Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • Ein Schicksalsschlag: Wenn Angehörige plötzlich pflegen müssen
    Ein Unfall oder eine schwere Diagnose und nichts ist mehr, wie es vorher war. Solche Schicksalsschläge ändern das Leben von Menschen auf einen Schlag, das Leben der Opfer und auch das Leben der Angehörigen. Sie stehen im Mittelpunkt dieser Sendung In der Schweiz betreuen rund 600'000 Menschen ein Familienmitglied. Es sind ältere Menschen, aber auch Jugendliche und sogar Kinder, die die Aufgaben einer Pflegerin oder eines Pflegers übernehmen. Dies ergaben Forschungsprojekte im Rahmen des Förderprogramms «Entlastungsangebote für betreuende Angehörige 2017-2020» vom Bund.
    Sie alle benötigen selbst Unterstützung und Beratungsangebote. Solche Angebote gebe es zwar viele, heisst es im Schlussbericht des Förderprogramms. Dies bestätigt auch die Pflegewissenschaftlerin Iren Bischofberger. Doch die Angebote seien schlecht koordiniert und unübersichtlich. Nicht alle pflegenden Angehörigen finden die richtige Anlaufstelle. Und so fühlten sich viele allein gelassen und überfordert. Weitere Themen: Die Diagnose Demenz, sie verändert das Leben langsam, aber stetig - Ein Arbeitsunfall, und die Partnerin wird plötzlich zur Pflegerin
    48 min
  • Migration und Depression: Zwischen Resilienz und Entmutigung
    Der Aufbruch in ein neues Land erfordert Mut und Durchhaltevermögen. Das Ankommen ist häufig ein Kraftakt, geprägt von Verlusten: Familie und Freunde, den Beruf, die Vertrautheit des Alltags. Solche sozialen Faktoren spielen eine Rolle bei der Gefahr, an einer Depression zu erkranken. Depressionen sind mit einem enormen Leid für die Betroffenen und Angehörigen verbunden. In der Schweiz erkrankt jede fünfte Person mindestens einmal im Leben an einer Depression.
    Untersuchungen zeigen, dass Migranten und Migrantinnen ein deutlich höheres Risiko haben, an einer Depression zu erkranken. Woran liegt das? Und wo gibt es Hilfe?
    «Kontext» geht der Frage nach, welche Rolle gesellschaftliche Faktoren bei der Entstehung einer Depression spielen?
    Studiogast: Amina Trevisan, Soziologin und Medizinethnologin Weitere Themen: «Ich trug einen Rucksack, der mich erdrückte.» - «Ich habe überlebt. Darauf bin ich stolz.» - Endstation Ohnmacht - worunter Geflüchtete in der Schweiz leiden
    51 min
  • Literatur im Gespräch: Was wäre wenn…!
    Angenommen Kolumbus und seine Crew kommen in Amerika um. Die dortigen Bewohner nehmen seine Schiffe, segeln über den Atlantik und erobern Europa. Dieses Gedankenexperiment macht Laurent Binet in seinem Roman «Eroberung» und erfindet sozusagen die Weltgeschichte neu. Wie würde Europa heute aussehen, wenn die Geschichte anders verlaufen wäre? Der französische Autor Laurent Binet stellt in seinem Roman «Eroberung» diese Frage: Was wäre, wenn Kolumbus nicht mehr zurückgekehrt und von seiner Entdeckung berichtet hätte? Dann wäre wohl längere Zeit niemand mehr über das Meer Richtung Westen aufgebrochen.
    Binet dreht die Geschichte noch weiter. Ein Inka-König schnappt sich die Schiffe von Kolumbus und segelt mit seinem Gefolge nach Europa. Und da trifft er auf eine gespaltene Gesellschaft, die sich im Krieg befindet und gerade durch das schwere Erdbeben in Lissabon zusätzlich geschwächt ist. Das machen sich die Neuankömmlinge zunutze und erobern mit List und Geschick nach und nach ganz Europa. Die Idee ist natürlich bestechend. Doch was macht der Autor daraus? Gelingt es ihm, die Weltgeschichte glaubwürdig neu zu erfinden? Darüber diskutiert Esther Schneider mit den Literaturkritikern Sieglinde Geisel und Julian Schütt.
    Weiter in der Sendung: Der internationale Bestseller von Yoko Ogawa, «Insel der verlorenen Erinnerung» und «Jeder bewohnt die Welt auf seine Weise» von Jean Paul Dubois.
