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International episodes

  • Oscar Romero - der Heilige von El Salvador
    Für viele Menschen in El Salvador geht ein Herzenswunsch in Erfüllung: Der Erzbischof von San Salvador, Oscar Romero wird vom Vatikan heiliggesprochen. In seiner Amtszeit hatte er Armut und Ungerechtigkeiten angeprangert – und wurde deswegen im März 1980 ermordet. Oscar Romero wurde zu einem Nationalhelden, nicht nur, weil er sich für die Armen in dem kleinen mittelamerikanischen Land eingesetzt, sondern weil er später offen die Oligarchen und Militärs kritisiert hatte. «Wenn sie mich töten, werde ich im Volk Salvadors auferstehen», sagte der mutige Erzbischof wenige Monate vor seinem Tod.
    Fast 40 Jahre später sind in El Salvador noch immer viele Probleme ungelöst: Es mangelt an Frieden und sozialer Gerechtigkeit, die Einkommen sind extrem ungleich verteilt, viele Familien können nur wegen der Überweisungen von Angehörigen in den USA überleben. Kommt hinzu: El Salvador leidet unter Bandenkriminalität und hat eine der höchsten Mordraten der Welt: Täter und Opfer in diesen Bandenkriegen sind meistens junge Männer ohne irgendwelche Perspektiven.
    28 min
  • Fremd im eigenen Land. Auf der Suche nach Heimat in Bayern
    Heimat, Bayern, CSU – das war lange dasselbe. Doch nun versucht die AfD den Begriff Heimat für sich zu beanspruchen. Seit der Flüchtlingskrise ist «Heimat» zu einem heftig umkämpften Begriff geworden. Heimat hat viel mit Vertrauen zu tun. Die Flüchtlingskrise von 2015 hat das Thema Heimat wieder ins Zentrum der politischen Auseinandersetzung gerückt. Es geht nicht mehr so sehr um politisch links oder rechts, sondern es geht in Deutschland um die Frage: Wer gehört zu uns? Es geht um die drinnen im Land und die, die reinkommen wollen. Die SPD kann die Frage, wer gehört zu uns, nicht überzeugend beantworten und liegt in Umfragen inzwischen schon hinter der AfD. Die CSU tut sich schwer den Dreiklang Heimat-Bayern-CSU erfolgreich zu spielen und stürzt in den Meinungsumfragen auf ein historisches Tief. Die AfD versucht ihr den Begriff Heimat zu entreissen. Während die elementaren Herausforderungen der Flüchtlingskrise bewältigt sind – jeder hat ein Dach über dem Kopf – fühlen sich viele Deutsche bei den täglichen Herausforderungen der Integration alleine gelassen. Sie fühlen sich fremd im eigenen Land.
    Vor der Landtagswahl vom 14. Oktober eine Reise durch Bayern.
    28 min
  • Schottland zwischen Skylla und Charybdis
    Vor vier Jahren haben Schottlands Stimmberechtige Nein zur Unabhängigkeit gesagt - und damit Ja zum Verbleib beim Vereinigten Königreich. Doch seit die Briten - gegen den Willen der Schotten - den Austritt aus der EU beschlossen haben, stellt sich die Frage: welches Verhältnis hat Schottland künftig zur EU, welches zur Union mit England, Wales und Nordirland?
    Insbesondere die Fischer stehen vor einem ernsthaften Dilemma: sie sind grundsätzlich gegen die Fischereipolitik der EU und deshalb für den Brexit. Aber gleichzeitig sind sie auf die Abnehmer, auf Absatzmärkte in den EU-Ländern angewiesen.
    Auch in der Unabhängigkeit Schottlands sehen sie keine Lösung, weil die schottische Regierung nach der Unabhängigkeit zur EU gehören möchte – und die Fischereipolitik dann doch wieder von Brüsseler Bürokraten gemacht würde.
    Jetzt, da der Austritt aus der EU näher rückt, sorgen sich Schottinnen und Schotten um die wirtschaftliche Zukunft nach dem Brexit: sie stellen sich vor, dass in 20 Jahren die EU-Länder wirtschaftlich blühen, während die Britten wieder für einen Beitritt zur europäischen Union betteln müssen. An einer Tafelrunde in Prestwick wird das «zu Boden geredet». Schottinnen und Schotten sorgen sich um das eigene Selbstverständnis.
    29 min
  • Chinas Uiguren unter Kontrolle
    Religionsfreiheit und kulturelle Selbstbestimmung - davon können die zehn Millionen Uiguren in China nur träumen. Mit Propaganda, Überwachung und Umerziehungslagern versucht das Regime, die muslimische Minderheit auf Linie zu bringen. Manche sprechen schon von kulturellem Genozid. Xinjiang, im Nordwesten Chinas ist eigentlich die Heimat der muslimischen Uiguren. Doch die Region steht längst unter Pekings Kontrolle. Mehr als 100‘000 sogenannte Zwangspaten, meist chinesische Regierungsbeamte oder Funktionäre aus Staatsunternehmen, stellen sicher, dass die Uiguren die Sprache und die Kultur der chinesischen Mehrheitsgesellschaft pflegen, ganz besonders in ländlichen Regionen.
