Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • «Bescheidenheit ist eine Zier ...»
    ... doch weiter kommt man ohne ihr», behauptet ein Sprichwort. Trifft das zu? Denn wohin man auch schaut, werfen sich «opinion leaders» aus Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur etc. etc. in die Brust, plustern sich auf und rücken sich in den Vordergrund. Und dann? Etwas Tamtam und Trommeln gehört zu jedem Geschäft. Doch liessen sich ohne Narzissmus und Selbstdarstellung, mit Bescheidenheit, nicht eher Lösungen finden als mit egozentrischem Pfauentum? Und vor allem mehr Lebenszufriedenheit?
    «Kontext» fragt nach beim Headhunter Thomas Biland, bei der Basler Münsterpfarrerin Caroline Schroeder Field, bei Moshe Baumel, Rabbiner der Israelitischen Gemeinde Basel, und beim Physiker Henrik Nordborg, der materielle Bescheidenheit im Schilde führt und einen Konsumstreik vorschlägt. Weitere Themen: Karrierekiller Bescheidenheit - Eine Tugend - Sich richtig einschätzen - Konsumstreik
    52 min
  • Tandem aus Appenzell mit Kathrin Bosshard und Hans Schweizer
    Die Puppenspielerin Kathrin Bosshard ist Trägerin des diesjährigen Kulturpreises des Kantons Appenzell/AR: im Tandemgespräch trifft die 47-jährige Künstlerin auf den Appenzeller Kunstmaler Hans Schweizer. Ein Gespräch über bildnerisches Gestalten als Solo-Akt und die Frage, was Heimat ist. Kathrin Bosshard ist gebürtige Appenzellerin und liess sich an der Ernst Busch Schule in Berlin zur Puppenspielerin ausbilden. Zurück in der Schweiz gründete sie im Jahr 2000 das Theater «fleisch + pappe».
    Heute arbeitet sie als Regisseurin, Schauspielerin und Puppenspielerin für ihr eigenes Theater sowie für andere Bühnen. Kürzlich hatte ihr neues Stück «Frederick» nach dem gleichnamigen Kinderbuchklassiker in St. Gallen Premiere. Regelmässig tritt Kathrin Bosshard im Satirischen Jahresrückblick «Bundesordner» am Casinotheater Winterthur auf.
    Für ihr Werk wurde die 47-Jährige mit dem diesjährigen Kulturpreis des Kantons Appenzell/AR ausgezeichnet. Denselben Preis hat der Kunstmaler Hans Schweizer vor knapp zehn Jahren erhalten.
    Der 77-Jährige gehört zu den wenigen weit über die Kantons- und Landesgrenze hinaus bekannten zeitgenössischen Ausserrhoder Künstlern. Sein inhaltlich wie formal breit angelegtes Œuvre umfasst Zeichnung, Druckgrafik, Malerei und Skulptur.
    Beim Besuch im Atelier von Hans Schweizer in Strahlholz treffen zwei Generationen von Kunstschaffenden aufeinander und unterhalten sich über den Akt der Kreation, über die Wichtigkeit von Auslandaufenthalten und die Frage, was einem Heimat bedeutet.
    46 min
  • Künste im Gespräch: Kinderoper, Dardennes, Mieczyslaw Weinberg
    Der Schellen-Ursli auf der Opernbühne, die belgischen Filmregisseure Jean-Pierre und Luc Dardenne mit einem Film über Menschen in Ausnahmesituationen und ein Porträt des polnisch-sowjetischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg. Basler Jugendliche bringen die berühmte Geschichte vom «Schellen-Ursli» von Selina Chönz und Alois Carigiet auf die Basler Opernbühne – «Kontext» zeigt, wie die Geschichte aus den Bergen in der Stadt ankommt.
    Die beiden Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne denken anlässlich ihres neuen Films «Le jeune Ahmed» über die Grenzen des Verständnisses für Figuren nach, die sie als Extremisten inszenieren.
