Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Jaroslav Rudis: Mehr Stammtische für Europa!
    Tschechien wählt ein neues Parlament: Favorit ist ein zwielichtiger Milliardär. Wieder ein Land, das einem Populisten auf den Leim geht? Der Prager Erfolgsautor Jaroslav Rudis analysiert den Zustand seiner Heimat und die wieder zunehmenden Missverständnisse zwischen Ost und West bei Marc Lehmann.Tschechiens Wirtschaft brummt, das Land verzeichnet die niedrigste Arbeitslosigkeit der ganzen EU. Und trotzdem gibt es viele Unzufriedene. Ihnen spricht der milliardenschwere Unternehmer und Ex-Finanzminister Andrej Babis mit einer schroffen Anti-Establishment- und Anti-Europa-Rhetorik aus der Seele, weshalb er als Favorit in die tschechischen Wahlen steigt. «Er ist eine schillernde Figur», sagt der Autor Jaroslav Rudis, «ein Milliardär, der gegen die alte Elite kämpft und die Protestwähler anführt, das ist spannend.» Er habe auf jeden Fall Charisma.Den Tschechen geht es gut, warum also der Unmut? Warum die EU-Skepsis, obwohl das Land der Brüsseler Gemeinschaft – wie die übrigen ex-Ostblock-Staaten auch – viel zu verdanken hat? «Wir haben das Meckern, das ‹Gegen-das-System-zu-sein›, tief in uns. Das gab es schon vor 100 Jahren in unserem Verhältnis zur österreichischen Monarchie», so Jaroslav Rudis, der als prominenteste Stimme der jungen tschechischen Literatur gilt.Jaroslav Rudis lebt zur Hälfte in seiner tschechischen Heimat und in Berlin und blickt so von Ost und West auf die europäischen Entwicklungen 13 Jahre nach der grossen Osterweiterung. Er verlangt eine Wiederannäherung auf böhmische Art: an Stammtischen beim Bier.
    28 min
  • Walo Bertschinger: 100 Jahre Schweizer Baugeschichte
    Die Firma Walo behauptet sich seit 100 Jahren als Familienunternehmen im harten Baugewerbe. Wie schafft man das? Patron Walo Bertschinger erläutert im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann seine Strategien.Die Baubranche gehört mit über einer halben Million Mitarbeitern in 60'000 Firmen und einem Gesamtumsatz von 60 Milliarden Franken zu den Riesen der Schweizer Wirtschaft – und sie boomt dank Wohnungsbau und Infrastrukturprojekten seit Jahren. Aber die Konkurrenz – auch aus dem Ausland – ist gross und brutal, der Preiskampf drückt auf die Margen. Die Firma Walo mischt in diesem harten Geschäft seit genau 100 Jahren mit und hat sich bei den Grossen der Branche etabliert. Als Familienunternehmen in diesem globalisierten Business, passt das?Firmenchef Walo Bertschinger, der den Betrieb in der 4. Generation führt, scheut gewöhnlich den Gang an die Öffentlichkeit. In seinem ersten grossen Interview erklärt er im «Tagesgespräch», mit welchen Konzepten man im Rennen bleibt und wo man die guten Leute findet.
    28 min
  • Martin Killias über Schusswaffenbesitz und Gewalt
    Vor knapp drei Wochen richtete ein Mann in Las Vegas mit tausend Schüssen ein Massaker an, und die Debatte über privaten Schusswaffenbesitz ist neu entfacht. Einer, der dieses Thema erforscht hat, ist Martin Killias. Er ist Gast von Susanne Brunner im «Tagesgespräch».Der bekannte Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie und selbständige Forscher Martin Killias hat sich jahrelang wissenschaftlich mit Schusswaffenbesitz und Gewalt auseinandergesetzt. Im Gegensatz zu anderen Forschungsgebieten sei dieses Feld nicht ganz einfach zu erforschen, weil man keine klassischen wissenschaftlichen Experimente machen könne, sagt Killias. Man könne nicht den einen Waffen geben, den anderen nicht, und schauen, was dann passiere. Man könne aber trotzdem beobachten, was passiere, wenn viele Menschen Zugang zu Schusswaffen hätten: sie werden gebraucht. Nur: Gerade hier gibt es Unterschiede zwischen den USA und der Schweiz. Während hierzulande Schusswaffen vor allem bei Suiziden und Familiendramen zum Einsatz kommen, werden sie in den USA auf der Strasse eingesetzt.
