Wunderbar Together

Wunderbar Together

By Felix Zeltner, Katalina Farkas und Oliver NermerichSociety & Culture
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Wunderbar Together episodes

  • Was hast du von Mark Zuckerberg gelernt, Arthur Gerigk?

    Arthur Gerigk blickt auf eine Traumkarriere im Silicon Valley zurück. Gestartet ist er als CMO von Rocket Internet und prägte hier das Wachstum von einigen der bekanntesten Digitalmarken Europas. 2016 wurde er von Facebook abgeworben. Seitdem hat ihn sein Weg als PM über Google zu Snap geführt – und dabei hat er mit allen großen Tech-CEOs zusammengearbeitet - unter anderem mit Mark Zuckerberg und Evan Spiegel.

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    PAULANER SUNSET

    Die berühmte Spezi gibt es jetzt auch endlich in den USA und zwar unter dem Namen - Paulaner Sunset. Jeder neue Gast von uns kriegt eine Palette von der berühmten "Cola with orange flavored soda" nach Hause geschickt.

    Wer das noch nicht beim Getränkemarkt um die Ecke gesehen hat, sei getröstet, er kennt das süß-fruchtige Kultgesöff dennoch längst, es hat dasselbe Retro-Etikett in Orange-Rot-Lila, nur dass das Wort "Spezi" durch "Sunset" ersetzt ist. "Paulaner Sunset", unter diesem Label vertreibt es die Brauerei nun in den USA. Gestartet wird der Verkauf in Kalifornien, gebraut wird aber in München.

    Für die "Cola with orange flavored soda", das Cola mit Orangenlimo, verspricht die Münchner Brauerei den Amerikanern: "With a Sunset in your hand you will always have sunshine in your heart", mit einem "Sunset" in der Hand wirst du immer Sonnenschein im Herzen haben. Münchens Spezi-Fans sind gespannt, ob sich das dort durchsetzt. Denn einen gewaltigen Makel hat die Sache ja schon: Wegen eines Uralt-Abkommens über die "Spezi"-Namensrechte mit der Augsburger Riegele-Brauerei muss sich Paulaner für die USA offenbar verbiegen, was den Markennamen angeht.

    RADIO.DE

    Wir sind mit Wunderbar Together jetzt auch bei radio.de gelistet und freuen uns wirklich sehr darüber. Eine tolle App – nicht nur fürs Radiohären, sondern auch um Podcasts zu konsumieren. Lieben Dank ans radio.de-Team.

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    MITARBEIT

    Redaktion: Felix Zeltner, Katalina Farkas und Olli Nermerich
    Visuals: Vivian Schmidt
    Producing und Sound: Heiner D'Alquen

    1 hr 22 min
  • Wie wird man Jazz-Star in New York, Timo Vollbrecht?

    Timo Vollbrecht wollte als Teenager nur eines: in einer Band spielen. Heute steht er in New York auf den Bühnen, auf denen seine Helden Geschichte geschrieben haben. In dieser Folge erzählt der Jazz-Saxophonist und Professor an der Brown University, wie aus einem Spielzeugsaxophon in einer Kleinstadt bei Hannover eine internationale Karriere wurde – und warum Jazz für ihn bis heute vor allem eins ist: radikale Freiheit.

    „Man kann es nicht wirklich beantworten“, sagt er über die Frage, was Jazz eigentlich ist – und verweist auf eine über hundertjährige Entwicklung zwischen afro-diasporischer Rhythmik und europäischer Harmonik.

    Der Einstieg in diese Welt war für ihn eine CD von Sonny Rollins, die ihn „hinten rüberfallen“ ließ. Was folgte, war ein Weg durch die deutsche Förderlandschaft bis hin nach New York – und in die ganze Welt. Bis zum akademischen Ritterschlag: heute ist Timo Jazz-Professor an der renommierten Brown University in Providence, Rhode Island, wo seit kurzem auch seine Familie lebt.

