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Dr. Matthias Meier ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, sowie Facharzt für Rehabilitative Medizin.
Nach seinem Studium der Humanmedizin in Mainz und einem Forschungsjahr in New York, arbeitete Matthias zunächst in der Unfallchirurgie der Uniklinik Köln, danach in Basel, in Villingen-Schwenningen und zuletzt als leitender Oberarzt in einer Reha-Klinik in Ulm. Dort hat er begonnen sich intensiv mit manueller Therapie, Osteopathie, Chirotherapie und Chiropraktik auseinanderzusetzen. Seine positiven Erfahrungen mit diesen Themengebieten haben dazu geführt, dass er sich vor ca. 1,5 Jahren in einer Privatpraxis in Ulm mit diesen Schwerpunkten niedergelassen hat.
Hier behandelt Matthias überwiegend Patienten mit Rückenschmerzen und Arthrose; darüber hinaus aber auch mit Symptomen wie Schwindel, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Parkinson.
Dabei versucht er einen anderen Blickwinkel auf die Symptomatik zu werfen.
Der 1. Teil der Behandlung umfasst eine "Symmetrisierung" des Bewegungsapparates, soweit dies möglich ist. Matthias behandelt dabei den Kopf, die HWS, BWS, LWS und das Becken und versucht zudem muskuläre Spannungen zu lösen. Im Anschluss wird die Beinlänge im Sitzen und im Liegen gemessen.
Teil der Diagnostik ist auch ein sog. "Scan" des vegetativen Nervensystems. Hier wird z.B. die Herzfrequenzvarianzanalyse durchgeführt.
Mehr zu der Arbeit von Matthias findest Du hier:
www.impulse-hm-medizin.de
Facebook und YouTube: Impulse- Health Management
Instagram: impulse_hm
Das Buch „Der Mensch: Zu schlau zum Überleben“ von Matthias kannst Du hier beim Verlag bestellen:
https://www.novumverlag.com/onlineshop/ratgeber-sachbuch/alltag-lebensfuehrung/der-mensch-zu-schlau-zum-ueberleben.html
Sexuelle Belästigung im Pflegeberuf
Der Klinisch Relevant Podcast liefert Ärztinnen und Ärzten, sowie Angehörigen der Pflege- und
Die Schwester Der Pfleger: Sexuelle Übergriffe und Belästigungen „Stopp! Ich möchte das nicht!"
Unerwünschte Annäherungsversuche sind in der Pflege häufig. Sie können zu Scham, Angst und Depressionen führen. Aber: Wie verhalte ich mich richtig, wenn ein Patient oder eine Patientin sich
Link: https://www.bibliomed-pflege.de/sp/artikel/24000-stopp-ich-moechte-das-nicht
Report zur sexuellen Belästigung unter Ärzten, Pflegepersonal und Patienten: Was passiert in Kliniken und Sprechzimmern?
In den vergangenen drei Jahren haben fast 15 Prozent der Ärztinnen und Ärzte einer Umfrage zufolge sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz beobachtet. Sieben Prozent der Mediziner seien selbst von
Schwester, verstehen Sie keinen „Spaß“?
Sexualstrafrecht in Medizin und Pflege - Grundlagen für die Pflegeausbildung
https://www.springer.com/de/book/9783658189686
Polypharmazie bei geriatrischen Patienten
In unserer heutigen Klinisch Relevant Podcastfolge sprechen wir mit Prof. Sebastian Baum über die Pharmakotherapie bei geriatrischen Patienten. Prof. Baum gibt uns hierbei einen Einblick in die Arbeit eines Stationsapothekers und erklärt uns, warum die medikamentöse Therapie von multimorbiden Patienten so anspruchsvoll ist. Er nennt häufig vorkommende Fehler in Medikationsplänen, gibt Tipps zu verschiedenen Medikamenten und nennt mögliche Entscheidungshilfen für den klinischen oder ambulanten Alltag.
Warum muss insbesondere bei geriatrischen Patienten auf eine korrekte Medikation geachtet werden?
Wie gehen Sie im Rahmen Ihrer praktischen Arbeit vor?
Welche Fehler sind auf den Medikamentenplänen häufig vorzufinden?
Was verstehen Sie unter einem "guten" bzw. "schlechten" Betablocker?
