Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • Kulturjournalismus – wie kann er sich behaupten
    Buchbesprechungen, Theaterkritiken, aber auch philosophische Erörterungen. Das leistet der Kulturjournalismus – noch. Geht es dem Journalismus nicht gut, geht es dem Kulturjournalismus umso schlechter. Er gerät bei Sparrunden noch mehr unter Druck. Das klassische Feuilleton wird dünner, Alternativen im Internet gibt es, aber die aufwändigen Produkte haben auch dort ein Finanzierungsproblem.
    Auch SRF muss sparen, auch bei der Kultur. Wo steuert der Kulturjournalismus hin? Braucht es ihn noch? Und wenn ja – wo und wie?
    Dies diskutieren in der Sendung «Kontext» Susanne Wille, Kulturchefin von SRF, Daniel Weber, Leiter Feuilleton bei der Weltwoche sowie Guy Krneta, Schriftsteller und Medienkritiker.
    54 min
  • Vom Haustier zur Massenware: Das Huhn im Kapitalozän
    Das Huhn ist seit mehr als 8000 Jahren eine wichtige Proteinquelle für den Menschen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde es zum Massenprodukt. Heute leben auf der Welt dreimal so viele Hühner wie Menschen. Das birgt ethische und ökologische Probleme. Wie geht man in der Schweiz damit um? Das Huhn beeinflusst seit tausenden von Jahren menschliche Kulturen rund um den Globus. Es hat sich vom scheuen Bankiva-Huhn in Südostasien zu einem der wichtigsten Nutztiere weltweit entwickelt. Ganze 23 Milliarden Hühner leben heute auf der Welt. Im Zuge dieser institutionalisierten Massenproduktion von Geflügel hat sich unser Verhältnis zum Huhn stark verändert. Einerseits haben wir immer noch ein romantisches Bild vom freilebenden, eierlegenden Huhn. Im krassen Gegensatz dazu steht die Realität: Das Huhn ist eines der meist gestressten Nutztiere.
    Die Schweiz liegt in Sachen Tierwohl im internationalen Vergleich zwar vorne. Trotzdem gibt es auch hier noch viel Luft nach oben. Die Initianten der Massentierhaltungsinitiative etwa fordern eine Reduktion der maximalen Tierzahl pro Betrieb. Und auch die hochgezüchteten Hybridhühner in der Pouletmast, die am Ende ihres kurzen Lebens kaum mehr stehen können sind ihnen ein Dorn im Auge. Die Schweizer Geflügelbranche wiederum argumentiert, dass mit noch mehr Tierwohl die Importe aus dem Ausland steigen würden, genauso wie die Preise für den Konsumenten.
    Kontext begibt sich auf die Spuren des Huhns und fragt: wie geht es den Hühnern in der Schweiz?
    Passend zu diesem Thema: Kontext vom 16.04.2019 "Dem Schlachten ein Ende: Tierrechtsaktivismus im Fokus " Weitere Themen: Die Kulturgeschichte des Huhns - Die Schweiz, ein Hühnerparadies? - Planted Chicken – Pouletfleisch aus Erbsenmasse
    48 min
  • Literatur im Gespräch
    Illegal in einem Land leben, heisst unsichtbar sein: Der indische Autor Aravind Adiga erzählt im neusten Roman «Amnestie» die Geschichte eines Asylbewerbers, der in die Illegalität abtaucht und als Putzmann zu überleben versucht. Er verpackt die Geschichte in eine sozialkritische Krimisatire. Dicke Hintern putzen selber, dünne Hintern lassen putzen. In diese zwei Kategorien lässt sich – vereinfacht – die Menschheit einteilen. Dies jedenfalls ist Dannys Erfahrung. Danny ist Putzmann und er ist ein Illegaler. Als sein Asylantrag in Australien abgelehnt wurde, ist er abgetaucht. Er wollte nicht mehr zurück in sein Heimatland, wo er gefoltert worden war. Wie es sich anfühlt in einem westlichen Land unsichtbar zu sein, sich zu verstecken, damit man nicht ausgeschafft wird, das erzählt der indische Autor Aravind Adiga in seinem neuen Roman «Amnestie». Eine so humorvolle wie zutiefst menschliche Geschichte über das Schicksal von Illegalen, verpackt in eine krimiartige Satire.
