Augen zu

Augen zu

Download on the App Store
  • Favorites

    139

    Followers

  • Typical duration

    45 min

    per episode

Based on Podcast App listening data

Augen zu episodes

  • Piero della Francesca – der Meister der Stille

    Kaum ein Maler der italienischen Frührenaissance schlägt uns bis heute so in den Bann wie Piero della Francesca (1412/20–1492). Er war ein echtes Universalgenie im Umkreis der italienischen Humanisten, philosophisch und theologisch hochgebildet und Autor mehrerer mathematischer Traktate. All dies ist in seine Darstellungen meist biblischer Themen eingeflossen – doch seine Darstellung der schwangeren Maria oder des auferstandenen Christus verblüffen in ihrer Unmittelbarkeit bis heute auch all jene, die weder in diesen theoretischen Debatten zu Hause sind noch im christlichen Glauben verankert wie die Betrachter in den Kirchen zu Entstehungszeit der Bilder.

    Am besten kann man Piero della Francesca bei einer Reise nach Arezzo, nach Rimini, nach Monterchi oder in seine Heimatstadt Sansepolcro kennenlernen. Dort könne man die Pinien, die geschwungenen Wege und den hohen blauen Himmel sehen, den er in den Hintergründen seiner Fresken und Gemälde verewigt hat.

    Außerdem erzählt Giovanni di Lorenzo in dieser Folge davon, wie er, der in Rimini aufgewachsen ist, nicht nur von früher Kindheit an mit dem Werk Pieros bekannt gemacht wurde – sondern dass es auch später sehr enge biografische Bezüge zu seiner Kunst bei ihm gab, als er filmische "Briefe aus Italien" schrieb.

    Genau an dem Tag, an dem Piero starb, dem 12. Oktober 1492, natürlich in seinem geliebten Sansepolcro, betrat übrigens sein Landsmann Kolumbus das erste Mal Amerika – so endete eine große Kulturepoche und es begann gleichzeitig eine neue.

    Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected].

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

    43 min
  • Ernst Ludwig Kirchner – vom Leben gezeichnet

    Ernst Ludwig Kirchner war kein jugendliches Genie, wie so viele große Figuren der Kunstgeschichte. Nein, Ernst Ludwig Kirchner begann sogar zunächst Architektur zu studieren, bevor er dann 1905 in Dresden mit anderen Studenten die Künstlergruppe Die Brücke gründete. Und damit jene heißblütige, grellfarbige Form des Expressionismus in Deutschland begründete, die das Ungestüme betonte – ganz anders als die Maler des Blauen Reiter um Wassily Kandinsky, August Macke und Franz Marc, deren elegische Erdverbundenheit gleichzeitig eine ganz andere expressionistische Spielart etablierte. Doch was macht Ernst Ludwig Kirchner zum wichtigsten deutschen Expressionisten? Diese Frage diskutieren Florian Illies und Giovanni di Lorenzo in der neuesten Folge von Augen zu, dem Kunstpodcast von ZEIT und ZEIT ONLINE.

    Wie kaum ein anderer Künstler seiner Zeit war Kirchner durchlässig, saugte die Eindrücke seiner Umgebung in sich auf und setzte sie direkt in seinen Zeichnungen und Aquarellen um. Solange er in Dresden wirkte, in den Jahren von 1905 bis 1911, ist sein Stil weich, farbenfroh, geprägt von der barocken Sinnlichkeit der Stadt an der Elbe. Mit seinem Umzug nach Berlin wird Kirchner dann zu einem besessenen Erfasser der Beschleunigung in der explodierenden Metropole – seine Figuren werden kantiger, zackiger, sein Stil wirkt so hektisch wie der Verkehr auf dem Potsdamer Platz. Und genau wegen dieser Kongenialität sind seine Zeichnungen und Gemälde der Straßenszenen vom Potsdamer Platz, die in den Jahren 1913 und 1914 erscheinen, wohl die gültigsten Darstellungen der Moderne, die es in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg in Deutschland je gegeben hat. Anders als die italienischen Maler des Futurismus, die die rasende Zeit bejubelten, legt Kirchner in seinen Werken die Sollbruchstellen im Verhältnis der Menschen zur Stadt und innerhalb der Geschlechter offen. Die Künstlergruppe Brücke überlebt den Umzug nach Berlin nicht.