    Improvisation ist für Timo weniger sein musikalisches Spezialgebiet, als eine tägliche Praxis: „Wir improvisieren gerade. Wir sprechen gerade.“Improvisation und Jazz-Standards ermöglicht Timo mit Musikern, denen er nie zuvor begegnet ist, innerhalb von Minuten zusammenzufinden – egal ob in New York, Kairo oder Phnom Penh. Jazz ist eine „Community Music“, sagt Timo.

    Dem gegenüber steht die Ökonomie des Berufs an einem der teuersten Orte der Welt. „Jazzmusiker zu werden, um Geld zu verdienen, ist kompletter Wahnsinn“, sagt Vollbrecht. Er kennt den Glamour von Village Vanguard und Carnegie Hall – aber auch gnadenlose Gigs in Modeläden oder Spas ("in Kleidung!"),

    Und dann sind da diese Momente, für die sich alles lohnt: wenn Timo plötzlich neben seinen Idolen steht und merkst, dass er Teil ihres Sounds geworden bist. „Ich darf mitmachen.“

    🎷 Am 29. April tritt Timo Vollbrecht mit seiner Band im Seeds in Brooklyn auf. Weitere Termine der Tour zum aktuellen Album „Bremen New York“ gibt es hier👉 http://timo-vollbrecht.squarespace.com/tour-dates-2

    1 hr 21 min
  • Was muss gutes Design leisten, Hartmut Esslinger?

    Liebe Wunderbar-Crew, wir haben lange auf dieses Gespräch hingearbeitet, und sind umso glücklicher, die Folge jetzt endlich releasen zu können. Hartmut Esslinger hat uns aus seinem Haus in Los Gatos, Kalifornien, in sein Leben und auf seine Reise mitgenommen – und was für eine Reise das ist!

    Hartmut Esslinger ist eine Designlegende (oder auch: ein Designgott). Als Gründer von FROG Design hat er Produkte gestaltet, die Millionen von Menschen weltweit nutzen – darunter die ersten Apple-Computer, die die Design-DNA einer ganzen Branche geprägt haben. Für ihn war Apple von Anfang an mehr als ein Technologieunternehmen: „Apple hat eine Personality. Das ist der entscheidende Punkt." Eine Personality, die er selbst miterfunden hat – jung, weiblich, smart, sportlich, so seine Beschreibung.

    Hartmut ist aber auch ein Mensch mit klaren Haltungen, starken Meinungen und einem untrüglichen Gespür dafür, was gut ist – und was nicht. Unser Mikrofon, das wir ihm nach Hause geschickt haben, fand er übrigens „grausam". Gedankenlos zusammengeklappert, ohne Relevanz. So ist Hartmut: direkt, ehrlich, kompromisslos. Very German, you could say.

    Über KI im Design sagt er: „Generative Design ist gleich schon eine Versuchung, etwas sehr schnell hinzubekommen, was toll aussieht, aber völlig ohne Sinn und Kultur ist. Völlig ohne Seele, ohne Idee, ohne Story." Seine Ansprüche an gutes Design und was es leisten muss sind hoch – und so gnadenlos wie er in seinem Urteil über das Mikro: „Respekt reicht nicht. Die Leute müssen dich lieben. Dann verzeihen sie ja auch kleine Fehler."

    Seinen eigenen Weg hat er nie geplant – sondern gespürt: „Ich habe mich auch immer rumprobiert und rumprobiert, aber war nie glücklich. Aber das Design, dann war ich happy. Dann wusste ich, das ist es jetzt. Du hast dieses Gefühl, ich mache das Richtige. Das ist meine Berufung."

    Mit Anfang 80 arbeitet Hartmut noch immer, derzeit an einem revolutionären digitalen Audiosystem, das er gemeinsam mit Partnern in China und Dänemark entwickelt hat. Und er hat noch viel zu sagen: über Talent, über die Zukunft Deutschlands, über Amerika in der Krise – und darüber, warum er trotz allem bleibt: „Wenn wir weggehen, wird es nicht besser."