Welche weiteren Organsysteme spielen eine Rolle?
Bei welchen Medikamenten mit anticholinerger Wirkung muss man aufpassen?
Welche Entscheidungshilfen gibt es für klinisch tätige Kollegen?
- Priscus-Liste:
Gibt es Entscheidungshilfen für die niedergelassenen Kollegen?
Im niedergelassenen Bereich ist es sehr schwierig den Überblick über alle Medikamente, die von verschiedenen Fachärzten verschrieben werden, zu behalten.
In der Regel führen Apotheken den Wechselwirkungs-Check durch. Voraussetzung ist allerdings eine vollständige Medikationsliste. Allerdings sehen sie nicht die Diagnose, die Laborwerte oder das Krankheitsbild und sind auch nicht in der Lage diese zu beurteilen.
Das Problem ist, dass nicht jede Fachrichtung den Überblick über alle Medikamente halten kann. Es fehlt eine Instanz, die Priorisierungen durchführt.
Es ist empfehlenswert, ggf. einen weiteren Kollegen oder Apotheker zu Rate zu ziehen.
Es gibt Software, die man nutzen kann, um Interaktionschecks durchzuführen.
Die Medscape App (Englisch) bietet die Möglichkeit Interaktionsschecks durchzuführen. https://itunes.apple.com/us/app/medscape/id321367289?mt=8
Disclaimer:
Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht.
Externe Hirnstimulation
Im heutigen Podcast sprechen wir mit PD. Dr. med. Lars Wojtecki über die verschiedenen Verfahren der Hirnstimulation. Unseren Fokus legen wir auf die nichtinvasiven Stimulationsverfahren, bei denen mit Gleich- oder Wechselstrom, Magnetstimulation oder Pulswellen die Hirnaktivität beeinflusst wird. Wir erfahren unter anderem etwas zur geschichtlichen Entwicklung der Methodik, zur Wirkung auf zellulärer Ebene und dem Nutzen für die Patienten.
**Am 27.01.2021 um 19 Uhr findet eine Q+A-Session mit Lars Wojtecki auf Clubhouse statt:
https://www.joinclubhouse.com/event/ePr1E56m
Wir freuen uns Euch dort kennenzulernen!**
Was ist die Hirnstimulation und welche Formen gibt es?
Wie ist man auf die Idee gekommen, solche Stimulationsverfahren zu nutzen?
Was passiert im Rahmen der Hirnstimulation auf zellulärer Ebene?
Wo wird die nichtinvasive Hirnstimulation angewendet?
Wie kann man sich die Anwendung der Hirnstimulation vorstellen?
Werden mit dem Helmsystem (Deep TMS) bestimmte Areale des Gehirns anvisiert?
Welche Effekte konnte man bei Parkinson und Alzheimer beobachten?
Bei welchen Patienten wird die Deep TMS eingesetzt?
Wie regelmäßig wird die Behandlung durchgeführt?
Ist die Anwendung schmerzhaft für die Patienten?
Welche Entwicklungen kann man in Zukunft erwarten?
Psychiatrischer Notfall
Herzlich Willkommen zu einem neuen Podcast von Klinisch Relevant!
Wie definiert man den psychiatrischen Notfall?
Ein psychiatrischer Notfall liegt vor, wenn ein akutes Auftreten oder die Exazerbation einer bestehenden psychiatrischen Störung zu einer unmittelbaren Gefährdung der Gesundheit und des Lebens des Betroffenen bzw. seiner Mitmenschen führt. Daraus resultiert die Notwendigkeit einer unmittelbaren Diagnostik und Einleitung einer Therapie.
Wo ist es am wahrscheinlichsten, auf einen psychiatrischen Notfall zu treffen?
Der psychiatrische Notfall ist meistens nicht in der psychiatrischen Abteilung bzw. Klinik vorzufinden, sondern eher im Bereich der Notfallversorgung im präklinischen Setting, in den Notaufnahmen oder in der Hausarztpraxis.
Was sind häufige Krankheitsbilder, die zu einem psychiatrischen Notfall führen können?
