Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Eine diplomatische Lösung für Syrien?
    Die Weltöffentlichkeit starrte dieses Wochenende auf Syrien, ob ein offener Krieg zwischen den USA und Russland ausbrechen würde. Das ist abgewendet, sogar scheint die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung denkbar. Ivana Pribakovic spricht darüber mit dem Islamwissenschaftler Michael Lüders. Mehr als sieben Jahre Krieg. Eine halbe Million Tote, 11 Millionen Vertriebene, gut die Hälfte davon in Syrien, die andere Hälfte im Ausland. Und niemand hat diese humanitäre Katastrophe verhindert. Die Auswirkungen dieses Krieges sind jeden Tag auch ausserhalb Syriens spürbar, in Europa, im Libanon, in Jordanien oder in der Türkei, wo am meisten Flüchtlinge aus Syrien leben. Was ändert der Militärschlag vom Wochenende an der Situation? Ist die Gefahr eines weiteren Chemiewaffeneinsatzes gebannt? Oder gibt es jetzt doch eine Lösung auf diplomatischen Wegen? Michael Lüders hat Antworten. Der Islamwissenschaftler und Autor äussert sich immer wieder zu politischen Fragen, er berät u.a. das deutsche Auswärtige Amt und als Mitinhaber der Middle East Consulting Group auch deutsche Firmen, die im Nahen Osten geschäften wollen.
    29 min
  • Roberto Simanowski: Das Problem ist Big Data, nicht Facebook
    Mark Zuckerberg hat sich diese Woche vor dem US-Kongress für das Datenleck bei Facebook entschuldigt und Besserung versprochen. Das reiche nicht, meint Medienwissenschaftler Roberto Simanowski im «Tagesgespräch». Es brauche eine grundlegende Diskussion über Facebook und den digitalen Wandel. «Es war mein Fehler, es tut mir leid». Facebook-Chef Mark Zuckerberg war diese Woche auf Entschuldigungstour vor dem US-Kongress. Nach dem Skandal um den millionenfachen Missbrauch von Nutzerdaten war das soziale Netzwerk von allen Seiten und ungewohnt scharf kritisiert worden.
    Es ist ein bekanntes Muster: Sobald Facebook in die Kritik gerät, entschuldigt sich der Chef und gelobt Besserung. Doch dieses Mal zeigte sich Mark Zuckerberg auch offen für mehr Regulierung beim Datenschutz. Was ist davon zu halten? Und reicht das?
    Nein, findet der deutsche Medienwissenschaftler und Facebook-Kritiker Roberto Simanowski von der Universität Basel. In mehreren Büchern hat er sich kritisch mit den neuen Medien und dem digitalen Wandel auseinandergesetzt. Es brauche eine ganz grundlegende Diskussion über die Risiken der Digitalisierung, sagt Simanowski. Er ist Gast von Barbara Peter.
    27 min
  • Clement Guitton: Wie der Geheimdienst arbeitet
    Die Schweiz hat einen obersten Staatsschützer: Der Bundesrat hat gestern den Waadtländer Jean-Philippe Gaudin zum Nachrichtendienstchef gewählt. Welche Herausforderungen der Neue anpacken muss, erklärt der Geheimdienstexperte Clement Guitton im Tagesgespräch bei Marc Lehmann. Über kaum eine Bundesbehörde kursieren so viele Mythen wie über den Nachrichtendienst NDB. Von Dunkelkammer des Staats ist die Rede, von totaler Überwachung – und immer wieder machen Skandale Schlagzeilen wie jüngst der Fall Daniel M. Doch was kann und darf der Nachrichtendienst wirklich? Und in welches Umfeld kommt dessen neuer Chef? Mit welchen Herausforderungen sieht er sich konfrontiert. Der erst 30-jährige Polit-Analyst Clement Guitton aus dem Kanton Freiburg hat ein Buch über den Schweizer Nachrichtendienst geschrieben, das heute im NZZ-Verlag erscheint. Er räumt auf mit den Mythen.
    27 min
  • Luzius Mader: Staat kann Leid nicht gutmachen, aber anerkennen
    Vor fünf Jahren hat sich der Bundesrat bei den Opfern von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen entschuldigt. Seither sei viel getan worden, um das düstere Kapitel Schweizer Geschichte aufzuarbeiten, sagt Luzius Mader im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann. Der Staat hat bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts vielen Kindern und Jugendlichen immenses Leid zugefügt, hat sie verdingt, zur Adoption freigegeben, zur Arbeit gezwungen. Die Opfer dieser fürsorgerischen Zwangsmassnahmen hatten dank eines neuen Gesetzes bis Ende letzten Monat Zeit, einen Solidaritätsbeitrag zu beantragen, der dieses Leid anerkennen und entschädigen soll.