    Warum Shenzhen der spannendste Ort der Welt ist, was junge Designer heute lernen müssen, und was Hartmut wirklich glücklich macht – das alles erzählt die Designlegende Hartmut Esslinger in dieser 150. Folge von Wunderbar Together.

    57 min
  • Was lehrt uns Kunst, Cordula Grewe?

    Liebe Wunderbar-Together-Crew, wir sind immer noch ganz verzaubert von unserem wunderbaren Dinner, das vor einigen Tagen im verschneiten New York stattfand! Zusammen mit Miles & More haben wir mit Gästen aus sechs Jahren Wunderbar Together diniert. Verköstigt wurden wir von Chef Simon, dem vielleicht coolsten deutschen Koch in New York. Dazu gab es Jazz von Timo Vollbrecht, die beste Atmosphäre in einem wunderschönen Loft, und den vielleicht besten Blick auf den Madison Square Garden.

    Ebenso begeistert wie über das Dinner sind wir von unserem heutigen Gast, Cordula Grewe. Cordula ist Professorin für Kunstgeschichte an der Indiana University Bloomington – und eine Frau, die Kunstgeschichte mit großer Klugheit, Wärme und Tiefe erzählt. Den Anfang des Gesprächs macht Caspar David Friedrich, der im vergangenen Jahr sein Debüt am Metropolitan Museum of Art gegeben hat, und dem dort eine großartige Ausstellung gewidmet wurde. Cordula hat einen Essay beigesteuert, in dem sie den Maler den Amerikaner*innen erst einmal näher bringen musste. Denn während er in Deutschland als eines der Aushängeschilder der deutschen Romantik gilt (und ihn wahrscheinlich jeder noch so kunstfremde Mensch kennt), fragen sich die meisten Amerikaner erst einmal: „Caspar, who?“

    Zum Glück gibt es Cordula – die den Amerikanern erklären kann, wer dieser Caspar ist, und was seine Gemälde bedeuten. Cordula lebt und arbeitet zwischen Deutschland und den USA, forscht zu deutscher Kunst, Erinnerungskultur und Ästhetik und bringt genau jene transatlantische Perspektive mit, die unsere Gespräche so besonders macht. Für sie geht es darum, dass Kunst uns lehrt, wirklich hinzusehen – denn Kunst, sagt sie, darf „gefallen, aber muss auch lehren“. Und überhaupt: Ein Bild verstehe man oft dann erst besonders gut, wenn es einem nicht unmittelbar zusagt – oder wenn man es mit etwas Abstand betrachtet.

    Das gleiche gilt laut Cordula, die seit Jahrzehnten in den USA lebt, übriges auch für einen selbst: „Man verändert sich, wenn man woanders wohnt. Nicht nur reist, sondern woanders wohnt, sodass man sich anpassen muss, sich akkulturieren muss.“ Deshalb messe sie, die ursprünglich als Fulbright-Stipendiatin in die USA kam, auch Austauschprogrammen großen Wert zu: „Deswegen bin ich auch in die Lehre gegangen. Ich bin eben doch jemand, der tatsächlich an Bildung glaubt und immer noch glaubt, trotz allem, und daran auch festhalte. Und da denke ich auch immer, ein Student, one student at a time.“

    Warum sie das Gefühl hat, dass ihre Familie von den USA gerettet wurde, inwiefern ihre Verbindung zu den USA auch eine zutiefst persönliche ist und welche ihrer Student*innen sie besonders beeindruckt haben – das alles erzählt die wunderbare Cordula Grewe in dieser 149. Folge von Wunderbar Together.

    1 hr 24 min
  • Warum bist du Mehrkämpfer, Till Steinforth?

    Was haben ein Cowboyhut, ein voller Trophäenschrank und ein Schuh aus dem 3D-Drucker gemeinsam? Sie alle stehen im Zimmer von Till Steinforth – deutscher Zehnkämpfer, Architekturstudent und Gast unserer heutigen Folge.