    Weiter diskutiert Esther Schneider mit Salomé Meier und Felix Schneider «Flussabwärts gegen den Strom» den letzten Teil von Christian Hallers autobiografischer Trilogie über seinen Werdegang als Schriftsteller.
    Und als drittes Buch, den Roman «Meine dunkle Vanessa» von der US-Amerikanischen Autorin Kate Elizabeth Russell. Eine Lolita-Geschichte im Zeitalter von MeToo, die in den USA für Aufmerksamkeit gesorgt hat.
    Entdecken Sie Neuerscheinungen in der Sendung Kontext: Literatur im Gespräch auf SRF2 Kultur.
    Gäste: Salomé Meier, Felix Schneider Weitere Themen: Meine dunkle Vanessa von Kate Elizabeth Russell - Amnestie von Aravind Adiga - Flussabwärts gegen den Strom von Christian Haller
    51 min
  • Mobbing an Schweizer Schulen
    In keinem anderen europäischen Land wird so viel gemobbt, wie in der Schweiz. Das zeigen Befragungen im Rahmen der jüngsten Pisa-Studie. Das müsste nicht sein. Forschungen zeigen, frühes Erkennen und Eingreifen kann Mobbing in Schulklassen verhindern. Zwischen sieben und elf Prozent der Befragten Jugendlichen in der Schweiz gaben im Rahmen der Pisa-Studie 2018 an, sie seien ausgestossen, ausgelacht oder geschlagen worden. Das sind deutlich mehr als noch bei der Pisa-Studie von 2015. Damals fühlten sich nur gerade rund drei Prozent der Befragten gemobbt.
    Auch im Ländervergleich schneidet die Schweiz in Sachen Mobbing an den Schulen schlecht ab. Nur gerade in Italien gaben etwa gleich viele Jugendliche an, regelmässig gemobbt zu werden. In allen anderen vergleichbaren Ländern, wie Belgien oder Frankreich, sind die Zahlen deutlich tiefer.
    Mobbing lässt sich verhindern. Erkennen Lehrerinnen und Lehrer die ersten Signale, können sie eingreifen. In freiwilligen Präventionsprogrammen können sie sich dazu ausbilden lassen. Aber auch Eltern spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Kinder vor Mobbing zu schützen.
    Zusätzlich zum Thema: Input vom 20.9.20 SRF Redaktorin trifft nach 30 Jahren ihr Mobbing-Opfer: https://www.srf.ch/audio/input/wiedersehen-mit-meinem-mobbing-opfer?id=11843541  Weitere Themen: «Es war zerstörerisch» - Prävention: Eingreifen, bevor es brennt - «Plötzlich kriegt man wieder Luft»
    48 min
  • John Dos Passos’ «USA-Trilogie» – Ein Klassiker voller Gegenwart
    1'600 Seiten pralle Erzählkunst, ein Thema: die USA. Mit drei Romanen aus den späten 1920er und den 1930er Jahren fing John Dos Passos sein Land zwischen den beiden Weltkriegen ein. Nun ist der Klassiker in einer neuen deutschen Übersetzung erschienen und erweist sich als überraschend aktuell. Rassismus, die Suche nach Halt und Struktur in einer unsicheren Welt, bröckelnde Utopien, zunehmender Überlebenskampf, Leugnung der Geschichte, Verklärung der Vergangenheit: vieles, was John Dos Passos in seiner «USA-Trilogie» aufgreift, wirkt noch heute vertraut. Und er zeigt eine vielfach gespaltene Gesellschaft.
