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Seit 9/11 und mehr noch seit der Corona-Pandemie finden sie immer mehr Anhänger, spalten die Gesellschaft und stellen Erkenntnisse der Wissenschaft zunehmend in Frage: Verschwörungstheorien und Verschwörungserzählungen. Diese gehen davon aus, dass hinter allen komplexen Ereignissen und Krisen Mächtige stehen, die einen geheimen Plan zu ihrem eigenen Nutzen und zum Schaden der Allgemeinheit verfolgen. Mit US-Präsident Donald Trump ist gar ein führender Konspirationist mächtigster Mann der Welt.
Andererseits: Verschwörungstheorien hat es immer schon gegeben; erst seit den 1950er-Jahren waren sie im Westen stigmatisiert. Glaubt man Experten, sind Verschwörungstheorien eher Symptom als Ursache von Missständen.
Wie alarmiert muss man angesichts dieser Entwicklung sein? Was kann man dagegen tun? Ein Sommergespräch, das Elisa Vass mit dem Amerikanisten und Experten für Verschwörungstheorien Michael Butter geführt hat.
Ultraorthodoxe Juden lehnen vieles ab, was das Leben im 21. Jahrhundert mit sich bringt, etwa moderne Medien und Technik. Doch hinter den Mauern der Abschottung vollzieht sich auch eine stille Revolution. Manche Haredim – so die Selbstbezeichnung der Orthodoxen - öffnen sich kontrolliert der Moderne und versuchen, doch ihre Identität nicht aufzugeben. Koschere Smartphones ohne Browser und spezielle Internet-Cafés, die nur rabbinisch geprüfte Seiten freischalten, sind Beispiele. Sogar in der Kindererziehung halten moderne Medien Einzug: Aufwendig gestaltete Comics dienen als moralischer Ersatz für das verpönte Fernsehen und vermitteln Werte durch visuelles Storytelling. Wirtschaftliche Notwendigkeit und religiöse Strenge sollen durch technologische Filter miteinander versöhnt werden.
Für jene meist jungen Menschen, die mit Spraydose oder Farbtopf und Pinsel durch die Städte ziehen und ihre Spuren auf Wänden, Waggons, Garagentoren, Sitzmöbeln und Mistkübeln hinterlassen, sind ihre Werke Kunst - oder zumindest ein legitimes Ausdrucksmittel einer Jugendkultur. Andere sprechen von Vandalismus und Schmierereien. Tatsächlich fallen Graffiti auf nicht freigegebenen Flächen unter Sachbeschädigung und sind daher eine Straftat.
Sonne, Strand, Gastfreundschaft –Griechenlands größte Insel Kreta ist ein beliebtes Reiseziel, mehr als 100.000 Österreicher:innen verbringen hier jedes Jahr ihren Urlaub. Doch die wenigsten ahnen, dass Kreta neben seiner hellen eine sehr dunkle Seite hat: Waffengewalt, Blutrache, organisiertes Verbrechen. Auf rund 620.000 Einwohner soll eine Million Schusswaffen kommen, viele davon sind in illegalem Besitz.
Doch viele, insbesondere junge Kreterinnen und Kreter glauben, dass die Waffentradition nichts mehr mit dem heutigen Selbstverständnis Kretas zu tun hat; es gibt Initiativen gegen die blutigen Traditionen. Sie stoßen jedoch auf Widerstand. Wie kann ihr Kampf gelingen?
„Bin Straßenbahn, wallah“ – Unter diesem Titel hat Matej Jakic heuer ein Wörterbuch über Ethnolekt und Jugendsprache veröffentlicht. „Heute voll Dark Mode“, „Die hat krasse Attitude“, „Heute Eis auf dein Nacken“ sind nur einige Beispiele, wie die Jugendsprache klingt. Matej Jakic ist in Wien-Favoriten aufgewachsen und hat von unterschiedlichen Kulturen beeinflusste Sprache von klein auf mitbekommen. Während seines Studiums für Deutsch-Lehramt hat er dann den Gebrauch von „Ethnolekt“ im Rahmen seiner Masterarbeit erforscht. Nicht nur Jugendliche mit Migrationshintergrund, sondern auch Jugendliche, deren Erstsprache Deutsch ist, bauen Elemente in ihre Alltagssprache ein. Als Deutsch-Lehrer an einer Wiener Mittelschule ist Matej Jakic täglich mit Jugendsprache konfrontiert und kann ihr viele positive Seiten abgewinnen.
