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In dieser Folge von Economic Challenges analysieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, die Robustheit des Dollar-Zeitalters. Ausgangspunkt für die Diskussion sind eine unberechenbare US-Wirtschaftspolitik, sinkendes Vertrauen in Institutionen und die Herabstufung der amerikanischen Kreditwürdigkeit.
Michael Hüther ordnet die Leitwährungsrolle in drei Funktionen ein: Reserve-, Transaktions- und „sicherer Hafen“-Währung. Trotz politischer Risiken bleibe der Dollar mangels Alternativen dominant; der US-Kapitalmarkt sei groß, liquide und tief. Zugleich verweisen steigende Goldnachfrage und Tendenzen zur Entdollarisierung auf wachsende Unsicherheit. „Die Risiken nehmen zu, der Dollar bleibt vorerst unverzichtbar“, so Hüther.
Bert Rürup betont die Fragilität der aktuellen Konstellation: höhere US-Inflation, institutionelle Eingriffe und Experimente wie Stablecoin-Regeln könnten bei Schocks destabilisierend wirken. „Das ist eine Haushaltsfinanzierung über Inflation – das diskreditiert die Währung“, warnt er.
Im Zentrum des Podcast-Gesprächs steht die europäische Chance: Kapitalmarkt- und Bankenunion vollenden, handelbare europäische Schuldtitel ausbauen und den Euro strategisch positionieren. „Europa braucht eine positive Story – Hard Power, Investitionen, Leitwährungsambition“, sagt Hüther. Doch gelingt es der EU, diese Vision tatsächlich in politisches Handeln zu übersetzen? „Die Debatte über die internationale Rolle des Euro muss jetzt beginnen“, sagt Rürup.
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Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, analysieren in dieser Folge von Economic Challenges die drei großen Strukturveränderungen, die Deutschlands Wohlstand herausfordern: das Ende des multilateralen Freihandels, die teure Dekarbonisierung und die Alterung der Gesellschaft.
Rürup warnt, dass diese „Trias der Megatrends“ das Trendwachstum deutlich senke und die industrielle Basis gefährde. Hüther betont, dass die Globalisierung für Deutschland lange ein Selbstläufer gewesen, diese Phase aber vorbei sei. „Keiner redet mehr vom grünen Wirtschaftswunder“, sagt er mit Blick auf eine zunehmend ernüchterte Industrie.
Beide kritisieren, dass die Bundesregierung bisher keine konsistente Strategie für Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz entwickelt habe. Rürup sieht das milliardenschwere Sondervermögen fehlgesteuert, da es vor allem bestehende Ausgabenlücken schließe. Hüther fordert, die Klimapolitik um eine aktive Kohlenstoffstrategie zu erweitern – mit Forschung und Nutzung von CO₂-Abscheidung und -Speicherung als zweiter Säule neben der Emissionsminderung.
Im Zentrum steht die Frage, wie Deutschland unter neuen globalen Bedingungen ökonomisch stark und ökologisch glaubwürdig bleiben kann – und ob eine strategische Kooperation mit China künftig unvermeidlich ist.
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In dieser Folge von Economic Challenges fragen Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, ob die vom österreichischen Ökonomen Schumpeter geprägte Vorstellung der „schöpferischen Zerstörung“ in einer Welt alternder Gesellschaften, globaler Konzerne und wachsender Standortkonkurrenz noch Orientierung bietet.
Rürup zeigt sich skeptisch: Multinationale Unternehmen hätten sich von nationalen Wachstumsbedingungen emanzipiert, die klassischen Innovationszyklen fänden zunehmend außerhalb Europas statt. „Diese Schumpeter-Theorie hat einen wichtigen historischen Wert“, sagt Rürup. „Aber politische Relevanz hat sie meines Erachtens in der heutigen Welt eigentlich nicht mehr.“
Hüther hingegen sieht im Nobelpreis ein Signal, Wirtschaftstheorie und Wirtschaftsgeschichte neu zu verbinden. „Wir müssen auf Innovation setzen“, sagt der IW-Direktor. Entscheidend sei das Verständnis von sogenannten Sprunginnovationen – von wasserstoffbasiertem Stahl bis hin zur mRNA-Technologie. Sie könnten Wachstum neu beleben.
Im Zentrum steht die Frage, wie alternde Volkswirtschaften produktiv bleiben und politische Rahmenbedingungen so gestalten können, dass Innovation und Standortpolitik kein Widerspruch werden.
