Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Yvan Lengwiler: «Das Bashing der Finma muss aufhören»
    Die Finanzmarktaufsicht müsse gestärkt werden. Damit sie früher intervenieren kann. Dies ist einer der Vorschläge von Yvan Lengwiler, Präsident der Expertenkommission Bankenstabilität. Denn das nächste Mal müsse eine systemrelevante Bank auch in den Konkurs geschickt werden können.
    Es war alles geplant, vorbereitet, und dann wurde doch auf den Plan B gesetzt. So wurde die CS statt abgewickelt, dass heisst zum Teil in den Konkurs geschickt, von der UBS gekauft. Einen solchen Plan B gibt es nun nicht mehr. Keine Bank der Schweiz kann eine UBS mehr übernehmen, eine staatliche Rettung käme sehr teuer. Die Wahrscheinlichkeit einer Bankenkrise dagegen, die ist da. Nun präsentiert die Expertengruppe «Bankenstabilität» heute ihre Vorschläge: Damit nie mehr in der Schweiz eine systemrelevante Bank gerettet werden muss. Eine schwierige Aufgabe, die innert weniger Monate gelöst werden musste. Die Expertinnen und Experten haben Erstaunliches herausgefunden bei ihren Gesprächen. Denn der Schweizer Plan B kam für viele überraschend. Welche Schlüsse zieht der Präsident der Kommission, Yvan Lengwiler in seinem Bericht? Er ist Professor für Nationalökonomie und Geldpolitik an der Universität Basel und ehemaliges Verwaltungsratsmitglied der Finanzmarktaufsicht.
    26 min
  • Aymo Brunetti: «Eine Grossbank – nicht um jeden Preis»
    Der Gewinn der UBS ist hoch, die Entlassungen können vom Arbeitsmarkt aufgefangen werden, die Übernahme der CS scheint geglückt. Wirtschaftsprofessor Aymo Brunetti warnt jedoch: Jedes Unternehmen der Schweiz muss Konkurs gehen können. Eine dritte Bankenrettung könne sich die Schweiz nicht leisten.
    Der Aufschrei war gross: Schon wieder muss eine Bank gerettet werden – mit Garantien des Staates und Geld der Nationalbank. Nun kann gesagt werden: Es ist noch einmal gut gegangen: Die Garantieverträge sind aufgelöst, die Gelder werden zurückbezahlt. Die UBS schreibt im zweiten Quartal zudem einen Gewinn von 29 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig muss die UBS sparen und Stellen streichen: Die 3000 Kündigungen erscheinen auf den ersten Blick jedoch weniger gravierend als befürchtet.
    Aymo Brunetti, Professor für Wirtschaftspolitik und Finanzstabilität der Universität Bern hatte nach der Finanzkrise mitgeholfen, die Too-Big-to-Fail-Regulierungen auszuarbeiten. Dieses Problem sei mit der Übernahme der CS durch die UBS nicht gelöst, sondern grösser geworden. Nun müssten Regeln her, die im Krisenfall ermöglichen, eine grosse und vernetzte Bank in den Konkurs zu schicken. Oder darüber nachgedacht werden, ob die UBS ihren Hauptsitz tatsächlich in der Schweiz haben soll.
    27 min
  • Frank Zobel: «Crack-Problem zeigt: Müssen Drogenpolitik anpassen»
    Verschiedene Schweizer Städte haben Probleme mit der Droge Crack. Besonders schwierig ist die Lage in Genf. Frank Zobel ist Vizedirektor von Sucht Schweiz und hat einen detaillierten Bericht zur Crack-Situation in Genf mitverfasst. Er fordert eine Anpassung der nationalen Drogenpolitik.
    Genf hat grosse Probleme mit der Droge Crack. Diesen Sommer wurde die Situation auch für die Sozialarbeiter des Drogenkonsumraumes neben dem Genfer Bahnhof zu prekär. Es gebe zu viel Gewalt, teilten sie mit. Der Crack-Konsum wurde aus ihren Räumen verbannt.