    28 min
  • Genderfachmann Andreas Borter gibt SIMG-Leitung ab
    Gut 30 Jahre lang war Andreas Borter in der Väter- und Männerarbeit tätig. Er hat das von männer.ch gegründete Schweizerische Institut für Männer- und Geschlechterfragen geleitet. Jetzt geht er und ist Gast von Susanne Brunner.«Baustelle Mann» – so hat die Frauenzeitschrift «Annabelle» kürzlich eine öffentliche Veranstaltung betitelt, in dem es um Frauenemanzipation und die Erwartungen von Frauen an Männer ging. Und da ging es natürlich auch um den Mann und um die Frage, ob der «Mann von gestern» ein «Auslaufmodell» sei.Lange ging es in der Diskussion um Gender und Gleichstellung vor allem um Frauenanliegen, um die Benachteiligung von Frauen beim Lohn, bei der Hausarbeit, in der Mutterrolle. Männer, die in diese Diskussion eine Männer- und Väterperspektive einbringen wollten, wurden belächelt oder gar des Anti-Feminismus verdächtigt.Als «männer.ch», der Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen, vor drei Jahren das Schweizerische Institut für Männer- und Geschlechterfragen in Burgdorf gründete, wurde der Theologe, Erwachsenenbildner und Genderfachmann Andreas Borter sein erster Leiter. Heute übergibt er die Leitung offiziell an seinen Nachfolger. Er selbst geht in Pension und blickt auf sein langes Engagement für neue Väter- und Geschlechterrollen zurück.
    27 min
  • Herbert Lackner zu den Wahlen in Österreich
    Österreich rutscht nach rechts und macht voraussichtlich den Weg frei für den jüngsten Regierungschef Europas: Sebastian Kurz von der ÖVP kann sich den Koalitionspartner aussuchen. Wen er wählen wird, fragt Ivana Pribakovic den ehemaligen Chefredaktor und Inlandchef der Zeitschrift «Profil».Mehr als die Hälfte aller wahlberechtigten Österreicherinnen und Österreicher hat sich für eine rechtskonservative Partei entschieden, Die ÖVP hat in Migrationsfragen praktisch das Programm von Straches FPÖ abgeschrieben, es aber angenehmer verpackt. Das Versprechen, die Flüchtlingsflut einzudämmen, hat viele verunsicherte Bürger überzeugt. Das Versprechen, Steuern zu senken und den Unternehmen entgegen zu kommen, hat ein anderes Segment auf die Seite der ÖVP gebracht. Die Linke hatte keine eigenen Ideen und steht jetzt mit abgesägten Hosen da, trotz zweitbestem oder drittbestem Resultat. Die rechtspopulistische FPÖ hat nach 17 Jahren wieder die Chance, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Wohin steuert Österreich mit diesem Wahlresultat?
    24 min
  • Albrecht von Lucke: Junge Führerfiguren und die Demokratie
    Mit 31 Jahren wäre Sebastian Kurz der jüngste Kanzler in der Geschichte Österreichs. Jugend gleich Hoffnung in der Politik? Politikwissenschaftler und Autor Albrecht von Lucke in Berlin ist Gast von Susanne Brunner.Am Sonntag sind Nationalratswahlen in Österreich, und der unbestrittene Star des Wahlkampfs ist Sebastian Kurz, der kurzerhand die alte, traditionsreiche ÖVP übernommen hat und gute Chancen hat, mit seinen erst 31 Jahren Kanzler zu werden. Kurz ist nicht der erste charismatische Jungpolitiker, auf den viele ihre Hoffnungen projizieren. Es gab sie in der Geschichte immer wieder. Dass gerade jetzt ein Sebastian Kurz und ein Emmanuel Macron sozusagen als Heilsbringer gelten, habe mit dem Zustand der Demokratie in Europa zu tun, ist Albrecht von Lucke überzeugt. Er ist Redaktor der «Blätter für deutsche und internationale Politik» in Berlin, der meist abonnierten politisch-wissenschaftlichen Monatszeitschrift im deutschsprachigen Raum.
    26 min
  • Karin Wenger über den Exodus der Rohingyas aus Burma
    Ausgerechnet das Land der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi vertreibt eine halbe Million Menschen mit brutalster Gewalt. SRF Südostasien-Korrespondentin Karin Wenger ist Augenzeugin und Gast von Susanne Brunner.Die Weltgemeinschaft übertreibe die Zahl der muslimischen Rohingyas, die in den letzten Wochen aus Burma geflohen seien, sagt der Armeechef in Burma heute. Flüchtlinge genau zu zählen ist schwierig, Tatsache ist aber: im Grenzgebiet zwischen Burma und Bangladesch spielt sich eine humanitäre Katastrophe ab, die selbst Menschen erschreckt, die schon einiges an Elend in Flüchtlingslagern gesehen haben. Diese Woche hat die UNO mit der grössten Cholera-Impfaktion seit dem verheerenden Erdbeben in Haiti vor sieben Jahren begonnen, was das Ausmass des Elends erahnen lässt.Die erneute Flüchtlingswelle aus Burma stelle die einheimische Bevölkerung Burmas vor grosse Probleme, sagt Karin Wenger. «Bangladesch ist ein mausarmes Land und trotzdem spürt man eine enorme Solidarität mit den Flüchtlingen». Diese Menschen bräuchten dringend eine Zukunft - sonst drohe eine Radikalisierung, so Wenger weiter.