    Der Erste Weltkrieg dann ist für den hypersensiblen Künstler ein traumatischer Schock – obwohl er nicht kämpfen muss. Allein die Ausbildungszeit im Militär stürzt ihn in tiefe Depressionen und Angstzustände, sein "Selbstbildnis als Soldat" von 1915 gibt davon Auskunft: Seine rechte Hand, mit der er malt und zeichnet, hat er verstümmelt dargestellt, bildhafter Ausdruck einer gefürchteten künstlerischen Impotenz durch die Schrecken des Krieges. Kirchner fällt in die Abhängigkeit von Drogen und Morphium, und es folgt eine lange Zeit in Sanatorien, die dann zu seinem finalen Umzug nach Davos führt. Hier, ganz oben in den Alpen, fühlt er sich den menschlichen Zumutungen so weit als möglich enthoben, nur Erna Schilling, seine Gefährtin seit Berliner Tagen, begleitet ihn.

    In den Zwanziger- und Dreißigerjahren versucht Kirchner hier, sich zu beruhigen und einen neuen Stil zu finden – die Bilder wirken, als wolle er immer aufs Neue die Puzzlesteine, in die sein Leben zerfallen ist, zusammenzufügen. Weil er unzufrieden ist mit den Reaktionen auf sein Werk, erfindet er mit Louis de Marsalle einen fiktiven Kunstkritiker, unter dessen Pseudonym er überall Lobpreisungen auf seine eigene Kunst veröffentlicht – nur so hatte er das Gefühl, die Kontrolle über sein Werk zu behalten. 1938 dann, nach dem Anschluss Österreichs, angesichts der herannahenden deutschen Truppen, der völligen Vergessenheit seines Namens und der gerade erfolgten Aktion "Entartete Kunst" in den deutschen Museen, die zahllose seiner Werke abhängte, nahm er sich verzweifelt das Leben. Hätte er nur gewusst, dass wir heute in ihm genau jene singuläre Künstlerfigur des deutschen Expressionismus sehen, als die er sich selbst empfunden hat.

    Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected].

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

    55 min
  • Artemisia Gentileschi – der Moment, als weibliche Gefühle sichtbar wurden

    Artemisia Gentileschi (1593–1654) hat wirklich Geschichte geschrieben: Dank ihr wurden im italienischen Barock endlich auch die Gefühle der weiblichen Figuren der Mythologie und der biblischen Geschichte anschaulich. Plötzlich wurden Judith, Kleopatra, Lucretia und Maria Magdalena nicht wie all die Jahrhunderte zuvor aus männlicher Sicht dargestellt, sondern mit ganz neuartigen Merkmalen und sichtbaren Ausdrücken von Verletzlichkeit, Wut, Schmerz und Scham gezeigt. Schon als junges Mädchen, im Atelier ihres Vaters Orazio, verblüffte Artemisia die Kunstwelt durch ihre Fertigkeiten. Doch als sie als 17-Jährige von ihrem Kunstlehrer Agostino Tassi vergewaltigt wurde, drohte ihre Karriere als vermeintlich entehrte Frau im katholischen Italien der Gegenreformation schon beendet zu sein, bevor sie begonnen hatte. Doch es kam anders.

    In “Augen zu”, dem Kunstpodcast von ZEIT und ZEIT Online, erzählen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo von der einzigartigen künstlerischen Laufbahn dieser Ausnahmefigur, bei deren Bildern es immer ums Ganze geht: um Liebe, um Hass, um entfesselte Lust und um entfesselte Gewalt. Gentileschi besaß nicht nur handwerklich ein großes Talent, sie war vor allem dazu in der Lage, die klassischen biblischen und mythologischen Themen auf eine neuartige Weise zu erzählen – und zwar in der Mimik und Gestik. Bei ihr entwickeln sich die Szenarien und Kompositionen aus dem Innern der Figuren – und nicht aus dem Drehbuch der Handlung. Nachdem Gentileschi für fast drei Jahrhunderte vergessen wurde, ist sie nun mit aller Macht in den Kanon der Kunstgeschichte zurückgekehrt.