    Der polnisch-sowjetische Komponist Mieczyslaw Weinberg, der unter nationalsozialistischen und stalinistischen Terror geriet, wäre am 8. Dezember 100 Jahre alt geworden – posthum ein Porträt. Weitere Themen: Kindermut kennt keine Grenzen: Schellen-Ursli auf der Opernbühne - Die Dardenne-Brüder und «Le jeune Ahmed» - Mieczyslaw Weinberg komponierte gegen das Vergessen
    53 min
  • ÜberWunden: Wenn Körper von Trauma erzählen
    Viele Menschen erleben traumatisierende Gewalt. Viele stehen dem Trauma ohnmächtig gegenüber. Wir porträtieren zwei Frauen, die mit künstlerischen Mitteln eigene und kollektive Traumata zum Thema machen und ihnen etwas entgegensetzen: über das Schreiben bzw. die Performance. Wir leben in einer Zeit von Körperkult und Schönheitswahn. Ohne dass wir uns dagegen wehren können, lernen wir, dass Körper gelesen werden, dass sie von andern interpretiert und eingeordnet werden: Eine Frau im kurzen Rock ist leicht zu haben; von einem schwarzen Körper geht Gefahr aus - jedenfalls suggerieren das die Zahlen der Verhaftungen in Amerika. Ein dicker Mensch zeugt von Faulheit und Disziplinlosigkeit.
    In welchen Körper wir geboren sind, können wir uns nicht aussuchen, aber wir können ihn formen, optimieren, so wird uns gesagt. Aber Körper sind nicht unversehrbar. Narben oder Brandwunden sind sichtbare Verletzungen. Die Haut erzählt eine Geschichte.
    Aber dann gibt es auch Verletzungen, die weniger lesbar sind. Um solche Geschichten, die uns Körper erzählen, geht es in diesem «Kontext». Weitere Themen: Fettsein als Überlebensstrategie - «Performing Trauma»: dem Schmerz auf der Bühne begegnen
    47 min
  • Schöne Kirchen, leere Kassen – eine Debatte
    Viele Kirchen werden immer weniger genutzt: schöne Gebäude oft – die saniert und unterhalten werden wollen. Doch angesichts der leeren Kirchenkassen: wer soll das bezahlen? Kirchen sind zwar eigentlich Gotteshäuser – sie sind aber auch Touristenattraktionen, von denen eine Stadt durchaus profitieren kann, sie sind historische Baudenkmäler, deren architektonischer Wert ebenfalls nicht zu unterschätzen ist und sie sind – auch wenn der Glaube nicht mehr allzu stark vorhanden ist – Symbole mit beträchtlicher Austrahlungskraft.
    Doch viele der Kirchgemeinden leiden an Mitgliederschwund, weswegen die Frage immer drängender wird: was tun mit diesen historischen Bauten? Verfallen lassen? Abreissen? Umnutzen? Wem gehören sie eigentlich, wer hat das Sagen und wer soll für ihren Unterhalt zur Kasse gebeten werden?
    Es diskutieren die Thurgauer Denkmalpflegerin Eva Schäfer, der Zürcher Kirchenratspräsident Michel Müller und der Basler Stadtentwickler Andreas Courvoisier unter der Leitung von Maya Brändli.
    54 min
  • Austausch über den Röstigraben
    Mehr Austausch über die Sprachgrenzen innerhalb der Schweiz: Das ist das Ziel der neuen Kulturbotschaft. Aktuell nehmen pro Jahr nur zwei Prozent aller Schülerinnen und Schüler an einem Austauschprojekt teil. Und das Welschlandjahr, früher eine feste Institution, stösst nur noch auf wenig Interesse. Eigentlich hat die mehrsprachige Schweiz die besten Voraussetzungen für den Austausch zwischen verschiedenen Sprachregionen. Wie kann man mehr Interesse an den anderen Landesteilen wecken?
    Kontext nimmt den Austausch zwischen der Deutschschweiz und der Romandie in den Blick: Wir stellen die nationale Mobilitätsagentur «Movetia» vor, die Projekte wie den Klassenaustausch fördert.
