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Die internationale Solidarität nach den grausamen Terroranschlägen der Hamas gegen israelische Zivilisten am 7.Oktober war groß; doch im vierten Monat des Kriegs gegen die Hamas im Gaza-Streifen scheint sich die israelische Regierung immer mehr zu isolieren. Auch die Verbündeten, wie etwa USA und EU, kritisieren die Regierung unter Ministerpräsident Netanjahu heftig: Im Krieg werde zu wenig Rücksicht auf die Zivilbevölkerung genommen, die humanitäre Lage im Gazastreifen sei katastrophal. Zudem drängt die internationale Gemeinschaft Israel zu einer Zweistaatenlösung, was die Regierung weiter vehement ablehnt.
Wie kann es weitergehen? Wie lange wird sich Israel dem internationalen Druck widersetzenl? Kann es irgendwann doch Frieden im Nahen Osten geben?
Darüber diskutieren:
Moritz Ehrmann, Friedensmediator, Austrian Center for Peace
Reinhard Heinisch, Politologe und USA-Experte, Universität Salzburg
Maria Sterkl, Journalistin in Israel
Seit einigen Jahren steigen die Straftaten mit K.O.-Mitteln stark an. Meist männliche Täter mischen meist weiblichen Opfern unbemerkt Substanzen ins Getränk oder Essen, um sie so – je nach Mittel – bewusstlos, willenlos oder regungslos und damit wehrlos zu machen. Oft werden die Betroffenen in weiterer Folge ausgeraubt oder vergewaltigt. Und selbst, wenn nicht: Der Vorfall verfolgt sie ein Leben lang.
Die Dunkelziffer ist bei diesen Straftaten sehr hoch. Die Mittel lassen sich im Körper nur kurz nachweisen, durch starke körperliche Nebenwirkungen fühlen sich Betroffene nach dem Aufwachen oft gar nicht in der Lage, zur Polizei oder ins Spital zu gehen. Und schließlich plagt sie oft auch noch ein Schamgefühl, das sie daran hindert, überhaupt jemandem davon zu erzählen. Erinnerungen an die Stunden der Betäubung gibt es in der Regel keine, was die Sache nochmals erschwert. - Sendung vom 23.1.2024
Kinderarbeit in Westafrika, Zwangsarbeit in Kambodscha, Dammbrüche in Brasilien und verschmutzte Flüsse in Marokko: Wo große Unternehmen produzieren lassen, bleiben mitunter Menschenrechte und Umweltschutz auf der Strecke. Die EU hat sich den Green Deal an ihre Fahnen geheftet. Sie will, dass die Lieferketten, die von den Produzenten zu den Unternehmen nach Europa führen, sauber sind. Deshalb soll noch in diesem Jahr ein Lieferkettengesetz beschlossen werden, eine Richtlinie, die alle EU-Mitgliedstaaten umzusetzen haben. Ein großer Fortschritt in Sachen Menschenrechte und Umweltschutz, loben viele NGOs. Wirtschaft und Industrie hingegen klagen über den enormen Bürokratie-Aufwand, der mit der Einhaltung des neuen Gesetzes verbunden sein wird. - Sendung vom 22.1.2024
Brasilien zählt zu den größten Eisenproduzenten weltweit. Die sozialen und ökologischen Kosten jedoch sind hoch. Der Bruch eines Damms bei Brumadinho im Januar 2019 mit 272 Toten hat das in tragischer Weise vor Augen geführt. Der verantwortliche Konzern nutzte das Unglück, tausende unterhalb anderer Dämme lebende Menschen aus ihren Dörfern zu vertreiben.
In einer ökologisch hochsensiblen Region versucht der Bergbaukonzern Vale seit Jahren, das wohl größte Eisenerzprojekt der Welt durchzusetzen. Riesige Grundwasserspeicher und die Wasserversorgung der Millionenstadt Belo Horizonte wären bedroht. Denn um das Eisenerz möglichst ressourcenschonend zu verarbeiten, werden riesige Eukalyptuswälder benötigt, deren Holz zu Holzkohle gebrannt wird. Die Eukalyptusplantagen aber brauchen viel Wasser und rauben vielen Bauern das Wasser für ihre Landwirtschaft.