Die häufigen Krankheitsbilder, die zu einem psychiatrischen Notfall führen sind vor allem:
Der psychiatrische Notfall scheint in den letzten zehn Jahren zugenommen zu haben. Allerdings ist zurzeit noch nicht klar, ob es sich tatsächlich um Fälle handelt, die definitionsgemäß die Kriterien eines psychiatrischen Notfalls erfüllen. In ersten Untersuchungen scheint es Hinweise dafür zu geben, dass Patienten, analog zur häufig beschriebenen Situation in internistischen Notaufnahmen, vermehrt mit nicht dringlichen Zustandsbildern vorstellig werden.
Epidemiologie
Welche Faktoren spielen in der Versorgungsstruktur in Deutschland eine Rolle?
Wie grenzt man den psychiatrischen Notfall von der psychosozialen Krise ab?
Medical Clearance
Der Begriff Medical Clearance beschreibt, dass im Notfall der Patient mit psychiatrischen Symptomen solange als nicht-psychiatrisch geführt wird, bis eine organische Ursache mittels Basisdiagnostik ausgeschlossen wurde.
Was sind die wichtigsten bzw. häufigsten psychiatrischen Notfälle?
Der psychiatrische Notfall offenbart beispielsweise bei einem Patienten, der aufgrund eines suizidalen Syndroms in Behandlung ist, dass die Suizidalität sich als Akutphase einer psychiatrischen Erkrankung (z.B. Depression) äußert.
Wie häufig sind psychiatrische Notfälle?
Wenn Du die Impfkampagne gegen Corona unterstützen möchtest und Ärztin oder Arzt, bzw. examinierte Pflegekraft bist, dann kannst Du Dich hier registrieren:
https://www.behoerdenarzt.de/impfzentren/
Kompressionstherapie der Extremitäten
Der Klinisch Relevant Podcast liefert Ärztinnen und Ärzten, sowie Angehörigen der Pflegeberufe kostenlose und unabhängige medizinische Fortbildungsinhalte, die Du jederzeit und überall anhören kannst und die für Dich von ärztlichen und pflegerischen Kollegen konzipiert werden. Im heutigen Beitrag geht es um das Thema Kompressionstherapie, Indikationen, Arten, Einflussfaktoren und Praxistipps zur korrekten Anwendung.
Leitlinie: Medizinische Kompressionstherapie der Extremitäten mit Medizinischem Kompressions-strumpf (MKS), Phlebologischem Kompressionsverband (PKV) und Medizinischen adaptiven Kompressionssystemen (MAK)
Link:
Phlebology.de - Deutsche Gesellschaft für Phlebologie
Das Prinzip der Kompressionstherapie besteht darin, von außen kontrolliert Druck auf das Gewebe und das darin liegende Venensystem auszuüben. Dadurch wird der Durchmesser der Venen verringert. Das wirkt sich dann über mehrere Mechanismen positiv auf die bei fast allen phlebologischen Krankheitsbildern beeinträchtigte Blutzirkulation aus. Die Inter-netressourcen der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie e.V. (DGP) liefern einen erweiterten Überblick zum Thema.
Link:
Lehrbuch der Entstauungstherapie: Manuelle Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Muskel- und Gelenkpumpeffekte und andere Verfahren
Das Fachgebiet der Lymphologie ist interdisziplinär, vielseitig, komplex, natürlich praxisrelevant und patientenorientiert. Das Lehrbuch beschreibt die klassischen Grundlagen von Ödemen, diskutiert Behandlungskonzepte der mit Ödemen verbundenen Krankheitsbilder und deren praktische Umsetzung.
Quelle: Bringezu, G., & Schreiner, O. (2020). Lehrbuch der Entstauungstherapie: Manuelle Lymph-drainage, Kompressionstherapie, Muskel- und Gelenkpumpeffekte und andere Verfahren (5th ed. 2020.). Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg.
Medikamentöse Migräne Prophylaxe - mit Cem Thunstedt
Herzlich Willkommen zu einer neuen Podcastfolge von Klinisch Relevant!
Heute sprechen wir mit Cem Thunstedt über die verschiedenen Möglichkeiten der Migräneprophylaxe.
First line Medikamente:
Senken die Anzahl der Migräneattacken und reduzieren die Schmerzen.
Metoprolol (100 mg, Retardpräparat):
• Wird langsam über mehrere Wochen aufdosiert.