Matej Jakic ist bei Monika Feldner-Zimmermann Gast im Journal Panorama-Sommergespräch.
Das ostafrikanische Land will in schnellen Schritten auf E-Transport umsteigen
Äthiopien liegt bei der E-Revolution in Afrika vorne. Aber auch Uganda treibt nun die Umstellung - dank grünen Stroms vom Nil - massiv voran- Ab 2030 dürfen keine Verbrennermotoren mehr importiert werden. Im öffentlichen Verkehr in der Hauptstadt Kampala sind immer mehr E-Busse unterwegs.
Heute sind sie oft unauffällige Amtsgebäude wie Bezirksgerichte, Polizeistationen oder Büros von Ministerien, an denen man achtlos vorbeigeht. In der Zeit des Nationalsozialismus haben sie aber häufig eine zentrale Rolle gespielt. Menschen wurden in diesen Gebäuden gefangen gehalten, gefoltert oder aus ihnen vertrieben und in Konzentrationslager gebracht. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) lässt nun einen Teil ihrer Gebäude historisch aufarbeiten. Fast alle der vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung untersuchten Gebäude sind NS-kontaminiert, die oft schreckliche Geschichte hinter den Fassaden soll nun öffentlich gemacht werden.
Weitere NS-belastete Bauten stehen im Blickpunkt: In Braunau am Inn wird im Hitler-Geburtshaus demnächst eine Polizeistation eröffnet. Und wie soll mit dem „Hitler-Balkon“ am Wiener Heldenplatz umgegangen werden?
Der Beitrag wurde im März 2026 erstmals ausgestrahlt.
Nach Serbien ist Albanien das zweite Land auf dem Balkan mit einer Dauer-Protestbewegung. Seit dem 23. Mai kommt es in der Hauptstadt Tirana täglich zu Massenprotesten. Der Protest nennt sich „Flamingo-Revolution“, denn der Auslöser ist eine mögliche Zerstörung eines Natur- und Vogelschutzgebietes an der albanischen Küste zugunsten eines Luxus-Tourismusresorts, das ausgerechnet Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bauen will. Anders als früher stehen sich nicht die Lager der als korrupt geltenden Politiker Edi Rama (Regierungschef) und Sali Berisha (Ex-Regierungschef) gegenüber. Die Zivilgesellschaft ist aufgestanden - und wendet sich ganz allgemein gegen Korruption und das oligarchische System des Landes.
Sie war 1998 eine der ersten Soldatinnen beim österreichischen Bundesheer. Seit 2017 leitet sie dort als erste Frau das medizinische Gesundheitswesen. Und sie ist als Generalmajor die ranghöchste Frau im Bundesheer: Sylvia Sperandio. Angesichts der veränderten geopolitischen Lage gewinnt auch in Österreich das Thema Landesverteidigung wieder an Bedeutung, was nicht zuletzt am gestiegenen Heeresbudget abzulesen ist. Davon profitiert auch das medizinische Gesundheitswesen.
Sylvia Sperandio spricht mit Helene Seelmann über ihre Vorbildfunktion für Frauen im Heer, Zielstrebigkeit und Karriereplanung, Sicherheit, die nicht selbstverständlich ist, Veränderungen im militärischen Umgangston, über die Wirkung von Uniformen und warum Dienstgrade beim Bundesheer nicht gegendert werden.
Seit dem gescheiterten Putschversuch am 15. Juli 2016 hat sich die Türkei grundlegend verändert. Die Regierung machte die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen verantwortlich, deren Anhänger zuvor in Justiz, Polizei, Militär, Bildungssystem und Bürokratie aufgestiegen waren – die größte Säuberungswelle in der Geschichte der Republik begann.
Zehntausende wurden verhaftet und mehr als hunderttausend Staatsbedienstete entlassen oder suspendiert. Gülen-nahe Schulen, Universitäten, Medienhäuser, Unternehmen und Vereine wurden geschlossen oder unter staatliche Verwaltung gestellt, viele Anhänger flohen ins Ausland.
Gleichzeitig wurde das politische System zu einem Präsidialsystem mit deutlich erweiterten Befugnissen für Recep Tayyip Erdogan umgebaut, die politische Kontrolle über Justiz, Medien und staatliche Institutionen verstärkt. Viele sehen in der Türkei mittlerweile eine Autokratie.
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