Am Wochenende wird das Kulturhauptstadtjahr 2024 in Bad Ischl feierlich eröffnet, unter anderem mit einem 1000stimmigen Jodler. Nach Graz 2003 und Linz 2009 ist es das dritte Mal, dass Österreich Schauplatz dieses Jahresevents ist; auch Bodø in Norwegen und das estnische Tartu dürfen sich heuer „Europäische Kulturhauptstadt“ nennen. Die 23 Gemeinden des Salzkammerguts werden das ganze Jahr lang ein vielfältiges Programm präsentieren, über 300 Veranstaltungen und Projekte sind geplant. Oberstes Ziel ist es laut Intendantin Elisabeth Schweeger, den ländlichen Raum als Zukunftsraum zu positionieren.
Was erwartet sich das Salzkammergut vom Kulturhauptstadtjahr? Wie sinnvoll ist es in einer Region, in der Orte wie Hallstatt auch so schon unter Massentourismus stöhnen? Wie gut konnte man die Bevölkerung mitnehmen? Und was soll unter dem Strich von dem Riesenevent übrigbleiben? - Sendung vom 17.1.2024
Taiwan hat gewählt und der Favorit hat gewonnen: Mit William Lai von der Demokratischen Fortschrittspartei DPP ist ein Unabhängigkeitsbefürworter zum neuen Präsidenten gewählt worden. Pekings Reaktion folgte sogleich: Das Wahlergebnis werde die Wiedervereinigung nicht verhindern, China werde keine separatistischen Aktivitäten auf der Insel dulden. Aus der gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahl ging die DPP jedoch geschwächt hervor; Lai wird in vielen Fragen auf die Opposition zugehen und Kompromisse eingehen müssen.
Der Konflikt um Taiwan hat weltpolitische Bedeutung. Wie wird China reagieren, werden sich die Spannungen weiter erhöhen? Ist gar ein Krieg möglich? Und wie werden sich die USA verhalten?
Darüber diskutieren:
Josef Braml, Politologe, Transatlantik-Experte
Josef Dollinger, China-Korrespondent des ORF
Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Sinologin, Politikwissenschafterin
Rund die Hälfte aller Schwangerschaften sind einem UN-Bericht zufolge ungewollt. Einer der Hauptgründe dafür ist die fehlende Verhütung: 214 Millionen Frauen weltweit haben keinen Zugang zu Verhütungsmitteln.
In Europa ist das anders: In Deutschland, Finnland, Portugal, Slowenien oder Schweden übernimmt der Staat sogar die Kosten für Verhütungsmittel wie die Anti-Babypille oder Kondome.
In Österreich ist Verhütung eine reine Privatangelegenheit. Doch auch hierzulande werden Rufe nach einer Kostenübernahme durch den Staat laut. Die Begründung: Langzeitverhütungsmittel, die als sicher gelten, kosten viel und sind für junge und einkommensschwache Menschen oft kaum erschwinglich. Mit Gratis-Verhütungsmitteln würde die Wahrscheinlichkeit für ungewollte Schwangerschaften, Schwangerschaftsabbrüche und sexuell übertragbare Infektionen sinken.
Gleich mehrere Wahlen stehen in diesem Jahr an. Im Juni werden die Abgeordneten für das EU-Parlament gewählt, voraussichtlich im Herbst jene zum Nationalrat. Dann wählen die Bundesländer Steiermark und Vorarlberg einen neuen Landtag. Den Anfang machen im März die Gemeinderatswahlen in Salzburg und dann im April jene in Innsbruck.
Mit besonderer Spannung wird die Nationalratswahl erwartet. Seit Monaten führt die FPÖ die Umfragen an, doch sowohl SPÖ-Chef Andreas Babler als auch ÖVP-Chef Karl Nehammer beteuern, mit FPÖ-Chef Herbert Kickl nicht zusammenarbeiten zu wollen. Welche Koalitionen erscheinen aus heutiger Sicht wahrscheinlich? Was müssen Grüne und NEOS tun, um in diesem Match nicht zerrieben zu werden? Wie wichtig ist die EU-Wahl für Österreich? Und welchen Einfluss hat die schlechte Wirtschaftslage auf die Wahlen?
Darüber diskutieren:
Thomas Hofer, Politikberater
Nina Horaczek, Der Falter
Oliver Pink, Die Presse
- Sendung vom 10.1.2024
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