Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • 50 Millionen für die Kirchen: Gut angelegtes Geld
    Die Landeskirchen bekommen vom Kanton Zürich Geld für die Arbeit, die der gesamten Gesellschaft nützt. Eine Studie zeigt: der Kanton bekommt mehr dafür als er bezahlt. Bei Ivana Pribakovic diskutieren SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr und die Vertreter der reformierten und katholischen Kirche.Die grossen Schweizer Landeskirchen, die katholische und die reformierte, verlieren laufend Mitglieder. Die Kirchen scheinen an Bedeutung zu verlieren. Eine Studie im Kanton Zürich zeigt jetzt aber: die Kirchen leisten wertvolle Arbeit. Freiwillige leisten 1,9 Millionen Gratisarbeit und bieten Sozialhilfe, Seelsorge, Mittagstische, Krabbelgruppen oder Sprachkurse für Migrantinnen und Migranten an. Diese Freiwilligenarbeit der Landeskirchen entspricht 870 Vollzeitstellen. Einen Teil dieser Stellen müsste der Kanton selbst besetzen und teurer bezahlen. «Die Kirchen sind aber weit mehr wert als das», sagt Justizvorsteherin Jacqueline Fehr. Was meint sie damit? Wie wichtig ist das Christentum noch in unserer Gesellschaft? "Sinnsuche kann der Staat nicht leisten, dafür ist die Kirche da", sagt Benno Schnüriger vom Synodalrat der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. Und sollte der Staat auch andere Glaubensgemeinschaften anerkennen? "Es braucht Zeit, es braucht Vertrauen", sind sich die Gäste des Tagesgesprächs einig.
    28 min
  • Agronom Stefan Flückiger will die «Agrarwende»
    Gestern Abend in Basel: die letzte Generalversammlung der Syngenta, bevor der Agrochemie-Konzern in chinesische Hände übergeht. Was hat dieser Wechsel für Auswirkungen auf unsere Ernährung? Der Agronom Stefan Flückiger macht sich im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann Gedanken.Immer weniger Konzerne dominieren die weltweite Agrar- und Lebensmittelindustrie und bestimmen, was auf unsere Teller kommt. Das birgt Gefahren, denn Grösse und Macht der Agrar-Multis wachsen bedrohlich, und nationale Wettbewerbsbehörden können gegen diese Giganten wenig ausrichten.Wer entscheidet, was wir essen? Und wie können bald neun Milliarden Menschen ernährt werden? Der promovierte ETH-Agronom Stefan Flückiger ist Dozent für Agrarwirtschaft und Nachhaltigkeit an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. «Der Konsument hat immer noch die Wahlmöglichkeit, er muss aber seine Verantwortung wahrnehmen.»Als ehemaliger Leiter Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement bei der Migros sowie Geschäftsführer von Bio-Suisse kennt Flückiger auch die kommerzielle Seite der Ernährungsbranche. «Agrar-Multis nutzen das Abhängigkeitsverhältnis der Bauern aus.» Er plädiert für eine «Agrarwende». «Es braucht mehr nationale Regeln und Leitplanken.»
    27 min
  • Adrian Lobsiger, Eidgenössischer Datenschutzbeauftragter
    Der Anspruch auf ein selbstbestimmtes und privates Leben ist ein Grundrecht. Nur: gilt das noch, wenn Firmen mit unseren Daten machen, was sie wollen? Gast von Susanne Brunner ist EDÖB Adrian Lobsiger, der seinen Jahresbericht vorstellte.Unsere Daten sind eine Goldgrube. Und oft wird nicht klar deklariert, was mit ihnen passiert, wie lange sie gespeichert werden, an wen sie weitergegeben werden und warum. Die Kontrolle über unsere eigenen Daten entgleitet uns im Zeitalter von Big Data, künstlicher Intelligenz und Robotik immer mehr. Aufgabe des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten ist es, sich für unser Grundrecht auf Privatsphäre einzusetzen. Kann er das? Und was heisst die rasante technologische Entwicklung für eine kleine Schweizer Behörde, die mit einem Jahresbudget von nicht einmal sechs Millionen Franken Milliardenkonzernen und dem Staat auf die Finger schauen muss?
    25 min
  • Cordula Seger und Alex Willener
    Der Alpentourismus schwächelt, Tourismusregionen stehen unter Druck. Die bekannten Entwicklungs- und Wachstumsmodelle wirken überholt. Was ist zu tun? Cordula Seger und Alex Willener diskutieren touristische Zukunftsfragen an einer Tagung in Pontresina – und im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann.Der Klimawandel, der starke Franken, globale Konkurrenz und Einschränkungen wie die Plafonierung von Zweitwohnungen machen den alpinen Regionen zu schaffen. Viele sind zu einseitig auf Tourismus ausgerichtet, können sich aber nicht permanent neue Infrastrukturen leisten, um den Trends Rechnung zu tragen. Was gibt es also für Alternativen, um die Gäste trotzdem in die Alpen zu locken? Wie kann ökonomisch und ökologisch nachhaltiger Tourismus besser entwickelt und wie können die Einheimischen besser in den Veränderungsprozess einbezogen werden?Eine Tagung der «Interakademischen Kommission Alpenforschung Schweiz», die heute Freitag und morgen Samstag in Pontresina stattfindet, sucht nach Lösungsansätzen. Die Engadiner Kulturwissenschaftlerin Cordula Seger und Alex Willener, Regionalentwickler an der Hochschule Luzern, diskutieren mit.
