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Heute ist ein weit gereister Diplomat zu Gast bei Wunderbar Together: Till Knorn, seit 2024 Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in New York. „Ob ich so richtig cool bin, weiß ich nicht“, sagt er gleich zu Beginn. Wir wissen es jetzt – überzeugt euch selbst!
Till ist weltoffen, ein echter Politik-Nerd, liebt seinen Job und auch, aktuell nicht selbstverständlich, die USA. "Ich habe mein ganzes Leben auf dieser Brücke verbracht – zwischen Deutschland und Amerika", sagt Till. Von seiner ersten Zeit als Schüler in St. Louis über Begegnungen mit Barack Obama als Protokollchef des Auswärtigen Amts bis hin zur Rückkehr in seine Traumstadt New York, hat ihn die transatlantische Freundschaft tief geprägt. "Ich will mir diese Brücke nicht kaputt machen lassen – weder persönlich noch politisch", sagt Till. "Das Kernrisiko ist, dass wir uns aus den Augen verlieren als Freunde und Alliierte."
Als Generalkonsul bewegen ihn die Begegnungen mit jüdischen Familien, darunter auch Holocaust-Überlebende, die er einbürgert und ihnen deutsche Pässe überreicht – aber auch die örtlichen Feiern deutschsprachiger Communities von Karneval bis Fußball, zu denen er nun eingeladen wird: "Ich singe sehr gerne mit – aber sehr schlecht."
Wie er Amerikanern gerade die Stimmung in Deutschland verständlich macht, wie er sich im Oval Office gefühlt hat und ob ein Protokollchef wirklich Protokoll führt – das und mehr erzählt Till Knorn in der 132. Episode von Wunderbar Together.
Liebe Wunderbar-Together-Crew, heute wird es wieder sportlich! Denn wir gehen direkt rein in die NBA Finals, in denen die Oklahoma City Thunder gegen die Indiana Pacers antreten. Ganz nah dran ist Simon Iden, der uns heute mit seinem Besuch beehrt. Er kennt die Spieler der Pacers so gut wie wohl kaum ein anderer: Er ist Physiotherapeut und Osteopath, betreut mittlerweile vier Spieler der Pacers – und lässt während der Spiele gerne auch mal die professionelle Distanz links liegen: „Ich werde in den Playoffs zum maximalen Ultra-Fan. Ich bin da emotional involvierter, als es mir manchmal lieb ist.“
Simon nimmt uns mit hinter die Kulissen eines der größten Sportevents der Welt. Er erzählt von der Atmosphäre vor dem ersten Spiel in Oklahoma City (we know, mittlerweile steht es 3:3), von vollen Arenen und der erstaunlichen Ruhe, mit der die Spieler der Pacers diesen Druck meistern – meistens jedenfalls: „Ich finde die Abgeklärtheit der Spieler sehr beeindruckend. Dem ein oder anderen geht aber schon die Düse.“
So oder so geht es nicht nur um die Körper der Athleten, sondern auch um ihre Köpfe: Simon lässt uns tief eintauchen in seine Arbeit und spricht über die feinen Unterschiede zwischen deutscher und amerikanischer Sportmedizin – auch darüber, wie schwierig es ist, manuelle Therapie in ein datengetriebenes System einzupassen. Sein osteopathischer Ansatz unterscheidet sich oft „drastisch“ von dem der US-Kolleg:innen: „Alles, was nicht sofort mit Daten zu belegen ist, wird erstmal aus dem Fenster geworfen. Und das ist mit der Osteopathie relativ schwierig, weil das eine sehr manuelle Kunst ist – das kannst du nicht zwingend für jedermann reproduzieren.“ Der Job sei vor allem ein Handwerk: „Das ist ja auch irgendwie ein Talent. Entweder hast du’s in den Händen, oder du hast es halt nicht.“
Darüber hinaus müsse man den Athleten oder die Athletin lesen können: „Du musst ein unglaubliches Gefühl dafür entwickeln, Sportler zu verstehen. Weil die sind natürlich auch alle individuell und anders. Bei den Pacers, hier mit meinen vier Jungs – die könnten alle nicht unterschiedlicher sein. Und wenn du dafür kein Talent entwickelst, jede Behandlung dann entsprechend auch anders zu begleiten oder jeden Sport entsprechend einfach anders zu begleiten, dann hast du eigentlich schon verloren.“
Zum Basketball fand Simon schon in Berlin – als Spieler von Spandau 04, der BG Zehlendorf oder in Moabit: „Da war die Halle direkt neben der JVA.“ Er spielt bis zur zweiten Regionalliga, fängt parallel eine Ausbildung zum Physiotherapeuten an. Er betreut die Wasserballer von Spandau 04, arbeitet mit den Jugendnationalmannschaften des DFB. Irgendwann lernt er Andrea Petkovic und Angelique Kerber kennen, mit der er 2016 die Australian Open gewinnt: „Das war schon ein sehr, sehr großer Meilenstein, der auch ein paar Weichen gestellt hat, glaube ich.“ Später betreut er Daniel Theis – nicht nur bei den Houston Rockets, sondern auch bei er Weltmeisterschaft 2023.
