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Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Die Linke) will in seinem Bundesland vom 6. Juni an auf die geltenden Corona-Schutzvorschriften verzichten. Anstatt den bundesweit bislang gültigen Vorgaben soll es dann regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben. Er erntet für seinen Vorstoß breiten Widerspruch von Kanzlerin Merkel bis zu den Grünen. Applaus hingegen kommt von der FDP.
Ramelow setze ja vor allem auf Eigenverantwortung und betont regionale Unterschiede, sagt Boris Herrmann vom SZ-Parlamentsbüro in Berlin. Man müsse den Vorschlag differenziert sehen. Ramelow spreche als Ministerpräsident und weniger als Linken-Politiker. Außerdem sei es doch erfrischend, wenn es jetzt mit der Unterstützung durch FDP-Chef Lindner zu überraschenden "Allianzen auf Zeit" komme. Aus dem Lockdown-Wettbewerb sei ein Lockerungs-Wettbewerb geworden.
Weitere Nachrichten: Bund weiter für verbindliche Corona-Regeln, BGH verurteilt VW zu Schadensersatz im Dieselskandal.
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Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über MDR
Das Coronavirus hat besonders in Alten- und Pflegeheimen gewütet. Es gibt inzwischen zahllose Meldungen aus Heimen in ganz Deutschland, in denen dutzende Bewohner an der Lungenkrankheit gestorben sind. Viele Heime stehen deshalb aus Schutz seit mehr als zwei Monaten unter Quarantäne. Viele Bewohner leben ein Leben, wie sie sonst nur Gefangene kennen.
Die Einsamkeit ist für viele Menschen hart, sagt SZ-Wissenschaftsredakteurin Christina Berndt. Aber die Gefahr für die Alten wäre andernfalls zu hoch. Allerdings müsse man auch abwägen zwischen den psychischen Belastung und der Gefahr durch das Virus. Es gebe aber diverse Möglichkeiten, wie Besuche relativ gefahrlos und sicher organisiert werden könnten.
Weitere Nachrichten: 107 Tote bei Absturz von pakistanischem Airbus, virtueller CSU-Parteitag, Steinmeier plädiert für Debattenkultur.
Die SZ-Serie "Wenn wir alt werden - der große Pflegeratgeber" finden Sie unter SZ.de/Pflegeratgeber.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Valérie Nowak
Die EU-Kommission hat am Mittwoch Teile des "Green Deal" vorgestellt. Mit dem Green Deal möchte die EU den Klimawandel zumindest verlangsamen. Dafür will man zum einen mehr Biodiversität schaffen, so sollen zum Beispiel die Städte grüner werden. Außerdem soll die Landwirtschaft deutlich nachhaltiger werden.
Wie gut sich der Green Deal in der Corona-Krise noch umsetzen lässt, das erklärt Brüssel-Korrespondentin Karoline Meta Beisel. Sie meint: Die Krise könnte sogar eine Chance für den Green Deal sein. Denn die EU will die Wirtschaft so fördern, dass sie nach der Krise umweltfreundlicher ist.
Unseren Corona-Faktencheck finden Sie unter diesem Link: https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wissen/corona-faktencheck-e401112/
Moderation, Redaktion: Laura Terberl
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über die EU-Kommission
Es gibt bewegende Berichte aus Indien. Besonders die ganz Armen leiden unter den Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Seit dem 25. März gelten Ausgangssperren in dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde, die kürzlich bis Ende Mai verlängert wurden.
Besonders dramatisch ist die Lage für Wanderarbeiter und in den Slums, sagt der SZ-Korrespondent für Süd- und Südostasien, Arne Perras. Viele Tagelöhner seien nach dem Shutdown in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt, weil sie dort auf Versorgung durch ihre Familie hoffen. Das habe jedoch das Coronavirus weiter verbreitet. Doch sei es bislang nicht zu den befürchteten Horrorszenarien gekommen.
