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Die Ukraine und Russland werden auch die “Kornkammer der Welt” genannt. Die Böden dort sind besonders fruchtbar und deshalb wird sehr viel Getreide angebaut, vor allem Weizen und Mais. Diese Nahrungsmittel werden dann in die ganze Welt, aber vor allem auch in den Nahen Osten und in Teile Afrikas und Asiens exportiert.
Aber seit dem 24. Februar ist nichts mehr wie vorher. Die Lebensmittel aus der Region werden wegen des Kriegs in der Ukraine und wegen Handelsbeschränkungen mit Russland teilweise nicht mehr geliefert. Und die Preise für Nahrungsmittel steigen weltweit. Martin Frick, Direktor des Welternährungsprogramms in Berlin, warnt vor schlimmen Folgen, vor allem in den ärmsten Ländern der Welt. Dort müssten viele Familien schon jetzt bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. “Das heißt, wenn dann die Preise weiter steigen kann man nicht mehr irgendwo anders sparen, sondern ist an der Grenze angekommen,” so Frick.
Kurzfristig müssten deshalb dringend die Weltmärkte offen gehalten werden. Frick sagt außerdem: Reiche Länder wie Deutschland sollten jetzt keine Hamsterkäufe machen und dadurch die Preise weiter hochtreiben. Langfristig müssten die Länder, in denen der Hunger besonders groß ist, aber vor allem befähigt werden, wieder selbst mehr Nahrungsmittel anzubauen.
Weitere Nachrichten: Paus wird neue Familienministerin, Musk will Twitter übernehmen.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über Auswärtiges Amt.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll bitte nicht nach Kiew kommen, er sei gerade kein willkommener Gast. So hat ihm das die ukrainische Regierung offenbar ausrichten lassen, wie am späten Dienstagnachmittag bekannt wurde. Wie es zu dieser diplomatisch delikaten Situation gekommen ist – und was sie für das deutsch-ukrainische Verhältnis bedeutet: Darüber spricht in dieser Folge Daniel Brössler, der für die SZ in Berlin das Kanzleramt und den Bundespräsidenten beobachtet.
Brössler sagt, menschlich könne man die Ausladung nachvollziehen. Aber er glaube, "dass es politisch und diplomatisch ein Fehler ist. Weil es nicht gut ist, wenn man im Krieg ist mit Russland, sozusagen auf dem Präsentierteller zu zeigen, dass es eben auch Streit innerhalb Europas gibt und dass man auch im Konflikt mit Deutschland ist."
Weitere Nachrichten: Reaktion und Reisepläne Scholz, Nato-Beitritt Finnland
Unseren neuen Podcast "Geschichte Daily", diese Woche über die Geschichte der Umweltbewegung, finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Audiomaterial über dpa.
Am Montag ist die Grünen-Politikerin Anne Spiegel als Bundesfamilienministerin zurückgetreten. Der Druck sei zu hoch geworden, sagt sie. Wegen eines langen Frankreich-Urlaubs kurz nach der Flutkatastrophe im letzten Sommer wurde sie zuletzt stark kritisiert.
SZ-Parlamentskorrespondentin Angelika Slavik sagt, der Rücktritt sei spätestens am Montag unvermeidbar geworden: “Es war klar, dass es für die Ministerin Spiegel keine Zukunft mehr geben wird.” Auch die emotionale Pressekonferenz am Sonntag habe Spiegel “in der Summe geschadet”, so Slavik. Spitzenpolitik sei für das Privatleben eine Zumutung. Aber familiäre Probleme und Überlastung rechtfertigten keine Lügen. Spiegel hatte behauptet, bei Kabinettssitzungen nach der Flutkatastrophe digital zugeschaltet gewesen zu sein, was sich als falsch herausgestellt hat.
Für die Grünen sei die Situation nun sehr schwierig, weil die Suche nach einer Nachfolge für Spiegel sehr kompliziert sei, so Slavik. Bis Ende der Woche wollen die Grünen eine neue Familienministerin benennen.
Weitere Nachrichten: Putin weiter siegessicher, Ausschussvorsitzende reisen in die Ukraine
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über WELT, ARD.
Am Sonntag hat Frankreich gewählt. Wie erwartet wird es noch eine Stichwahl geben. Und wie erwartet heißen die beiden Kandidaten, die dann gegeneinander antreten müssen: Emmanuel Macron und Marine Le Pen. Was passiert nun in den zwei Wochen bis dahin und wie stehen die Chancen für die beiden?