    Wer ihre Kunst sehen will, kann dies in Deutschland im Schloss Pommersfelden tun, wo ihr erstes dokumentiertes Bild hängt, die "Susanna im Bade" aus dem Jahre 1610. Bis zum 23. März ist zudem in der Gallerie d’Italia in Neapel eine bahnbrechende Ausstellung über Artemisia Gentileschis Wirken in Neapel zu sehen.

    Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected].

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

    47 min
  • Versteht man nichts von Kunst, wenn man Chagall liebt?

    Die Kunst Chagalls aus den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erzählt von nichts anderem als seiner Herkunft – aus dem jüdischen Ansiedlungsrayon zwischen Litauen und dem Schwarzen Meer, in dem die osteuropäischen Juden nach der polnischen Teilung am Rande Russlands angesiedelt wurden. Von diesem Frühwerk erzählen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo in der neuesten Folge von Augen zu, dem Podcast von ZEIT und ZEIT ONLINE.

    In der Frankfurter Schirn wirft die Ausstellung "Chagall. Welt in Aufruhr" aktuell einen genauen Blick auf seine Kunst der Dreißiger- und Vierzigerjahre, als sich sein Werk angesichts der Bedrohungen der nationalsozialistischen Terrorherrschaft verdunkelt.

    Erst nach Kriegsende, als er sich in Südfrankreich niederlässt, entsteht jene Kunst Chagalls, die dann weltberühmt wird – und die immer wieder den Vorwurf auf sich zieht, zu süßlich zu sein. Aber vielleicht sollten wir anfangen, genau darin eine Qualität zu sehen.

    Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected].

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

    38 min
  • Henri Matisse – unterwegs in den Süden der Malerei

    Henri Matisse (1869–1954) war ein künstlerischer Spätzünder. Er studierte zunächst Jura, um dann mit erst zwanzig Jahren die Malerei für sich zu entdecken. Aber auch innerhalb der Kunst blieb er ein Suchender, probierte die Stile aus wie andere die Hemden.

    Er fand seine Art zu malen 1905 an der südlichen Riviera, an der Küste des Mittelmeeres, wo er den Fauvismus mitbegründete. Dort, in Frankreich, aber auch in Nordafrika gab es jenes Licht, jene Ornamente, jene stehende warme Luft, die zu seinem unverkennbaren Markenzeichen wurden. In Augen zu, dem Kunstpodcast von ZEIT und ZEIT ONLINE, sprechen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo diesmal über den langen Weg von Henri Matisse zur Kunst und seinen noch längeren zum Ruhm: War er ein rückwärtsgewandter Orientalist und Schönheitssüchtiger oder ein Neuerfinder der Farbe und der Form?

    Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected].

    Ab sofort sind Teile des Archivs von "Augen zu" nur noch exklusiv mit einem Digitalabo der ZEIT zu hören – auf ZEIT ONLINE, auf Apple Podcasts und auf Spotify. Ein kostenloses Probeabo können Sie hier abschließen. Wie Sie Ihr Abo mit Spotify oder Apple Podcasts verbinden, lesen Sie hier.

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    40 min
  • Niki de Saint Phalle macht die Männer klein und die Frauen groß

    Der Name klingt wie ausgedacht, doch Niki de Saint Phalle (1930–2002) entstammt wirklich einem der ältesten französischen Adelsgeschlechter, das im Namen die Heiligkeit des Phallus feiert. Und so steht auch ihr ganzes künstlerisches Werk, dem sich die neuste Folge des Podcasts "Augen zu" widmet, im Zeichen des Dramas und des Lustspiels zwischen Mann und Frau.

    Zunächst flüchtete die 1930 geborene Tochter aus gutem Hause in eine Ehe und bekam zwei Kinder. Doch dann floh sie nach einem Nervenzusammenbruch auch aus dieser scheinbaren Familienidylle, ließ die Kinder zurück – und wurde Künstlerin. Sie machte öffentlich, dass sie in ihrer Jugend von ihrem Vater missbraucht worden war – und versuchte sich von diesem Trauma mit einer spektakulären Kunstaktion in Paris zu befreien: Sie nahm ein Gewehr und schoss auf Leinwände, in denen Farbbeutel versteckt waren. Diese "Schießbilder" aus den Sechzigerjahren sind nicht nur herausragende Dokumente einer Selbstbefreiung, sondern auch die Gründungsakte einer neuen feministischen Performancekunst.