    Buchangaben:
    Jean-Paul Dubois. Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise. Aus dem Französischen von Nathalie Mälzer und Uta Rüenauver. dtv, 2020.
    Yoko Ogawa. Insel der verlorenen Erinnerung. Aus dem Japanischen von
    Sabine Mangold. liebeskind, 2020.
    Laurent Binet. Eroberung. Aus dem Französischen von Kristian Wachinger. Rowohlt, 2020. Weitere Themen: Laurent Binet: Eroberung - Jean Paul Dubois: Jeder bewohnt die Welt auf seine Weise - Yoko Ogawa: Insel der verlorenen Erinnerung
    53 min
  • Reiche – warum sie faszinieren, warum sie irritieren
    Reiche sind immer irgendwie verdächtig. Die einen sagen, Reiche seien rücksichtslos und Profiteure. Andere sprechen von Sozialneid und verweisen auf den Steuerbeitrag, den Reiche leisten. Was bringen Reiche der Gesellschaft? Warum sind sie unbeliebt? Und wie sehen sie sich selbst? Alle Jahre wieder wird Ende November vom Wirtschaftsmagazin BILANZ die Liste der 300 Reichsten in der Schweiz herausgegeben. Die Publikation stösst jedes Mal auf grosses Interesse: Viele Leute sind fasziniert von Reichen und Superreichen. Viele haben aber auch Vorbehalte: «Die Reichen sind reich auf Kosten der Armen» ist ein Vorurteil. Oder «Reiche müssen nichts leisten, nichts können». Was ist dran an solchen Zuschreibungen? Was bringen Reiche der Gesellschaft? Und wie sehen Reiche sich selber? Wir sprechen mit zwei Multimillionären, hören uns auf der Strasse um und fragen den Ökonomen, wie viel Steuern Reiche bezahlen. Weitere Themen: Altes Geld: Die Firmenerbin - Der gesellschaftliche Nutzen der Reichen - Neuer Reichtum: Der Selfmade-Millionär
    50 min
  • Alles andere als infantil: Die neuen Familienstücke im Theater
    Die Vorweihnachtszeit ist im Theater die Zeit für das Familienstück. Heutzutage ist das «Weihnachtsmärchen» keine Nebensache mehr, sondern Anlass für formale Experimente, neue Bewertungen und in grossen Häusern Chefsache. Für viele ist es die erste Begegnung mit Theater überhaupt: Das Kinderstück, das in der Adventszeit Familien und ganze Schulklassen ins Theater lockt. Lange Zeit fristete das «Weihnachtsmärchen» ein Aschenbrödeldasein, heute ist es in grossen Häusern Chefsache. Die Theaterleiter Nicolas Stemann in Zürich, Antú Romero Nunes und Jörg Pohl in Basel inszenieren das Familienstück selbst. Das Theater Neumarkt, bekannt für Experimente, legt das Familienstück in die Hände junger Theaterschaffender, die einen Märchenklassiker als «zauberhaftes Lehrstück des Antikapitalismus» auf die Bühne bringen.
    Woher kommt diese Aufwertung? Was sind Geschichte und Tradition des «Weihnachtsmärchens» und was bedeutet es innerhalb des Theaterbetriebs? Kaa Linder und Andreas Klaeui haben sich Familienstücke angeschaut und fragen bei den Intendanten nach, wie sie für Kinder denken. Weitere Themen: «Gretel und Hänsel» - wie man Kindern den Kapitalismus erklärt - Chefsache Familienstück
    51 min
  • Ringen um Gerechtigkeit – Literaten, die Juristen waren
    Schon Goethe hat Jura studiert; ebenso Kafka. Beide wurden berühmte Schriftsteller. Reiner Zufall oder logische Konsequenz? Strafverteidiger Ferdinand von Schirach, Rechtsprofessor Bernhard Schlink und Staatsanwalt Gianrico Carofiglio erzählen, wie der ehemalige Beruf in ihre Literatur einfliesst. «Ein Strafverteidiger sollte ein guter Geschichtenerzähler sein», sagt Ferdinand von Schirach: «Er muss glaubhaft begründen können, warum ein Angeklagter Straferlass verdient».
    In seinem jüngsten Projekt «GOTT» verwandelt Ferdinand von Schirach das Theater zum zweiten Mal nach «Terror» in einen Gerichtssaal: auf der Bühne debattiert ein Ethikrat über das Recht auf Sterbehilfe. Und das Publikum stimmt jeweils ab, welche Argumente am meisten überzeugten.