Darüber spricht in dieser Folge Thomas Kirchner, Frankreich- und Europa-Experte, der für die SZ gerade aus Paris berichtet. Er sagt: "Ich glaube, dass Macron knapp gewinnen wird, aber eben knapp." Macron sage selbst: "Er muss jetzt wirklich kämpfen, sonst wachen die Menschen am 25. April in einem völlig anderen Land auf."
Weitere Nachrichten: Baerbock fordert schwere Waffen für Ukraine, Nehammer bei Putin, Anne Spiegel tritt zurück
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über AFP, LeHuffPost, Marine Le Pen via Youtube.
Am Sonntag wählt Frankreich eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten. Oder bleibt es doch der alte? Emmanuel Macron liegt in den Umfragen vorne – aber es ist knapp. Die rechtsextreme Marine le Pen hat aufgeschlossen, so dass es dann in gut zwei Wochen zu einer Stichwahl kommen könnte. Wer wird Frankreichs nächstes Staatsoberhaupt – und was bedeutet das für Europa?
Darüber spricht in dieser Folge Nadia Pantel, SZ-Korrespondentin in Frankreich. Sie sagt: "Frankreich ist ja der wichtigste Partner von Deutschland und auch gemeinsam mit Berlin der Taktgeber der EU. Le Pen aber will gemeinsam mit Viktor Orbán in Ungarn und der PiS in Polen die EU zurückbauen. Das heißt, das hätte direkte Auswirkungen für die EU und für Deutschland, wenn Marine Le Pen Präsidentin wird."
Weitere Nachrichten: Lauterbach befürchtet Corona-Maßnahmen im Herbst, Angriff auf Bahnhof Ostukraine
Olaf Scholz hat angekündigt, weitere Waffen in die Ukraine zu liefern. Im Bundestag sagte der Kanzler am Mittwoch, dass alles, was “sinnvoll ist und schnell wirkt”, geliefert werden soll. Und auch der ukrainische Außenminister Kuleba hat am Donnerstag in Brüssel betont, wie wichtig Waffen aus Nato-Ländern für die Ukraine sind.
Aber um welche Waffen geht es jetzt konkret? Paul-Anton Krüger, SZ-Experte für internationale Sicherheit, sagt: “Es geht jetzt um eine andere Qualität von militärischer Ausrüstung. Großgerät, Luftabwehrsysteme größerer Reichweiten und gepanzerte Fahrzeuge.” Krüger sagt, dass die Ukraine jetzt in eine neue Phase des Kriegs eintritt: Eine Schlacht um die Region Donbass. “Da wird man mit leichten Panzerabwehrwaffen oder schultergestützten Flugabwehrraketen alleine wahrscheinlich einen russischen Vorstoß nur sehr schwer aufhalten können”, so Krüger. Deshalb ziehe auch die Bundesregierung jetzt in Erwägung, diese schweren Waffen an die Ukraine zu liefern.
Weitere Nachrichten: Impfpflicht scheitert im Bundestag, Ferrero ruft Produkte zurück.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Antonia Franz
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters, Deutscher Bundestag.
Am Montag hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach noch verkündet, dass die bislang verpflichtende Isolation bei einer Infektion mit Corona ab Mai entfallen soll. Die Gesundheitsämter seien überlastet und könnten eh nicht mehr kontrollieren, ob die Isolation eingehalten wird. Deshalb sei eine Isolation nach dem positiven Test ab jetzt zwar eine dringende Empfehlung, aber keine Pflicht mehr. Am Dienstagabend dann die Kehrtwende: Lauterbach verkündet in der Talkshow von Markus Lanz, dass er einen Fehler gemacht habe und es doch weiter eine Isolationspflicht von fünf Tagen für Infizierte geben soll.
Im Podcast spricht SZ-Gesundheitsexperte Werner Bartens über diese "180-Grad-Wende" des Ministers: "Da kann man sagen, das war jetzt ein verspäteter Aprilscherz. Wenn gerade so jemand, der für so viel Gründlichkeit und Genauigkeit und Wissenschaftlichkeit steht wie Karl Lauterbach, was erklärt und dann am nächsten Tag wieder zurücknimmt." Es erzeuge aber auch Respekt, dass Lauterbach seinen Fehler eingestanden habe.
Mit der aktuellen Corona-Politik in Deutschland ist Bartens dennoch nicht zufrieden: "Es wird jetzt so getan, als ob die Pandemie handstreichartig beendet ist. Dass man per Dekret verkündet: Das war's jetzt, Schluss damit." Das sei aber nicht der Fall. Im Podcast spricht sich Bartens auch für eine Impfpflicht ab 18 Jahren und nicht erst ab 60 aus. Über diese Form der Impfpflicht soll am Donnerstag im Bundestag abgestimmt werden.
