Perspektiven

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Religion & Spirituality
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Perspektiven episodes

  • Nonnen als Opfer und Täterinnen: Missbrauch in Schweizer Klöstern
    Über sexuellen Missbrauch zu sprechen ist nie leicht. Besonders schwer fällt es jenen, die ihn im Kloster erlebt haben. Im «Perspektiven»-Schwerpunkt beleuchten wir die speziellen Umstände und fragen, welche Massnahmen zur Prävention und Aufarbeitung in Schweizer Orden getroffen werden.
    Lange war das Thema Tabu, die Betroffenen haben geschwiegen, bis der Film «Gottes missbrauchte Dienerinnen» deutlich machte: unter den Betroffenen von sexualisierter Gewalt im kirchlichen Kontext gibt es auch Nonnen und Ordensfrauen. Eine Studie zeigte letzten Sommer dann auf, dass besonders Novizinnen gefährdet sind. Und: Dass es unter den Ordensfrauen auch Täterinnen gibt.
    Die Wahrscheinlichkeit ist also gross, dass Schweizer Klöster Betroffene beherbergen. Doch erforscht ist die sexualisierte Gewalt in Schweizer Ordensgemeinschaften kaum. Wie also verhalten sich die Schweizer Ordensgemeinschaften gegenüber der Aufarbeitung? Wie gehen sie mit hochbetagten Mitgliedern um, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, wenn diese Erlebnisse im Alter wieder hochkommen? Diese Frage stellen wir in der «Perspektiven»-Sendung zu sexualisierter Gewalt im Frauenkloster.
    Betroffene, die sich bei der «soeur sans domicile fixe» der Sendung melden möchten, schreiben an: [email protected]
    Autorinnen: Léa Burger und Nicole Freudiger
    25 min
  • Alt werden fern der Heimat
    Sie sind gekommen, um in der Schweiz hart zu arbeiten. Sie sind geblieben, um hier zu leben. Wie ergeht es Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund in der Schweiz? Ist Religion für sie im Alter Fluch oder Segen?
    Migrantinnen und Migranten sind oft mit der Absicht gekommen, in der Schweiz zu arbeiten und später in ihre Herkunftsländer zurückzukehren. Doch das Leben hat andere Geschichten geschrieben. Viele sind geblieben. Wie sieht das Alter migrantischer Seniorinnen und Senioren aus? Was plagt sie und was stärkt sie besonders? Und wie wichtig ist die religiöse Beheimatung, gerade in der Fremde?
    Im Alter wird Religion oft wichtiger, weil sie Halt gibt, besonders in einer neuen Umgebung. Gebet oder Meditation können älteren Menschen helfen, mit Verlust, Einsamkeit oder Krankheit umzugehen. Migration kann aber auch Verletzungen bewirken. Das Gefühl, nicht ganz dazuzugehören, kann sich im Alter verstärken. Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede erschweren es den Menschen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
    In «Perspektiven» kommen Menschen zu Wort, die vor Jahren aus Italien oder dem Balkan in die Schweiz eingewandert sind und heute ihren Lebensabend hier verbringen.
    Redaktion: Norbert Bischofberger
    30 min
  • Vom Investigativjournalisten zur Heilsarmee: Markus Häfliger
    Er galt als einer der ganz Grossen im Schweizer Journalismus. Als Bundeshausjournalist deckte Markus Häfliger nationale Skandale auf. Zuletzt den «Unterschriften-Bschiss» bei Volksinitiativen. Dann wechselte er zur Heilsarmee. Welche Rolle spielt dabei sein Glaube?
    Die Kasachstan-Affäre, die Libyen-Affäre, Korruption beim Bafu: Seine Recherchen erschütterten die Schweiz. Nach knapp 30 Jahren im Journalismus wechselte Markus Häfliger zur Heilsarmee.
    Seit gut einem Jahr lautet seine Funktion «Verantwortlicher Public Affairs». Er ist damit Lobbyist für eines der wichtigsten Sozialwerke der Schweiz. Die Heilsarmee betreibt zum Beispiel Kinderheime, Notschlafstellen oder Flüchtlingsunterkünfte.