    Auch Bernhard Schlink sieht eine enge Verwandtschaft zwischen dem Juristen und dem Schriftsteller: «Wer es mit dem Recht ernst nimmt, nimmt es auch mit der Sprache ernst. Recht ist Sprache». Nicht nur in seinem Weltbestseller «Der Vorleser» hat sich der emeritierte Professor für öffentliches Recht auch literarisch mit der Thematik von Schuld und Verantwortung auseinandergesetzt.
    Eine besondere Erfahrung hat der ehemalige Antimafia-Staatsanwalt Gianrico Carofiglio gemacht: als er begann, ernsthaft Kriminalromane zu schreiben und versuchte, sich voll und ganz in seine Protagonisten einzufühlen, hätten sich allmählich auch seine Verhöre verändert: «Ich wurde empathischer; denn was mir mit Phantasiefiguren gelang, gelang mir dann auch besser im realen Leben.» Weitere Themen: Ferdinand von Schirach - Bernhard Schlink - Gianrico Carofiglio
    56 min
  • Auf Schatzsuche in der Schweizerischen Nationalbibliothek
    Sie ist eine «Grand Old Lady», die Schweizerische Nationalbibliothek in Bern. Vor 125 Jahren wurde sie gegründet. Seither hat sie Millionen von Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und Plakaten über die Schweiz gesammelt – darunter befindet sich manche überraschende Trouvaille. «Kontext» steigt in die weitläufigen Magazine der Nationalbibliothek. Dort findet sich auf endlosen Gestellen alles, was seit ihrer Eröffnung 1895 in und über die Schweiz publiziert worden ist.
    Das Spektrum ist riesig: Es reicht von wissenschaftlichen Werken über Eisenbahnfahrpläne aus alter Zeit bis hin zu Landschaftsbildern vergangener Epochen.
    Zu Gast in «Kontext» ist die Direktorin der Nationalbibliothek Marie-Christine Doffey. Sie erzählt von ihrer Faszination für die gigantische Sammlung. Und sie sagt, weshalb die grösste Sammlung von Helvetica bis heute eine wichtige Rolle spielt für das Schweizer Selbstverständnis.
    Zwar hat die Nationalbibliothek in der Zwischenzeit ihre führende Stellung als «Bibliothek aller Bibliotheken» der Schweiz eingebüsst. Und die Zeiten sind vorbei, da sie den Gesamtkatalog aller Schweizer Bibliotheken führte. Dennoch ist der enorme Bestand sowohl für die Wissenschaft als auch für interessierte Laien noch immer von unschätzbarem Wert. Weitere Themen: Die Jagd nach Trouvaillen - Kupferstiche, Fotografien, Ansichtskarten - Die Kartonkisten der Dichterinnen und Dichter
    50 min
  • Künste im Gespräch – Armin Schibler, erschöpfte Männer, Fritz Eckenga
    Armin Schibler, Komponist und Pädagoge in Zürich, hat Generationen geprägt. Das Landesmuseum kümmert sich um erschöpfte Männer. Fritz Eckenga dichtet über Männer, Frauen, Fussball und WCs. Armin Schibler wollte zeitgenössisch komponieren, ohne elitär und ideologisch zu sein. Er wollte die Menschen erreichen. «Concerto ‘77» auf der Tonhallen-Bühne verschränkte Klassik und Jazz miteinander. Mit «Greina» bezog er Stellung gegen den Kraftwerkbau in einer bedrohten Alpenlandschaft. Und als Musiklehrer an einem Zürcher Knabengymnasium hat er eine ganze Generation kommender Künstler geprägt. Zwei ehemalige Schüler, der Jazzmusiker Daniel Schnyder und der Pianist Werner Bärtschi, erinnern sich zum 100. Geburtstag an den Pädagogen aus Leidenschaft und engagierten Musiker.
    Was macht einen Mann zum Mann? Mut und Muskeln? Oder Witz und Intelligenz? Die Ausstellung «Der erschöpfte Mann» im Landesmuseum Zürich geht Männeridealen von der Antike bis zur Pop-Kultur nach. Ein Gespräch mit den Ausstellungsmachern Juri Steiner und Stefan Zweifel sowie Kathleen Bühler vom Kunstmuseum Bern über Männerbilder zwischen Übermut und Selbstzweifeln.