    Ein Gespräch über Dos Passos Klassiker mit der Anglistikprofessorin Elisabeth Bronfen und Nikolaus Stingl, der die «USA-Trilogie» zusammen mit Dirk van Gunsteren neu übersetzt hat.
    John Dos Passos (1896-1970) gilt neben Hemingway, Faulkner und Fitzgerald als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Moderne. Seine multiperspektivischen, dokumentarisch grundierten Romane inspirierten weltweit zahlreiche Schriftsteller wie Alfred Döblin («Berlin Alexanderplatz») und Truman Capote («Kaltblütig»).
    Buchhinweis:
    John Dos Passos. USA-Trilogie. Rowohlt Verlag
    49 min
  • Die Schlacht am Morgarten von 1315 – Dichtung und Geschichte
    Der Morgarten-Mythos beflügelt die Fantasie seit langem. Nun macht ihn auch der Schweizer Autor Charles Lewinsky zum Thema - im Roman «Der Halbbart». Woher rührt die Faszination für die Schlacht, über die wir praktisch nichts wissen? Und: Müssen uns Mythen heute überhaupt noch etwas angehen? Buchhinweise:
    - Charles Lewinsky: Der Halbbart. Diogenes 2020.
    - Meinrad Lienert: Schweizer Sagen und Heldengeschichten. Marix Verlag 2009.
    - Bruno Meier: Von Morgarten bis Marignano. Was wir über die Entstehung der Eidgenossenschaft wissen. Hier und Jetzt 2015.
    - Annina Michel: Die Schlacht am Morgarten. Geschichte und Mythos. SJW 2014. Weitere Themen: Charles Lewinsky – ein Mythen-Zertrümmerer? - Was am Morgarten tatsächlich geschah - Geschichte und Mythos
    53 min
  • Tandem-Gespräch mit Margrit Stamm und Min Li Marti
    Auf Radio SRF 2 Kultur kommen die Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm und die Nationalrätin und Verlegerin Min Li Marti zum ersten Mal miteinander ins Gespräch. Sie reden über Herkunft, über Beruf, Karriere und Familie sowie über Gleichstellung und Chancengerechtigkeit in der Bildung. Margrit Stamm kommt aus einer Arbeiterfamilie, heiratete früh, bekam zwei Kinder und kümmerte sich acht Jahre lang ausschliesslich um Familie und Haushalt. Mit 35 Jahren begann sie zu studieren und brachte es bis zur Ordentlichen Professorin für Erziehungswissenschaft. Über ihren Werdegang sagt sie: «Mein grösster Förderer war mein Ehemann.»
    In einer Politikerehe kann das etwas anders aussehen. Die SP-Nationalrätin Min Li Marti ist mit Balthasar Glättli verheiratet, dem Präsidenten der Grünen Schweiz. Sie sagt: «Ich muss schauen, dass mir nicht einfach die Hillary-Clinton-Rolle bleibt.» Neben ihrem Amt als Nationalrätin ist Marti Verlegerin und Chefredaktorin der linken Wochenzeitung «P.S.».
    Mit Margrit Stamm und Min Li Marti kommen zwei prominente Persönlichkeiten miteinander ins Gespräch: Was sie verbindet und wo sie sich unterscheiden, was ihnen wichtig ist und wofür sie sich stark machen, darüber sprechen sie im Tandem.
    53 min
  • Künste im Gespräch: Komödie, lokale Weltmusik, neue Stimmung
    Was bietet der neue Film von Martin Provost «La bonne épouse»? Geht «Weltmusik» auch lokal? Und wie klingt das berühmte Präludium C-Dur aus dem «Wohltemperierten Klavier» von J.S. Bach auf einem Klavier, das von Edu Haubensak gestimmt ist? Film: Der französische Regisseur Martin Provost wurde bekannt mit seinen Filmen zu Frauen-Biographien, etwa zu «Séraphine» und dem tragischen Leben der bekanntesten naiven Malerin Frankreichs. Jetzt hat Martin Provost eine Komödie mit Juliette Binoche gedreht: «La bonne épouse» – die gute Gattin – erzählt vom Wandel in einer elsässischen Haushaltsschule, die vom revolutionären Geist von 1968 erfasst wird.