    Finanziert werden die Projekte durch Spenden, Erbschaften und vor allem von der öffentlichen Hand. Die Heilsarmee ist gleichzeitig auch eine Freikirche im evangelikalen Spektrum. Für die Lobbyarbeit ist das nicht immer einfach. «Da gibt es viele Missverständnisse», so Markus Häfliger.
    Darüber sprechen wir in dieser Perspektiven-Sendung und über Dom Hélder Câmara († 1999), den brasilianischen Erzbischof und Befreiungstheologen, der einmal sagte: «Wenn ich den Armen Brot gebe, nennen sie mich einen Heiligen. Wenn ich frage, warum sie arm sind, nennen sie mich einen Kommunisten.»
    Autorin: Anna Jungen
    29 min
  • Und wir säkularisieren uns doch
    Kirchen verlieren Mitglieder, der Glaube an Gott nimmt ab und Religion wird immer seltener an die nächste Generation weitergegeben. Die Säkularisierung schreitet voran, trotz vieler spiritueller Angebote. Wohin uns das führt, erklärt Religionssoziologe Detlef Pollack im Interview.
    Sei es in der Schweiz oder in Polen. In den USA oder in Südkorea. Überall wächst die Gruppe der Konfessionslosen. Und überall sind die jüngeren Generationen weniger religiös als die älteren. Das zeigt die grosse Studie «Religion und Moderne» von Detlef Pollack. Auf über 600 Seiten beschreibt der Religionssoziologe, wie der Glaube an Gott schwindet, wie die religiöse Praxis abnimmt (etwa der Gottesdienstbesuch oder das Gebet) und wie spirituelle Angebote zwar rege genutzt werden, den Rückgang der Religion aber nicht kompensieren können.
    Auffällig ist dabei, dass in jedem einzelnen der untersuchten Länder die Gründe für den Rückgang der Religion anders sind. Der Trend bestätigt sich aber – selbst in so religiösen Ländern wie Italien oder den USA. Erfolg hat Religion nur in einer «verflüssigten» Version, wie Pollack die diversen spirituellen Angebote zusammenfasst, oder als dogmatischer Fundamentalismus.
    Was das für unsere Gesellschaft bedeutet – und ob die Krisen der heutigen Zeit zu einem Revival der Religion führen könnten, erklärt Detlef Pollack in «Perspektiven».
    Autorin: Nicole Freudiger
    Buchhinweis: Detlef Pollack und Gergely Rosta. Religion und Moderne. Ein internationaler Vergleich. Campus Verlag, 2025.
    29 min
  • Astrophysik und Glaube – Vom Ursprung bis zum Ende der Zeit
    Seit jeher erzählen Menschen Geschichten über den Ursprung und das Ende der Welt. Die Wissenschaft liefert heute viele Erkenntnisse dazu. Der deutsche Astrophysiker Heino Falcke beschreibt diese «grosse Geschichte» in seinem neuen Buch «Zwischen Urknall und Apokalypse».
    Vor sechs Jahren war Heino Falcke massgeblich an der ersten Fotografie eines Schwarzen Loches beteiligt. Nun nimmt er die Leserschaft mit auf eine atemberaubende Reise durch Raum und Zeit, in der für ihn das göttliche in all den kleinen und grossen Wundern des Kosmos immer wieder aufblitzt. Denn: Heino Falcke ist nicht nur Forscher, er ist auch gläubiger Christ. Für ihn stehen Wissenschaft und Glaube nicht im Widerspruch – im Gegenteil.
    Wer sich mit dem Anfang und einem möglichen Ende unseres Universums auseinandersetzt, stösst zwangsläufig an die Grenzen des Wissbaren: Was war vor dem Urknall? Woher kommen die Naturgesetze? Hört das Universum irgendwann auf zu existieren? Kulturredaktor Igor Basic sucht in dieser Perspektiven-Sendung Antworten auf diese Fragen.
