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Die Idee hört sich eigentlich so verrückt an, dass man sie beinahe in die Wirklichkeit übersetzen musste. Nachdem das Gebäude, in dem sich Dodos Studio und Werkstätte befand, abgerissen wurde, kam eben jene Idee auf, die nun im Dokumentarfilm «Yopougon – Way Back Home» abgebildet ist. Man verpackt das Studio in einen Container und reist damit um die Welt. Am Ende wurde daraus eine Reise nach Afrika, zu den Wurzeln jener Musik, die Dodo am meisten interessiert – nach Südafrika, nach Ghana und zum Schluss in die Elfenbeinküste. Genauer in das Quartier Yopougon der Grossstadt Abidjan, an jenen Ort, in dem der kleine Dodo aufgewachsen ist. Eine Reise zu den eigenen Wurzeln also, parallel zu den musikalischen Entdeckungen. Zu Gast am Kulturstammtisch an der Vorpremiere des Films im Kultkino Basel waren Dodo, der Regisseur des Films Alexis Amitirigala und die Film- und Kulturwissenschaftlerin Marcy Goldberg.
Gäste aus dem Ausland wundern sich bisweilen, wie sprachlich vielfältig die Schweiz ist: vier Landessprachen, dazu eine Vielzahl von Dialekten in der Deutschen Schweiz, und erst noch die Sprachen der Menschen aus andern Sprachgebieten, die hier leben. Welch bunter Flickenteppich an dieser Kreuzung der Kulturen. Aber, wie wird diese Vielfalt im Alltag gelebt? Wie nahe stehen sich die Sprachregionen denn wirklich, in der Willensnation Schweiz? Die Komödie «Bonschuur Ticino» begegnet dem Phänomen mit einer amüsanten Vorgabe. Nach einer Initiative wird aus der Schweiz la Suisse, fortan gibt es nur noch eine Landessprache, nämlich Französisch. Das Landesmuseum bietet dagegen einen Audio-Rundgang durch die Vielfalt der Sprachen und Dialekte. Wir diskutieren beides. Zu Gast am Kulturstammtisch sind die Journalistin Nicoletta Cimmino aus Biel, einer gelebt zweisprachigen Stadt, und Christoph Trummer, der Singer/Songwriter, der ursprünglich aus Frutigen im Berner Oberland stammt.
Grosse Veränderungen stehen an. Seit das Thema des Klimawandels in der Gesellschaft angekommen ist, werden alle Gesellschafts Ein grosses Thema: die Nachhaltigkeit in der Welt der Kultur. Sobald man über die Transformationprozesse spricht, tut sich ein Strauss von Problemen auf. Wie packt man diese Probleme an, sind etwa Kulturinstitutionen überhaupt gewappnet für die grossen Veränderungen? Und was kann die Politik tun, was die Kulturveranstalter*innen, was das Publikum? Umdenken ist angesagt. Wir reden drüber. Zu Gast am Kulturstammtisch in der Militärkantine Barbara-David Brüesch, Regisseurin und Schauspieldirektorin am Theater St.Gallen, Désirée Messmer, Manager Staff & Volunteers bei Gadget, eine Firma die u.a. das Open Air St.Gallen organisiert, Franziska Ryser, Nationalrätin der Grünen aus St. Gallen und Jos Schmid, Fotograf und Umwelt-Ingenieur.
Michelle, Bella und Lola sind Prostituierte. Alle drei sind aus unterschiedlichen Gründen in der Sexarbeit gelandet. Eine wird zwangsprostituiert, die zweite landet durch ihre starke Drogenabhängigkeit in der Beschaffunsprostitution, die dritte hat nach der Scheidung von ihrem alkoholkranken Mann kein Geld, um sich und die drei Kinder durchzubringen. Diese drei Frauen erzählen in diesem aufwühlenden Dokumentarfilm aus Oesterreich aus ihrem Leben, unverblümt und direkt. Von den Freiern, von Vergewaltigungen, von den Schwierigkeiten, sich aus diesem Leben wieder zu befreien. Zu Gast am Kulturstammtisch bei Eric Facon waren die Schauspielerin und Tänzerin Ilona Kannewurf, die Performerin und Filmkritikerin Ann Mayer und Nicolette Seiterle, Soziologin mit Master in Geschlechterforschung. Dieser Kulturstammtisch entstand in Zusammenarbeit mit dem Kultkino Basel.