Simon verbringt jede Menge Zeit mit seinen Spielern – und lässt durchblicken, wie schwer einige Verletzungen wiegen. Er erzählt von der Kunst der Kompensation, von Therapie auf eng getakteten Reisen und davon, wie es sich anfühlt, wenn die eigene Arbeit sichtbar wird. Etwa in der Form von Pascal Siakam, der eine herausragende NBA-Saison hingelegt hat – auch dank Simons Händen.
Was hinter dem Erfolg steckt, ist oft unsichtbar: stundenlange Behandlungen, Gespräche, endloser Druck. Um damit klarzukommen, zu bestehen, braucht man eine innere Besessenheit – „man muss im besten Sinne des Wortes anders sein.“ Warum er für seine Spieler manchmal mehr Psychologe als Therapeut ist, was ihn an der NBA fasziniert und wie er als ehemaliger Berliner Junge den amerikanischen Traum lebt – das alles erzählt uns der wunderbare Simon Iden in der 131. Folge von Wunderbar Together. Wir drücken den Pacers weiterhin die Daumen – und Olli freut sich schon auf seine Massage!
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Liebe Wunderbar-Together-Crew, diese Folge geht raus an alle, die sich für besonders empathisch halten – und das bislang noch kein einziges Mal hinterfragt haben. Denn Prof. Fritz Breithaupt, unser heutiger Gast, forscht seit Jahren zur Empathie – und attestiert ihr die ein oder andere dunkle Seite.
Fritz forscht an der Indiana University Bloomington und wird „leider in Deutschland manchmal als Professor von der Indianer-Universität vorgestellt“ 🤯
Er ist dort Kognitionswissenschaftler – ein Job, den er liebt: „Die Uni ist mein Sandkasten.“ Er genießt allerlei wissenschaftliche Freiheiten, kann nach Belieben in andere Fachbereiche hineinschnuppern – „vor allem, weil niemand weiß, was Kognitionswissenschaften sind.“ Ganz anders als an deutschen Universitäten, wo die Gräben zwischen den Disziplinen noch tiefer seien: „Da beackert jeder sein eigenes Feld.“
„Die dunkle Seite der Empathie“ heißt das Buch, das Fritz internationale Aufmerksamkeit verschafft hat. „Ich habe aber nichts gegen Empathie“, stellt er gleich am Anfang des Gesprächs klar.
„Ich wünsche sie allen Menschen. Nur weil etwas dunkle Seiten hat, heißt das ja nicht direkt, dass man dagegen sein muss. Sie macht uns zu Menschen, wir partizipieren am Leben anderer Menschen, wir leben mehr als ein Leben. Wir sind berührbar, wir sind verbunden. Es ist eine großartige Errungenschaft, dass wir Menschen das entwickelt haben.“
Es gebe ein „Universum von Empathiefähigkeiten“, das das Abtauchen in fiktive Welten ermögliche – oder Verständnis für die Emotionen anderer. Aber zu viel Empathie berge eben auch Gefahren: „Menschen können sich auch in anderen Menschen verlieren. Dann verlassen sie sich selbst und können ausgebeutet werden.“ Ein prominentes Beispiel dafür sei das Stockholm-Syndrom, aber Ausbeutung könne auch niedrigschwelliger ausfallen, so der Professor.
Eine weitere Schattenseite von zu viel Empathie: Polarisierung. „Man nimmt immer an, dass Empathie dabei hilft, Konflikte zu lösen. Aber das Gegenteil ist der Fall.“ Man neige dazu, sich stärker mit einer Seite zu solidarisieren. „Gerade weil man sich empathisch schon mal auf den einen einlässt, übernimmt man dessen Wertemuster und verteufelt den anderen.“ Das verhärte Fronten und vertiefe Streitmuster – mit der Folge, dass der Konflikt eskaliert.