    Autor: Igor Basic
    29 min
  • Und der Mörder ist immer … der Pastor
    «Früher» waren Pfarrer im TV-Krimi noch die Guten: Pater Brown und Schwester Camilla überführten ihre Mörder zuverlässig humorvoll in 45 Minuten. Aber heute werden religiöse Figuren oft zwielichtig gezeichnet und rasch zu Tatverdächtigen. Theologe Beat Föllmi hat den Vorabendkrimi «obduziert».
    Eigentlich ist der Schweizer Beat Föllmi Professor für Kirchenmusik an der Universität Strassburg. Aber der reformierte Theologe ist eben auch Fan zeitgenössischer Kultur.
    Rund 900 Serienfolgen deutschsprachiger Vorabend-Krimis hat er sich reingezogen. Er zeigt, dass religiöse Menschen darin fast nur noch stereotyp auftreten, wenn überhaupt.
    Unheimlich, wahnsinnig oder / und betrügerisch kommen Sekten, Esoterik-Konzerne und super-fromme Milieus in TV-Krimis vor. Beat Föllmi hat das alles in einer Studie untersucht.
    Was sagt sein Befund über das Image von Religion und Kirche insgesamt - in der Mitte der Gesellschaft?
    Der Träger des Schweizer Krimipreises 2025 Raphael Zehnder erklärt, warum es Religion in Krimis schwer hat.
    Und die christkatholische Diakonin und Literaturwissenschaftlerin Susanne Cappus outet sich als entspannte Krimileserin. Religion funktioniere im Krimi eben meist nur durch Überzeichnung.
    Autorin: Judith Wipfler
    Buchhinweis: Beat Föllmi, Kruzifix und Geisterbeschwörung. Religion in deutschen Vorabendkrimis, Aschendorff Verlag, Münster 2023.
    30 min
  • Wovon Engel singen: Über die Theologie in Engelsmusik
    Mit feisten roten Wangen pusten sie in Posaunen und Trompeten oder singen im Chor: die Engel. Jenseits vom Weihnachtskitsch entdeckte der Luzerner Theologe Wolfgang W. Müller: «Wo von Engeln gesprochen wird, ist von Musik die Rede.»
    Musik ist also nicht nur eine horizontale Brücke zwischen Menschen, Kulturen und Religionen. Musik schlage auch eine vertikale Brücke hoch zum Himmel, zur Transzendenz.
    Wer, wenn nicht die Engel, könnten dies ganz wunderbar versinnbildlichen: diese Mittlerwesen zwischen Himmel und Erde. Ihre Botschaften zu verlautbaren, dazu eignen sich Posaunen und Trompeten vorzüglich. Oder haben Sie schon mal eine Barockkirche ohne musizierende Putti gesehen?
    Die theologische Tiefendimension von Musik beschäftigt den emeritierten Dogmatikprofessor und Dominikaner Wolfgang W. Müller schon sein langes Forscherleben lang: «Engelsmusik erlaubt einen niederschwelligen Zugang zu Fragen der Religion und des Glaubens und hat überdies eine interreligiöse Dimension.»
    Der anhaltende «Engelboom» sei ihm jedoch eher ein Anstoss. Denn Engel würden heute – etwa in der kommerziellen Werbung - allzu oft «in der Immanenz aufgelöst», bedauert er.
    Dabei komme im Engelskonzert doch beides zusammen: Musik und Religion. Und beide - Musik und Religion – vermögen es, über das Unaussprechliche zu sprechen.
    Autorin: Judith Wipfler
    Buchhinweis: Wolfgang W. Müller, Musik der Engel. Eine Kulturgeschichte, Schwabe Verlag, Basel 2024.
    30 min
  • Äbtissin Monika Thumm trifft Landschaftsarchitekt Enzo Enea
    Enzo Enea ist ein international bekannter Schweizer Landschaftsarchitekt. Auf dem Gelände des Klosters Mariazell betreibt er in Rapperswil-Jona das weltweit einzige Baummuseum. Äbtissin Monika Thumm und Enzo Enea unterhalten sich über die Philosophie der Bäume, Nachhaltigkeit und Spiritualität.