    25 min
  • Jean Asselborn zum Katalonien-Konflikt und der Zukunft der EU
    «Bis die EU eine Föderation ist, wird es 2050». Die Separatisten in Spanien haben die Unabhängigkeit noch nicht ausgerufen. Die EU appelliert jetzt aber an beide Seiten, Vernunft anzunehmen. Das sagt Jean Asselborn, der luxemburgische Aussenminister bei Ivana Pribakovic.Grossbritannien will nicht mehr Teil der EU sein, Katalonien will nicht mehr Teil Spaniens sein, separatistische Ideen gibt es auch in Italien, Frankreich, Belgien, Grossbritannien, Polen. Bricht die EU auseinander? Jean Asselborn glaubt das nicht. «Wir müssen aber gegen den Wertezerfall arbeiten», sagt er und meint die Unterschiede zwischen West- und Osteuropa, die Zustände in Ungarn und Polen. «Wir sprechen von Rechtsstaatlichkeit und räumen bei uns selbst nicht auf», so Asselborn im Tagesgespräch.
    25 min
  • Konfliktvermittlerin Heidi Tagliavini zu Katalonien
    Alles schaut auf Barcelona: Wird Carles Puigdemont die Unabhängigkeit Kataloniens ausrufen? Was in einem solchen Konflikt dringend zu tun wäre, erklärt die renommierte Diplomatin Heidi Tagliavini bei Ivana Pribakovic.«Vermitteln geht nur, wenn beide Seiten das wollen», sagt Heidi Tagliavini. Die Schweiz kann nur ihre guten Dienste anbieten, aber niemandem etwas aufzwingen. Klar ist für sie die völkerrechtliche Seite des Konflikts: Spanien ist im Recht. Aber: Spanien müsste doch die Probleme der Katalanen anhören und sich auch überlegen, ob das System der Steuerverteilung stimmt. «Ich finde die Bereitschaft erschreckend, bis zum Äussersten zu gehen», sagt Heidi Tagliavini und meint nicht nur Spanien. Etwas ist für sie klar: Die Unabhängigkeitserklärung Kosovos war ein Fehler. Ein Fehler, der bis heute Konsequenzen hat.
    25 min
  • Generationen-Dialog: Rosmarie Zapfl und Andri Silberschmidt
    Legislatur-Halbzeit in Bundesbern mit Scherbenhaufen: Die AHV-Reform ist gescheitert, die Solidarität zwischen jung und alt auch? Darüber diskutieren Rosmarie Zapfl (78) und Andri Silberschmidt (23) bei Susanne Brunner (53).«Auch heute zeigen sich viele junge Leute solidarisch. Im Gegensatz zu heute, war Solidarität früher jedoch ganz selbstverständlich, ohne dass man darüber reden musste», sagte Zapfl im Tagesgespräch.Rosmarie Zapfl gehört zur ersten Generation von Frauen, die in der Schweiz eine politische Karriere gemacht hat. Mehr als 30 Jahre lang politisierte sie für die CVP als Gemeinderätin, Stadträtin und Nationalrätin, sie kämpfte für die Gleichstellung, präsidierte den grössten Verband der Schweizer Frauenorganisationen Alliance F.Andri Silberschmidt ist Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz. Er trat der Partei als 17-Jähriger bei, gründete eine Parteisektion in Hinwil, und er kandidiert für den Zürcher Gemeinderat. Er arbeitet als Banker, macht daneben ein Masterstudium an einer Fernuniversität, hat ein Pop-Up Gastro-Unternehmen gegründet, und er hat sich erfolgreich für ein NEIN zur AHV-Reform 2020 engagiert. «Wenn das Stimmvolk egoistisch wäre, hätte es die Reform angenommen», ist Silberschmidt der Meinung. Solidarität habe auch für ihn einen grossen Stellenwert. Bei der Rentenreform müssten alle ihren Beitrag leisten, so Silberschmidt weiter.
    26 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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