Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Korrespondent David Nauer über Kasachstan und die Moderne
    Kasachstan, das neuntgrösste Land der Welt, will nicht mehr nur ein Öl-Land in der Steppe zwischen Russland und China sein, sondern eine moderne Volkswirtschaft. SRF-Korrespondent David Nauer war dort und ist Gast von Susanne Brunner.Vor gut zehn Jahren war Kasachstan im Kino eine Lachnummer. Der britische Komiker Sacha Baron Cohen spielte im Film «Borat» einen kasachischen Fernsehreporter, der vom Innenministerium Kasachstans beauftragt wird, die USA zu bereisen und dort die Menschen zu studieren. Für die Rolle des hinterwäldlerischen, frauenfeindlichen und antisemitischen Kasachen gewann er einen Golden Globe. Der Film prägte ein nicht gerade schmeichelhaftes Bild der ehemaligen Sowjetrepublik, die seit 1991 von Präsident Nursultan Nasarbajew regiert wird. Das Land ist seit 2009 der weltgrösste Uranproduzent, und verfügt über grosse Erdöl- und Erdgasreserven. Und es will moderner werden. Was heisst das, «moderner»?
    27 min
  • Jacqueline Martin über die Pflege der Zukunft
    Die Leute werden immer älter – und in der Schweiz fehlen schon jetzt Tausende Pflegefachpersonen. Wie kann der Pflege-Notstand verhindert werden? Jacqueline Martin, Leiterin des Ressorts Pflege am Universitätsspital Basel, legt im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann ihre Ideen dar.Die Pflegenden schlagen Alarm: Sie haben die Volksinitiative für eine starke Pflege lanciert, die Bund und Kantone verpflichten soll, genügend Fachpersonal auszubilden und es fair zu entlöhnen. Denn es fehlen qualifizierte Pflegerinnen und Pfleger, die meisten müssen im Ausland rekrutiert werden – auf die Dauer ist das keine Lösung.Eine Fachtagung heute in Bern diskutiert die Herausforderungen an die pflegerische Versorgung angesichts der alternden Gesellschaft und der rasanten Entwicklungen im Gesundheitswesen. Jacqueline Martin, die den Bereich Pflege am Unispital Basel leitet, kennt die künftigen Anforderungen an ihre Branche.
    28 min
  • Elisabeth Bollrich über den EU-Afrika-Gipfel in Abidjan
    Abidjan, Elfenbeinküste: Hier findet der EU-Afrika-Gipfel statt, bei dem es um die Zukunft der europäisch-afrikanischen Beziehungen geht. Wer bestimmt die? Gast von Susanne Brunner ist Elisabeth Bollrich von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin.Spätestens seit der sogenannten «Flüchtlingskrise» wurde klar: Was in Afrika passiert oder eben nicht passiert, betrifft auch Europa. Deutschland hat deshalb einen «Marshall Plan mit Afrika» angekündigt, das heisst: Eine Neu-Ausrichtung der europäisch-afrikanischen Beziehung, weg von Afrika als Rohstofflieferant, hin zu einer neuen Entwicklungszusammenarbeit, die den vielen Jungen in Afrika eine Zukunft ermöglicht. Wie soll die aussehen? Und welche Rolle spielen die Freihandelsabkommen, die die EU seit fünfzehn Jahren mit afrikanischen Ländern verhandelt, und gegen die es viel Widerstand in Afrika gibt? Elisabeth Bollrich ist Referentin für das Östliche Afrika bei der Abteilung Internationale Entwicklungszusammenarbeit bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin, sie hat selbst in Afrika gelebt.
    26 min
  • Nationalräte Aeschi und Hadorn vor der Budget-Debatte
    Nun geht er wieder los, der Basar ums Bundesbudget – im Bundeshaus wird seit heute um den Voranschlag 2018 gezankt. Während die Linke von «Sparen auf Vorrat» spricht, möchten die Bürgerlichen weiter Schulden abbauen. Thomas Aeschi (SVP) und Philipp Hadorn (SP) kreuzen bei Marc Lehmann die Klingen.Weniger Geld für Bildung, Entwicklungshilfe, Verteidigung – dafür mehr für Verkehr, Asylwesen und Altersvorsorge. Der Bundesrat muss umschichten und legt ein ausgeglichenes Budget vor, weil ihn die Schuldenbremse dazu zwingt. Doch in National- und Ständerat gibt es andere Prioritäten, die zum Teil erheblich voneinander abweichen. Die einen möchten die Bildung begünstigen, die andern die Landwirtschaft. Eine schnelle Einigung zwischen den Parlamentskammern ist nicht in Sicht – man werde wohl den Schlafsack mitnehmen müssen, sagte Finanzminister Ueli Maurer heute zum Auftakt der Debatte im Ständerat. Ab morgen ist dann auch der Nationalrat an der Reihe.Wo den Rotstift ansetzen? – das ist die grosse Frage. Der Solothurner SP-Nationalrat Philipp Hadorn und SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi aus Zug legen im «Tagesgespräch» ihre unterschiedlichen Vorstellungen dar.