    Musik: Am 22. Oktober beginnt die diesjährige Weltmusik-Messe WOMEX, die dieses Jahr als digitales Event stattfindet. Die Branche steckt in einer tiefen Krise, sagt WOMEX-Chef Alexander Walter. Denn neben abgesagten Festivals und Tourneen, neben den grossen Umsatzeinbussen, zwingen die Reisebeschränkungen viele internationale Bands in eine lange Zwangspause.
    Musik: Der Komponist Edu Haubensak wagt den Angriff auf den Flügel. Er erfindet im Klavierzyklus «Grosse Stimmung» für jedes Stück eine neue Stimmung. Vor der Uraufführung Ende Oktober am Festival Wien modern geht «Kontext» auf einen Werkstattbesuch. Weitere Themen: Gute Gattin? «La bonne épouse» von Martin Provost - Geht «Weltmusik» auch lokal? - Zehn neu gestimmte Klaviere
    53 min
  • Iwan Bunin – Im Zauber der Sprache (W)
    Iwan Bunin (1870-1953) gilt als einer der grössten russischen Autoren. Zum 150. Geburtstag, der sich am 22. Oktober jährt, begibt sich «Kontext» auf die Spuren des Dichters, dessen Leben von Revolution und Exil geprägt war. Sein Werk, das erstaunlich modern geblieben ist, erscheint neu auf Deutsch. Bunin entstammte einer verarmten russischen Adelsfamilie und wuchs auf dem Land auf. Nach den Revolutionen von 1917 floh er nach Frankreich ins Exil. In seinen Werken blieb er stets dem alten, vorrevolutionären Russland verpflichtet. Die Bolschewiki hasste er.
    Bunin verstand es meisterhaft, Grundfragen des Mensch-Seins zu thematisieren: Liebe, Tod, Einsamkeit, Verfall. In seinen Texten pflegte er einen ebenso lyrischen wie präzisen Stil, der menschliche Abgründe oft nicht ausspricht und nur erahnen lässt. 1933 erhielt er den Literatur-Nobelpreis.
    Buchhinweis:
    Der Dörlemann-Verlag publiziert Neuübersetzungen Bunins Werk. Zuletzt: Iwan Bunin. Leichter Atem. Verhängnisvolle Affären. Erzählungen 1916-1919. Deutsch von Dorothea Trottenberg. Dörlemann 2020.
    Erstsendung Kontext: 06.02.2018 Weitere Themen: Ein zerrissenes Leben - «Ein Herr aus San Francisco» - Russland im Exil
    57 min
  • Aleida Assmann: Letzte Täter und die Erinnerung an den Holocaust
    Er war KZ Wachmann in Stutthof. Mit 93 Jahren wurde Bruno D. nun verurteilt. Es war vielleicht das letzte NS-Verfahren. Eine historische Schwelle. Was geschieht mit der Erinnerung an den Holocaust, wenn die Tätergeneration gestorben ist? Fragen an Aleida Assmann. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann gilt als Koryphäe. Sie hat die deutsche Erinnerungskultur, die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, mit ihren Arbeiten über das kulturelle Gedächtnis entscheidend mitgeprägt. Eine hart erkämpfte Errungenschaft, die heute vielen als beispielhaft gilt. Aber auch eine Errungenschaft, die manche wieder in Frage stellen.
    Und die Errinnerungskultur befindet sich an einer historischen Schwelle: wir leben in einer Zeit, in der der Zweite Weltkrieg und der Holocaust aus der persönlichen Erfahrung der Menschen verschwindet.
    Was bedeuten diese Entwicklungen für die Erinnerung an den Holocaust? Ein Gespräch über letzte Prozesse, Gefahren und neue Chancen.
    Erstsendung Kontext: 13. Januar 2020
    46 min

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