    Gerade Niki de Saint Phalles tiefe seelische Verletzungen und ihre wütenden, radikalen Reaktionen darauf sind zentral, um die "Nanas" besser einordnen zu können, jene scheinbar unbekümmerten, rundlichen Frauenfiguren, mit denen sie später weltberühmt werden sollte. Die "body positivity", die sie ausstrahlen, ist die Folge einer langen Selbsttherapie in Form von Kunst.

    Florian Illies und Giovanni di Lorenzo besprechen in der neuesten Folge von "Augen zu", dem Podcast von ZEIT und ZEIT ONLINE, das Leben und das Werk dieser außergewöhnlichen Künstlerin. Giovanni di Lorenzo erzählt dabei, dass er zweimal an wichtigen Orten seines Lebens in direktem Kontakt zu bedeutenden Werken von Niki de Saint Phalle kam: einmal in Hannover, wohin sie große Skulpturen stiftete. Und außerdem in Capalbio in der südlichen Toskana, wo sie in jahrzehntelanger Arbeit einen riesigen Skulpturengarten mit ihren Nanas bevölkerte.

    Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected].

    Niki-de-Saint-Phalle-Retrospektive im Kunsthaus Zürich

    Ab sofort sind Teile des Archivs von "Augen zu" nur noch exklusiv mit einem Digitalabo der ZEIT zu hören – auf ZEIT ONLINE, auf Apple Podcasts und auf Spotify. Ein kostenloses Probeabo können Sie hier abschließen. Wie Sie Ihr Abo mit Spotify oder Apple Podcasts verbinden, lesen Sie hier.

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    44 min
  • Der Trost der Abstraktion: Was uns Mark Rothko lehrt

    Bis heute ziehen Mark Rothkos leuchtende Farbfelder aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren die Menschen in ihren Bann. Geboren wurde diese Leuchtkraft aus einer tiefen Depression: Rothkos Leben, das schließlich im Jahre 1970 in seinem Freitod endete, war eines in Melancholie und voll manisch-depressivem Sturm. Im Podcast "Augen zu" beschreiben Florian Illies und Giovanni di Lorenzo, wie er gerade in seinem Wissen um den Untergang Bilder schuf, die unsinkbar sind und wie der Untröstliche Trost zu spenden vermag durch seine Kunst.

    Die Folge ist im Museum Barberini in Potsdam entstanden, wo gerade in der Ausstellung "Die Form der Freiheit" vier großformatige Gemälde von Rothko zu bestaunen sind, ist diese Folge von "Augen zu" entstanden – erstmals vor einem Live-Publikum. Diese direkte Auseinandersetzung mit den Originalen gab dem Gespräch von Florian Illies und Giovanni di Lorenzo eine zusätzliche Dimension.

    Bereichert wird die Folge zudem durch einen ganz besonderen Telefonjoker: Christopher Rothko, der Sohn des Malers, war für das Gespräch zugeschaltet und beschreibt anschaulich, wie das Wesen von Rothkos Bildern seiner Persönlichkeit gleicht. Und wieso er als Psychoanalytiker glaubt, dass die Wirkung von Rothkos abstrakter Farbfeldmalerei nur mit der Wirkung großer musikalischer Kompositionen verglichen werden kann.

    Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected].

    Ab sofort sind Teile des Archivs von "Augen zu" nur noch exklusiv mit einem Digitalabo der ZEIT zu hören – auf ZEIT ONLINE, auf Apple Podcasts und auf Spotify. Ein kostenloses Probeabo können Sie hier abschließen. Wie Sie Ihr Abo mit Spotify oder Apple Podcasts verbinden, lesen Sie hier.

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    48 min
  • René Magritte – oder warum nichts ist, wie es scheint

    Er ist der bekannteste Surrealist und bis heute geben seine schwebenden Bilder jedem Betrachter unlösbare Rätsel auf: René Magritte. In der neuesten Folge des Podcasts Augen zu von ZEIT und ZEIT ONLINE gehen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo der Frage nach, wie es Magritte gelang, die Kunst der Moderne mit der Magie des Alltäglichen zu bereichern.