Weitere Nachrichten: Bundesverfassungsgericht kippt BND-Überwachungspraxis, Vorschulkinder dürfen wieder in den Kindergarten.
Alle Infos zum Coronavirus gibt es auch auf sz.de/coronavirus
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Valérie Nowak
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters
Insgesamt sieben Grundrechte können derzeit außer Kraft gesetzt werden, wenn gegen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus verstoßen wird. Politiker wie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) müssen sich deshalb gerade übel beschimpfen lassen. Aber jenseits von Verschwörungstheoretikern, verirrten Linke und Rechtsextremisten sind manche Bürger ernsthaft über den Eingriff in unsere Freiheit besorgt. Zu ihnen zählt der Ex-Chef der SZ-Innenpolitik Heribert Prantl.
"Wir sollten die Grundrechte nicht mit seltsamen Vögeln allein lassen", sagt das ehemalige Mitglied der Chefredaktion. In der Geschichte der Inneren Sicherheit seien Einschränkungen von Freiheitsrechten fast nie zurückgenommen worden. Es sei aber Heuchelei, dass die "Grundrechtsverachter der AfD" jetzt für Grundrechte eintreten würden, die sie sonst missachten. Viele Menschen seien verunsichert, weil auch Extremisten und Spinner sich an den Demos beteiligen. Aufrechte Demokraten bräuchten deshalb derzeit ein dickes Fell, weil sie womöglich damit rechnen müssten, auch als „so einer“ einsortiert und beschimpft zu werden. Prantl wünscht sich deshalb eine breite, kritische Diskussion, an der sich auch die großen Verbände und Einrichtungen der Zivilgesellschaft beteiligen – die Gewerkschaften und die Wohlfahrtsverbände beispielsweise. Und die Parlamente und die Gerichte müssten intensiv über Grundrechtseinschränkungen und ihre Aufhebung in den Zeiten der Pandemie beraten.
Weitere Nachrichten: Arbeitsminister Heil für besseren Arbeitsschutz auf Schlachthöfen, Außenminister Maas macht Hoffnung für Sommerurlaub in Europa, Kalbitz bleibt in AfD-Fraktion.
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Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial von Michael Kretschmers
An diesem Samstag um 15:30 Uhr wird die Fußball-Bundesliga wieder angepfiffen. Als bisher einzige Spitzenliga in Europa. Die Kritik ist stark. Viele finden, dass bei der Bundesliga andere Maßstäbe gelten als beim Rest der Bevölkerung.
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) argumentiert dagegen, sie habe ein ausgefeiltes Hygienekonzept - und wenn man den Argumenten gegen einen Neustart Folge leisten würde, gäbe es wohl noch im Herbst keinen Sport. Eine schwierige Situation, findet auch Martin Schneider. Der Sportredakteur befürchtet, dass sich die Bundesliga durch ihr hastiges Vorgehen von ihren Fans entfernen könnte.
Weitere Themen: Deutsche Wirtschaft schrumpft um 2,2 Prozent, Streit um Grundrente, Heil für Lohnfortzahlung.
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Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Facebook-Seite von Salomon Kalou, DFL und NDR.
Seit über zwei Monaten ist der Grenzverkehr in Europa ziemlich eingeschränkt. Deutschland hat zum Beispiel einige Grenzübergänge zu den Nachbarländern Österreich, Frankreich, Schweiz, Luxemburg und Dänemark geschlossen. Und an den Übergängen, die offen sind, werden Kontrollen durchgeführt. Nur Berufspendler, Transporteure von Waren oder wer einen triftigen Reisegrund hat, darf passieren.
Nun kündigte Innenminister Horst Seehofer stellvertretend für die Bundesregierung an, Übergänge ab Samstag wieder zu öffnen und Kontrollen nur noch stichprobenartig durchzuführen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung, sagt der Chef des SZ-Meinungsressorts Stefan Ulrich. Denn ein Europa ohne Schengen sei ein entkerntes Europa.