Flunarizin:
• Bewegungsstörungen und Depressionen können ausgelöst bzw. verstärkt werden
Topiramat:
Amitriptylin:
Die first line Medikamente sind ähnlich von der Wirksamkeit. Hinsichtlich des Nebenwirkungsprofils ist die Gabe von Metoprolol oder Amitriptylin zu bevorzugen.
Indikation für eine Prophylaxe
Definition: Chronische Migräne
Wann und wie wird mit Botulinumtoxin A (Botox) behandelt?
Botox-Injektionsschema:
Botox wird vermutlich retrograd in Neurone aufgenommen und hemmt die Sezernierung von (Neuro)peptiden (Substanz P, Glutamat, Neurokinin, CGRP) welche an der Entstehung und Wahrnehmung von Schmerzen beteiligt sind.
Injektionen erfolgen subkutan, alle 3 Monate. Es lassen sich end-of-dose-Effekte beobachten.
Die Zeiträume können bei erhaltener Wirksamkeit ausgeweitet werden (z.B. auf 4 Monate).
Wünschenswert ist die Modulation der Migräne und ein Therapieeffekt nach Beendigung der Botox-Injektionen.
-Initial werden 155 Einheiten gespritzt. Die Therapie schlägt an, wenn die Patienten eine subjektive Besserung der Kopfschmerzattacken oder -intensität von 50 % angeben. Die Therapie würde 4-5 Mal, alle 3 Monate, wiederholt werden.
Bei guter Wirksamkeit würde anschließend eine Intervallverlängerung erfolgen. Das bedeutet, dass die Injektionen alle 4 Monate gegeben werden.
Bei guter Wirksamkeit wird anschließend ein Auslassversuch durchgeführt. Setzt eine Verschlimmerung der Symptomatik ein, kann erneut ein Therapiezyklus gestartet werden.
Bei Patienten, bei denen die Therapie nur eine 30-50%ige Besserung ergibt, kann die Dosis auf 195 Einheiten erhöht werden.
Follow the pain Prinzip: Injektionen in besonders schmerzhafter und verspannter Muskulatur.
Wann sind Botox-Injektionen kontraindiziert?
Nebenwirkungen
Monitoring
Welche Antikörper-Präparate sind verfügbar?
Erenumab:
• Bindet an den CGRP-Rezeptor und blockiert diesen.
Fremanezumab:
Galcanezumab:
Die drei Antikörper sind sowohl für die episodische als auch chronische Migräne zugelassen
**Welche Medikamente sind noch in der Pipeline? **
Kontrollfragen
Wann sollte eine Migräneprophylaxe erfolgen?
Welche Medikamente gehören zu den Prophylaxe-Medikamenten?
Welche Aussagen sind korrekt?
Welche Antikörper sind zur Behandlung der Migräne zugelassen (Stand 12.2020)?
Mögliche Nebenwirkungen der Botox-Injektionen sind:
Disclaimer
Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht.
"Frailty"- ein Podcast-Beitrag von Prof. Christian Grüneberg
Stand: 06.01.2021
Jeder fünfte ältere Mensch in Deutschland ist von Frailty betroffen, einem geriatrischen Syndrom, das mit einem erhöhten Risiko für negative Gesundheitsereignisse assoziiert ist. Im Podcast beschreibe ich, wie Frailty nach aktuellen Leitlinien erhoben, quantifiziert und behandelt werden kann. Körperliches Training gilt dabei als Kernkomponente einer multimodalen Behandlung im interdisziplinären Team.