    23 min
  • BAFU-Direktor Marc Chardonnens und der OECD-Umweltprüfbericht
    Alle zehn Jahre vergibt die OECD der Schweiz ein Umweltzeugnis. Heute hat sie dieses zusammen mit dem Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Marc Chardonnens, in Bern vorgestellt. Dieser ist Gast von Susanne Brunner.In Sachen Recycling und CO2-Verbrauch der Wirtschaft im Inland ist die Schweiz in der OECD eine Musterschülerin. Weniger gute Noten gibt es, wenn es um Siedlungsabfälle geht: Mit 742 Kilo pro Person pro Jahr produzieren wir eindeutig zu viel Abfall.«Wir sind dabei, eine Strategie auf die Beine zu stellen, um die Abfallmenge zu Reduzieren», sagt Marc Chardonnens. «Immer noch landet ein Drittel von nicht benötigten Lebensmitteln im Abfall. Das darf nicht sein.»Auch bei der Wasserqualität und der Biodiversität gibt es keine Bestnoten, dafür viele Empfehlungen, wie wirs besser machen könnten. Der Umweltprüfbericht 2017 der OECD ist da: jetzt sind wir gefragt, respektive die Politik. Wir schauen den Bericht mit dem BAFU-Direktor an.
    24 min
  • Manfred Elsig: Nafta vor dem Aus?
    US-Präsident Donald Trump will das Freihandelsabkommen Nafta mit Kanada und Mexiko nicht mehr. Nach fünf Runden Neuverhandlungen ist keine Einigung in Sicht. Manfred Elsig vom WTI an der Universität Bern ist Gast von Susanne Brunner.Seit bald 24 Jahren verbindet das Freihandelsabkommen Nafta die USA, Kanada und Mexiko. Von Anfang an gab es Widerstand gegen das Abkommen, aber auch hohe Erwartungen. Alle drei Staaten erhofften sich davon die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wohlstand und versprachen ihren Bürgern und Bürgerinnen auch viel, vielleicht auch zuviel. Jedenfalls erntete Donald Trump viel Zustimmung, als er das Abkommen im US-Präsidentschaftswahlkampf als den «schlechtesten Handelsvertrag aller Zeiten» bezeichnete und es zu bodigen drohte. Die Drohung ist noch nicht vom Tisch. Nach fünf Verhandlungsrunden konnten sich die USA, Kanada und Mexiko in wichtigen Streitfragen diese Woche wieder nicht einigen. Im Dezember soll ein neuer Anlauf genommen werden. Manfred Elsig ist Professor für Internationale Beziehungen am World Trade Institute an der Universität Bern und er hat sich eingehend mit Nafta befasst. Was hat das Abkommen den Menschen gebracht, und was nicht? Was würde ein Scheitern des Abkommens für andere Freihandelsabkommen bedeuten?
    25 min
  • Milo Rau über Kunst, die die Welt verändert
    Weil die Justiz im Kongo schwerste Verbrechen ignoriert, lässt sie Milo Rau in Schauprozessen verhandeln – der Film «Das Kongo-Tribunal» ist das bisher grössenwahnsinnigste Projekt des Schweizer Regisseurs, der im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann über seine Ideen, Ziele und Arbeitsweisen spricht.In Bukavu im Osten Kongos, an einem der gefährlichsten Orten der Welt, lässt Milo Rau Rebellen, Militärs, Politiker, Konzern-Anwälte und einfache Dorfbewohner vor einer Jury aus internationalen Juristen schwere Menschenrechtsverletzungen verhandeln. Echte Akteure, echte Fälle – nur ist das Gericht inszeniert und das Urteil hat keine Rechtsfolge. Es soll Politik und Weltöffentlichkeit wachrütteln: Wieso sterben im Kongo Hunderttausende in einem Bürgerkrieg, der wegen Rohstoffen für unsere Computer und Handys geführt wird, und alle schauen weg?Kann Kunst die Welt verändern, wenn die Politik versagt? Milo Rau glaubt: ja. Er gilt als der derzeit einflussreichste Regisseur in Europa. Für den Film «Kongo-Tribunal», der heute in den Schweizer Kinos anläuft, hat er diese Woche den Zürcher Filmpreis gewonnen – zuvor ist er Marc Lehmann Red und Antwort gestanden.