    Seine Motive gehören zu den bekanntesten Bilderfindungen des 20. Jahrhunderts: das sich unter Decken umarmende Paar, der riesige Apfel in einem Zimmer, die Wolken, die durch ein Haus ziehen – und natürlich Ceci n'est pas une pipe, Das ist keine Pfeife, geschrieben unter das Bild einer Pfeife, damit wir auf immer realisieren, dass nichts so ist, wie es scheint. Und dass ein Bild immer ein Bild bleibt und nie eine Wirklichkeit wird.

    1898 in Belgien geboren fand Magritte in den Zwanzigerjahren zu seinem charakteristischen Stil einer verschobenen Realität. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, herkömmliche Sehgewohnheiten nachhaltig zu irritieren – und zwar in einem altmeisterlich genauen Malstil, mit dem er scheinbar romantische Szenerien durch kleine, aber entscheidende Eingriffe logisch durcheinanderwirbelte.

    In der neuen Folge von „Augen zu“ diskutieren Florian Illies und Giovanni di Lorenzo leidenschaftlich darüber, ob die jahrzehntelange Variation dieses Prinzips einer nachhaltigen Wirklichkeitsverwirrung ausreicht, um ihn zu einem der größten Künstler des 20. Jahrhunderts zu zählen. Einig sind sich die beiden Gastgeber des Podcasts aber bei der Frage nach ihrem Lieblingsbild Magrittes: Es ist Das Reich der Lichter (L’Empire des Lumières) von 1961, eine verstörende Verschränkung einer nächtlichen Häuserzeile mit beleuchteten Fenstern mit einem taghellen Himmel darüber hat beide in ihren Bann gezogen. In diesem Frühjahr wurde das Bild, das sich seit der Entstehung im Familienbesitz befand, für 71 Millionen Euro versteigert. Es ist damit nicht nur das betörendste, sondern auch das teuerste Bild Magrittes.

    Am besten kennenlernen kann man das Werk Magrittes in seiner belgischen Heimatstadt Brüssel – und zwar nicht nur im Magritte-Museum, sondern auch in seinem ehemaligen Wohnhaus mit der originalen Einrichtung, wo man sieht, wie auf einer Staffelei in einem bürgerlichen Esszimmer einige der nachhaltigsten Erschütterungen der bürgerlichen Sehgewohnheiten des 20. Jahrhunderts entstanden sind.

    Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected].

    Ab sofort sind Teile des Archivs von "Augen zu" nur noch exklusiv mit einem Digitalabo der ZEIT zu hören – auf ZEIT ONLINE, auf Apple Podcasts und auf Spotify. Ein kostenloses Probeabo können Sie hier abschließen. Wie Sie Ihr Abo mit Spotify oder Apple Podcasts verbinden, lesen Sie hier.

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    43 min
  • Egon Schiele – der Mann, der sich selbst und die Welt durchschaute

    Er war voll unbändiger Energie, voll Lust aufs Leben und voll Angst, er traute sich selbst nicht über den Weg und niemand anderem: Egon Schiele ist sicherlich eine der wichtigsten und schillerndsten Künstlerfiguren am Anfang unserer Moderne. Worin liegt seine Außergewöhnlichkeit, was machte er mit dem Bleistift und dem Pinsel sichtbar, was anderen verborgen blieb? Das diskutieren Florian Illies und Giovanni di Lorenzo in der neuesten Folge des Podcasts Augen zu.

    Es war ein kurzes Leben, aber eines im Geschwindigkeitsrausch. Von 1890 bis 1918 lebte Egon Schiele nur – aber in den zwölf Lebensjahren, die ihm ab seinem Wechsel auf die Wiener Kunstakademie 1906 blieben, schuf er über 3.000 Werke auf Papier und über 300 Gemälde. Schiele war von einer ungeheuren Rastlosigkeit, er konnte nicht still sitzen, er zog Grimassen, wenn er sich selbst malte, verdrehte sich, als sei das Leben ein einziges Schleudertrauma. Erst als er 1911 Wally Neuzil im Atelier seines Förderers Gustav Klimt kennenlernt und sie zu ihm überwechselt, erst als Modell, dann als Geliebte, kommt eine gewisse Ruhe in seine furiose Kunst. Er lässt sich Zeit, ihren Körper nachzuzeichnen und er schaut auf sich selbst in seinen zahllosen Selbstbildnissen nicht immer nur mit den aufgerissenen Augen des Entsetzens.