Einführung
Einem gängigen Konzept zufolge befindet sich ein älterer Mensch auf einem sogenannten Fitness-Frailty-Kontinuum zwischen den beiden Extremen fit /Fitness (körperlich und geistig leistungsfähig) und frail /Frailty (gebrechlich). Das Fitness-Frailty-Kontinuum ermöglicht vermutlich eine bessere Risikoeinstufung als das chronologische Alter. Frailty ist definiert als ein physiologisches Syndrom, das durch eine reduzierte Reserve und eine verminderte Abwehrfähigkeit von Stressoren charakterisiert ist. Menschen mit Frailty haben gegenüber nicht gebrechlichen Menschen ein erhöhtes Risiko, negative Gesundheitsereignisse zu erleiden. Zu diesen Ereignissen gehören unter anderem Stürze, Krankenhauseinweisungen, Aktivitäts¬einschränkungen und Mortalität. Laut einer Meta-Analyse ist bei Menschen mit Frailty das Risiko zu stürzen um 84 Prozent beziehungsweise 24 Prozent erhöht. Das Mortalitätsrisiko ist doppelt so hoch. Abhängig von Erhebungsmethode, Population und Nationalität liegt die Frailty-Prävalenz bei 14 bis 24 Prozent in der Bevölke-rungsgruppe der über 65-Jährigen. Diese steigt mit zunehmendem Alter an und ist bei Frauen höher als bei Männern. Clegg et al. beschreiben die pathophysiologischen Prozesse der Frailty und gehen dabei grundsätzlich von einem kumulativen Schaden an mehreren physiologischen Systemen und Organen aus. Die Autoren schreiben aber auch der körperlichen Inaktivität und einem ungünstigen Ernährungsverhalten eine zentrale Rolle zu. Zur Entstehung von Frailty trägt in diesem Zusammenhang auch die Sarkopenie bei, eine über¬mäßige Atrophie der Skelettmuskulatur einherge-hend mit Kraftverlust und /oder funktionellen Einschränkungen.
**Zwei konzeptionelle Frailty-Modelle **
Die zwei gängigsten konzeptuellen Modelle der Frailty sind der Frailty-Phänotyp und das Defizit-Akkumulations-Modell. Der Phä¬notyp wird auch als „physische Frailty“ oder „Fried-Modell“ bezeichnet und geht von einem physiologischen Syndrom aus (biologisches Modell: Veränderungen von Energieaufnahme und -umsatz ursächlich für funktionellen Niedergang). Das Defizit-Akkumulations-Modell oder „Rockwood-Modell“ basiert auf der Annahme, dass eine Ansammlung von Einschränkungen physischer, sozialer, kognitiver und anderer Funktionen ursäch¬lich für die Entwicklung des Frailty-Syndroms ist. Die Ausprägung der Frailty wird anhand eines sogenannten Frailty Index (FI) bemessen. Beide Frailty-Modelle sind klinisch gut operationalisierbar und weisen eine gute prognostische Validität bezüglich relevanter Ergebnisse wie Überlebensrate, Pflegebedürf-tigkeit und Stürze auf. Je nach Modell kommen unterschiedliche Messinstrumente zum Einsatz.
Erhebung des physischen Frailty- Phänotyps
Zur Erhebung des physischen Frailty-Phänotyps werden fünf Parameter herangezogen: Erschöpfung, Gewichtsverlust, geringe körperliche Aktivität, Mobili¬tät (langsame Gehgeschwindigkeit) und Muskelkraft (geringe Handkraft). Je nach Ausprägung werden die untersuchten Personen als robust (kein Kriterium erfüllt), pre-frail /intermediär (ein oder zwei Kriterien erfüllt) oder als frail (drei oder mehr Kriterien erfüllt) eingestuft.
**Erhebung von Frailty als Akkumulation von Defiziten mittels FI **
Anhand des Defizit-Akkumulations-Modells kann Frailty als Index ausgedrückt werden. Dabei werden mindestens 30 verschiedene Variablen mit bestimmten Kriterien erfasst. Hierzu eignen sich unter anderem Krankheitssymptome (zum Beispiel Stimmung), Krankheitszeichen, abnormale Laborwerte, radiologische Untersuchungen und Funktionseinschränkungen. Der FI ist eine einfache Berechnung der Erfüllung oder Nichterfüllung der einzelnen Kriterien als Pro¬portion zur Gesamtsumme. So errechnet sich für eine Person, bei der zehn von 50 Defiziten vorliegen, ein FI von 10 /50 = 0,20. Der FI kann so theoretisch einen Wert zwischen null und eins annehmen. Beim Defizit-Akkumulations-Modell wird davon ausge¬gangen, dass Personen entlang des Fitness-Frailty-Kontinuums umso fragiler sind, je höher der FI ist. Der empirisch ermittelte Grenzwert, ab dem eine Person vom robusten Stadium in ein Frailty-Stadium übertritt, liegt bei ≥ 0,25.