Wie wir das vermeiden können - und was Fritz‘ Forschung mit dem mysteriösen Tod seines Vaters zu tun hat - all das und mehr gibt’s vom wunderbaren Prof. Fritz Breithaupt in der 130. Folge von Wunderbar Together.
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Liebe Männer, heute geht es um euch – und zwar mit Vincent-Immanuel Herr! Vincent ist Autor, Redner und Berater und hat zuletzt das Buch „Wenn die letzte Frau den Raum verlässt“ veröffentlicht. In seinem Buch geht es darum, wie Männer sich verhalten, wenn genau das passiert – wenn also die letzte Frau den Raum verlässt, in dem zuvor über Dinge wie Gleichstellung, Gleichberechtigung, Diskriminierung und Quoten gesprochen wurde. Dann, so Vincent, der Hunderte dieser Workshops in den vergangenen Jahren gehalten hat, verändere sich oft der Tonfall.
Den Titel des Buches hat ein Workshop zum Thema Gleichstellung inspiriert, erzählt er in der 129. Folge von Wunderbar Together: „Es war eine sehr kollegiale Atmosphäre, sehr inklusiv, auch die Männer haben mal gesprochen, wie wichtig das ist und irgendwann haben die Frauen den Raum verlassen, die Tür wurde zugezogen und die Atmosphäre hat sich relativ schnell geändert. Der kollegiale Ton ist teilweise weggefallen und die Männer sind deutlich kritischer aufgetreten.“ In den Workshops nimmt er sich den Vorurteilen an – und versucht, sie so auszuräumen. „Wir erarbeiten zusammen mit den Männern, wie sie brauchbare Verbündete für Frauen sein können am Arbeitsplatz.“ Dazu gehöre auch, Sexismus nicht als bedauerliche Einzelfälle abzustempeln oder Quoten als Bevormundung von Frauen. „Im Kern geht es da auch um das Männlichkeitsbild, also was bedeutet das heute im 21. Jahrhundert, ein Mann zu sein.“
Vincent hat sich schon früh mit Gerechtigkeitsfragen und politischen Debatten beschäftigt, seine Mutter lehrte als Professorin an einer Universität, der Vater lebte vor, was es bedeutet, wenn Männer einen Großteil der sog. Care-Arbeit übernehmen. „Es gab viele feministische Diskussionen am Abendbrottisch. Ich habe von meiner Mutter gehört, womit Frauen sich auseinandersetzen müssen, wenn sie eben auch in Führung aufsteigen. Und gleichzeitig bei meinem Vater gesehen, wie irgendwie auch eine Männlichkeit aussehen kann, die einfach der Partnerin den Rücken stärkt. Man kann auch ein cooler echter Kerl sein und viel Zeit mit Kindern verbringen, das ist kein Widerspruch.“ Nach dem Abitur beginnt er, in Missouri und in Berlin zu studieren. In Missouri lernt er seine heutige Frau kennen – die heute an ebenjener Uni lehrt, an der sich die beiden damals kennengelernt haben.
Statt Berlin also Missouri – mit drei kleinen Kindern. „Das amerikanische Vorstadtleben ist deutlich entspannter“, gibt Vincent zu. Zurzeit ist er in Elternzeit, „ein paar Mails mache ich aber schon abends mal.“ Die Elternzeit ist ebenfalls eines der Themen, mit denen er sich beruflich beschäftigt. „Viele Männer trauen sich nicht, nach langer Elternzeit zu fragen, weil sie das Gefühl haben, das würde ihre Karriere torpedieren. Tut es bei Frauen übrigens tatsächlich und bei denen, sagt man, sollen sie einfach machen. Aber die meisten Männer, die viel Elternzeit genommen haben, bewerten diese im Nachgang sehr positiv.“
Warum Männer sich vom Feminismus bedroht fühlen, wie sie reagieren können, wenn der Kumpel einen sexistischen Witz macht, warum es ein neues Männlichkeitsbild braucht und wie dieses aussehen könnte – das alles erzählt uns Vincent-Immanuel Herr in der 129. Folge von Wunderbar Together!