    25 min
  • Chefarzt Roger von Moos: Was, wenn Methadon Krebs heilen könnte?
    Die Beobachtung einer deutschen Chemikerin, dass Methadon bei Chemo-Patienten Tumore «frisst», hat Hoffnungen geweckt. Falsche? Roger von Moos ist Chefarzt Onkologie am Kantonsspital Graubünden und Gast von Susanne Brunner.«Es gibt in der Medizin unerklärbare Erfolge»Vor einiger Zeit berichteten Krebspatientinnen und –patienten in einem ARD-Fernsehbeitrag von Tumoren und Metastasen, die plötzlich weg waren. Dabei hatten ihnen ihre Ärzte hatten ihnen nur noch wenige Monate Überlebenschance vorausgesagt. Grund für dieser Hoffnungsschimmer für unheilbar Kranke war die Entdeckung einer deutschen Chemikerin. Sie beobachtete, dass Methadon, allgemein aus der Therapie von Heroinsüchtigen bekannt, in Kombination mit Chemotherapie, Krebszellen zum Verschwinden bringen konnte. Der grosse Teil der Fachwelt reagierte ablehnend, warnte vor Nebenwirkungen von Methadon. Die Chemikerin fordert die Durchführung einer klinischen Studie. Nur: wer finanziert diese? Redet die Pharmaindustrie mit? Wer bestimmt, wann eine Studie gemacht wird, und wer finanziert sie? Roger von Moos ist Präsident der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung SAKK. Diese bestimmt massgeblich mit, was in der Krebsforschung gemacht wird und was nicht.
    27 min
  • Philipp Scholkmann über die Lage in Mossul
    Die Rückeroberung Mossuls geht voran: Die zweitgrösste irakische Stadt wird von der Armee aus dem Würgegriff der Terrormiliz IS befreit. SRF-Nahostkorrespondent Philipp Scholkmann schildert die Eindrücke seiner Reise ins Krisengebiet im Tagesgespräch bei Marc Lehmann.«Irak ist am Nullpunkt- und muss sich neu erfinden»Mossul: Die Metropole im Norden Iraks ist zum Inbegriff des IS-Terrors geworden. Vor drei Jahren wurde die Stadt, in der auch eine beträchtliche christliche Minderheit lebte, von den sunnitischen Fanatikern regelrecht überrannt. Der so genannte Islamische Staat rief dort ein Kalifat aus. Nun werden die Terroristen zurückgedrängt. Aber was kommt dann? Rache, Vergeltung? Politische Prozesse oder Stabilisierungskonzepte sind jedenfalls fast nirgendwo sichtbar.Philipp Scholkmann hat den Norden Iraks in den letzten Wochen bereist. Er hat mit den Menschen in den Flüchtlingslagern, mit Militärs und Zivilisten gesprochen – und sich Gedanken darüber gemacht, wie es in diesem versehrten Land weitergehen könnte.
    27 min
  • Andreas Gross: Demokratie in Europa ein Jahr nach Brexit-Ja
    Juni 2016: JA zu Brexit, eine starke Marine Le Pen in Frankreich, die AfD in Deutschland. Juni 2017: Brexit, ja aber, Emmanuel Macron in Frankreich – alles anders? Demokratie-Experte Andreas Gross ist Gast von Susanne Brunner.Wer hätte vor einem Jahr vorausgesagt, dass Emmanuel Macron Präsident Frankreichs und mit seiner neugegründeten Bewegung die absolute Mehrheit in der französischen Nationalversammlung erringen würde? Wer, dass die britische Premierministerin so kurz nach dem JA zum Brexit Neuwahlen ausrufen und dabei eine Schlappe erleiden würde? Auf den ersten Blick sieht Europa anders aus als vor einem Jahr. Stimmt das? «Nein, der Protest ist derselbe geblieben. Viele fühlen sich vergessen, stimmten für Brexit, jetzt für Jeremy Corbyn, Macron konnte innert eines Jahres von null auf hundert punkten ...», sagt Andreas Gross. «Heute ist der Markt grösser als der Staat, der Staat kann den Markt nicht mehr lenken, das ist eine Begrenzung der nationalen Demokratie.» Gross war in Frankreich, den Niederlanden und im Vereinigten Königreich als Wahlbeobachter im Einsatz, er hat viel gesehen und gehört. «Macron will Europa umbauen und nicht auflösen, dieser Ansatz ist sehr anspruchsvoll.» Der Politikwissenschaftler politisierte von 1991 bis 2015 für die SP im Nationalrat, er war als erster Schweizer Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg, und er ist Autor des Buches «Die unvollendete Direkte Demokratie.»
