Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Ökonom Aymo Brunetti: Zehn Jahre im Krisen-Modus
    Vor zehn Jahren begann es zu knirschen auf dem US-Immobilienmarkt. Doch kaum jemand realisierte, dass das der Anfang einer schweren Finanzkrise war, die die ganze Welt erfassen sollte. Wirtschaftsprofessor Aymo Brunetti erinnert sich im «Tagesgespräch» bei Iwan Lieberherr.Im Spätsommer 2007 mehrten sich Meldungen über Probleme auf dem US-Immobilienmarkt. Viele Leute hatten sich verschuldet für ein Eigenheim, obschon sie sich die Hypothek gar nicht leisten konnten. Diese Probleme haben den weltweiten Finanzmarkt in den Abgrund gerissen – via verbriefte Hypothekarkredite, komplexe Wertpapiere, die findige Banker sich ausgedacht hatten. Als der Wert dieser Papier nicht mehr genau bestimmt werden konnte, brach der Markt zusammen. Und viele Banken, die massenhaft solcher Papier besassen, kamen ins Taumeln.Zuerst konnten die Zentralbanken die Krise noch unter dem Deckel halten, indem sie die Märkte mit billigem Geld regelrecht fluteten. Doch ein Jahr später ging die US-Bank Lehman Brothers in Konkurs, und die UBS musste vom Staat gerettet werden.Im «Tagesgespräch» erklärt Aymo Brunetti, der damals Chefökonom im Staatssekretariat für Wirtschaft war, weshalb man die ersten Krisen-Signale nicht gesehen habe. Und was man aus der Krise gelernt habe. Brunetti warnt davor, die unterdessen verschärften Kapital-Vorschriften für die Banken wieder zu lockern.
    28 min
  • Peter Hegglin, Präsident der Branchenorganisation Milch
    Die Milch wird teurer: Die Branchenorganisation einigt sich auf eine Preiserhöhung um drei Rappen und kommt so den Forderungen der Bauern entgegen. Herrscht nun Ruhe an der Milchfront? Der Zuger Ständerat Peter Hegglin erklärt den komplizierten Milchmarkt im Tagesgespräch bei Marc Lehmann.Um den Milchpreis wird stets heftig gestritten. Verarbeiter und Händler wollen nicht so viel für das «weisse Gold» bezahlen, wie das die Produzenten gerne hätten. Nun sollte aber für eine Weile Ruhe einkehren, weil der Richtpreis für den Liter Milch von höchster Qualität auf 68 Rappen steigt. Doch reicht das, um das fortwährende Bauernsterben zu bremsen? Jährlich steigen in der Schweiz 1000 Milchbauern aus der Produktion aus. Der ehemalige Zuger Finanzdirektor und heutige CVP-Ständerat Peter Hegglin steht seit Kurzem der Branchenorganisation Milch vor, die alle Akteure aus der Wertschöpfungskette unter einem Dach vereint. «Die Schweiz ist ein Gras-Land. Wir möchten, dass dies so bleibt. Wir wollen Milch produzieren, die auf dieser Basis entsteht», sagt Hegglin. «Zum Beispiel Palmöl in den Futtermitteln möchten wir verhindern.» Als Moderator muss er die unterschiedlichsten Interessen miteinander zu vereinbaren versuchen. Eine Herkulesaufgabe.
    27 min
  • Abstimmungskontroverse: AHV-Reform
    Was geschieht nach 65? Die Rentenreform geht alle an und der Abstimmungskampf ist im vollen Gang. «Ein Ja sichert die Renten», sagen die Befürworter. «Genau das Gegenteil ist der Fall», antworten die Gegner.Heute, einen Monat vor der Entscheidung, stehen zwei Politikerinnen bereit für den Wettkampf ums bessere Argument: Ja zur Reform sagt SP-Vizepräsidentin Barbara Gysi. «Trotz der Erhöhung des Rentenalters für Frauen, im Gesamtpaket ist die Reform für die Frauen gut, weil zum Beispiel die Rente insgesamt steigen.» Nein zur Reform sagt FDP-Ständerätin Karin Keller Sutter. «Das Frauenrentenalter 65 ist zwar richtig, um die Renten zu finanzieren, aber der Rentenausbau um 70 Franken für alle frisst die Einnahmen gerade wieder auf, das ist keine Verbesserung der Frauen.» Ja oder Nein zu diesem grossen Umbau von AHV und Pensionskassen? Dominik Meier leitet die Debatte.
