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Der Führungsanspruch der Staaten des alten, früh industrialisierten Westens steht infrage. Im Moment existenzieller ökologischer und sozialer Herausforderungen steht die sogenannte freie Welt vor dem aggressiven Imperialismus Russlands und der digitalen Autokratie Chinas. Der Top-Diplomat Wolfgang Ischinger war deutscher Botschafter in Washington und London, leitete bis 2022 die Münchner Sicherheitskonferenz. Mit ihm diskutieren wir über die Krise des Westens.
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Der russische Krieg, Chinas neue Rolle, die Widersprüche des Westens – wie soll man sich in dieser Weltlage auf Fortschritte bei ökologischen Problemen einigen, welche die Welt nur gemeinsam lösen kann? Wo Einstimmigkeit vonnöten ist, kann jede Einigung leicht blockiert werden. Und doch gab es sogar im Krisenjahr 2022 ein paar Fortschritte. Wie verändert sich die internationale Umweltdiplomatie und was darf man für 2023 erwarten? Das fragen wir unseren Biodiversitätsexperten Fritz Habekuß.
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Seit der Corona-Pandemie ist aus dem Fortschritt ein Rückschritt geworden. Bis dahin hatte der Kapitalismus immerhin dafür gesorgt, dass mehr Menschen mehr zu essen hatten, für ihre Gesundheit besser gesorgt wurde und sie in die Schule gehen konnten. Jetzt aber gilt nicht einmal mehr das. Zugleich wird der Preis dieses Wirtschaftens immer offensichtlicher: in Gestalt von Artensterben, Wildnisverlust, klimatischer Eskalation und krassem Arm-Reich-Gefälle. Wir fragen die Volkswirtin und Vordenkerin Philippa Sigl-Glöckner (Dezernat Zukunft): Geht das nicht auch anders?
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Von A nach B zu kommen, heißt nicht zwangsläufig, ein Auto nehmen zu müssen – geschweige denn das eigene. Und doch entzündet sich der Streit über mehr Klimaschutz, weniger Schmutz und weniger Verkehrsunfälle in den Städten immer wieder am Auto. Wir fragen den Soziologen und Verkehrsexperten Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung: Warum ist das so? Ginge es auch anders? Und kommen die Luftschiffe zurück?
In jeder Folge von "Auch das noch? – der freundliche Krisenpodcast" sprechen ZEIT-Politikredakteurin Petra Pinzler und Wissenschaftsredakteur Stefan Schmitt über eine Krise der Gegenwart: Es geht um die Klimakrise, das Artensterben, die Energiekrise und Kriege. Jedes Mal hilft eine Expertin oder ein Experte dabei zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Nicht um zu verzweifeln, sondern weil Verstehen der erste Schritt zur Lösung ist. Und um Lösungen geht es natürlich auch.
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Weltweit sind schon heute 100 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Zahl ist abstrakt. Dahinter aber stecken viele einzelne Schicksale von Müttern und Vätern, Kindern und Großeltern - die ihr Heim verlassen und sich auf den Weg machen mussten, irgendwo hin. Oft treiben sie Krieg und Hunger dazu, immer häufiger aber auch Folgen der Klimakrise. Kira Vinke hat das protokolliert – und in all dem Elend auch ermutigende Geschichten gefunden.
In jeder Folge von Auch das noch – der freundliche Krisenpodcast sprechen ZEIT-Politikredakteurin Petra Pinzler und Wissenschaftsredakteur Stefan Schmitt über eine Krise der Gegenwart: Es geht um die Klimakrise, das Artensterben, die Energiekrise und Kriege. Jedes Mal hilft eine Expertin oder ein Experte dabei zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Nicht um zu verzweifeln, sondern weil Verstehen ja der erste Schritt zur Lösung ist. Und um Lösungen geht es natürlich auch.
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Sturmnomaden heißt das Buch, in dem Kira Vinke aus acht Jahren Feldforschung berichtet und die vielen Ausprägungen klimabedingten Heimatverlusts beschreibt (dtv 2022, 320 S., 23 Euro).
