasche - Ljudmila Ulitzkaja: «Eine Seuche in der Stadt» - Johann Sebastian Bachs Töchter
    51 min
  • Tschau Svizzera – Migranten verlassen die Schweiz
    Immer mehr Migrantinnen und Migranten kehren der Schweiz den Rücken. Ihre Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren knapp verdoppelt.
    Oft ist vom Einwanderungsland Schweiz die Rede, doch die Schweiz ist auch ein Auswanderungsland. Immer mehr Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit verlassen die Schweiz. Ihre Zahl ist von 2008 bis 2018 von 58'000 auf 98'000 Menschen gestiegen. Einige suchen ihr Glück andernorts, die meisten kehren in ihre Herkunftsländer zurück.
    Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Manche fühlen sich in der Schweiz sozial ausgegrenzt oder finden keine Arbeit mehr. Andere kehren zurück, weil sich die Situation in ihrem Herkunftsland verbessert hat, die Pensionierung bevorsteht oder sie genügend gespart haben.
    Der Trend ist auch Ausdruck von einem neuen Verständnis von Mobilität und von Heimat, die im Plural gedacht wird. Migration wird zunehmend als dynamischer Prozess verstanden.
    Studiogast: Anita Manatschal ist Assistenzprofessorin am Swiss Forum for Migration an der Universität Genf und Projektleiterin bei NCCR on the move – the migration-mobility nexus. Sie forscht seit mehreren Jahren zu Migrantinnen und Migranten in der Schweiz.
    Erstausstrahlung: 24. Februar 2020 Weitere Themen: «Ich rentiere nicht mehr» - Lebensplan: Auswandern, um zurückzukehren - «Ich bleibe immer der Deutsche»
    52 min

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