    29 min
  • Axel van Trotsenburg, Vizepräsident der Weltbank
    Er jongliert mit Milliarden – und ist doch kein Banker im herkömmlichen Sinn: Axel van Trotsenburg ist als Vizepräsident der Weltbank ein wichtiger Akteur in der internationalen Entwicklungspolitik und Gast von Marc Lehmann im «Tagesgespräch».Van Trotsenburg, ein holländisch-österreichischer Doppelbürger, blickt auf eine fast 30jährige Karriere bei der Weltbank zurück: Er war Länderdirektor in Lateinamerika und in Ostasien und ist als sogenannter Finanzentwickler an den Schalthebeln, wenn es um die Mittelbeschaffung geht. Eine zentrale Funktion, denn die Weltbank braucht viel Kapital, wenn sie alle Aufgaben bewältigen will, die sie sich auf die Fahne geschrieben hat: Eindämmung der Armut, Bekämpfung des Klimawandels, Bewältigung der Flüchtlingskrise. Ist die Washingtoner Institution, bei der die Schweiz seit genau 25 Jahren Mitglied und treue Zahlerin ist, diesen gigantischen globalen Aufgaben gewachsen?Ja, ist van Trotsenburg überzeugt. Nach wie vor seien multilaterale Organisationen notwendig, denn globale Probleme wie der Klimawandel benötigten auch globale Lösungen. Zudem habe die Weltbank aus der Kritik, die vor allem in den 70er und 80er Jahren auf sie einprasselte gelernt. Damals habe es tatsächlich Programme gegeben, die nicht funktioniert hätten. Heute ist die Nachfrage nach Weltbank-Krediten so hoch wie. Das hänge, so Van Trotsenburg, auch damit zusammen, dass auch Länder mit mittlerem Einkommen nach wie vor partiell Hilfe benötigten.
    27 min
  • Psychologe Hans-Georg Häusel über das Kaufverhalten
    Der deutsche Psychologe Hans-Georg Häusel gilt als «Vater» des Neuro-Marketings in Deutschland. Er untersucht, weshalb wir die meisten Kaufentscheide aus dem Bauch heraus fällen und was dabei genau in unserem Gehirn geschieht. Hans-Georg Häusel ist Gast von Iwan Lieberherr.Wir ergattern uns im Ausverkauf eine günstige blaue Hose – und freuen uns über das Schnäppchen. Dabei haben wir zu Hause im Schrank bereits mehrere blaue Hosen. Wir wissen eigentlich, dass wir eine weitere blaue Hose gar nicht brauchen – aber wir kaufen sie trotzdem. Schuld ist unser Gehirn, das sich von Emotionen leiten lässt und lieber nicht zu viel denkt, sondern auf eine schnelle Belohnung aus ist. Das nutzen die Detailhändler natürlich gekonnt aus, um uns noch mehr anzudrehen. Neuro-Marketing nennt sich das – wenn Erkenntnisse aus der Hirnforschung im Detailhandel umgesetzt werden.Anwendungen des Neuro-Marketings finden sich auch in der Ladenarchitektur, sagt Häusel. Er riet beispielsweise einer Buchhandel-Kette, Bücher nicht einfach in Regalen zu präsentieren, sondern im Laden Themen-Inseln und Wohlfühlzonen zu schaffen. Darauf hin seien die Buchverkäufe angestiegen.
    28 min
  • Thomas Fisler, Leiter des Deza-Büros in Pjöngjang
    Nordkorea hält die Welt in Atem, Jungdiktator Kim Jong Un prahlt mit seinen Langstreckenraketen. Kann das Land den Weltfrieden bedrohen? Thomas Fisler, einer der intimsten Kenner Nordkoreas, berichtet im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann aus der Innensicht.Seit vier Jahren arbeitet Fisler als Entwicklungshelfer für die Schweizer Deza in Pjöngjang. Kaum ein ausländischer Delegierter kennt die Verhältnisse im abgeschotteten Land besser als der 65jährige Zürcher. Die Lebensumstände in der Hauptstadt mögen sich verbessert haben, aber draussen auf dem Land herrscht immer noch die pure Not.Warum ist denn der vermeintlich mausarme Staat in der Lage, teure Atomwaffenprogramme zu entwickeln? Und ist es in Ordnung, dass sich die Schweizer Entwicklungshilfe in dieser totalitären Diktatur engagiert?Thomas Fisler, der bald in Pension geht, steht anlässlich seines Heimat-Besuchs dem «Tagesgespräch» Rede und Antwort.
    26 min
  • Der «Block-Chain-Guru» zum digitalen Boom auf dem Finanzplatz Zug
    Der Kanton Zug nimmt es mit London und Singapur auf. Er möchte bei der digitalen Veränderung der Finanzbranche die Nase ganz vorne haben. Dafür sorgt unter anderem Oliver Bussmann, Präsident der Crypto Valley Association. Er ist Gast von Elisabeth Pestalozzi.Der Kanton Zug will zur internationalen Metropole der digitalen Finanzwelt werden. «Wir hoffen auch, dass wir in dem Zusammenhang auch Arbeitsplätze schaffen können», sagt Oliver Bussmann. Der frühere IT-Chef der UBS, der in den Medien als Block-Chain-Guru gehandelt wird, ist Präsident der Crypto Valley Association. Die Vereinigung bringt Unternehmen, Forschung und Verwaltung zusammen.Zahlreiche junge Firmen haben sich in den letzten Jahren im Kanton Zug angesiedelt und arbeiten intensiv an der sogenannten Block-Chain-Technologie. An gewissen Orten im Kanton Zug kann man bereits mit virtuellem Geld – mit Bitcoins – bezahlen. Bitcoin ist die Währung, die in den letzten Tagen enorm an Wert zugelegt hat. Gewisse Experten befürchten gar, dass die Bitcoin-Blase platzt. Doch Volkswirtschaftsminister Johann Schneider Ammann setzt sich trotzdem für günstige Bedingungen für Start-Up-Firmen in diesem Bereich ein. Zu Recht?