    Schülerinnen und Schüler aus Schwyz berichten, wie sich ihr Verhältnis zu Französisch während einer Woche in Yverdon verändert hat. Und zuerst schauen wir auf den Wandel des Welschlandjahrs, von früher bis heute. Weitere Themen: Das Welschlandjahr: ein Auslaufmodell? - «Gegenseitiges Verständnis ist wichtig für die politische Kultur» - Klassentausch zwischen Deutschschweiz und Romandie
    55 min
  • Zwischen allen Stühlen: Der Schweizer Architekt Hannes Meyer
    Er gilt als einer der wichtigen Vertreter des neuen Bauens und hat als Direktor das Bauhaus geprägt. Doch gewürdigt wurde Hannes Meyer lange nicht. Sein Leben und Werk wurde überschattet vom Grabenkampf der politischen Systeme in Ost und West. Vor 100 Jahren entstand in Muttenz bei Basel die Genossenschaftssiedlung Freidorf. Die Anlage erregte international Aufsehen, ihr Architekt war der dreissig Jahre junge Schweizer Hannes Meyer. Wenig später machte der sich einen Namen mit weiteren, radikal zukunftsweisenden Entwürfen (die nie gebaut wurden). Ab 1928 übernahm Meyer von Walter Gropius die Leitung des Bauhaus und stellte die Reformschule auf die Bedürfnisse der Industrie um.
    Nachdem die Nationalsozialisten in Dessau 1930 die führende politische Kraft wurden, war Hannes Meyer als angeblicher Kommunist am Bauhaus nicht mehr tragbar. Er wurde aus politischen Gründen fristlos entlassen und ging als Hochschullehrer in die Sowjetunion. Dort fiel er wenig später in Ungnade, den Stalinisten war sein Werk zu kosmopolitisch.
    Ab 1939 lebte Hannes Meyer in Mexiko, um erneut am Aufbau eines sozialistischen Staats mitzuarbeiten. Auch hier scheiterte er. Zwischen allen Stühlen wurde Hannes Meyer bis zu seinem Tod 1954 und weit darüber hinaus nicht gewürdigt. Weitere Themen: 100 Jahre Genossenschaftssiedlung Freidorf - Zwischen allen Stühlen: Der Architekt Hannes Meyer
    47 min
  • Literatur im Gespräch
    Weiterleben und im Alltag funktionieren – oder in die Fantasie flüchten. Es gibt ganz unterschiedliche Arten wie Menschen mit Traumata umgehen. Ungesagt und verdrängt belasten sie Familien und werden an die nächste Generation weitergegeben. Romane mit ganz verschiedenen Geschichten dazu. Es ist nicht klug, viel von den Männern zu erwarten, sagt die Mutter zu ihren Töchtern. Im Roman «Das Glück der kalten Jahre» erweisen sich die Männer tatsächlich als unzuverlässig. Da müssen die Frauen selber zupacken.
    Die polnische Autorin Martyna Bunda erzählt die Geschichte des 20. Jahrhunderts in Polen von unten, aus dem Alltag von vier Frauen. Einer Mutter und drei Töchtern. Sie überleben die Schrecken des 2. Weltkrieges und schlagen sich im kommunistischen Polen durch. Mehr schlecht als recht, aber immer mit erhobenem Kopf. Die schreckliche Dingen, die passiert sind, werden totgeschwiegen, das Leben geht weiter. Das ist eines der Bücher in Literatur im Gespräch.
