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China scheint auf dem Weg zur absoluten Kontrolle. 2020 soll ein landesweites Sozialkreditsystem eingeführt werden. Alle Bürgerinnen und Bürger starten bei 1000 Punkten. Wer sich in Anführungsstrichen gut verhält, bekommt Pluspunkte. Also zum Beispiel, wer Blut spendet, wer keine Schulden hat oder die Regierung in sozialen Medien lobt. Wer sich nicht so gut verhält, also womöglich über die Regierung lästert, bekommt Minuspunkte.
Wer viele Punkte hat, der soll Privilegien erhalten: Reisen dürfen oder leichter an eine Wohnung kommen. Wer wenige Punkte hat, der kann dann auch mal höhere Steuern zahlen oder öffentlich angeprangert werden. Auch Unternehmen müssen sich ab dem kommenden Jahr auf ein solches Punktesystem einstellen. Schwarze Schafe sollen isoliert werden. Wer gute Bewertungen hat, kann dafür mit niedrigeren Steuersätzen, besseren Kreditbedingungen und mehr Chancen bei öffentlichen Aufträgen rechnen. Doch für Firmen drohen bei vermeintlich kleinen Verstößen schon empfindliche Strafen, warnt Peking-Korrespondent Christoph Giesen.
Weitere Themen: Kühnert kandidiert nicht für SPD-Vorsitz, Johnson will Parlament schließen.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carlo Sarsky
Zusätzliches Audiomaterial über Jusos.
Dieser Podcast wird unterstützt von SAP.
Rechtspopulisten und Rechtsextreme setzen seit Jahren Theater, Museen, Gedenkstätten, Kulturzentren und selbst Schulen unter Druck. Laut einer Chronik von ARD und SZ versuchen Akteure aus dem rechten Milieu von AfD, NPD und "Identitären", Kunstinstitutionen flächendenkend in Ost und West zu diskreditieren.
Mal würden sie dazu Hassmails oder selbst Mord- und Bombendrohungen nutzen. Manchmal stellen sie Strafanzeigen, organisieren Störaktionen und Demonstrationen. Oder sie machen mit Anträgen in Parlamenten, Stadträten und Kulturausschüssen Stimmung gegen missliebige Künstler, sagt der Theaterkritiker Peter Laudenbach, der die Recherche ins Rollen gebracht hat. Das sei ein richtiger "Kulturkampf der Rechten" - mit einem ungewissen Ausgang.
Weitere Meldungen: Brasilien lehnt Millionenhilfe der G7 ab, Indonesien Haupstadt zieht nach Borneo, Irans Präsident dämpft Erwartungen über mögliches Treffen mit Trump.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über den Bundestag.
Dieser Podcast wird unterstützt von SAP.
Die Lunge der Welt brennt. Inzwischen kämpft in Brasilien sogar das Militär gegen die Flammen im Amazonasgebiet. Insgesamt sollen es jetzt rund 80.000 Brände sein, die seit Jahresbeginn im Urwald wüten.
Mit dem Regenwald verbrennt nicht nur eine unglaubliche Artenvielfalt, sondern in den Milliarden Bäumen des Amazonasgebietes sind auch gigantische Mengen Kohlenstoff gespeichert. Weil jetzt so viele davon brennen, erhöht sich die CO2-Konzentration in der Luft - und dadurch wird wiederum die globale Erwärmung massiv verstärkt.
Brasiliens ultrarechter Präsident Bolsonaro sagt allerdings, dass ihn die Äußerungen aus Europa an den Kolonialismus erinnern - Europa solle sich in diese Angelegenheiten nicht einmischen.
Gänzlich falsch liegt er nicht, sagt Sebastian Schoepp, Südamerika-Experte der SZ. Schließlich wurden auch in Europa die Urwälder spätestens zur industriellen Revolution fast vollständig abgeholzt. Es sei deshalb schwer, den Ländern in Lateinamerika genau das zu verbieten. Doch das Weltklima habe sich inzwischen so stark verändert, dass das aktuelle Handelsabkommen ein Druckmittel sein könne, damit Brasiliens Regierung mehr für den Klimaschutz tut.
Weitere Nachrichten: Soforthilfe für Amazonas von G7-Gipfel, WM 2006 vor Gericht, SPD für Vermögenssteuer.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carlo Sarsky
Dieser Podcast wird unterstützt von SAP.
30 Jahre nach der friedlichen Revolution schreibt die AfD in Sachsen, Thüringen und Brandenburg "Wende 2.0" auf Wahlplakate. Vor den Landtagswahlen fordern die Spitzenkandidaten Urban, Höcke und Kalbitz: "Vollende die Wende". Mehr als 100 frühere DDR-Oppositionelle haben ihnen diese Woche deshalb einen offenen Brief geschrieben. Sie werfen der AfD vor, eine "Geschichtslüge" zu verbreiten. Was die AfD mit den Slogans meint und wieso sie bei aller Kritik so gut funktionieren, erklärt die SZ-Korrespondentin Antonie Rietzschel in dieser Folge von "Auf den Punkt".
Weitere Themen: Amazonas-Brand als Thema bei den G7; "Ocean Viking" darf in Malta anlegen; Erntebilanz 2019.
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Laura Terberl, Viktoria Hausmann
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über den YouTube-Kanal der AfD.
Im südlichen Amazonasbecken gibt es die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Sie werden durch Dürre begünstigt, aber ausgelöst wurden sie durch Viehzüchter. Trotzdem macht der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro NGOs verantwortlich, die sich eigentlich für die Erhaltung des Regenwalds einsetzten - ohne Beweise zu haben. Welche Verantwortung Bolsonaro dabei selbst trägt, erklärt SZ-Politikredakteur Benedikt Peters.