    Federführend bei diesem Gesetz war seitens des Bundes der promovierte Jurist Luzius Mader. Nun geht der stellvertretende Direktor im Bundesamt für Justiz in Pension – und zieht im «Tagesgespräch» Bilanz über ein Leben im Dienst des Rechts.
    27 min
  • Martin Alioth: Brexit bedroht den fragilen Frieden in Nordirland
    Drei Jahrzehnte blutiger Konflikt in Nordirland fanden vor 20 Jahren ein Ende: Am 10. April 1998 wurde das Karfreitagsabkommen unterzeichnet. Der Brexit stellt das Abkommen auf die Probe. Über den fragilen Frieden in Nordirland spricht Grossbritannien-Korrespondent Martin Alioth im «Tagesgespräch». Heute vor 20 Jahren ereignete sich Historisches: in Belfast unterzeichneten die irische und die britische Regierung sowie die Parteien in Nordirland das Karfreitagsabkommen. Es beendete den jahrzehntelangen, blutigen Konflikt in Nordirland mit mehr als 3'600 Toten. Seither gehört die Gewalt grösstenteils der Vergangenheit an. Der Frieden währt, weil das Abkommen auf fein austarierten Kompromissen basiert, mit denen beide Seiten leben können. Man hat sich arrangiert und lebt einigermassen friedlich getrennt. Doch der Brexit bringt dieses Gleichgewicht ins Wanken. Denn künftig wird die EU-Aussengrenze die Republik Irland und Nordirland voneinander trennen und das könnte auch alte Wunden wieder aufreissen. Wohin steuert Nordirland – 20 Jahre nach dem Friedensabkommen, darüber spricht Barbara Peter mit Grossbritannien-Korrespondent Martin Alioth.
    26 min
  • Zoltan Pallinger über die Allmacht Orbans in Ungarn
    Die Opposition hoffte vergebens: Viktor Orban trägt in Ungarn einen weiteren deutlichen Wahlsieg davon. Die Zustimmung zu seiner Politik hat nach acht Jahren sogar noch zugenommen. Erklärungen vom Politologen Zoltan Tibor Pallinger im Tagesgespräch bei Marc Lehmann. Seit 2010 regiert der rechtsbürgerliche Viktor Orban in Ungarn durch. Seine Verfassungsmehrheit im Parlament erlaubte ihm den Umbau des Staats nach seinem Gutdünken. Und nun darf er nach der klaren Bestätigung bei der Wahl gestern weitere vier Jahre tun und lassen was er will. Die Mehrheit der Bevölkerung goutiert offenbar seine – wie er sie nennt – «illiberale Demokratie». Den Staatsapparat, die Justiz, die Medien hat er schon gleichgeschaltet – was kommt als nächstes? Der in Winterthur aufgewachsene ungarisch-schweizerische Doppelbürger Zoltan Tibor Pallinger lehrt seit gut zehn Jahren Politikwissenschaften an der deutschsprachigen Andrassy-Universität in Budapest. Er erklärt im Tagesgespräch das System Orban.
    27 min
  • Alexander Hug: Einsatz an der ukrainischen Front
    Der Krieg in der Ukraine hat sich aus den Schlagzeilen verabschiedet – aber er schwelt weiter. Noch immer wird geschossen, gibt es Tote. Dabei müssten und könnten die Waffen längst schweigen, sagt OSZE-Beobachter Alexander Hug im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann. 10'000 Tote hat der Konflikt im Osten der Ukraine in den letzten vier Jahren gefordert, und noch immer ist kein Ende in Sicht – trotz dem in Minsk vereinbarten Waffenstillstandsabkommen. Die täglichen Verletzungen dieses Abkommens muss Alexander Hug ermitteln und rapportieren.
    Der 45jährige Luzerner ist stellvertretender Leiter der OSZE-Beobachtermission im Konfliktgebiet in der Ostukraine. Hug weilt gerade kurz auf Schweiz-Besuch: Marc Lehmann hat die Gelegenheit wahrgenommen, um mit ihm über einen bei uns schon fast vergessenen Krieg zu sprechen.