Weitere Nachrichten: Scholz spricht im Bundestag über das Massaker in Butscha.
Den Podcast Geschichte Daily können Sie hier auf Spotify hören.
Moderation, Redaktion: Antonia Franz
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Jakob Arnu
Weiteres Audiomaterial über dpa und ZDF.
Eine kleine Familie liegt tot auf einer Straße in der Ukraine. Getötet beim Versuch vor russischen Granaten zu fliehen. Anfang März hat die New York Times auf ihrer Titelseite dieses Bild veröffentlicht - und damit weltweit eine Debatte ausgelöst: Welche Bilder sollen - oder dürfen Medien zeigen? Wie vom Krieg berichten? Gerade hat der Deutsche Presserat dazu aufgerufen, “sorgsam” mit der Auswahl solcher Fotos umzugehen. Vor der Veröffentlichung sei, “zwischen dem Informationsinteresse der Leserschaft und den Interessen von Opfern und deren Angehörigen abzuwägen”.
"Wir müssen uns bewusst machen, dass es in der Ethik in dem Sinn keinen Gesetzgeber gibt, der etwas verbietet oder erlaubt, der einzige Gesetzgeber sind wir selbst", sagt Claudia Paganini, Professorin für Medienethik an der Hochschule für Philosophie in München. In erster Linie gehe es um die "Persönlichkeitsrechte der Opfer". Es gebe auch viele andere objektive Blickwinkel, "die auch die Destruktivität und die Brutalität des Krieges zeigen". Journalismus dürfe nicht "in Aktivismus abgleiten". Wenn man die ikonographischen Bilder des 20. und 21. Jahrhunderts betrachte, dann falle ihr auf, dass es oftmals "gar nicht unbedingt brutale oder spektakuläre Bilder" waren. Bei 9/11 sei beispielsweise das Bild von Feuerwehrleuten im Gedächtnis, die eine Fahne am Ground Zero hissen. Es habe weniger mit den Bildern selbst zu tun, als mit den Emotionen innerhalb der Gesellschaft.
Weitere Nachrichten: Von der Leyen und Borrell reisen nach Kiew, Kritik an Fall der Isolationspflicht, Griechenland tilgt Schulden.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum dritten und letzte Teil des sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Einen Monat lang war die Kleinstadt Butscha, eine Vorortgemeinde von Kiew mit fast 27 000 Einwohnern, unter russischer Besatzung. Vergangene Woche dann haben sich die Russen zurückgezogen. Videoaufnahmen zeigen apokalyptische Szenen: Dutzende Leichen liegen am Straßenrand. Einige mit Kopfschuss, mit Folterspuren - und gefesselten Händen auf dem Rücken. Hunderte verscharrt in Massengräbern. Moskau aber behauptet, die Bilder seien gefälscht.
Die Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch hat Sonntag einen Bericht veröffentlicht, der weitere Fälle dokumentiert. "Es braucht jetzt schnell eine unabhängige Untersuchung und Aufklärung durch die Vereinten Nationen", fordert Wenzel Michalski, Deutschland-Direktor von Human Rights Watch. Die Bilder von dort würden denen aus dem Zweiten Weltkrieg gleichen, nur in Farbe. Michalski stellt allerdings den Gebrauch der Wörter "Genozid" oder "Völkermord" infrage. Unstrittig aber sei: "Es sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit." Und der Menschenrechtler sagt, dass man diese Bilder zeigen müsse, "damit es nicht noch öfter passiert"
Weitere Nachrichten: Friedensverhandlungen auf der Kippe, Orbán gewinnt Wahl in Ungarn.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über dpa.
Fürs Klima, für mehr Unabhängigkeit von Putins Gas oder einfach für den eigenen Geldbeutel – es gibt gerade noch mehr gute Gründe, Energie zu sparen als ohnehin eigentlich immer. Aber was würde das Ende der russischen Gaslieferungen nach Deutschland konkret bedeuten? Für uns als Verbraucher und für die deutsche Wirtschaft?
Das erklärt Michael Bauchmüller, SZ-Experte für Energie und Klima. Er sagt, die kalte Dusche, wenn das russische Gas ausbleibt, sei dann sicher das kleinste Problem. "Vorher schon müssten Teile der Industrie ihr Gas abstellen. Und das ist dann eine Frage, die zehntausende Arbeitsplätze gefährdet und wahrscheinlich abermals Kurzarbeit im großen Stil bedeutet. Und sicherlich auch die Wirtschaft an sich beuteln wird."
Weitere Nachrichten: Panzerlieferungen, Russische Diplomaten
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
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