    Der Landschaftsarchitekt Enzo Enea gehört zu den renommiertesten Vertretern seines Fachs weltweit. Er erstellt Parkanalgen in London, New York, Istanbul oder São Paulo und gestaltet Gärten für Private. Aus dem Einmannbetrieb seines Vaters hat er das international tätige Unternehmen «Enea Landscape Architecture» für Landschaftsarchitektur und Gartenbau mit 240 Mitarbeitenden und Filialen in Zürich, New York, Miami und Mailand entwickelt.
    In seiner Arbeit kombiniert Enzo Enea Landschaft und Gartenbau mit Architektur und Kunst. Im Jahr 2010 hat Enzo Enea in Rapperswil-Jona ein Baummuseum eröffnet. Auf 75'000 Quadratmetern pflanzt er alte und seltene Bäume. Im Baummuseum sind auch zeitgenössische Kunstwerke zu bewundern, eingebettet in Natur und Garten.
    Äbtissin Monika Thumm lebt seit 40 Jahren im Kloster Mariazell in Wurmsbach am oberen Zürichsee. Sie steht seit dem Jahr 2000 als Äbtissin der Gemeinschaft vor. Das Zisterzienserinnenkloster existiert seit 1259. Bis heute führen die acht Schwestern ein Leben in Stille und Kontemplation. Sie verstehen ihr Kloster gleichzeitig als Ort der Begegnung. Die Schwestern pflegen besonders den Gesang und die Liturgie und singen auch Lieder, die Äbtissin Monika Thumm komponiert hat.
    In «Perspektiven» begegnen sich Enzo Enea und Äbtissin Monika Thumm und sprechen über ihre Lebensprojekte und Lebensphilosophie.
    Autor: Norbert Bischofberger
    30 min
  • «Der behinderte Gott» (W)
    Was wäre, wenn Jesus das Down-Syndrom gehabt hätte? Und wie wäre Gott, wenn er in einem mundgesteuerten Rollstuhl sässe? Die «Theologie der Behinderung» wechselt die Perspektive und denkt Gott verletzlich.
    Sarah Staub hat eine Erbkrankheit, durch die sie viele Schmerzen hat. Als sie die Diagnose erhielt, hat sie sich vertieft mit dem Thema Behinderung befasst und stiess auf das Buch «Der behinderte Gott» von Nancy Eiesland. Es ist zum Standardwerk einer «Theologie der Behinderung» geworden. Eiesland plädiert für neue Symbole, damit Menschen mit Behinderung sich mit der Kirche identifizieren und versöhnen können. Sarah Staub erzählt in «Perspektiven», warum sie die Theologie der Behinderung so hilfreich findet. Warum sie Heilungsgebete problematisch findet. Und weshalb dieser Zugang ihr hilft, wieder an Gott zu glauben.
    Erica Brühlmann-Jecklin ist stark geh- und sehbehindert und seit Jahrzehnten aktiv für die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigungen. Als Kind erlebte sie, wie ihr Bruder, der eine geistige Behinderung hatte, «klammheimlich» konfirmiert wurde, abseits der Gemeinde. «Da stimmt etwas nicht», dachte sich Erica Brühlmann-Jecklin damals. Und setzte sich zeitlebens für Gerechtigkeit ein. Eine spezielle Theologie der Behinderung bräuchte es dafür aber nicht, sagt sie.
    Werner Schüssler hat eine Tochter mit Down-Syndrom. Der Professor für Existenzphilosophie stiess vor vielen Jahren auf Nancy Eieslands Buch «The disabled God». Und er beschloss, es ins Deutsche zu übersetzen. In «Perspektiven» erzählt er von seiner persönlichen Motivation zu so viel nebenberuflichem Effort.
    So wie andere Befreiungstheologien Gott arm, queer, of colour oder als Frau denken, denkt die Theologie der Behinderung Gott behindert. Wir fragen nach: Kann man mit Gott alles machen? Und was bringt das?
    Autorin: Dorothee Adrian
    Erstausstrahlung: Sonntag, 26.02.2023
    29 min

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Perspektiven aufs Leben. Der wöchentliche Podcast von SRF Kultur rund um Religion, Spiritualität und Ethik. Hier haben Glaube, Zweifel und Hoffnung Platz. Wir erzählen, erklären, debattieren und…

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