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Hand aufs Herz, wer war im vergangenen Sommer kein Fan der deutschen 3x3-Basketballerinnen? Das halbe Land hat mitgefiebert, als die Basketballerinnen so souverän durch das Turnier marschierten, als wären sie als Favoritinnen und nicht als absolute Underdogs angereist. Vor Dirk Nowitzki und dem spanischen König Felipe gewann das Team um Svenja Brunckhorst in einem Krimi-Finale gegen Spanien die Goldmedaille. Als entscheidende Kraft mittendrin: Elisa Mevius, die bislang vor allem eingefleischten Basketballfans bekannte Geheimwaffe des deutschen Basketballs, die so frech spielte, dass die ein oder andere Gegnerin glatt vor ihr in die Knie ging.
Was für ein Glück für uns, dass Elisa nicht nur Deutschland zur ersten Goldmedaille im Basketball verholfen hat, sondern auch an der University of Oregon studiert und dort im Team der Oregon Ducks spielt. Die Universität ist eine echte Landmark auf der Karte des US-amerikanischen Frauenbasketballs, Sabrina Ionesco hat hier gespielt, ebenso die deutschen WNBA-Spielerinnen Satou (die auch schon bei uns zu Gast war) und Nyara Sabally. Und jetzt eben Elisa Mevius.
Wobei das mit dem Spielen so eine Sache ist: Als wir das Gespräch im März aufgezeichnet haben, wurde bei Elisa gerade ein Knochenbruch in der rechten Hand diagnostiziert – nachdem sie vier Wochen damit gespielt hatte, weil sie dachte, die Hand sei nur verstaucht. „Ich bin nicht so diejenige, die gerne aussitzt“, sagt sie. Und auch, dass ihre Wettbewerbsmentalität vielleicht manchmal „ein bisschen zu doll“ ist. Die Diagnose sei ein Schock für sie gewesen. „Es war schon schwierig, mich darauf einzustellen, dass man jetzt monatelang nicht spielen kann. Aber ich bin auch niemand, der dann einfach den Kopf in den Sand steckt.“
Elisa entstammt einer Basketballfamilie aus dem norddeutschen Rendsburg, begeistert sich früh für den Sport, spielt vor allem mit den Jungs in ihrer Altersklasse – aber nicht nur aufgrund der Leistung: „Als ich aufgewachsen bin, hab ich immer mit Jungs gespielt. Ich hab mir die Haare abgeschnitten und dachte mir ‚Jungs kriegen mehr Geld im Sport, ich will auch ein Junge sein‘ und dann war ich einfach mit kurzen Haaren und hab mit Jungs gespielt, die wussten manchmal teilweise gar nicht, dass ich ein Mädchen war, das war eigentlich ganz witzig.“
Mit 15 geht sie auf ein Sportinternat in Grünberg, nimmt regelmäßig an 3x3-Turnieren teil. Für sie zählt nur der Sport: „Ich hab früher immer so aus Witz gesagt, wenn ich in der WNBA bin, kaufe ich meiner Oma ein Haus. Dieser Träume waren einfach so groß. Ich wollte das unbedingt schaffen. Deshalb war Basketball immer der main focus, es hat mir so viel Positives gegeben.“ Einen Ligabetrieb für 3x3 gibt es bis heute nicht, aber Elisa gewinnt ein 3x3-Turnier nach dem anderen, darunter auch die deutschen Meisterschaften, und erregt die Aufmerksamkeit des Bundestrainers.
2022 geht sie ans College (über ihren Weg zu den Ducks erzählt sie im Podcast mehr), 2024 wird sie für die Olympischen Spiele nachnominiert. „Ich glaub manchmal gibt es so Zufälle, wo irgendwie alles passt. Und das war einfach einer dieser Momente, wo alles gepasst hat.“ Was sie durch das Turnier getragen hat? Der Glaube an ihr Team – und eine tiefe Dankbarkeit. „Wir waren stark und haben an uns selbst geglaubt. Wir hatten diese Verbundenheit, und konnten alles andere ausblenden.“
Warum Elisa als „unguardable“ gilt, also als kaum zu verteidigen, was sie sich von ihrer sportlichen Zukunft erhofft und warum sie nebenbei Psychologie studiert – das alles erzählt sie in der 128. Folge von Wunderbar Together. Vielen Dank, dass du da warst!