    Till heißt uns in Lincoln, Nebraska, willkommen – und nimmt uns mit in seinen Alltag zwischen Trainingseinheiten, Unterrichtsstunden und diversen Designprojekten, an denen er feilt. Wir sprechen über das Leben im Mittleren Westen, über die brutale Realität des Zehnkampfs – und darüber, warum das US-Uni-System für viele deutsche Athlet:innen ein Gamechanger ist.

    Schon früh entscheidet Till – der aus einer Familie von Ringern kommt –, dass sein Herz eigentlich für die Leichtathletik schlägt. Und dort nicht nur für eine Disziplin. Er mag einfach alles – ganz so wie auch außerhalb der Tartanbahn: „Ich bezeichne mich als Mehrkämpfer, weil das für mich nicht nur sportlich gilt. Ich finde es einfach gut, verschiedene Sachen zu lernen und viele verschiedene Dinge zu machen – im Sport, aber auch im Leben. Ich war nie zufrieden damit, nur eine Disziplin zu machen. Diese Vielseitigkeit passt einfach zu meiner Persönlichkeit“, sagt er. Seine liebste Disziplin ist der Hürdenlauf, großen Respekt hat er hingegen vor dem Stabhochsprung: „Beim Stabhochsprung musst du voll committed sein. Du bist nach zwei Tagen Zehnkampf körperlich und mental eigentlich schon fertig, hast einen fünf Meter langen Stab in der Hand und musst maximal anlaufen. Wenn du da zögerst oder nicht voll fokussiert bist, kann sehr viel schiefgehen.“

    Im Sommer ist Till – der mit 6.388 Punkten den deutschen Rekord im Siebenkampf hält – bei den Weltmeisterschaften in Tokio angetreten, jetzt bereitet er sich nicht nur auf die kommende Saison vor, sondern heimst mit seinen selbst entwickelten Designs – darunter Schuhe, Hocker und Schreibtisch-Organizer – Preise ein.

    Was uns besonders beeindruckt hat: Till erzählt offen, reflektiert und mit beeindruckender Klarheit darüber, wie viel Organisation, Disziplin – aber auch Neugier – es braucht, um auf Weltklasse-Niveau Sport zu treiben und gleichzeitig einen so anspruchsvollen Studiengang wie Architektur zu meistern.

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    Redaktion: Felix Zeltner, Katalina Farkas und Olli Nermerich
    Visuals: Vivian Schmidt
    Producing und Sound: Heiner D'Alquen

    59 min
  • Wann kommt die Superintelligenz, Richard Socher?

    DLD-Spezial, die zweite: Richard Socher hat mal wieder bei Wunderbar Together eingecheckt – und Olli und Felix damit die perfekte Gelegenheit geliefert für den ultimativen Wunderbar-Together-Selbsttest: Werden die beiden demnächst von einer KI ersetzt?

    Wenn es einer weiß, dann Richard. Schließlich hat er mit you.com, einer KI-gestützten „Produktivitätsmaschine“, eine ernst zu nehmende Alternative zu Perplexity und ChatGPT mitgegründet. Sein Urteil: keine Panik. Zumindest vorerst. Kreative Arbeit, echte menschliche Interaktion – „das wird KI noch eine ganze Weile nicht können“. (Man bemerke: So ganz festlegen will er sich dann doch nicht.)

    Richard kommt direkt aus Mexiko – von einem Offsite seiner ganz neuen Organisation. Die ist zwar noch streng geheim, aber es geht um nichts Geringeres als Superintelligenz: rekursive, sich selbst verbessernde und selbst programmierende KI, die bei bestimmten Aufgaben „noch besser als Menschen“ sein soll.

    MEHR ZU RICHARD SOCHER

    Wer einen weiteren sehr interessanten Podcast mit Richard hören will, darf sich hier vergnügen. Tolles Interview von Jochen Wegner.