Die künstliche Intelligenz sorgt für Diskussionsstoff. Wo die einen ein überaus nützliches Hilfsmittel sehen, erkennen die andern eine Arbeitsplätze vernichtende Maschine, die das menschliche Lebewesen aus seinem eigenen Leben verdrängt. Die Folge sind Verunsicherung und Ängste, aber auch glorreiche Zukunftsvisionen. Ein sehr komplexes Thema, das uns alle etwas angeht, auf das wir uns als Gesellschaft auch einlassen müssen, denn: der Prozess der Digitalisierung des Lebens ist längst eingeläutet und längst nicht abgeschlossen – und gerade deswegen diskussionsbedürftig.
Was heisst «Erfolg», wie wird man Teil der «Elite»? Und welchen Preis ist man bereit, dafür zu zahlen, dass man Chef von morgen wird? Den fünf jungen Studierenden, die der Filmemacher Piet Baumgartner lange Jahre begleitet, scheint das klar zu sein; alle fünf zeigen Willen und Einsatz, manchmal über alle Massen.
Am 19. Und 20. Dezember 1947 kam es in Mitholz in der Gemeinde Kandergrund im Berner Oberland zu einer Reihe von schweren Explosionen, in einem Munitionslager der Schweizer Armee. 9 Menschen wurden getötet, einige Wohnhäuser zerstört. Die Anlage wurde zum Teil später wieder aufgebaut – als Truppenunterkunft und als Lager. Bis von wenigen Jahren festgestellt wurde, dass immer noch Explosionsgefahr bestehe – das heisst, dass die Ortschaft evakuiert werden muss und dass das Munitionslager mit seinen 3'500 Tonnen Munition geräumt wird. Eine riesige Operation – vor allem für die Bevölkerung von Mitholz – etwa 50 Einwohner des Ortes müssen weg ziehen, anderen 80 wird es freigestellt, ob sie weg wollen – für zehn Jahre. Zu Gast am Kulturstammtisch im Alpinen Museum waren die Kuratorin Barbara Keller, die Kultur- und Filmwissenschaftlerin Marcy Goldberg und der Autor Guy Krneta.
Jedes Wochenende fahren Jason und sein Vater Mirco durch Deutschland, von Fussballstadion zu Fussballstadion, auf der Suche nach einem Lieblingsverein für den 10jährigen Jungen. Diese Reisen lassen zwischen autistischem Sohn und dem Vater eine neue Beziehung erleben. Basierend auf der Autobiographie «Wir Wochenendrebellen» von Mirco von Juterczenka werden die Probleme autistischer Menschen in diesem Film aufgezeigt. Ein Tragi-Komödie, die uns die Welt des Autismus näherbringt? Das weckt Erinnerungen an einen Kinohit, der in den 80er Jahren herauskam: «Rain Man» mit Tom Cruise und Dustin Hoffman als dessen autistischer Bruder. Die Gäste am Kulturstammtisch im Kultkino, Basel: der Autor Guy Krneta und Albrecht Welker von Aut-idem, eine Beratungs- und Coachingstelle für Menschen im Umgang mit unter anderem Autismus.
Fehler sind unangenehm, aber auch unvermeidlich. Manche Berufe sind besonders gefordert, keine zu machen: Flugzeugpiloten oder Chirurginnen etwa. Macht der Fussballtorhüter einen Fehler, wirkt sich das oft sofort negativ aus. Macht ein Feldspieler einen Fehler, so sind die direkten Folgen weit weniger direkt. Alle müssen wir lernen, wie mit Fehlern umgehen, denn sie werden passieren, auch wenn wir uns noch so dagegen vorsehen. Wie sieht unsere «Fehlerkultur» aus, als Individuen, aber auch als Gesellschaft? Kommt es drauf an, in welchem Berufsfeld man arbeitet? Wenn man zum Beispiel als Künstler:in arbeitet, scheinen Fehler integral zum kreativen Prozess zu gehören?
Kulturschaffend zu sein, mag zwar spannend, attraktiv und interessant sein, reich wird man dabei aber nicht. Woher kommt das? Weshalb wirkt eine Tätigkeit in der Kultur sexy, aber schlecht bezahlt? Warum gehen so viele Kulturschaffende für ihre Leidenschaft in die Selbstausbeutung? Muss man sie davor schützen? Muss besser finanziert werden oder gehört die Brotlosigkeit einfach dazu? Und wo ist Ehrenamtlichkeit o.k., wo geht sie gar nicht? Seit der Pandemie ist die Einkommenssituation in der Kultur ein stetes Thema, auch am Kulturstammtisch in der Militärkantine, St. Gallen. Die Gäste von Eric Facon: Mathias Müller - Stadtpräsident Lichtensteig, IG Kultur Kantonsrat St.Gallen, Marc Jenny - Jazzmusiker, Vorstand Regionale Förderorganisation Kultur St.Gallen Plus und igKultur Ost und Tanja Wirz - Historikerin, Journalistin und Musikerin.
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