    28 min
  • Stefan Trechsel über das Mladic-Urteil
    Wird Ratko Mladic endgültig weggesperrt? Das UN-Kriegsverbrechertribunal hat den Hauptverantwortlichen des Massakers von Srebrenica zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Tagesgespräch bei Marc Lehmann ordnet der emeritierte Strafrechtsprofessor Stefan Trechsel das Urteil ein.«Der Schlächter vom Balkan» wurde er genannt, der serbische Ex-General Ratko Mladic. Ihm wird zur Last gelegt, für das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem 2. Weltkrieg verantwortlich zu sein. Mehr als 8000 Männer und Jugendliche wurden im Sommer 1995 in Srebrenica auf Befehl Mladics ermordet. Das Massaker wurde zum Symbol des Bosnienkriegs. 22 Jahre danach fällt das Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien sein letztes Urteil. Ist es nachvollziehbar? «Es ist ein gutes Urteil», sagt Trechsel. Und was hat das Haager Tribunal letztlich erreicht? «Schon die Einrichtung deses Tribunal ist ein Wunder, es glaubte niemand daran, dass es klappt. Es ist eine grossartige Leistung.» Stefan Trechsel war von 2005 bis 2013 Schweizer Richter am Jugoslawien-Tribunal. «Doch das Signal an die Welt wird nicht wahrgenommen oder kann leider kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhindern», so Trechsel. Zuvor präsidierte Trechsel, der frühere Strafrechtsprofessor in St. Gallen und Zürich, die Europäische Menschenrechtskommission.
    23 min
  • Bundesrat Johann Schneider-Ammann am Digitaltag
    Die Digitalisierung unserer Gesellschaft fordert uns alle, auch den Bundesrat. Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung, Bundesrat Johann Schneider-Ammann, ist Gast von Susanne Brunner.Im Jahr 2010 wurde Johann Schneider-Ammann in den Bundesrat gewählt. In der digitalen Welt war das das Jahr, in dem Apple den i-Pad vorstellte, Instagram lanciert wurde und in einem Spital in Montreal, Kanada, zwei Roboter namens McSleepy und DaVinci einem Patienten die Prostata entfernten. In der analogen Vorstellung sind sieben Jahre eine kurze Zeit, in der digitalen Welt schon fast eine Ewigkeit. Wie hat die Digitalisierung den Alltag des Bundesrats verändert? Wie will er mithelfen, die Weichen in unserem Land so zu stellen, dass möglichst viele mit der rasanten technologischen Entwicklung mithalten können? Das «Tagesgespräch» am Digitaltag kommt heute live vom Hauptbahnhof in Zürich.
    22 min
  • Eva Menasse und der österreichische Buchpreis
    Für ihren Erzählband «Tiere für Fortgeschrittene» hat Eva Menasse ihre bisher höchste literarische Auszeichnung bekommen. Über das Belletristische hinaus hat die Halbschwester von Robert Menasse Einiges zu sagen – auch über Politik. Menasse ist Gast von Ivana PribakovicUmgekehrte Fabeln sind es: Von Menschen ist in Menasses Erzählungen die Rede, doch dahinter stehen Deutungen von Tiergeschichten. Für Eva Menasse eine Art, den Lesenden ihre Arbeitsweise aufzuzeigen. Das Werk, hoch gelobt von Literaturkritikern lädt subtil zum Schmunzeln und Nachdenken ein. Weniger subtil sind Eva Menasses Zwischenrufe in der Presse. Hinter der Verunsicherung in der Welt, hinter der Angst und der aufgestauten Wut, die sich in den letzten Jahren gei Wahlen zeige, steckten rechte Kreise. Davon ist die frühere Journalistin überzeugt. Und sie hat auch einen Rat, wie mit dieser Verunsicherung umzugehen ist.
    27 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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