    «Eva, Adam, Frau und Mann – da muss Gott wohl noch mal ran», so heisst Fritz Eckengas aktueller Gedichtband. Doch die neuen Gedichte des vielfach ausgezeichneten Kabarettisten und komischen Dichters Fritz Eckenga drehen sich nicht nur um Liebe und Erotik, sondern behandeln ebenso wichtige Themen wie Fussball, Dichtkunst, Corona und den Welttoilettentag. Weitere Themen: Fast vergessen: Der musikalische Feuerkopf Armin Schibler - Von traurigen Helden und sympathischen Schlaffis - Poesie aus dem Ruhrgebiet - Fritz Eckengas neuer Gedichtband
    52 min
  • Tod ist kein Tabuthema mehr. Kulturwandel beim Reden übers Sterben
    Reden über das Sterben hat Hochkonjunktur - nicht erst seit der Pandemie. Das hat Kulturwissenschaftlerin Corina Caduff aufwändig recherchiert. Das autobiographische Erzählen muss sogar noch mehr Raum bekommen in Pflege und Gesellschaft, fordert der Palliativ-Seelsorger Pascal Mösli. Eben erst bekam die junge Autorin Anna Stern den Schweizer Buchpreis für ihr Buch über Sterben und Trauer. Hier habe sich ein regelrechtes Sterbe-Genre in der Publizistik entwickelt, belegt Corina Caduff. Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin zeigt das an vielen Beispielen aus Belletristik, Theater und dem Internet. Nicht erst seit Corona, sondern schon seit über 10 Jahren ist das Sterben Thema bei Schreibenden ebenso wie in den digitalen Medien. In ihre Recherche bezieht Caduff nämlich auch Sterbe-Blogs und You-Tube-Sterbetagebücher ein. Sie entsprächen dem urmenschlichen Bedürfnis Sterbender, über ihr Sterben zu sprechen und dabei gehört zu werden. Dem pflichtet auch der reformierte Berner Theologe und Psychotherapeut Pascal Mösli bei. Den Menschen, die über ihr Sterben sprechen wollen, auf Ohrenhöhe zu begegnen, sieht er als seine wichtigste Aufgabe an. Im Klinikalltag gebe es aber noch zu wenig Räume fürs Erzählen. Sie fordern jetzt auch Palliativ-Pflegende. In Kontext berichten wir, wie sich das Reden über den Tod gewandelt hat, und warum es so wertvoll ist. Weitere Themen: Sich mit dem eigenen Tod versöhnen. Ein kreativer Ansatz. - Gemeinschaftlich trauern in der «Stiva da morts»
    47 min
  • Eine entlarvte Holocaust-Biografie und was von der Lüge bleibt
    Im Buch «Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939-1945» beschreibt der Musiker und Klarinettenbauer Binjamin Wilkomirski seine Kindheit in Konzentrationslagern und polnischen Waisenhäusern. Das Buch wurde mit Preisen überhäuft und in viele Sprachen übersetzt. Drei Jahre später zeigte der Journalist Daniel Ganzfried auf, dass Wilkomirski 1941 in Biel als uneheliches Kind zur Welt gekommen und vom reichen Ärztepaar Dössekker adoptiert worden war. 20 Jahre nach diesem Skandal fragt der Regisseur Rolando Colla in einem Dokumentarfilm, was von der Lüge bleibt.
    Dem Filmemacher Rolando Colla hat der Fall Wilkomirski keine Ruhe gelassen. Wie kann es sein, dass jemand, der in einer gutsituierten Ärztefamilie am Zürichberg in Zürich aufgewachsen ist, sich eine Holocaust-Biografie ausdenkt und darüber eine mit Preisen dekorierte Autobiografie schreibt? Wie konnte es dazu kommen, dass ausgerechnet der renommierte Jüdische Verlag bei Suhrkamp das Buch publizierte? In seinem Film «W. – Was von der Lüge bleibt» kommen Akteure von damals und auch Bruno Dössekker alias Binjamin Wilkomirski zu Wort. Er sagt: «Ein misshandeltes Kind ist ein misshandeltes Kind, ob im Waisenhaus oder im KZ.»
    Karin Salm diskutiert mit Rolando Colla, Daniel Ganzfried, der die Lüge aufgedeckt hat, und Stefan Mächler, der im Auftrag der Literaturagentur den Fall akribisch untersucht hat.
    54 min

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