„Ich bin einfach ein netter Typ, der neugierig ist“, sagt Julian Voloj über sich selbst – wir würden sagen: Das ist ein Understatement. Denn Julian macht nicht nur fantastische Graphic Novels, er ist auch ein Verfechter der Verständigung zwischen den Kulturen. Für die 127. Folge von Wunderbar Together hat Felix Julian in Sunnyside, Queens, besucht, um mit ihm über jüdisches Leben in New York und Berlin, Julians Graphic Novels und die Bedeutung analoger Begegnungen zu sprechen.
Fotocredit: Leon Spanier.
Aufgepasst, Freunde! Heute reden Podcaster übers Podcasten. Wenn das nicht euer Ding ist, sind wir euch nicht böse – wenn ihr aber wissen wollt, warum das Medium nach wie vor so erfolgreich ist, was einen guten Podcast ausmacht und wie dieser sein wohlverdientes Publikum findet, dann seid ihr hier genau richtig. Denn Felix und Olli sprechen heute mit Jonas Woost von Bumper.
Jonas lebt in Vancouver, aber wir wollen mal nicht so streng sein – ab und zu begrüßen wir auch liebend gerne einen Gast aus Kanada. Was wir direkt von ihm gelernt haben: Der Arbeitsalltag an der kanadischen Westküste muss himmlisch sein – vor allem, wenn die meisten Kunden an der Ostküste unterwegs sind und damit schon aufgrund der Zeitverschiebung ab einer gewissen Uhrzeit keine Mails mehr schreiben. „Eigentlich arbeitet man hier Freitagnachmittags nicht mehr, weil die an der Ostküste sind dann ja alle schon weg, das ist herrlich“, gibt Jonas lachend zu.
Was wir außerdem von Jonas lernen können: Wie man einen Podcast richtig vermarkten kann. Dabei gibt es nämlich ein paar Stellschrauben, an denen man drehen muss – sonst kann der Content noch so gut sein. Apropos: guter Content ist für Jonas die Basis, auf die man nicht verzichten kann – „der Inhalt muss gut sein, vielleicht nicht gut für jeden, aber eben hochwertig.“ Wenn der Content aber erst einmal stimmt, gibt es bestimmte Hebel, mit denen man die Anzahl der Hörer:innen steigern kann. Dafür müssen Jonas’ Kunden allerdings kräftig mitarbeiten, den einen magischen Trick, wie man über Nacht Hunderttausende erreichen kann, gibt es einfach nicht. Stattdessen ist es harte Arbeit, die eigene Podcast-Community wachsen zu lassen – Arbeit, bei der Jonas unterstützt: „Wir geben unseren Kunden Hausaufgaben mit.“
Jonas beeindruckende Karriere im Audiobereich zeigt, dass er dafür bestens qualifiziert ist: Für die Canadian Broadcasting Corporation hat er CBC Musik geleitet, für TELUS als Executive Producer for Original Content gearbeitet und für Pacific Content Branded-Podcasting-Strategien entwickelt. 2022 hat er es gewagt, solo zu fliegen – und hat Bumper gemeinsam mit seinem Co-Founder gegründet: „Ich wollte einfach mal was Eigenes machen, noch mal was Neues lernen, in ein Abenteuer starten.“
Wie man seine Reichweite am effektivsten steigert, auf welche Measurements sich Bumper konzentriert, warum Downloads nicht gleich Listeners sind, ab wann ein Podcast als erfolgreich gilt und ob alle Podcaster jetzt zusätzlich auf Video setzen sollten – das alles erzählt uns Jonas Woost in der 126. Folge von Wunderbar Together. Und ja, wir wiederholen es gerne noch einmal und voller Stolz: Es wird nerdig.
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Felix hat Jule Waibel einen Besuch in ihrem Studio abgestattet – ihrem wunderbar bunten „Aquarium“ im Souterrain eines alten Industriegebäudes in Williamsburg („Aquarium, weil man von oben so schön reinschauen kann“). Zwischen großformatigen Ölgemälden und backsteinernen Wänden haben sich die beiden eine knappe Stunde über Kreativität, das Leben zwischen New York und Bali und ihren berühmten kleinen Bruder Cro unterhalten.