    Wien um 1900 – das war ein singulärer Zeitpunkt, an dem die Welt neu durchschaut wurde: Sigmund Freud blickte in die Seelen, Ludwig Wittgenstein ins Gehirn, Karl Kraus bis zu den Sprachwurzeln, Arthur Schnitzler in die Herzkammern, Georg Trakl hörte das Gras wachsen und Arnold Schönberg die Tonlagen der Zukunft. Und zwischen dem malenden Berserker Oskar Kokoschka und dem elegischen Frauenausschmücker Gustav Klimt betrat plötzlich dieser Egon Schiele die Bühne und entdeckte in seiner Kunst Mann und Frau neu als Körper. Die Zeitgenossen waren verschreckt von seiner Drastik und Sexualisierung – doch Schiele antwortete mit seiner Privatmythologie: "Auch das erotische Kunstwerk hat Heiligkeit". Wie blicken wir heute auf diese Darstellungen der Frau? Silke Hohmann, Kunstkritikerin des Magazins Monopol, äußert sich im Podcast zu der Frage, wie Schieles Zeichnungen und Gemälde innerhalb der Geschlechterdiskurse unserer Gegenwart bestehen können.

    Mit Schiele wird die erotische Aktzeichnung zu einem autonomen Kunstwerk – und das Selbstbildnis zu einem Schlachtfeld, zu einem ewigen, zweifelnden "Ecce Homo". Aus den Ruinen des Subjekts baute er ein neues Weltbild und lehrte, dass Leben eben Lust und Leiden heißt – auch deshalb ist Egon Schieles Faszinationskraft bis heute ungebrochen. Es geht um tiefe Traurigkeit in seinem Werk, um Ernst und Würde – und er kann all das eben nicht nur in den Körpern finden, sondern auch in einem Buchenwald und in den Häuserlandschaften Böhmens, in die er sich zurückzog, um sich von sich selbst zu erholen. Er stirbt an der Spanischen Grippe, als der Erste Weltkrieg endete. Doch seinen Kampf für einen Platz im ewigen Kanon der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts hat er gewonnen.

    Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected]

    Ab sofort sind Teile des Archivs von "Augen zu" nur noch exklusiv mit einem Digitalabo der ZEIT zu hören – auf ZEIT ONLINE, auf Apple Podcasts und auf Spotify. Ein kostenloses Probeabo können Sie hier abschließen. Wie Sie Ihr Abo mit Spotify oder Apple Podcasts verbinden, lesen Sie hier.

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    46 min
  • Es war einmal in Amerika – die Blütenträume von Georgia O'Keeffe

    Gemeinsam mit Edward Hopper hat Georgia O'Keffee wie keine zweite Künstlerin das Bild der Welt von Amerika in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt. Mit ihren Blumeninterieurs, ihren Wüstenlandschaften und ihrer surrealen Farbigkeit schuf sie in ihrem 99-jährigen Leben ein Werk von großer Eigenständigkeit, das uns bis heute in den Bann zieht.

    Zu ihrer Bekanntheit trug in einem erheblichen Maße bei, dass wir nicht nur seit den 1920er-Jahren gemalte Werke von ihr kennen, sondern auch die markante, über 300 Fotografien umfassende Porträtserie, die ihr Mann, der berühmte Fotograf Alfred Stieglitz, von ihr anfertigte.

    Über Georgia O'Keeffes Bedeutung für die Kunstgeschichte diskutieren Florian Illies und Giovanni di Lorenzo in Augen zu, dem Kunstpodcast von ZEIT und ZEIT ONLINE. Sie machen deutlich, dass Georgia O'Keeffe ein ganz eigenes visuelles Klima schuf, das in all ihren unterschiedlichen Werkphasen herrschte. Es ist, als würde für einen Moment der Lauf der Welt angehalten und wir schauten mit den großen Augen der Künstlerin auf eine Blume oder einen Knochen, als hätten wir so etwas nie zuvor gesehen.