Weitere Themen: EuGH erklärt ungarische Transitzonen für unzulässig, 100 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen.
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Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Valérie Nowak
Zusätzliches Audiomaterial über "maischberger. die woche".
Nach dem Ende der harten Quarantäne sind wieder Millionen Russen zur Arbeit gegangen. Doch die Corona-Neuinfektionen steigt weiter an und Russland liegt mit mehr als 230.000 nachgewiesenen Fällen nach den USA jetzt weltweit auf Platz zwei. Selbst den Kreml hat Covid-19 erreicht.
Präsident Wladimir Putin habe zunächst lustlos auf die Krise reagiert und jetzt die Verantwortung überforderten Technokraten in den Regionen übertragen, sagt SZ-Russland-Korrespondentin Silke Bigalke. Inzwischen seien die selbst Kliniken zu Infektionsherden geworden, bei denen sich immer mehr Personal ansteckt.
Weitere Nachrichten: Abbau der Grenzkontrollen und EU-Empfehlungen, Brandenburgs AfD-Chef Kalbitz unter Druck, Kemmerich lässt Amt im
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Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über Global News
In der Tourismusbranche geht seit Monaten nichts mehr. Diese Woche will die EU-Kommission Leitlinien vorlegen. Sicher ist: Auslandsreisen bleiben dieses Jahr ein unkalkulierbares Abenteuer. Die weltweite Reisewarnung besteht vorerst bis zum 14. Juni. Aber Urlaub in Deutschland ist ja auch mal schön.
Zwar richten sich Italien und Teile von Spanien schon auf Gäste ein, aber auch dort werden vor allem Einheimische Urlaub machen, sagt SZ-Reiseredakteurin Monika Maier-Albang. So habe der Reiseveranstalter Tui für Mallorca für Juni schon mit Lufthansa und Hoteliers Vereinbarungen getroffen, aber dann erlässt Madrid eine 14-tägige Quarantäne für Einreisende. Das gehe beides nicht zusammen. Der Wunsch der Touristen und die Wirklichkeit würden weit auseinander klaffen. Sie empfehle eine Städtetour durch Deutschland.
Weitere Nachrichten: Schwesig übersteht Krebs-Therapie, Vettel verlässt Ferrari, Debatte um Grenzöffnung.
Alle Infos zum Coronavirus gibt es auch auf sz.de/coronavirus
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Valérie Nowak
Zusätzliches Audiomaterial über dpa
5000 in Stuttgart, 3000 in München, 1000 Demonstranten in Berlin skandierten am Samstag “Freiheit”, “Widerstand”, “Volksverräter” und "Wir sind das Volk". Bei den sogenannten Hygiene-Demos kommen gerade ziemlich kuriose Gestalten mit ziemlich kruden Thesen zusammen. Diese wilde Mischung aus komplett unterschiedlichen Welten versucht ihre Corona-Angst auf einen gemeinsamen Nenner zu bekommen.
Da lodert der Irrsinn, sagt SZ-Autor Willi Winkler, der am Wochenende eine "Hygiene-Demos" in Berlin besucht hat. Viele Teilnehmende einen der Wahn und die Wut auf die Einschränkungen und die Missachtung für die Regeln im Kampf gegen die Seuche. "Es wundert mich, wie viele Leute diesen Blödsinn glauben." Dass sich da Linke und rechte verbünden würden sei historisch aber nicht neu. Auch in den frühen 30er Jahren habe es diese "Querfront" schon einmal gegeben. Heute würden diese Leute aber bewusst Zeichen aus dem Nationalsozialismus übernehmen, um sich als Opfer geben zu können.
Weitere Nachrichten: Deutsche Bahn braucht Milliardenhilfe, Nahles soll Bundesanstalt
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Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix, Spiegel TV, rbb, ntv
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