Kreativität zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Familie Waibel – das zeigen nicht nur Jules Karriere als Künstlerin und Gestalterin und die ihres Bruders. Und egal, ob es eines ihrer Falttechnik-Plisseekleider ist, das überdimensional strahlende Gemälde einer wunderschönen Frau, oder die Wand des Kinderzimmers ihres Sohnes Alfie: Es gibt kaum etwas in ihrer Umgebung, das Jule nicht gestaltet, designt oder bemalt. „Die Kreativität ist einfach da“, erzählt Jule. Ebenso wie eine gewisse Arbeitswut: „Den Fleiß, den haben wir alle.“
Das verdanke sie auch ihren Eltern, erzählt die Designerin. „Wir wurden kreativ so sehr gefördert – es gab auch nichts, was man hätte falsch machen können. Wir haben den Mut am Machen mit in die Wiege gelegt bekommen.“ Zunächst wurde Jule vor allem für ihre Falttechnik bekannt („Ich war die Falterin!“), mit der sie Vasen, Kleider und Möbelstücke geschaffen hat – aus so unterschiedlichen Materialien wie Papier, Plastik oder Metall. Durch die Pandemie fielen einige Aufträge weg – auf einmal hatte sie Zeit, sich der Malerei zu widmen. „Ich habe schon immer gerne gemalt, war aber eher so die Sonntagabend-Malerin.“
Sie postet die Bilder auf Instagram – und baut sich nach und nach einen treuen Kundenstamm auf. Nach der Pandemie zieht sie mit ihrem Mann nach New York – genauer gesagt: nach Chelsea. Die Energie der Stadt beflügelt sie bis heute: „Mein Ziel ist, mehr New York für mich zu gewinnen.“ Dafür stellt sie in Galerien aus, öffnet auch immer wieder ihr Studio für Events und Vernissagen. „Dann kommen alle vorbei und trinken Wein, ein Baby flitzt herum und ein Hund, es ist toll.“
In welchen Farben sie ihre eigene Zukunft malt, welches Lied ihres Bruders sie nicht mehr hören kann, und warum sich ein Umzug nach Queens als Fehler entpuppt hat – all das erzählt die wunderbare Jule Waibel in der 125. Folge von Wunderbar Together.
PS: Jule war so fantastisch, uns drei ihrer Prints mitzugeben – auf Instagram erfahrt ihr, wie ihr eines davon gewinnen könnt: @wunderbartogetherpodcast. Viel Glück dabei!
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In dieser Folge sind die Eishockey-Twins Lilli Welcke und Luisa Welcke bei Wunderbar Together zu Gast – und selten war eine Sport-Episode so aktuell! Denn während ihr euch anhören dürft, wie Lilli und Luisa zum Eishockey gekommen sind, warum sie auf dem Feld perfekt harmonieren und wie man die beiden eineiigen Zwillinge auseinanderhalten kann, treten die beiden in diesen Tagen bei keinem geringeren Turnier als der Eishockey-WM an (die vom 9.-20. April 2025 im tschechischen Budweis stattfindet).
Dort gehen sie durchaus selbstbewusst an den Start: „Wir wollen ins Quarterfinal“, erzählt Lilli im Podcast. Auch andere attestieren der deutschen Frauen-Nationalmannschaft Chancen auf eine Medaille – nicht zuletzt wegen Lilli und Luisa, die für die Boston University Terriers in den USA spielen und sich zuletzt auch im DEB-Team zu Schlüsselspielerinnen entwickelt haben. Im Frühjahr trugen die 22-Jährigen maßgeblich dazu bei, Deutschland zum ersten Mal seit 2014 für die Olympischen Winterspiele zu qualifizieren. Ihre umfangreichen Skills haben sich die beiden in der Bundesliga erworben, in der sie spielen, seit sie 14 sind – aber auch in einem Jahr an einer US-amerikanischen High School und drei Jahren am College.
Dass die beiden überhaupt Eishockey und nicht Fußball oder Tennis spielen, verdanken sie einem Zufall: Weil alle anderen Plätze im Feriensportprogramm der Stadt Heidelberg schon belegt waren, landeten die Zwillinge zusammen mit ihrer großen Schwester Lea beim Eishockey – und blieben dabei. „Wir fanden es richtig cool, weil dieser Sport einfach so anders ist als alles andere.“ Die Eltern fuhren die drei Töchter zum Training – und nutzten dabei aber auch die weihnachtliche Infrastruktur der Stadt: „Unsere Eltern haben uns immer eine Dauerkarte für den Weihnachtsmarkt gekauft, als wir noch klein waren, damit wir dort Schlittschuhlaufen gehen konnten. Und dann sind wir manchmal schon in unserer Ausrüstung auf den Weihnachtsmarkt gegangen. Unser Vater hat uns danach abgeholt und direkt zum Training gefahren“, erinnert sich Lilli.