    25 min
  • Wie kann die Lebensqualität in den Städten hoch gehalten werden?
    Schweizer Städte setzen auf Dienstleistungen, die gewerbliche Industrie wird ins Umland vertrieben. Stimmt das? Eine neue Studie stellt fest: Die Industrie ist in den Städten noch immer gut verankert. Erklärungen von Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch im Tagesgespräch bei Marc Lehmann.Die Gewerblich-industrielle Produktion und die Hightech-Industrie werden zwar zunehmend aus den Grossstädten verdrängt, zugunsten des wertschöpfungs-intensiveren Dienstleistungssektors. Trotzdem hält sich auch die urbane Produktion in den Schweizer Städten noch immer erstaunlich gut – zu diesem Schluss kommt eine Studie des Städteverbands. «Die gewerbliche Produktion geht immer mehr zurück. Aber wir sind immer noch froh um Industrie- und Gewerbezonen. Wir wollen diese Flächen zu bezahlbaren Preisen erhalten», sagt Corinne Mauch. Aber der Boden ist knapp, und die Ansprüche sind vielfältig. Denn seit die Leute wieder vermehrt in die Städte drängen, brauchts auch immer mehr Wohnraum. Wie verteilt man den knappen Platz sinnvoll und hält dabei die Lebensqualität hoch? «Mit der Digitalisierung gibt es immer eine grössere Vermischung der Sektoren, auch die Durchmischung der Bevölkerungsgruppen beim Wohnen ist wichtig, deswegen will die Stadt auch preisgünstige Flächen und Wohnungen und flexible Nutzungsvorschriften», so Mauch. Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch über ihre Vision von der Stadt der Zukunft, in der Wohnen und Arbeiten möglichst reibungslos einher gehen.
    27 min
  • Historiker Urs Altermatt zur Debatte rund um die Bundesratswahl
    Fast sein ganzes Leben lang hat sich der Historiker Urs Altermatt mit dem Bundesrat beschäftigt. Dass das Tessin nur einen Kandidaten für die Nachfolge von Didier Burkhalter präsentiert, versteht er nicht. Altermatt ist Gast von Elisabeth Pestalozzi.Nicht nur die Schule hat gestern in zahlreichen Kantonen wieder angefangen, auch in der Politik sind die Sommerferien zu Ende. Morgen trifft sich der Bundesrat zu seiner ersten Sitzung nach der langen Pause, und auch die Parlamentarier haben die Arbeit in den Kommissionen wieder aufgenommen. Nun dürfte unter der Bundeshauskuppel auch das Taktieren um die Nachfolge von Didier Burkhalter so richtig losgehen. Als Kronfavorit gilt der Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis. Aber ist er wirklich der Richtige? Oder haben die Kandidaten aus der Romandie etwa doch noch Chancen? Und braucht es nicht doch eine Frau? Kaum einer kennt sich mit Bundesratswahlen besser aus als der Historiker Urs Altarmatt. Der Verfasser des Bundesratslexikons verfolgt die Entwicklungen in der Landesregierung seit bald 40 Jahren. Elisabeth Pestalozzi hat mit ihm gesprochen.
    27 min
  • Schweizer Gymnasien: Wie steht es um die Qualität?
    Nach den Sommerferien gehts wieder los. Das neue Schuljahr beginnt.. Auch die Lehrerschaft muss wieder ran: Zum Beispiel die Walliser Gymnasiallehrerin Carole Sierro und der Zürcher Kantonsschullehrer Lucius Hartmann – sie erklären im Tagesgespräch bei Marc Lehmann, worauf es bei Ihnen ankommt.Immer mehr Schülerinnen und Schüler drängen ans Gymnasium, der Trend geht in Richtung Matura. Die Maturaquote beträgt landesweit etwa 20 Prozent. In einigen Kantonen der Westschweiz sowie in Basel-Stadt schliessen aber sogar 30 Prozent mit der Hochschulreife ab. Sind das zu viele? Und schaffen es die Richtigen ans Gymnasium? Kann angesichts des Ansturms die Bildungsqualität erhalten werden? Und wie gehen die Lehrpersonen mit den stetig wachsenden Anforderungen um? Fragen an Carol Sierro, sie ist Französisch-Lehrerin am Kollegium Spiritus Sanctus in Brig und Präsidentin des Vereins schweizerischer Gymnasiallehrinnen und -Lehrer – sowie an Lucius Hartmann, Lehrer für Griechisch, Latein und Mathematik an der Kantonsschule in Wetzikon. Er hat im Auftrag des Gymnasiallehrer-Vereins zwei Studien zu den Arbeits- und Anstellungsbedingungen der Lehrerschaft durchgeführt.
    28 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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