    Fast zeitgleich berichteten Zürcher Medien, dass im Langstrassen-Quartier eine offene Drogenszene entstanden sei. Auch dort sind offenbar viele Süchtige Crack-abhängig.
    Frank Zobel ist der Vize-Direktor von Sucht Schweiz. Er hat sich intensiv mit den Problemen rund um die Droge Crack und ihrem Konsum in der Schweiz beschäftigt. Im Mai ist ein detaillierter Bericht zur Crack-Situation in Genf erschienen, den er mitverfasst hat.
    27 min
  • Andreas Zivy: Die Gefahren für Afrika ohne Getreideabkommen
    Seit Russland das Getreideabkommen mit der Ukraine auslaufen liess, wächst die Sorge um Afrika. Agrarunternehmer Andreas Zivy handelt in Osteuropa mit Grundnahrungsmitteln. Als Stiftungsrat der Schweizer Demokratiestiftung weiss er aber auch, welche Folgen hohe Nahrungsmittelpreise in Afrika haben.
    Das Getreideabkommen zwischen Russland und der Ukraine ist ausser Kraft. Vor dem Krieg rangierten beide Länder unter den grössten Getreideproduzenten der Welt. Während den zwei Länder Milliarden entgehen, geht es in Ostafrika um Leben und Tod.
    Laut Uno sind in Ostafrika 60 Millionen Menschen von einer Dürre betroffen. Ohne Getreideabkommen könnten nun zusätzlich die Getreidepreise weiter steigen. Unsicher ist auch, wie die Reisernte wird. Viele Länder schränken deshalb den Export ein, um selbst genügend Nahrungsmittel zu haben.
    Andreas Zivy, selbst Agrarunternehmer, der mit Getreide und Mais handelt, kennt den Zusammenhang von Ernährungssicherheit und Demokratie. Als Stiftungsrat der Schweizer Demokratiestiftung verfolgt er auch die Entwicklungen in Ostafrika.
    28 min
  • Peter V. Kunz: «Mehr Recht für Tiere»
    Peter V. Kunz ist schweizweit der bekannteste Professor für Wirtschaftsrecht. Nun fokussiert er sich auch auf Tiere und veröffentlicht das erste Übersichtswerk zum Tierrecht der Schweiz.
    Seit 15 Jahren ist Peter V. Kunz schweizweit bekannt. Weil er sich in den Medien zu Banken-, Börsen- und Aktienrechtsfragen äussert. Was wenige wissen: Seit drei Jahren widmet er sich zusätzlich dem Tierrecht.
    Diese Woche erscheint sein 800 Seiten dickes Werk «Tierrecht der Schweiz». Es ist das erste Übersichtswerk dieser Art. Darin fordert er unter anderem ein gesetzlich verankertes Recht auf ein würdevolles und angemessenes Leben für Tiere.
    27 min
  • Gesa Schneider: «Das Literaturhaus ist ein Ort der Experimente»
    Zehn Jahre lang hat Gesa Schneider das Literaturhaus Zürich geführt. Jetzt tritt sie ab – und zieht eine positive Bilanz: Es sei ihr gelungen, das Literaturhaus internationaler zu machen und dabei ein neues, auch jüngeres Publikum zu gewinnen.
    Haben Sie heute schon gelesen? Lesen ist eine der ältesten Kulturtechniken überhaupt. Und im Alltag lesen wir ständig: Zugfahrpläne, Mittagsmenüs, WhatsApp-Nachrichten. Bedienungsanleitungen. Beipackzettel. Kuchenrezepte.