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    Producing und Sound: Heiner D'Alquen

    Auch an steilen Thesen spart Richard nicht. AGI, sagt er, sei „je nach Definition eigentlich schon da“, weil heutige Modelle bereits viele unterschiedliche Aufgaben zuverlässig lösen können. Der nächste große Schritt bestehe darin, dass KI sich zunehmend selbst weiterentwickelt – weil sie Code schreiben und ihre eigenen Fähigkeiten iterativ verbessern kann.

    Von dystopischen Untergangsszenarien grenzt Richard sich ab. Er kritisiert die „Magie-Schritte“ vieler KI-Doom-Erzählungen und ordnet Risiken nüchtern ein: Ja, es gibt reale Gefahren – etwa in der Biotechnologie –, doch sie ließen sich begrenzen, insbesondere dann, wenn extrem leistungsfähige KI nicht nur wenigen Akteuren vorbehalten bleibt. Insgesamt vertritt Richard einen „statistischen Optimismus“: Technologie erhöht langfristig Wohlstand, Sicherheit und Lebensqualität, auch wenn es Rückschläge gibt.

    Woran er aktuell arbeitet, warum ihn neue KI-Entwicklungen nur selten wirklich baff machen und wo er die fundamentalen Grenzen von künstlicher Intelligenz sieht – all das erzählt der wunderbare Wunderbar-Together-Regular Richard Socher in der zweiten Folge der DLD-Spezial-Edition.

    P.S.: Auch hier gilt wieder: Big Shoutout geht an Steffi Czerny und das DLD-Team - danke, dass ihr uns wieder eingeladen hat, von der DLD zu podcasten und viele unserer Gäste wiederzusehen.

    P.P.S.: Im Gespräch werden auch psychische Belastungen thematisiert. Auch wenn es stellenweise so klingen mag: KI kann keine Therapie ersetzen. Bei psychischen Problemen oder akuten Krisen sollten professionelle Hilfsangebote und medizinische Fachpersonen in Anspruch genommen werden.

    36 min
  • Was macht dein Produkt besser als Siri, Julian Windeck?

    „Es ist eine wilde Mischung aus Sprint und Marathon gleichzeitig“, sagt Julian Windeck, wenn man ihn nach seinem Alltag als Gründer von Attention Engineering fragt. Zwischen Athen und dem Silicon Valley führt der 26-Jährige sein AI-Startup, das personalisierte AI-Agenten entwickelt – und für das er kürzlich 1,2 Millionen Dollar eingesammelt hat. Sein Produkt soll Nutzerinnen und Nutzern helfen, produktiver zu sein – und sie unter anderem davon abhalten, sich dem Doomscrolling hinzugeben oder im nächsten X-Rabbit-Hole zu verschwinden.

    Wir haben Julian auf der DLD in München getroffen und mit ihm über sein Start-up gesprochen – und darüber, ob es an Größenwahn grenzt, es mit Giganten wie Apple oder Meta aufzunehmen. Seine Antwort ist eindeutig: Nein. Ein Beispiel dafür sei Apple Intelligence: „Niemand benutzt es, es hat kaum Features. Siri fühlt sich an, als hätte sie sich seit zehn Jahren nicht weiterentwickelt. Die großen Unternehmen haben Schwierigkeiten, mit dem Tempo der aktuellen Entwicklungen Schritt zu halten und die passenden Talente an Bord zu holen.“

    Auch er selbst bekommt regelmäßig Angebote von anderen Firmen. Trotzdem sei für ihn nach der Gründung immer klar gewesen: „Ich möchte im Start-up bleiben.“ Dass er allerdings überhaupt gegründet hat, verdankt er einem Aufenthalt am MIT, dem Massachusetts Institute of Technology: „Ich hätte mir in Deutschland nie vorstellen können, direkt nach der Uni zu gründen.“ Dort aber sieht er, dass es möglich ist – und kaum einer Angst davor hat, zu scheitern: „Die, bei denen es nicht geklappt hat, sind dann halt einfach wieder an die Uni gegangen. Das wäre in Deutschland überhaupt nicht möglich gewesen."