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Fabian Livrée
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Der neue Beraterkreis von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) legt mit seiner „Wachstumsagenda“ einen Plan für den Erhalt von Deutschlands Wohlstand und Stabilität vor: weniger Regulierung, mehr Markt, höhere Lebensarbeitszeit.
In dieser Folge von Handelsblatt Economic Challenges bemängeln Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, dass die Agenda trotz ihrer Konsistenz und der fundierten Analyse einige wesentliche Punkte außer Acht lasse. So fehle eine adäquate Berücksichtigung der fundamentalen Veränderungen durch die Dekarbonisierung und die geopolitische Zeitenwende, die die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Deutschlands grundlegend beeinflussten.
Auch die Transformation durch die Alterung der Gesellschaft werde als Produktivitätsfaktor angesprochen, jedoch nicht in der umfassenden Tiefe analysiert, die für eine relevante wirtschaftspolitische Ableitung notwendig sei. „Diese Wachstumsagenda ist konsistent – aber nur für einen weisen Diktator geeignet“, kritisiert Rürup. Hüther ergänzt: „Es wird so getan, als könnte man mit einer Ordnungspolitik für die Normalität argumentieren. Diese Normalität haben wir aber nicht.“
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Lukas Teppler
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In der aktuellen Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, über den tiefgreifenden Wandel der Weltwirtschaft. Denn während die Dominanz der USA nach dem Kalten Krieg ungebrochen schien, so rücken heute China und Indien als neue Machtzentren auf.
„Seit dem Ersten Weltkrieg waren die USA die dominante Ökonomie – heute erleben wir eine Multipolarität“, betont Rürup. Hüther ergänzt, dass Chinas ehrgeizige Initiativen wie die "Belt and Road" oder die "Global Governance Initiative" auch ein Ergebnis des enormen demografischen Drucks seien.
Kritisch beleuchten beide die US-Handelspolitik unter Donald Trump, die jahrzehntelange Liberalisierung durch Zölle und Unsicherheit ersetzt. „Das Ziel ist, Arbeitsplätze für die untere Mittelschicht zu schaffen – am Ende ist es aber nur Ankündigungsökonomie und Staatskapitalismus“, so Hüther. Rürup warnt zudem, dass die Idee des Freihandels zunehmend an Verbündeten verliere.
Europa müsse auf die neue Fragmentierung reagieren und eigene Strategien entwickeln – von Handelsabkommen bis zur Vollendung des Binnenmarkts. Mehr hören Sie in der aktuellen Folge von Economic Challenges.
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Die Diskussion über Industriepolitik hat in Deutschland an Bedeutung gewonnen, insbesondere angesichts der protektionistischen Signale aus den USA und der Herausforderungen durch den Klimawandel. In der aktuellen Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, wie Deutschland seine Standorte stärken und gleichzeitig die internationale Wettbewerbsfähigkeit seiner Unternehmen sichern kann. „Industriepolitik wird umso wichtiger, je weniger die Idee des Freihandels exekutiert wird“, sagt Bert Rürup im Podcast.
Historisch betrachtet, habe industrielle Intervention in Deutschland häufig als „ordnungspolitischer Schweinkram“ gegolten, während Länder wie Frankreich und Japan sie aktiv verfolgten, meint Hüther. Doch die Zeiten hätten sich geändert: In den letzten zehn Jahren erlebe die Industriepolitik ein regelrechtes Revival, ausgelöst durch die wirtschaftliche Aufholjagd ostasiatischer Länder und die Notwendigkeit, die Dekarbonisierung voranzutreiben.
Dringenden industriepolitischen Handlungsbedarf sehe Hüther bei der Transformation der Automobilindustrie und der Sicherung von Produktionsstätten in der Chemiebranche. „Die Frage, die sich jetzt für die Wirtschaftspolitik stellt, ist: Will ich mit Blick auf die Dekarbonisierung die Wachstumszentren oder die Wertschöpfungszentren stabilisieren oder will ich sie mir völlig anders vorstellen?“ Hier sei eine kluge, effiziente und wirksame Industriepolitik essenziell, um den Herausforderungen des Protektionismus und der Dekarbonisierung gerecht zu werden. Dies erfordere jedoch ein Umdenken und eine neue strategische Ausrichtung in der deutschen Politik.
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Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit 2023 in einer Rezession, doch trotz dieser angespannten Lage melden einige Dax-Konzerne hohe Gewinne. 15 der 40 Dax-Unternehmen dürften in diesem Jahr sogar so viel verdienen wie noch nie. Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup nimmt diese Entwicklung zum Anlass, um die Frage aufzuwerfen, inwieweit der Leitindex noch als Indikator für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland herangezogen werden kann.