Der sechste Sachstandsbericht des Weltklimarats vom Februar enthält die Prognose, dass rund drei Milliarden Menschen durch unterschiedliche Folgen der Klimakrise in ihren Lebensgrundlagen beeinträchtigt werden, teilweise gar ihre Heimat verlieren werden. In Der Menschheit läuft die Zeit davon (28.02.2022), fassen ihn Linda Fischer, Elena Erdman und Alexandra Endres für ZEIT ONLINE zusammen.
Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen bezifferte die aktuell weltweit auf der Flucht befindlichen Menschen im Juni 2022 auf 100 Millionen.
Dies ist die Publikation des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) von 2019, "Zeitgerechte Klimapolitik", unter anderem mit dem Vorschlag, gezielt Klimaklagen zu fördern, um Verursacherkonzerne an den Kosten klimabedingten Heimatverlusts zu beteiligen.
Move heißt das Buch von Parag Khanna (Rowohlt 2021, 448 S., 24 Euro), in dem der indisch-amerikanische Politikwissenschaftler und Strategieberater eine nomadische Zukunft für die Menschheit skizziert.
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Abertausende Arten gehen jährlich verloren, viele davon bevor Forscher*innen sie beschreiben konnten. Gleichzeitig schrumpft die verbleibende Wildnis auf der Erde. Je näher die Menschen wilden Tieren auf den Leib rücken, desto wahrscheinlicher springen Erreger aus dem Tierreich über. Diese neuen Infektionskrankheiten ("Zoonosen") bergen das Potenzial für Pandemien, wie Corona gezeigt hat. Der Biodiversitäts-Experte Matthias Glaubrecht hat eine Geschichte solcher Seuchen und des Naturverlusts gezeichnet.
In jeder Folge des Podcasts Auch das noch? sprechen ZEIT-Politikredakteurin Petra Pinzler und Wissenschaftsredakteur Stefan Schmitt über eine Krise der Gegenwart: Es geht um die Klimakrise, das Artensterben, die Energiekrise und Kriege. Jedes Mal hilft eine Expertin oder ein Experte dabei zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Nicht um zu verzweifeln, sondern weil Verstehen ja der erste Schritt zur Lösung ist. Und um Lösungen geht es natürlich auch.
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Links mit Hintergründen zur Folge:
Das neue Buch von Matthias Glaubrecht trägt den Titel „Die Rache des Pangolins – Wild gewordene Pandemien und der Schutz der Artenvielfalt“ (Ullstein 2022, 640 S., 30€). Glaubrecht forscht an der Universität Hamburg und am Leibniz Institut für zur Analyse des Biodiversitätswandels
Weniger bekannt als der Weltklimarat, aber ähnlich aufgebaut und mit einem vergleichbar umfassenden Ansatz arbeitet die Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES). Ihr Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu Fragen der natürlichen Vielfalt, ihres Nutzens und ihrer Bedrohung zusammenzustellen – etwa im „Global Assessment Report on Biodiversity and Ecosystem Services“ aus dem Jahr 2019 und in diesem gemeinschaftlichen Werk mit dem Weltklimarat: "Biodiversity and Climate Change" (2021)
In der ZEIT-Ökologieserie aus dem Jahr 2019 stellte Fritz Habekuß die Frage: "Wie geht's den Arten" (DIE ZEIT 03/2019) und beschreibt das Dilemma, dass mitten im sechsten Massensterben die Menschen die funktionelle Bedeutung einer Art zumeist erst erkennen, wenn diese fehlt, weil sie verschwunden ist.
Zu Beginn der Corona-Pandemie, Anfang 2020, sprach der amerikanische Althistoriker Kyle Harper im ZEIT-Interview über den Untergang des Römischen Reichs und die Rolle, die dabei Seuchen und Klimaschwankungen gespielt haben: "Es war die erste Pandemie" (DIE ZEIT 13/2020).