    28 min
  • Wilfried Meichtry und die starken Frauen
    Er porträtierte die Frauenrechtlerin Iris von Rothen mit einem Buch und Film, nun die Reisereporterin Katharina von Arx. Ihr Ausbrechen aus der Frauenrolle weckte Sehnsüchte von Frauen in den 50ern und bewegt auch heute. Karoline Arn spricht mit Wilfried Meichtry im Tagesgespräch. Genau vor 90 Jahren kam Katharina von Arx als Fabrikantentochter in Niedergösgen zur Welt. Sie wurde vom Vater gefeiert wie eine Prinzessin. Doch dann begann das Leben zu drehen. Die Fabrik ging Konkurs, der Vater verliess die Familie. Katharina nahm sich vor, ihr Leben fortan alleine zu meistern. Das ist ihr gelungen, mit viel Eigensinn, Humor und Neugierde. Sie unternahm Anfang der 50er Jahre ohne Geld eine Weltreise, nur mit einer Ukulele und einem Skizzenblock bewaffnet – ihre Berichte machten sie weltberühmt. Sie bereiste mit ihrem Mann über drei Jahre die Südsee und verfasste Reportagen von den entlegensten Orten. Aus Geldnot kaufte sich die junge Familie eine Ruine im waadtländischen Romainmôtier, die sich zu einem schicksalshaften Schatz erwies. Katharina von Arx und ihr Mann Freddy Drilhon ist nicht das erste Schweizer Paar, dessen Leben Meichtry in einem Buch aufarbeitet und verfilmt. Auch die Frauenrechtlerin Iris von Rothen und ihr Mann, CVP-Nationalrat Peter von Rothen hat Meichtry porträtiert. Was fasziniert Wilfried Meichtry an diesen Lebensgeschichten, dass er sich jahrelang damit befasst? Welche Spuren hinterlassen diese unterschiedlichen Frauen in der Schweiz? Warum braucht es ein Buch und einen Film, um ein Leben nachzuzeichnen? Was haben Spielfilmelemente im Dokumentarfilm zu suchen?
    26 min
  • Statistik und Fake News
    Daten sammeln und verwerten, das war Sache des Staates und der öffentlichen Statistik. Mit Internet und Social Media ist eine Konkurrenz erwachsen. Georges-Simon Ulrich, Direktor des BFS und Johannes Jütting, Direktor von PARIS21 diskutieren diese Herausforderung im Tagesgespräch. Wer weiss, wie viele Kinder zur Welt kommen, kann berechnen, wie viele Lehrer es brauchen wird. Wer weiss, ob die Kriminalität zunimmt, kann etwas dagegen tun. So sieht sich die öffentliche Statistik auch heute als Grundlage für die Demokratie und die Entwicklung. Doch die öffentliche Statistik ist nicht unbestritten. Sie ist aufwändig und kostet – und: der Staat ist nicht mehr der einzige, der Daten sammelt. Heute machen das im grossen Stil auch Internetfirmen wie Facebook und Google und verdienen damit das grosse Geld. Statistiken gibt es auch private – seriöse, verzerrte oder gefälschte in jeder Spielform. Heute findet in Bern eine Konferenz statt zur Rolle der öffentlichen Statistik im Zeitalter von Fake News. Stellen müssen sich dieser Entwicklung Georges-Simon Ulrich, er führt das Bundesamtes für Statistik und Johannes Jütting, er leitet das Institut für Entwicklungsstatistik im 21. Jahrhundert, PARIS21 er möchte die Statistik in Entwicklungsländern stärken. Sie sind Gäste im Tagesgespräch mit Karoline Arn
    27 min
  • Zum Abschied von Alex Grass und Joe Schelbert
    Die beiden langjährigen SRF-Journalisten Alex Grass und Joe Schelbert gehen in Pension und nehmen Abschied von Radio SRF. Bei Barbara Peter im «Tagesgespräch» erzählen die beiden ein letztes Mal aus ihren Berichterstattungsgebieten, dem Tessin und Österreich. Frankreich, Grossbritannien, Deutschland, Österreich, Italien und das Tessin: Alex Grass und Joe Schelbert haben als Journalisten bei Radio SRF aus vielen Ecken der Welt berichtet, fremde Welten dokumentiert, grosse aber auch kleine Geschichten erzählt. Alex Grass hat uns zuletzt als Tessin-Korrespondent den südlichsten Kanton der Schweiz nähergebracht. Joe Schelbert hat während mehr als 30 Jahren über Österreich berichtet. Zur Pensionierung sind die beiden Gast bei Barbara Peter im «Tagesgespräch» und wagen den vergleichenden Blick auf Österreich und das Tessin – zwei sehr unterschiedliche Berichterstattungsgebiete mit gewissen Parallelen.
    28 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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