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Im Nato-Hauptquartier in Brüssel kommen Vertreter von 50 Staaten unter Leitung von US-Verteidigungsminister Austin zusammen. Auch der ukrainische Verteidigungsminister Resnikow wird bei dem Treffen erwartet. Auf dem Programm stehen außerdem Beratungen mit der Rüstungsindustrie über eine Steigerung der Produktion.
An zwei Tagen infolge sind in der Ukraine wieder Tote und Verletzte nach russischen Raketenangriffen zu beklagen. So auch bei den neuesten Attacken auf die Hafenstadt Odessa und die Region Donezk. Präsident Selenskyj fordert mehr Luftverteidigungssysteme. Unterdessen hat sich der Chef der internationalen Atomenergieorganisation Grossi sehr besorgt über die Lage in und um das AKW Saporischschja gezeigt.
Im Gespräch mit russischen Militärberichterstattern gab Putin erneut der Ukraine und dem Westen die Schuld an dem Angriff. Dabei spielte er russische Verluste herunter und bestritt ukrainische Fortschritte.
Die Ukraine hat bei ihrer laufenden Gegenoffensive – nach eigenen Angaben – kleinere Geländegewinne erzielt. Im östlichen Gebiet Donezk sei die ukrainische Armee an verschiedenen Stellen um bis zu 250 Meter vorgerückt, teilte Vize-Verteidigungsministerin Maljar mit. Und in der südlichen Hafenstadt Berdjansk sei eine Fläche von drei Quadratkilometern befreit worden.
In der Ukraine hat es wieder Luftangriffe gegeben – unter anderem auf die Hauptstadtregion. Der russische Luftangriff konnte dort laut ukrainischen Militärbeamten aber abgewehrt werden. Das Luftabwehrsystem habe alle auf Kiew gerichteten Raketen zerstört. Ob es trotzdem Opfer oder Schäden gab, ist bis jetzt nicht bekannt. Anders sieht das in der südukrainischen Stadt Krywyj Rih aus. Der Bürgermeister spricht davon, dass russische Raketen in mehrere zivile Gebäude eingeschlagen sind – unter anderem in ein fünfstöckiges Haus. Bei dem Angriff gab es Tote und Verletzte, wie der Militär-Gouverneur der Region Dnipropetrowsk auf dem Nachrichtendienst Telegram meldete. Wie viele Menschen in Krywyj Rih gestorben sind - und wie viele noch unter den Trümmern eingeschlossen sind, ist unklar.
Das Atomkraftwerk Saporischschja hat nach ukrainischen Angaben derzeit noch genug Kühlwasser. Dies gelte trotz der Zerstörung des Kachowka-Staudamms in der vergangenen Woche, erklärte das Umweltministerium in Kiew. Der Wasserstand in dem dafür nötigen Becken sei stabil und ausreichend. Zuvor hatte die Internationale Atomenergiebehörde darauf gedrängt, Experten einen breiteren Zugang zur Umgebung des Meilers zu ermöglichen. IAEO-Chef Grossi mahnte, dass an einigen Stellen des Staudamms der Pegel weiter sinke. Die Höhe des Wasserspiegels sei ein wichtiger Parameter, ob die Pumpen für die Versorgung des Meilers weiter funktionieren. Saporischschja ist das größte AKW in Europa.
Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA dringt nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms auf einen breiteren Zugang zur Umgebung des Kernkraftwerks Saporischschja. Der Wasserstand des Damms sei am Wochenende zwar etwa einen Tag lang stabil gewesen, erklärt IAEA-Chef Rafael Grossi. "An anderen Stellen des riesigen Stausees sinkt der Pegel jedoch weiter, was zu einer möglichen Differenz von etwa zwei Metern führt."
Die ukrainische Regierung hat ihre Vorwürfe bekräftigt, dass Russland den Kachowka-Staudamm gezielt zerstört hat, um die ukrainischen Streitkräfte im Süden des Landes am Vormarsch zu hindern. Die Sprengung des Damms sei offenbar mit der Absicht durchgeführt, die ukrainischen Verteidigungskräfte daran zu hindern, eine Offensive in der Region Cherson zu starten, sagte Vize-Verteidigungsministerin Maljar.
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