1992 greifen Rechtsextreme eine Unterkunft vietnamesischer Vertragsarbeiter in Rostock-Lichtenhagen an. Unter dem zustimmenden Johlen und dem Applaus von tausenden Schaulustigen und Anwohnern blockieren sie die Zufahrt für die Rettungskräfte. Die rund 120 Bewohnerinnen und Bewohner retten sich auf das Dach des Nebengebäudes. Wie durch ein Wunder überleben alle. Rostock-Lichtenhagen steht seitdem als Symbol für das erste rassistische Pogrom seit dem Ende der Nazi-Zeit. Weitere folgten wie in Solingen oder Mölln. Und auch nach 2015, als mehr als eine Million Menschen vor den Kriegen in Syrien und dem Irak nach Deutschland flohen, verübten Rechtsextreme zahlreiche rassistische Anschläge. Demgegenüber steht, dass keine demokratische Partei hierzulande mehr Zweifel daran hat, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Aber reicht das? Nein, sagt Minh Thu Tran in ihrem Kommentar.
Außerdem porträtiert in dieser Ausgabe unsere Korrespondentin Annette Kammerer den russischen Neofaschisten Alexander Dugin, dessen Tochter vor einer Woche bei einem Anschlag um's Leben kam. Carola Brand fordert in ihrem Kommentar ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn fortgesetzte Solidarität mit der Ukraine. Die indirekten Folgen des Krieges beschreibt Jasmin Brock am Beispiel von Menschen, die in Deutschland auf Hilfe angewiesen sind, sie aber nicht beantragen. Und unser Brüssel-Korrespondent Jakob Mayr schildert, wie sehr der Krieg die Spionagetätigkeit in Brüssel gefördert hat.