    Wir haben mit Julian darüber gesprochen, was er beim Couchsurfing im Silicon Valley gelernt hat, über Informatiker-Klischees (und ob Informatiker in den USA wirklich cooler sind als in Deutschland). Was er von seinem Oura Ring gelernt hat und warum AI nur erfahrenen Programmiererinnen und Programmierern hilft – all das erzählt Julian Windeck in unserem Wunderbar Together goes DLD Special (Folge 146)!

    P.S.: Big Shoutout geht an Steffi Czerny und das DLD-Team - danke, dass ihr uns wieder eingeladen hat, von der DLD zu podcasten und viele unserer Gäste wiederzusehen.

    P.S.S.: Übrigens, die berühmte Studie "Attention is all you need", von dem Julian im Podcast erzählt, könnt ihr hier downloaden. https://papers.neurips.cc/paper/7181-attention-is-all-you-need.pdf.

    1 hr 7 min
  • Macht KI uns wirklich langweilig, Sandra Matz?

    Food for Thought für das neue Jahr – Sandra Matz hat Wunderbar Together besucht! Sandra ist ein echtes Mastermind – Psychologin, Computational Social Scientist und Professorin an der Columbia Business School. Die Fragen, die sie beantworten will, sind so spannend wie zeitgemäß: Was verrät unser digitales Verhalten über uns – und wieso wissen Daten oft mehr als wir selbst? Warum verhalten sich Tech-Konzerne wie neugierige Nachbarn? Und wie beeinflussen sie unser Verhalten?

    Sandra wächst in Vögisheim auf, einem kleinen Dorf nahe der französischen Grenze. Wie es sich anfühlt, wenn andere alles über einen wissen und vielleicht hier und da das eigene Handeln beeinflussen wollen, erlebt sie früh – aufgrund ihrer Umgebung: „In so einem kleinen Dorf hat man auch sehr wenig Privatsphäre. Das heißt, die Leute wussten im Prinzip alles.“ Erst viel später – als sie versucht, ihren Eltern ihre Forschung zu erklären – erkennt sie die Parallele: Das Dorf im Schwarzwald ähnelt den großen Tech-Plattformen aus dem Silicon Valley.

    Es gibt nur einen zentralen Unterschied: Während die nachbarliche Neugier gegenseitig ist, erfährt man als Nutzer kaum etwas über die Algorithmen, die Inhalte steuern. „Das Dorf war interaktiv. Jeder hat das gleiche Spiel gespielt. Und das ist definitiv nicht mehr so in der digitalen Welt. Es gibt einige Konzerne, die Eindrücke von Millionen von Nutzern haben und diese oft einfach nutzen, um Profit zu treiben. Und wir wissen im Prinzip sehr wenig darüber, was hinter den Kulissen passiert.“

    Dazu komme, dass viele Menschen ihre intimsten Gedanken heute lieber mit Google oder ChatGPT teilten als mit dem eigenen Partner. Mit ungewissen Folgen: „Die Frage geht irgendwo hin, sitzt auf einem Server – und ich weiß nicht, was dort mit ihr passiert.“ Darauf, dass diese Daten dort harmlos bleiben, verlasse sie sich nicht: „Selbst wenn ich heute einer Firma vertraue, habe ich keine Ahnung, was mit meinen Daten morgen passiert.“

    Darüber hinaus pocht Sandra aber noch aus einem anderen Grund auf einen vorsichtigen Umgang mit generativer KI: Sie macht uns langweilig. Oder, in Sandras Worten: It’s turning us into basic b*tches – und ja, die Aussage ist genderneutral.