    25 min
  • Alain Arnaud, Jura-Korrespondent des Westschweizer Radios
    Moutier hat entschieden: Die bern-jurassische Kleinstadt wechselt zum Kanton Jura. Ist mit dem Verdikt die Jura-Frage nun wirklich beendet? Marc Lehmann diskutiert im «Tagesgespräch» mit Alain Arnaud, Jura-Korrespondent des Westschweizer Radios und intimer Kenner des Jura-Konflikts.137 Stimmen haben den Ausschlag gegeben: Moutier will den Kantonswechsel. Der Trennungsentscheid soll den Schlusspunkt eines langwierigen Verfahrens markieren, das von demokratischer Reife zeugt. Mit einer Kaskade von Volksabstimmungen wurde der Jura-Konflikt nach einem gewalttätigen Beginn nach und nach entschärft. «Ich habe in den letzten Tagen das Vertrauen für die Pro-Berner-Fraktion schwinden sehen. Die Pro-Jurassische Kampagne war sehr wirkungsvoll. Der wichtigste Faktor war wohl die Sprache und die familiären Traditionen», sagt Arnaud. Für die Berner ist mit dem Abschied Moutiers das Thema nun abgeschlossen. Doch sehen das auch die jurassischen Separatisten so? «10'000 Leute sangen die jurassische Hymne auf der Strasse, da war schon sehr viel Patriotismus. Die Separatisten sagen zwar, sie wollten den sogenannten Südjura nicht vergessen, also den Berner Jura, aber ich glaube, im Moment wird Ruhe sein, denn gestern feierten alle gemeinsam», so Arnaud.Der zweisprachige Bieler Journalist Alain Arnaud berichtet für das Westschweizer Radio RTS über Bern und den Jura. Er verfolgt den Jura-Konflikt seit Jahren – seine Beobachtungen und Erkenntnisse im «Tagesgespräch».
    27 min
  • Andrea Weidemann und Kilian Elsasser über das neue Finanzmuseum
    Historische Wertpapiere, frühe Bancomat-Karten und ein Börsenspiel: In Zürich bekommt der Finanzplatz Schweiz ein Museum. Direktorin Andrea Weidemann und Kurator Kilian Elsasser erklären im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann, wie man Finanzen ausstellt.Jedes Wertpapier erzählt seine eigene Geschichte – und zeugt gleichzeitig von der Vergänglichkeit des Gewinnstrebens. Die stolzen und lukrativen Firmen aus der Zeit der Industrialisierung – Ölkonzerne, Eisenbahngesellschaften, Handelsriesen –, sie existieren heute nicht mehr. Aber die kunstvoll illustrierten Aktien und Obligationen erinnern an Konjunkturen und Krisen, Haussen und Baissen, Skandale und Bankrotte.Der Schweizer Börsenbetreiber SIX hat an seinem neuen Hauptsitz in Zürich-West das erste Finanzmuseum der Schweiz eingerichtet. Anhand von alten Wertpapieren und interaktiven Multimedia-Installationen wird die Geschichte der Finanzwirtschaft seit dem 16. Jahrhundert dargestellt. Warum ist im Bankenland Schweiz nicht früher jemand auf diese Idee gekommen?
    26 min
  • FDP-Präsidentin Petra Gössi zum Rücktritt von Didier Burkhalter
    Didier Burkhalter will nicht mehr Bundesrat sein. Er tritt auf Ende Oktober zurück. Das heisst jetzt Arbeit fürs Parteipräsidium. Petra Gössi, Präsidentin der FDP. Die Liberalen und Nationalrätin aus dem Kanton Schwyz ist Gast von Susanne Brunner.Mit dem Zeitpunkt seiner Rücktrittsankündigung hat Bundesrat Didier Burkhalter alle überrascht. Auch die Parteileitung: «Zuerst fiel uns die Kinnlade herunter», sagt FDP-Präsidentin Petra Gössi, «da wussten wir kurz nicht, was sagen.» So ein Rücktritt sei immer ein grosser Einschnitt. Spekulationen über seine Nachfolge möchte Petra Gössi nicht befeuern. Sie sagt aber, was für einen Bundesrat ihre Partei mit dem Neuenburger verliert: «Er ist in grosser Staatsmann und hat sich den Entscheid des Rücktritts nicht leicht gemacht.» Petra Gössi erklärt aber auch, wie Didier Burkhalter in seinem Bestreben, mit der EU ein institutionelles Rahmenabkommen auszuhandeln, immer mehr auch den Rückhalt in seiner eigenen Partei verlor. In seinem glanzvollsten Jahr, 2014, als Didier Burkhalter nicht nur Bundespräsident, sondern auch Vorsitzender der OSZE war, wurde er gleich mehrfach gefordert. Kaum hatte das Jahr begonnen, nahm das Schweizer Stimmvolk die Masseneinwanderungsinitiative der SVP an und versetzte den helvetisch-europäischen Beziehungen einen Dämpfer. Da habe Didier Burkhalter oft als Schild hinstehen müssen. Dabei habe klar die Führung des Gesamtbundesrats gefehlt, so Petra Gössi. Ebenfalls im Jahr 2014 kam es zum Krieg in der Ukraine, wo Burkhalter deeskalierend habe einwirken können.
    25 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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