Das sechste Massensterben auf den Menschen bezogen haben Bernd Ulrich und Fritz Habekuß in der ZEIT 48/2021: "Keine Art kann allein existieren, auch nicht der Mensch. Mit jeder ausgerotteten Spezies gefährdet er sein eigenes Überleben".
Welcher (geringe) Anteil der Landesfläche in der Bundesrepublik derzeit unter Schutz steht, geht aus der Statistik des Bundesumweltamtes hervor.
Zur Vision eines Europas, das 30 Prozent seiner Fläche der Natur zurückgibt, sei verwiesen auf diese beiden Beispiele: Grünes Band Deutschland und dieses Symposium an der Universität Wageningen von Ende Oktober 2022 aus Anlass der europaweit ersten Professur für Rückverwilderungsökologie, "Rewilderung Europe".
Von den vielen empfehlenswerten Büchern über Charles Darwin und sein Schaffen sei einer der ungewöhnlicheren Titel hervorgehoben, die Graphic Novel Charles Darwin und die Reise auf der HMS Beagle (Knesebeck 2019, 176 S., 28€)
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Wer heute übers Wetter spricht, muss auch über die Klimakrise sprechen. Mit dem Meteorologen und ZDF-Wettermoderator Özden Terli reden wir darüber, wie das in einer kurzen Wettervorhersage geht. Wie man über das, was abstrakt bei Klimagipfeln verhandelt wird, konkret in den Abendnachrichten reden kann. Und darüber, was ihm trotz all der schlechten Nachrichten Mut macht.
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Links mit Hintergründen zur Folge:
Was wir 2022 über Extremwetter in Deutschland wissen heißt dieses Faktenpapier des Deutschen Wetterdienstes (DWD), das als PDF herunterladbar ist.
"Die aktuelle Häufung sehr heißer und trockener Sommermonate in den letzten Jahren stellen ein Szenario dar, das wir erst in der Mitte des Jahrhunderts erwartet haben", heißt es in der klimatologischen Einordnung des Sommers 2022 durch den DWD vom September, die sich hier nachlesen lässt.
Der "Lauterbach der Klimakrise" wurde Meteorologe und ZDF-Wettermoderator Özden Terli im Sommer 2022 von ZEIT ONLINE genannt. Autorin Isolde Ruhdorfer hatte ihn bei seiner Arbeit begleitet
Bei Twitter ist Terli als @TerliWetter aktiv und in seinem Nutzerprofil verlinkt er prominent das Factsheet der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina Klimawandel: Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten (2021).
Der neueste Emissions Gap Report der Vereinten Nationen von Ende Oktober 2022 beziffert die Unzulänglichkeit des Klimaschutzes.
Die Attributionsforschung hat verändert, wie Menschen den kausalen Zusammenhang von Wetter und Klima sehen. Galt früher, dass einzelne Extremereignisse nicht ursächlich auf langfristige Veränderungen des Klimas ("die Statistik des Wetters") zurückgeführt werden konnten, so existieren mittlerweile Berechnungsmethoden, um genau das zu tun. Die Website des Verbundes World Weather Attribution (WWA) veröffentlicht eigene Attributionsstudien (etwa zur Hitzewelle des Sommers 2022).
Die WWA-Wissenschaftler*innen haben auch einen Leitfaden herausgegeben, welche Zusammenhänge und Sicherheiten inzwischen zu Extremwetter und Klimakrise bekannt sind.
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Was bedeutet es, wenn Krisen nicht mehr aufeinander folgen, sondern gleichzeitig drängen, ja sich gegenseitig bedingen und verstärken? Über die "Polykrise" unserer Gegenwart sprechen wir mit Achim Steiner (Leiter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen), mit der Historikerin Hedwig Richter, mit dem Evolutionsbiologen und Komplexitätsforscher Manfred Laubichler und der Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan.
Sie erklären, warum mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine die gesamte Weltwirtschaft aus dem Gleichgewicht geraten ist, wie das Erstarken extremistischer Parteien verhindert werden kann und warum Vulkanausbrüche noch unser geringstes Problem sind.