    Warum Algorithmen uns zur wahrscheinlichsten Version unserer selbst formen, was dabei verloren geht und weshalb KI-Personalisierung nicht automatisch Vielfalt bedeutet („Auch ein personalisiertes Modell schlägt mir immer nur das Wahrscheinlichste vor – und alles, was am Rand liegt, fällt weg.“), all das erzählt Sandra Matz in der 145. Folge von Wunderbar Together.

    MEHR ZU SANDRA MATZ

    Did we say mastermind? Sandras neues Buch „Mindmasters“ ist vor Kurzem auf Deutsch erschienen. Hier könnt ihr es erwerben.

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    1 hr 17 min
  • Was lernst du vom Football fürs Leben, Jakob Johnson?

    Merry Christmas, liebe Wunderbar-Together-Crew! Passend zum Fest haben wir euch einen ganz besonderen Gast mitgebracht: NFL-Spieler und Houston-Texans-Fullback Jakob Johnson! Jakob ist schon zum zweiten Mal bei uns im Studio – und weil sich seit seinem letzten Besuch einiges in seinem Leben verändert hat (Kündigungen! Umzüge! Geburten! Verletzungen!), sprechen wir mit ihm über die Frage: Was lernt man fürs Leben in einem Job, in dem nichts sicher ist?

    2022, kurz nach seinem letzten Wunderbar-Together-Auftritt, erleidet er eine Gehirnerschütterung („Das war das erste Mal, dass ich wirklich liegen geblieben bin.“), muss für einige Wochen pausieren und das strenge Concussion-Protokoll der NFL durchlaufen: „Auf einmal bist du komplett draußen und du kannst deinem eigenen Gehirn nicht mehr trauen. Du bist auf einmal ein ganz anderer Mensch, hast extrem komische Gedanken. Sachen, über die du sonst nie nachdenkst, lassen dich auf einmal nicht mehr los.“ Er arbeitet hart an seiner Rückkehr – und verliert dennoch seinen Platz im Team. Die Kündigung nimmt ihn mit, auch wenn sie kurze Zeit später zurückgezogen wird: „Football ist weg, dein Job ist weg, du kannst deinem Gehirn nicht mehr ganz trauen. Es war eine wirklich crazy Zeit.“ Trotz seiner schweren Gehirnerschütterung denkt Jakob nur selten über Verletzungen nach: „Das geht gar nicht. Leute verletzen sich ständig. Jeder Spielzug kann dein letzter sein – für die Saison oder für deine Karriere.“

    Danach folgt eine Phase als Free Agent. Jakob absolviert Probetrainings, bleibt ohne Vertrag und zweifelt dennoch nicht an seinem Weg – dafür hat er gar keine Zeit: „Du kannst mit deinem Leben halt nicht weitermachen, du kannst nichts anderes machen, wenn du Football trainierst. Das ist ein Sechs-Tage-Ding, um wirklich in Form zu sein. Du kannst vielleicht ein bisschen Podcast- und Social-Media-Sachen nebenher machen, aber es ist jetzt nicht so, dass du wirklich in die nächste Lebensphase eintreten kannst.“

    Einige Monate später verpflichten ihn die New England Patriots, heute spielt er für die Houston Texans. Außerdem tritt eine andere grundlegende Veränderung ein: Jakob wird Vater. Die Familie zieht mehrfach um, teils kurzfristig, teils ohne zu wissen, wie lange sie bleiben wird. „Ohne meine Frau wäre das alles nicht möglich gewesen“, sagt er. „Sie musste ihre eigenen Pläne immer wieder auf Pause setzen.“ Trotzdem schaffen es die beiden immer wieder, sich auch an neuen Orten heimisch zu werden: mit Routinen und mit viel Sport. Nicht nur Football – sondern auch Krafttraining, Yoga und Pilates.

    Warum Jakob Johnson heute anders auf Karriere, Planung und sein Leben in den USA blickt und wie sich diese Perspektive über die letzten Jahre verändert hat – darüber sprechen wir in der 144. Folge von Wunderbar Together.