Weihnachtsmarkt war gestern, heute spielen die beiden im Stadion auf höchstem Niveau – und müssen sich trotzdem immer wieder anhören, ihr Sport sei weniger aufregend als das Pendant der Männer. Der Grund: Bei den Frauen darf weniger geprügelt werden, harte Checks ziehen Zeitstrafen nach sich. Das ändere sich aber gerade, erzählt Lilli: „Bei uns am College wird weniger abgepfiffen. Das finde ich besser, weil man so im Flow bleibt.“ Verständnis für die Hate-Kommentare haben die beiden nicht. „Oft machen sie nicht mal Sinn“, sagt Luisa. „Frauen-Eishockey und auch Frauensportarten insgesamt werden immer populärer – und das zeigt halt auch einfach, dass diese Kommentare überhaupt nichts bedeuten.“
Wo die beiden ihre sportliche Zukunft sehen, wie sehr sie das College-Leben abseits vom Sport genießen können und wie sie Verletzungen auf dem Eis vorbeugen – all das erzählen Lilli und Luisa Welcke in der 124. Folge von Wunderbar Together!
PS: Die beiden Schwestern sehen sich nicht nur wahnsinnig ähnlich, sie hören sich auch fast gleich an. Wir schwören hoch und heilig: Wir hatten wirklich zwei Gästinnen im Podcast.
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Vorab: Vielen Dank an unseren Sponsor Miles & More für die Unterstützung unseres Podcasts und das Möglichmachen dieser besonderen Folge.
Hier kommt sie endlich, die Sonderfolge der SXSW – eine Ausgabe, die eigentlich live vor Publikum hätte stattfinden sollen. Ja, das Gespräch zwischen Felix und Steffen Bolz fand wie geplant auf der wohl wichtigsten Innovationskonferenz der Welt statt – nur die Technik im German House wollte nicht mitziehen, am Ende war auf der Speicherkarte statt eines spannenden Talks nur blechernes Rauschen zu hören. Zum Glück hat Steffen Bolz sich schon das ein oder andere abgeschaut von der Grundentspanntheit, mit der seine kanadischen Landsleute durchs Leben gehen, und hat Felix daher noch ein zweites Mal getroffen.
Am texanischen Frühstücksbuffet hat der Mediziner und Unternehmer uns erzählt, warum immer mehr Menschen übergewichtig sind – und welche Folgen das hat. “Die Zahlen sind gespenstisch”, sagt er, allerdings nicht nur in Nordamerika, sondern weltweit, in Deutschland ebenso wie in Südostasien. “Und da haben wir natürlich ein Riesenproblem, um das wir uns kümmern müssen.” Dabei betont er immer wieder, dass Übergewicht vor allem ein medizinisches Problem sei: “Das größte Missverständnis war immer, dass Leute dick sind, weil sie willensschwach sind und einfach zu viel essen. Das war einer der größten Irrtümer. Wir wissen heute, dass es eine chronische Erkrankung ist.” Eine, die man eben auch als solche behandeln müsse.
Das ginge aber nicht nur mit Abnehmspritzen wie Ozempic, deren Nebenwirkungen immer noch drastisch seien, weshalb viele Menschen die Therapie abbrechen würden. “Und deswegen muss man diesen Patienten Brücken bauen und die Medikamente verbessern und das ist das, was gerade in der Forschung passiert.” Steffen selbst arbeitet mit seinem Unternehmen Aphaia daran, Diabetes zu bekämpfen – und zwar mit Zucker. “Es ist eine verrückte Idee”, gibt auch Steffen zu. Was nicht nur auf den ersten Blick überrascht, ließ auch die Patentanwälte erst einmal staunen – die sogenannte Zuckerkrankheit mit reinem Zucker zu bekämpfen. “Aber wir können zeigen, dass es funktioniert.”
Wie Steffen sich ernährt, warum gute Ernährung immer noch zu oft eine Frage des verfügbaren Einkommens ist, welche Pläne er für seine Unternehmen hat und was er von Ernährungstrends wie Fasten hält – all das erzählt uns Steffen Bolz in der 123. Folge von Wunderbar Together – unserem SXSW-Spezial.
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