„Es ist sicherlich kein Indikator für die volkswirtschaftliche Entwicklung, aber für die Potenziale, die Unternehmen von diesem Standort aus erarbeiten können“, sagt Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft. „Wären diese Dax-Konzerne auf den deutschen oder europäischen Markt angewiesen, wäre es vermutlich nicht zu diesen Gewinnentwicklungen gekommen.“
Rürup und Hüther verweisen jedoch auch auf zahlreiche Herausforderungen, mit denen die deutschen Unternehmen konfrontiert sind. Die deutsche Exportperformance habe in den letzten zehn Jahren abgenommen, was auf Wettbewerbsfähigkeitsprobleme sowie den Aufstieg neuer Märkte, insbesondere in China, zurückzuführen sei. Diese Entwicklung führe zu einer Deindustrialisierung, die schwerwiegende Auswirkungen auf die Beschäftigung haben könnte. Wie Rürup und Hüther die Investitionsperspektiven am deutschen Standort einschätzen, hören Sie im Podcast.
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In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, über die finanzpolitische Schieflage Frankreichs und die überraschende Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump.
Nachdem Frankreichs Premierminister François Bayrou gescheitert ist, musste Präsident Macron mit Sébastien Lecornu den fünften Regierungschef in zwei Jahren ernennen. Die politische Instabilität und eine blockierte Reformpolitik verschärfen die Lage des Landes, das mit einer Staatsverschuldung von rund 114 Prozent des Bruttoinlandsprodukts unter massivem Druck steht. „Frankreich ist politisch blockiert, und ökonomisch kommt es nicht voran", analysiert Hüther. Im Podcast diskutieren Rürup und Hüther, wie sehr die Reformunfähigkeit Frankreichs Europa insgesamt schwächt und warum die Märkte trotzdem noch vergleichsweise gelassen reagieren.
Im zweiten Teil der Folge richtet sich der Blick dann in die USA: Trump bündelt Unternehmensbeteiligungen in einem Staatsfonds – ein Bruch mit der klassischen amerikanischen Ordnungspolitik, wie die beiden finden.
Welche ökonomischen Folgen sowohl die Entwicklungen in den USA als auch in Frankreich für Europa haben könnte, hören Sie in dieser Folge.
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In dieser Folge von Economic Challenges werfen Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, einen besorgten Blick auf die politische Instabilität in Frankreich.
Der französische Ministerpräsident Francois Bayrou stellt am 8. September die Vertrauensfrage. Das Risiko, dass auch seine Regierung nach einer kurzen Amtszeit scheitert, ist groß. Kommt es in der Folge zu Neuwahlen, könnte der rechtsnationale Front National die Regierungsmacht übernehmen – eine Partei, die als europaskeptisch, wenn nicht gar europafeindlich einzustufen ist.
Die politische Krise wird von schwachen Wirtschaftsdaten begleitet. Die beiden Ökonomen trauen der politischen Rechten Frankreichs indes nur eine geringe Haushaltdisziplin und Konsolidierungskraft zu. Neuwahlen könnten daher das Auseinanderdriften Europas befördern. Bert Rürup fürchtet gar: „Der große Verlierer französischer Neuwahlen wäre Deutschland.“
Die ganze Diskussion hören Sie im Podcast.
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In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, einen aktuellen Debattenbeitrag, der die Frage aufwirft: Könnte eine Lockerung des Kündigungsschutzes in Deutschland das Produktivitätswachstum ankurbeln?
Die Argumentation: Veraltete Arbeitsmarktregeln erschweren strukturelle Anpassungen und hemmen Innovation – sichtbar etwa an der im Vergleich zu den USA geringeren Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Rürup und Hüther halten dagegen, dass Unterschiede zwischen den beiden Volkswirtschaften außer Acht bleiben. Deutschland habe einen deutlich größeren industriellen Sektor, eine andere Altersstruktur und leide bereits heute unter Arbeitskräftemangel.
Gleichzeitig verweisen sie auf den Draghi-Report und internationale Studien. Der entscheidende Produktivitätsunterschied zwischen Europa und den USA entstehe im Tech-Sektor.
Klar ist für beide: Deutschlands industriezentriertes Geschäftsmodell stößt an seine Grenzen. Will die Wirtschaft im globalen Wettbewerb bestehen, muss sie sich neuen Wachstumsfeldern jenseits der klassischen Industrie öffnen.
Das und mehr hören Sie in dieser Folge Economic Challenges.
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