Assessments und Screening
Wenngleich Frailty progressiv verläuft, sind Veränderungen des Frailty-Status möglich. Best-Practice-Leitlinien zur Behandlung von Frailty empfeh¬len folgendes Vorgehen: Bei Verdacht auf Frailty erfolgt eine eingehende Diagnos¬tik mittels Geriatrischem Assessment, das physische, emotionale, psycho-logisch-kognitive und soziale Ressourcen und Einschränkungen erfasst. Das Geri¬atrische Assessment sollte die fünf Para¬meter des Frailty-Phänotyps enthalten und kann als Grundlage für die Berech¬nung eines FI dienen. Einschränkun¬gen sollten gezielt mit interdisziplinär abgestimmten Maßnahmen behandelt werden, die an die Ziele, Belastbarkeit und Kontextfaktoren der betroffenen Personen angepasst sind. Angehörige, Betreuer und Pflegende sollten intensiv und frühzeitig eingebunden werden. Dent et al. publizierten sieben Handlungsempfehlungen bei Patienten mit Frailty.
Eine internationale Konsensusgruppe empfiehlt ein Screening auf physische Frailty bei
Leitliniengestützte Versorgung
Best-Practice-Leitlinien zur Behandlung von Frailty empfehlen bei Verdacht auf Frailty eine eingehende Diagnostik mittels Geriatrischem Assessment, das physische, emotionale, psychologisch-kognitive und soziale Ressourcen und Einschränkungen erfasst.
**Auswahl der Maßnahmen **
Neben den Ergebnissen des geriatrischen Assessments kann der Frailty-Phänotyp genutzt werden, um die Interventionen auszuwählen, zu priorisieren und zu steuern.
Körperliches Training
Körperliches Training wirkt sich auf alle Teilsysteme des Körpers aus, deren Funktion bei Frailty beeinträchtigt sein kann. Neben Skelettmuskulatur, Nerven- und Herz-Kreislauf-System zählen dazu auch das Hormon- und Immunsystem.
Körperliche Aktivität
Über das strukturierte, geplante Training hinaus sollten ältere Menschen ermutigt und befähigt werden, sich regelmäßig körperlich zu betätigen.
Ernährung
Unter- und Mangelernährung beeinträchtigen die Muskelmasse und -funktion und damit zwei wichtige Konstituenten der Sarkopenie und physischen Frailty.
Proteinbedarf
Der zum Erhalt der Muskelmasse nötige Proteinbedarf liegt bei älteren Menschen zwischen 1,0 und 1,2g/kg Körpergewicht pro Tag. Er steigt auf bis zu 1,5 g/kg Körpergewicht bei Menschen mit Frailty und bei körperlichem Training.
Ausblick
Multimodale Konzepte
Heterogene Personengruppe
Perspektivwechsel nötig
Zusammenfassende Kernaussagen
Frailty ist ein physiologisches Syndrom, charakterisiert durch eine reduzierte Reserve, verminderte Abwehrfähigkeit gegenüber Stressoren und Anfälligkeit für negative Gesundheitsereignisse.
Frailty entsteht aus einem kumulierenden Niedergang multipler physiologischer Systeme.
Der Frailty-Phänotyp ist ein diagnostisches Instrument, welches die physische Frailty älterer Personen anhand von drei Graduierungen („fit“,„pre-frail“,„frail“) beurteilt.
Vor präventiven und therapeutischen Maßnahmen sollte ein geriatrisches Assessment erfolgen.
Die Versorgung älterer Menschen mit Frailty ist komplex und aufwändig. Die Hauptkomponenten gegen Frailty sind ein bedarfsgerechtes und individuelles körperliches Training und Ernährungsinterventionen.
Literatur:
–––
Herzlich Willkommen zu Folge # 100!!
Heute steht mal nicht die Vermittlung von medizinischem Wissen im Vordergrund, sondern heute darf auch mal ein bisschen gefeiert werden:
Neben Glückwünschen von Günther Jonitz (Präsident der Berliner Ärztekammer), Johanna Ludwig (Mitgründerin von Luujuu und Mitererfinderin des Spiels "Asystole", Caroline Buff (MedPower Podcast), Alvar Molik (Mindful Doctor) und Oliver Neumann (Business Doc Podcast) hörst Du heute auch einen Zusammenschnitt der besten Outtakes aus den letzten 100 Folgen (Zusammengestellt von Matthias Ubert aus Augsburg, unserem Podcast-Cutter)
Du kannst heute auch etwas gewinnen:
Unter allen, die uns vom 05.01.- 12.01.2021 einen Glückwunsch auf unseren Social-Media-Kanälen (Instagram, Facebook, LinkedIn) oder per mail ([email protected]) hinterlassen, verlosen wir eine von insgesamt 5 "Asystole" Kartenspielen.