    Die Botschaft: die Kultur des muslimischen Turkvolkes der Uiguren ist mit dem kommunistischen System der Volksrepublik China nicht vereinbar, ebenso wenig der Islam. Die Überwachungsmethoden und das harte Vorgehen begründet Peking mit Sorge vor islamistischem Terror.
    26 min
  • Wie sich Terrorgruppen in Westafrika finanzieren
    Für die Bevölkerung in Westafrika war der Tourismus früher eine der wichtigsten Einnahmequellen. Heute verdienen die Leute ihr Geld bei Terrorgruppen und Drogenkartellen. In manchen Regionen, etwa in Mali, sind diese zu den wichtigsten Arbeitgebern geworden. Die radikalislamischen Terrormilizen entführen Touristen und finanzieren mit dem Lösegeld ihren Krieg gegen die Regierungen in der Region. Auch deswegen ist der Tourismus dort eingebrochen. Die Haupteinnahmequelle der radikalen Islamisten sind jetzt der Waffen- und Drogenschmuggel. Und zunehmend werden auch Migranten und Migrantinnen, die auf der Flucht in Libyen stranden, zur Handelsware der Terrormilizen. Wie dieses Geschäft mit Waffen, Drogen und Menschen in Westafrika funktioniert, zeigt die Reportage aus Mali und Libyen.
    29 min
  • Bali: Plastik-Paradies zwischen Kokospalmen und Müllbergen
    Bali ist eine indonesische Trauminsel, bekannt für die weissen Strände, die Korallenriffe, die lächelnden Bewohner. Hier hat Julia Roberts im Film «Eat Pray Love» ihre Liebe gefunden; hier sonnen sich jährlich Millionen von Menschen aus der ganzen Welt. Doch das Paradies hat grosse Schönheitsfehler. Im vergangenen Dezember rief die Regierung den Umweltnotstand aus. An den Stränden türmten sich Abfallberge. Die Regenzeit wird heute auf Bali Abfallsaison genannt. Denn mit dem Regen wird der Abfall vom Landesinneren an die Strände gespült. Die wildwachsende Tourismusindustrie, ungenügende Infrastruktur und ein fehlendes Umweltbewusstsein in der lokalen Bevölkerung sind Teil des Problems, doch dieses ist noch viel grösser. Winde und Meeresströmungen treiben Plasticmüll aus weitentfernten Gebieten an Balis Strände. Es braucht ein Umdenken und handfeste Lösungen. Einige davon gibt es zwar auf Bali. Aber die Politik beharrt auf ihrer Wachstumsstrategie.
    28 min
  • «Äthiopiens Wandel – ein Weg mit Stolpersteinen»
    In Äthiopien setzt die Bevölkerung grosse Hoffnungen in den neuen Regierungschef Abiy Ahmed. Er will mit liberalen Reformen das Land öffnen und wirtschaftlich vorwärtsbringen. Bei aller Freude und Euphorie in Addis Abeba – viele Äthiopierinnen und Äthiopier bleiben skeptisch, besonders die Jungen und Bauern. Für einen wirksamen Wandel muss das Land am Horn von Afrika noch viele Hürden nehmen.
    Millionen von äthiopischen Bauern profitieren zum Beispiel fast gar nichts vom wirtschaftlichen Erfolg. Seit zehn Jahren verbucht Äthiopien ein Wirtschaftswachstum von jährlich rund zehn Prozent. Staudämme, Eisenbahnlinien, Strassen – die autoritäre Regierung hat viel in gigantische Infrastrukturprojekte investiert, weshalb Äthiopien oft als «Entwicklungsdiktatur» bezeichnet wird.
    Die Armut hat sich zwar tatsächlich verringert. Das Problem ist nur: Äthiopien startete auf tiefem Niveau, und das Bevölkerungswachstum frisst das Wirtschaftswachstum wieder auf. Das Land am Horn von Afrika gehört deshalb noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt. Und die Bauern sind die grossen Verlierer dieses Wirtschaftsbooms.
    28 min
  • Abwanderung – stirbt Lettland aus?
    Lettland gehört zu den am schnellsten alternden Ländern Europas. Wegen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise vor zehn Jahren ging die Geburtenrate in den letzten Jahren zurück. Vor allem jüngere, gut ausgebildete Lettinnen und Letten haben das Land in Scharen verlassen. Mittlerweilen hat Lettland mehr als ein Drittel seiner Bevölkerung verloren. Und das hat dramatische Folgen.