    Aber das Bücherlesen hat im Zeitalter des Smartphones einen schweren Stand. Und auch für Bücherläden und Verlage sind es keine einfachen Zeiten. – Umso mehr sind Vermittlerinnen von Literatur gefragt. Eine solche ist Gesa Schneider. Seit 10 Jahren leitet sie das Literaturhaus Zürich und hat in dieser Funktion rund 1000 Lesungen organisiert. Nun geht ihre Intendanz zu Ende. – Im «Tagesgespräch» zieht sie Bilanz und erzählt, welche Autorinnen und Autoren beim Publikum besonders ziehen. Sie ist zu Gast bei Rafael von Matt:
    28 min
  • Andrea Christen: Kann Trump noch Präsident werden?
    Der Wahlkampf ums Weisse Haus in den USA hat einen ersten Höhepunkt erreicht: Am Abend haben sich sieben Republikaner und eine Republikanerin zur ersten Fernsehdebatte getroffen. Sie alle wollen von ihrer Partei nominiert werden - und im nächsten Jahr gegen Präsident Joe Biden antreten.
    Acht republikanische Präsidentschaftskandidatinnen und Kandidaten trafen sich am Abend zur ersten TV-Debatte. Ex-Präsident Donald Trump ging nicht hin – und ist trotzdem omnipräsent. Einerseits weil sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der TV-Debatte über ihn äusserten und andererseits weil sich Trump heute den Justizbehörden in Georgia stellen muss. Die Aufmerksamkeit heute ist ihm Gewiss. Zudem ist er der klare Favorit unter den Republikanern. Ist Donald Trump so gut wie gesetzt als Präsidentschaftskandidat? Antworten liefert USA-Korrespondent Andrea Christen im Gespräch mit David Karasek.
    27 min
  • Simon Bornschier: «Schweiz, wie geht’s?»
    Die SRG will in diesem Wahljahr herausfinden, wie es der Bevölkerung in der Schweiz geht und was sie besonders beschäftigt. Dafür hat sie das Forschungsinstitut GFS Bern mit einer der grössten Meinungsumfragen beauftragt, die es in diesem Land je gegeben hat.
    Was die Verbundenheit mit dem eigenen Land angeht, zeigt die Umfrage ein ambivalentes Bild. Über drei Viertel der Befragten bezeichnen sich als ziemlich bis völlig schweizerisch. Rund ein Drittel aber findet, die meisten Schweizerinnen und Schweizer teilen ihre Werte nicht. Das «Tagesgespräch» analysiert die Ergebnisse der SRG Meinungsumfrage und fokussiert auf die Schweizer Identität. Was genau macht das Schweizerische aus? Politologe Simon Bornschier ist Direktor des Forschungsbereichs Politische Soziologie an der Universität Zürich und zu Gast bei David Karasek.
    25 min
  • Christian Hardinghaus: Medienmanipulation und Kriegspropaganda
    «Die Berichterstattung über den Ukrainekrieg in der westlichen Medienlandschaft kann man aus journalistischer und medienwissenschaftlicher Sicht nicht nur als ungenügend, sondern als dilettantisch bezeichnen», kritisiert der Historiker Christian Hardinghaus. Wie erklärt er seine steile These?
    Mit dem Volksempfänger der Nazis, einem Radiogerät mit nur einer Frequenz, begann die Karriere des Radios als Massenmedium vor 90 Jahren. Anders als unter Propagandaminister Josef Goebbels erheben Medien in der westlichen Welt heute den Anspruch, sachlich und unvoreingenommen zu berichten. Der Historiker Christian Hardinghaus zieht das in Zweifel. Er bemängelt, dass Medien seit der Pandemie zu wenig kritisch seien. Und im Ukrainekrieg bekomme die ukrainische Seite eine Plattform. Das wiederum spiele dem russischen Präsidenten Putin in die Hände. Denn es spalte die Gesellschaft. Wichtiger wäre es, die Täuschung aufzudecken und die Mechanismen zu verstehen. Konkrete Tipps gibt er in seinem Buch «Kriegspropaganda und Medienmanipulation. Was Sie wissen sollten, um sich nicht täuschen zu lassen», das neulich im Europa Verlag erschien. Im Tagesgespräch erklärt er verschiedene Mechanismen und formuliert Thesen.
    28 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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