    Weiter diskutiert Esther Schneider mit den Literaturkritikern Sieglinde Geisel und Julian Schütt den neusten Roman der französischen Autorin Yasmina Reza mit dem Titel «Anne-Marie die Schönheit», sowie «Was man sät» von der Niederländerin Marieke Lucas Rijneveld. Weitere Themen: «Das Glück der kalten Jahre» von Martyna Bunda, Suhrkamp - «Was man sät» von Marieke Lucas Rijneveld, Suhrkamp - «Anne-Marie die Schönheit» von Yasmina Reza, Hanser
    57 min
  • «Baghdad in my Shadow», Samirs Thriller um Exil-Iraker in London
    Nach seinem Dokumentarprojekt «Iraqi Odyssey» bringt Samir nun einen in der Londoner Iraki-Exil-Gemeinde spielenden Thriller ins Kino. Eine Gesprächsrunde mit den irakischen Hauptdarstellern und ein Ausflug in die erotische Dichtung des Abu Nawas, nach dem das Exilanten-Café im Film benannt ist. Im Café Abu Nawas in London treffen sich die Freunde der irakischen Exilgemeinde. Dichter und Altkommunist Taufiq, sein Neffe Nasseer, der sich zunehmend von einem Hassprediger fasziniert zeigt, Architektin Amal, die vor ihrem Ex-Mann aus dem Irak geflüchtet ist, und natürlich der kurdische Café-Betreiber und seine Frau.
    Samirs Spielfilm, inspiriert vom Klassiker «Casablanca», bringt unbekannte irakische Haupt- und bekannte britische Nebendarsteller zusammen auf die Leinwand. Warum das für die Amal-Darstellerin Zahraa Ghandour und Taufiq-Darsteller Haytham Abdulrazaq nicht ohne Risiko war und ist, erzählen sie in einer aufgeräumt gespannten Runde, aufgezeichnet vor der Weltpremiere am Filmfestival von Locarno.
    Warum das Café im Film den Namen eines klassischen arabischen Dichters trägt, dessen notorischen Ruf sich dem Café-Besitzer erst recht spät erschliesst, erklärt Regisseur Samir im Studio.
    Und Franziska Hirsbrunner hat mit dem Arabisten Hartmut Fähndrich über den Dichter Abu Nawas gesprochen, über dessen Ruf als bisexuellen Erotomanen, der so gar nicht zur modernen Prüderie der islamistischen Eiferer passen will.
    Buchhinweis:
    Khalid Al-Maaly (Hg.): und brenne flammenlos. Liebe und Erotik in der arabischen Poesie von 500 bis heute. Verlag Hans Schiler Weitere Themen: Zahraa Ghandour und Haytham Abdulrazaq, Hochrisiko-Player? - Ein arabischer Dichter im 8. Jahrhundert feiert den Sex
    56 min
  • 10 Jahre Minarett-Verbot: Was hat sich seither getan?
    Die Minarett-Initiative war eine Zäsur. Sie brachte die Religion zurück in die nationale Politik und lancierte die Frage, ob hier die Mehrheit eine religiöse Minderheit diskriminiert. Die Musliminnen und Muslime empfanden dies so. Wie haben sie reagiert und was hat sich in den zehn Jahren getan? Am 29. November 2009 war die ganze Schweiz baff. 57,5 Prozent der Stimmbevölkerung hatten Ja gesagt zur Minarett-Initiative. Ein Resultat, mit dem niemand gerechnet hatte. Es war die erste Abstimmung aus SVP-Kreisen, die an der Urne Erfolg hatte. Und sie brachte die Religion zurück aufs politische Parkett. Zuvor waren religiöse Konflikte jahrzehntelang an den Gerichten ausgefochten worden.
    Im In- und Ausland stellte man sich die Frage: Wird hier eine religiöse Minderheit diskriminiert? Ist dies eine neue Tyrannei der Mehrheit in der direkten Demokratie? Die Schweizer Musliminnen und Muslime fühlten sich jedenfalls vor den Kopf gestossen.
    In der Kontext-Sendung analysieren ein Politologe, eine Politologin und ein Islamwissenschaftler, wie es zum Ja kam und was sich in der Politik und in der muslimischen Gemeinschaft seither verändert hat. Und im Studio diskutieren zwei Musliminnen und ein Muslim über die Folgen der Minarettinitiative. Darüber, was sie in den muslimischen Gemeinschaften ausgelöst hat und was getan werden muss, um die Verständigung zwischen Musliminnen und Muslimen und der Mehrheitsgesellschaft zu verbessern. Weitere Themen: Wie ist das nur passiert? - Ein Ruck ging durch die muslimische Community - Die direkte Demokratie und die Tyrannei der Mehrheit
    55 min

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