    Zum einen überaltert die Gesellschaft sehr schnell – und weil auch die Geburtenrate rückläufig ist, kommt das Rentensystem unter Druck. Und nicht nur das: auf dem Arbeitsmarkt – so haben die Demografen berechnet – werden dem Land bis in zwölf Jaren 35'000 Arbeitskräfte fehlen, ganz besonders Ärztinnen und Pfleger. Ausgerechnet jetzt, wo sich Lettland wirtschaftlich wieder etwas erholt. Deshalb unternehmen die Behörden längst nötige Schritte, um den ausgewanderten Lettinnen und Letten eine Rückkehr zu erleichtern. Zum Beispiel in Cesis, einer Kleinstadt im Nord-Osten des Landes, wo die Bevölkerung seit einiger Zeit nicht mehr schrumpft und sogar wieder wächst.
    29 min
  • Serbien und Kosovo – auf ewig verfeindet?
    Seit dem Krieg sind schon 18 Jahre vergangen, aber das Misstrauen ist noch immer gross. Die Präsidenten Serbiens und Kosovos beteuern zwar, sie wollten die Beziehungen sehr bald normalisieren. Aber die Realität sieht anders aus, besonders für die serbische Minderheit in Kosovo. Serbien tut sich sehr schwer damit zu akzeptieren, dass es Kosovo nach den NATO-Luftangriffen 1999 verloren hat. Nach wie vor weigert es sich, die 2008 ausgerufene Unabhängigkeit seiner ehemaligen Provinz zu anerkennen. Für viele Serben ist Kosovo nach wie vor die Wiege ihrer Nation, heiliges Land, das man nicht einfach aufgeben kann. Serbiens Präsident Vucic ist aber angetreten mit dem Versprechen, sein Land in die EU zu führen. Und angesichts des wachsenden Einflusses Russlands und der Türkei auf dem Balkan, betreibt Brüssel in letzter Zeit eine aktivere Beitrittspolitik in der Region. Die EU übt Druck aus auf Kosovo und Serbien, die beide dereinst Mitglied werden wollen, ihre Beziehungen zu normalisieren.
    Schon 2013 haben die beiden Länder in Brüssel ein Abkommen geschlossen, das die Voraussetzungen für so eine Normalisierung schaffen sollte. Aber ein grosser Teil der Abmachungen ist toter Buchstabe geblieben. Zwei Punkte sind besonders umstritten: Serbien müsste seine Energieinfrastruktur im Norden Kosovos dem kosovarischen Staat unterstellen und Kosovo müsste den Gemeinden mit serbischer Mehrheit in Kosovo Autonomie in einem serbischen Gemeinde-Verband gewähren.
    Wollen die Präsidenten Vucic und Thaçi tatsächlich in die Geschichte eingehen als jene, die den grossen Knoten gelöst haben? Oder kommt ihnen der Konflikt nicht doch entgegen, weil sie dann immer der Gegenseite die Schuld geben können, wenn sie in Richtung EU nicht vorwärtskommen, wenn sie Reformen hinausschieben, den Rechtsstaat aushöhlen und nichts gegen das organisierte Verbrechen unternehmen?
    29 min
  • Best of...: West-Ostkonflikt in der EU – ein Graben in den Köpfen
    Die Flüchtlingskrise hat die EU scheinbar in West und Ost gespalten. Die im Westen erteilen moralische Lektionen. Die im Osten fühlen sich unverstanden und bevormundet - auch wenn es um ihre wirtschaftlichen Interessen geht. Was läuft schief? Seit der Flüchtlingskrise gibt es in den Köpfen der Westeuropäer wieder diesen Graben, der den guten Westen vom bösen Osten trennt. Die Politiker im Westen der EU erteilen Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei moralische Lektionen, ohne zu verstehen, wieso die dortige Bevölkerung eine andere Haltung hat zur Migration.
    Beinahe 30 Jahre nach der Wende reagieren die Leute in den östlichen EU-Länder immer mehr empfindlich auf die herablassende Behandlung durch den Westen. Der zweitgrösste Dachfenster-Hersteller im polnischen Nowy Sacz beschwert sich, dass er von der Nummer eins in Dänemark mit unfairen Methoden aus dem Markt gedrängt und von der EU-Kommission im Stich gelassen wird.
    Marek Prawda, der Vertreter der EU in Polen, sagt, es fehle dem Westen an Empathie und das Gefühl der Zweitklassigkeit bei den östlichen EU-Bewohnern sei der Nährboden auf dem der Populismus wachse, der demokratische Werte in Frage stellt. Zsolt Enyedi von der Zentraleuropäischen Universität in Budapest, wurde von der Regierung Viktor Orbans auf eine Liste von Feinden der Nation gesetzt. Er ärgert sich darüber, dass die Europäische Volkspartei, zu der Orbans Fidesz gehört, immer wieder wegschaut, wenn die ungarische Regierung Rechtsstaat und Demokratie demontiert.
    Der Westen hat in verschiedener Hinsicht Grund, sich selber kritisch zu hinterfragen, wenn er Entwicklungen in den östlichen EU-Staaten kritisiert.
    29 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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