Weitere Themen: Urteil in Chemnitz, Johnson in Frankreich, mehr tote Fahrradfahrer.
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und dpa.
Weil Dänemark nicht über einen Verkauf Grönlands verhandeln will, verschiebt US-Präsident Trump einen Besuch in dem Land auf unbestimmte Zeit.
Das Wall Street Journal hatte vergangene Woche gemeldet, dass Trump Interesse an der Insel hätte, die zwar autonom ist, aber offiziell zu Dänemark gehört. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte Trump aber direkt eine Absage erteilt: "Ich hoffe wirklich, dass das nicht ernst gemeint ist", sagte sie.
Kai Strittmatter ist Korrespondent in Kopenhagen. Im Podcast erklärt er, was hinter Trumps Kaufangebot steckt - und welche Aufregung das in Dänemark ausgelöst hat.
Weitere Nachrichten: Bundesregierung möchte Solidaritätszuschlag abschaffen, mutmaßlicher Komplize im Fall Lübcke durfte Waffen besitzen, Markus Söder will Negativzinsen verbieten lassen.
Redaktion, Moderation: Laura Terberl
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Audiomaterial über den Youtube-Kanal des Weißen Hauses.
In Köln hat die Gamescom begonnen, die größte Computerspielmesse der Welt. Mehr als 370 000 Besucher und über 1000 Aussteller nehmen daran teil. Und es läuft auch wirtschaftlich richtig gut für die Games-Branche in Deutschland, mit immer neuen Rekord-Umsätzen. Trotzdem wünschen sich deutsche Entwickler, dass der Staat ihre sie stärker unterstützt.
Wie passt das zusammen und wie könnte auch der Staat von der Gaming-Industrie profitieren? Das erklärt Digitalredakteur Caspar von Au, der für die SZ von der Gamescom in Köln berichtet und dort auch den Auftritt von Bundesminister Andreas Scheuer gesehen hat. Außerdem gibt er einen kurzen Überblick über die aktuellen Trends, über die auf der Messe gesprochen wird.
Weitere Themen: Conte bietet in Italien Rücktritt an, Olaf Scholz tritt mit Klara Geywitz für SPD-Vorsitz an, Johnsons Brexit-Diplomatie.
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Julia Ongyerth
Der Mord an Walter Lübcke hat die Politik aufgerüttelt. Das Bundeskriminalamt will härter gegen rechtsradikale Gewalt und Hetze vorgehen.
Man müsse die Anstrengungen "erheblich intensivieren, um den gegen unsere Werte gerichteten Aktivitäten wirksam entgegentreten zu können", heißt es in einem Papier, das BKA-Präsident Holger Münch an das Bundesinnenministerium übermittelt hat.
Das BKA plant zum Beispiel, eine neue Zentralstelle für Hasskriminalität zu schaffen. Die soll für ganz Deutschland Hass-Postings im Netz erfassen, bewerten und die Urheber der Posts identifizieren.
Ronen Steinke schreibt für die SZ über Innere Sicherheit und hat zu dem Papier recherchiert. Im Podcast erklärt er, warum er die vorgeschlagenen Maßnahmen sinnvoll findet und wie viel davon umgesetzt werden kann.
Weitere Themen: Merkel in Ungarn, Große Koalition arbeitet laut Studie effizient, Waldbrand auf Gran Canaria.
Redaktion, Moderation: Laura Terberl
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über dpa.
In Sachsen regiert momentan die CDU, Ministerpräsident ist Michael Kretschmer. Seit etwas mehr als eineinhalb Jahren ist er an der Spitze einer schwarz-roten Koalition. Aber wenn er weiterhin Ministerpräsident bleiben will, dann muss er sich neue Partner suchen. Denn die CDU steht in Umfragen bei ungefähr 28 Prozent, die SPD nur bei acht. In der CDU haben sich deswegen einzelne Abgeordnete dafür ausgesprochen, sich doch mal Gedanken über eine Koalition mit der AfD zu machen. Aber diese Option hat Kretschmer selbst ausgeschlossen.
Ob er stattdessen mit den Grünen oder den Linken zusammenarbeiten will? Da lässt sich der Ministerpräsident nicht in die Karten schauen. Eigentlich bleibt ihm nur eine Option übrig, analysiert die SZ-Korrespondentin für Ostdeutschland Ulrike Nimz. Doch die ist in Sachsen nur schwer zu vermitteln.
Weitere Themen: Scholz kandidiert für SPD-Vorsitz, Tlaib darf ins Westjordanland reisen.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über dpa.
Ende Mai veröffentlichte unter anderem die Süddeutsche Zeitung ein Video, das Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache dazu veranlasste, zurückzutreten. Der FPÖ-Politiker macht darin Kommentare, die darauf hindeuten, dass er es nicht ganz so streng mit dem Rechtsstaat nimmt. Sein Vertrauter Johann Gudenus, der beim Treffen in der Villa in Ibiza ebenfalls beteiligt war, trat sogar aus der Partei aus.
Drei Monate später ermittelt die Wiener Staatsanwaltschaft wegen eines anderen Vorwurfs wieder gegen Strache und Gudenus. Sie hat die Wohnräume der beiden untersucht. Es geht um den Verdacht, dass die FPÖ und ein Glücksspielunternehmen einen Deal gemacht haben sollen. Strache sagt, man wolle ihn diskreditieren und mundtot machen. Typisch für den Rechtspopulisten, sagt SZ-Politikredakteurin Leila Al-Serori. Ein Comeback Straches schließt sie trotz allem nicht aus.
Weitere Themen: Schwan und Stegner kandidieren für SPD-Vorsitz, deutsche Wirtschaft schrumpft.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über dpa.
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