In jeder Folge des Podcasts "Auch das noch?" sprechen ZEIT-Politikredakteurin Petra Pinzler und Wissenschaftsredakteur Stefan Schmitt über eine Krise der Gegenwart: Es geht um die Klimakrise, das Artensterben, die Energiekrise und die Kriege. Jedes Mal hilft eine Expertin oder ein Experte dabei zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Nicht um zu verzweifeln, sondern weil Verstehen ja der erste Schritt zur Lösung ist. Und um Lösungen geht es natürlich auch.
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Links mit Hintergründen zur Folge:
– Der Human Development Index des Entwicklsungsprogramms UNDP der Vereinten Nationen quantifiziert den zivilisatorischen Fort- oder Rückschritt in der Welt. Zum ersten Mal seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1990 ist der Index nun global zwei Jahre in Folge rückläufig.
– "Global Futures – von der Erkenntnis zur Umsetzung", diesen Vortrag hielt Manfred Laubichler im Juni 2022 im Auswärtigen Amt zur Eröffnung der Konferenz Groundcheck. Er spannt darin einen Bogen [von komplexen
– "Kawumm!" hieß der Gastbeitrag des Wirtschaftshistorikers Adam Tooze,
– "Was schrieb die Ostsee in ihr Tagebuch?" – dies ist [der im Podcast
– "Über Klima sprechen. Das Handbuch" von Christopher Schrader,
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Der Hunger ist zurück. Dabei war die Menschheit schon auf einem guten Weg, ihn zu besiegen. Was da passiert ist und wer wie helfen kann – darüber reden wir mit Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze.
Dass weltweit wieder immer mehr Menschen hungern müssen, liegt an einer Verkettung von Krisen. In der Pandemie führten Dürren zu Missernten, die schlimm genug wären. Und der russische Überfall auf die Ukraine verstärkt die Energie- und Wirtschaftskrise, Inflation und den Weizen- und Düngermangel. Was tun, damit der Fortschritt von Jahrzehnten nicht verloren geht – fragen wir Svenja Schulze, die Bundesentwicklungsministerin in der zweiten Folge von "Auch das noch?"
In jeder Folge des Podcasts "Auch das noch?" sprechen ZEIT-Politikredakteurin Petra Pinzler und Wissenschaftsredakteur Stefan Schmitt über eine Krise der Gegenwart: Es geht um die Klimakrise, das Artensterben, die Energiekrise und Kriege. Jedes Mal hilft eine Expertin oder ein Experte dabei zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Nicht um zu verzweifeln, sondern weil Verstehen ja der erste Schritt zur Lösung ist. Und um Lösungen geht es natürlich auch.
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Weitere Links zu den Themen Hunger und Welternährung:
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gibt einen düsteren Ausblick auf die Jahre bis 2030: "Looking forward, projections are that nearly 670 million people (8 percent of the world population) will still be facing hunger in 2030 – even if a global economic recovery is taken into consideration. This is a similar number to 2015, when the goal of ending hunger, food insecurity and malnutrition by the end of this decade was launched."
Ende April 2022 sprach Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) im Interview mit dem Handelsblatt ausführlich über "Hunger als Waffe" und ihre Befürchtungen einer globalen Ernährungskrise. Im Mai 2020 hatte Schulze (damals noch Bundesumweltministerin) den "politischen Fragebogen" der ZEIT beantwortet.
Vom Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) stammt das Gutachten "Landwende im Anthropozän" (2020) (PDF), in dem vom "Trilemma der Landnutzung" die Rede ist: "Klimakrise, Krisen des Ernährungssystems und der Biodiversität".
Zum UN-Report über den Hunger in der Welt sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus: "Jedes Jahr sterben elf Millionen Menschen wegen ungesunder Ernährung. Mit steigenden Lebensmittelpreisen wird das nur schlimmer werden."
Eine aktuelle Berechnung des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) vom Herbst 2022: Während rund 80 Prozent der Anbaufläche weltweit der Herstellung von tierischen Nahrungsmittel dienen, tragen diese nur 18 Prozent der globalen Kalorien bei.
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