    Ab sofort sind Teile des Archivs von "Augen zu" nur noch exklusiv mit einem Digitalabo der ZEIT zu hören – auf ZEIT ONLINE, auf Apple Podcasts und auf Spotify. Ein kostenloses Probeabo können Sie hier abschließen. Wie Sie Ihr Abo mit Spotify oder Apple Podcasts verbinden, lesen Sie hier.

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    40 min

About Augen zu

From the publisher's feed

Was macht große Kunst aus? Darf man Beuys einen Scharlatan nennen? Muss man Botticelli lieben? Mit Leidenschaft, Fachwissen und Witz entführen die beiden Gastgeber einmal im Monat ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in die wunderbare Welt der Kunst. Jede Folge widmet sich einem Künstler oder einer Künstlerin, ihren biografischen Wendungen, ihren besten Werken, ihren seltsamsten Ansichten. Überraschende Telefonjoker bieten jeweils neue Einblicke. Und am Ende hat jeder – auch mit geschlossenen Augen – einen Kopf voller Bilder.

Best of Augen zu

Ranked by our users in the last 21 days

More shows like Augen zu

Eine Stunde History - Deutschlandfunk Nova by Deutschlandfunk Nova

Eine Stunde History - Deutschlandfunk Nova

102 Listeners

ZEIT WISSEN. Woher weißt Du das? by DIE ZEIT

ZEIT WISSEN. Woher weißt Du das?

39 Listeners

Hotel Matze by Matze Hielscher & Mit Vergnügen

Hotel Matze

187 Listeners

Was jetzt? by DIE ZEIT

Was jetzt?

113 Listeners

Servus. Grüezi. Hallo. by DIE ZEIT

Servus. Grüezi. Hallo.

57 Listeners

Rice and Shine by DIE ZEIT

Rice and Shine

13 Listeners

Verbrechen by DIE ZEIT

Verbrechen

255 Listeners

Alles gesagt? by DIE ZEIT

Alles gesagt?

106 Listeners

Wird das was? by ZEIT ONLINE

Wird das was?

1 Listeners

Unter Pfarrerstöchtern by DIE ZEIT

Unter Pfarrerstöchtern

52 Listeners

OK, America? by DIE ZEIT

OK, America?

99 Listeners

Das Politikteil by DIE ZEIT

Das Politikteil

59 Listeners

Die sogenannte Gegenwart by DIE ZEIT

Die sogenannte Gegenwart

28 Listeners

Sternstunde Philosophie by Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Sternstunde Philosophie

34 Listeners

Und was machst du am Wochenende? by DIE ZEIT

Und was machst du am Wochenende?

12 Listeners

ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal? by DIE ZEIT

ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal?

36 Listeners

Was liest du gerade? by DIE ZEIT

Was liest du gerade?

6 Listeners

Tatort Kunst by Deutschlandfunk

Tatort Kunst

15 Listeners

Ist das eine Blase? by DIE ZEIT

Ist das eine Blase?

1 Listeners

Auch das noch? by DIE ZEIT

Auch das noch?

6 Listeners

Wochenmarkt by DIE ZEIT

Wochenmarkt

2 Listeners

English, please! – ZEIT Sprachen by DIE ZEIT

English, please! – ZEIT Sprachen

1 Listeners

WHITE – Geständnis eines Neonazis by DIE ZEIT

WHITE – Geständnis eines Neonazis

16 Listeners

Deutsche Geister by DIE ZEIT

Deutsche Geister

8 Listeners

ZEIT Campus: Und was macht die Uni? by DIE ZEIT

ZEIT Campus: Und was macht die Uni?

0 Listeners

48 Monate Trump by DIE ZEIT

48 Monate Trump

0 Listeners

Anruf an alle by ZEIT ONLINE

Anruf an alle

0 Listeners

War da was? – Geschichte einer Pandemie by DIE ZEIT

War da was? – Geschichte einer Pandemie

2 Listeners

Irma. Das Kind aus Srebrenica by DIE ZEIT

Irma. Das Kind aus Srebrenica

0 Listeners

Nur eine Frage by DIE ZEIT

Nur eine Frage

2 Listeners