Wir möchten uns an dieser Stelle noch mal ganz herzlich bei unseren Referenten bedanken, die Ihre kostbare Zeit opfern und Ihr Wissen kostenlos mit Euch teilen!
Andre Eckerkunst führt in dieser Ausgabe des** Klinisch Relevant Podcasts** zur Ergotherapie ein Interview mit Christine Donner, der Geschäftsführerin des BED e.V. (Bundesverband für Ergotherapeuten in Deutschland), zu aktuellen berufspolitischen Themen.
Welche Aufgaben hat Frau Donner?
Frau Donner ist Diplom-Betriebswirtin und freie selbstständige Unternehmensberaterin spezialisiert auf den Bereich Heilmittel/ Ergotherapie. Sie führt derzeit mit dem BED e.V. und in Zusammenarbeit mit anderen Heilmittelverbänden die Verhandlungen über die Vergütung der Behandlungspositionen der Heilmittelerbringer in Deutschland. Ihre Aufgaben sind derzeit die Vertretung und Repräsentation des Verbandes nach Außen, Öffentlichkeits- und Pressearbeit, Aufklärungsarbeit über Ergotherapie, Ihre Wirkungsweise und Bedeutung bei Krankenkassen, kassenärztlichen Vereinigungen, Ärzten sowie potentiellen Patienten.
Auf welche Veränderungen in der Branche blicken wir zurück?
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit in der Vergangenheit und ein großer berufspolitischer Erfolg war das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG).
Die Preise für die Leistungen der Therapeuten wurden zum 1. Juli 2019 bundesweit auf dem höchsten Niveau angeglichen. Die Honorarentwicklung wurde von der Grundlohnsumme abgekoppelt und ermöglicht nun stärkere Honorarsteigerungen als bisher. Außerdem gibt es nun bundesweit einheitliche Verträge. Die Zugangsbedingungen der Therapeuten zur Versorgung werden verbessert und die Therapeuten können in Zukunft unabhängiger über die Behandlung der Patienten entscheiden (sog. „Blankoverordnung“). Aufgrund der Pandemie und anderer Umstände gab es hier einige Verzögerungen.
Welche Veränderungen werden in den kommenden Monaten folgen?
Frau Donner berichtet über aktuelle Entwicklungen und informiert auch über die neuen Heilmittelrichtlinien im Jahr 2021 sowie den neuen Verordnungsvordruck und Regelungen die Ausstellung ergotherapeutischer Verordnungen. Hier soll es einige Vereinfachungen geben, aber was ändert sich nun konkret für den Patienten, den Therapeuten sowie den behandelnden, ausstellenden Arzt?
Es gibt nur noch einen Vordruck für alle Heilmittelerbringer.
Eine neue Verordnung eines neuen Arztes löst auch bei identischer Diagnose einen neuen Verordnungsfall aus.
Erst- und Folgeverordnung sowie Verordnungen außerhalb des Regelfalls entfallen.
Der Therapiebeginn muss innerhalb von 28 Tagen (statt bisher 14 Tage) ab Ausstellung der Verordnung erfolgen.
Die neue orientierende Behandlungsmenge entspricht der bisherigen Höchstverordnungsmenge im Regelfall. Künftig wird es nur noch einen Versorgungsfall und daran angeknüpft die orientierende Behandlungsmenge geben.
Nach einer Pause von 6 Monaten entsteht ein neuer Verordnungsfall.
Das Genehmigungsverfahren wird es nicht mehr geben. Bisher unterlagen Verordnungen außerhalb des Regelfalls einer Genehmigungspflicht.
Therapeuten müssen in Zukunft nicht mehr prüfen, ob das verordnete Heilmittel zur Leitsymptomatik passt. Es ist nur noch zu prüfen, ob das Heilmittel in der jeweiligen Diagnosegruppe verordnungsfähig ist.
Link zum BED e.V. :
https://www.bed-ev.de/
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