    MEHR ZU JAKOB JOHNSON

    Zudem: Jakob ist selbst Podcaster und hat - wie wir finden - einen der coolsten Sport-Podcasts. Hört gerne rein. Nochmal vielen Dank an Icke, der uns Jakob vor einigen Jahren vorgestellt hat.

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    1 hr 14 min
  • Warum bringt ihr ein deutsches Kultgetränk nach Amerika, Matthias und Anton Memminger?

    Wie bringt man ein deutsches Kultgetränk nach Amerika? Matthias und Anton Memminger haben Felix in New York besucht, um ihm zu erzählen, wie sie genau das versuchen: Sie wollen Paulaner Sunset in den USA großmachen – die amerikanische Version von Paulaner Spezi. Es ist ein Familienabenteuer mit vollem Einsatz: Matthias Memminger kehrt aus dem Berater-Ruhestand zurück, der Sohn Anton bricht das Studium ab. Ohne Gastro-Historie, aber mit Neugier, unternehmerischem Mut und der Überzeugung, dass ein Getränk, das für Deutsche nach Heimat schmeckt, auch in Kalifornien eine Chance verdient.

    Der Ursprung ihrer Mission liegt in einer verrückten Idee ("Das muss doch auch in Amerika funktionieren!") und einem Familienurlaub in den USA: Mit 100 Flaschen Spezi im Gepäck, und einem Airbnb-Kühlschrank voller braun-orangener Flaschen. „Wir haben sie überall verteilt. In Shops, auf der Straße, am Bus Stop in Richtung Coachella.“ Die spontane Graswurzel-Marktforschung wirkt – selbst wenn die Cola-Orangen-Mischung für viele Amerikaner ungewohnt ist. Einige sind irritiert, viele sind begeistert. Und plötzlich wollen erstaunlich viele mehr.

    Eigentlich wollten die beiden das Projekt gar nicht selbst operativ stemmen. „Es war nie der Plan, dass wir das selber machen.“ Dann jedoch sind die Flaschen bereits auf dem Atlantik: „Die Uhr hat getickt: Die Sachen waren auf dem Weg rüber, aber wir hatten noch keinen Importeur, kein Warehouse, kein Distributor.“ Also ziehen sie nach Los Angeles und bauen Paulaner Sunset selbst auf. Die Finanzierung ist improvisiert, manchmal auch persönlich: „Ich war dreimal bei Miles & More gesperrt, weil die Karte nichts mehr hergegeben hat", sagt Matthias. Heute unterstützt ein Investor das Beverage-Startup.

    Der Name – Paulaner Sunset – klingt, als hätte ihn eine Branding-Agentur erfunden. Dabei ist die Wahrheit viel simpler. "Wir haben uns umgehört, aber die Agenturen wollten bis zu 250.000 Dollar", erzählt Anton. Also fragt er einen Freund. Der wiederum fragt das Internet – genauer gesagt: ChatGPT. Aber Paulaner Sunset passt: zum Label, zum Farbverlauf, zum kalifornischen Himmel.

    Was 2023 als Hauruck-Aktion begann, ist heute eine echte Unternehmung mit sechsstelligen Absatzzahlen. Und eine wichtige Lektion haben sie unterwegs gelernt: „Wir hätten früher auf Dosen umstellen sollen. Amerika ist ein Dosenmarkt.“

    Warum sie niemals unterschätzen, was 100 Testflaschen auslösen können, was sie sonst noch über amerikanische Geschmäcker, Vertrieb und Branding gelernt haben und welche Vertriebsziele sie sich gesetzt haben – all das erzählen uns Matthias und Anton Memminger in der 143. Folge von Wunderbar Together.

    Wer mehr zu Paulaner Sunset erfahren möchte, bitte hier lang zur Website. Schreibt uns gerne eine Mail an [email protected] und wir machen eine Intro zu Matthias und Anton Memminger.

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    1 hr 24 min

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