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Die Hauptfigur in Darren Aronoskys Film «The Whale» ist schwer, sehr schwer: 272 Kilo bringt der Englischprofessor Charlie auf die Waage. Seine Kurse gibt er zuhause, online, mit abgedeckter Kamera, damit ihn die Studentenschaft nicht sieht. Sein Leben findet in der eigenen vier Wänden statt. Nur wenige Menschen betreten die Wohnung dieses Menschen, dessen Leben sich um das selbstmörderische Essen dreht, um den Romanklassiker «Moby Dick», vor allem aber um Charlies Versuch, mit seiner von ihm komplett entfremdete Tochter Ellie wieder eine Beziehung aufzubauen. Ein Kammerspiel, die Umsetzung eines Theaterstücks. Eine spezielle Hauptfigur, deren Darsteller Brendan Fraser für seine Leistung einen Oscar als bester Schauspieler gekriegt hat. Ein aufsehenerregender, aber auch kontrovers diskutierter Film. Zu Gast am Kulturstammtisch im Kultkino Basel waren Michael Sennhauser, Filmredaktor bei Radio SRF, und Christoph Trummer, Singer/Songwriter.
Ein Quartett von jungen, energetischen Menschen arbeitet in einer NGO namens «Green Forest» zusammen – dabei geht es um die Wiederaufforstung in afrikanischen Staaten. Eine erfolgreiche Firma, bis Fotos entdeckt werden und via soziale Medien in Umlauf gebracht werden. Darauf zu sehen: Kevin der Fundraiser an einer Party, mit geschwärztem Gesicht, der eine Einlage als James Brown gibt. Der Befund ist klar: Kevin hat sich des Blackfacings schuldig gemacht – und das gehört sich für den Mitarbeiter einer NGO mit grünen Anliegen natürlich nicht. Dies ist die Ausgangslage für eine Komödie mit einer gewissen gesellschaftlichen Brisanz, zu einer Reihe von vieldiskutieren Problemen und einigen Fettnäpfchen. Zu Gast am Kulturstammtisch sind Rahel El Maawi, sozialkulturelle Aktivistin und Autorin, Roman Riklin, Autor dieses Stücks, bekannt vom Musical «Ewigi Liebi» oder von der Formation «Heinz der Specht», und Foscky Pueta, kongolesischer Schauspieler und Gründer des Künstlervereins «Art4um».
Den meisten Musiker:innen sind Teile ihres Tätigkeit ein Greuel: die Verwaltung des Kontos, der Steuern, die Altersvorsorge, alles, was mit der Bewirtschaftung ganz generell zu tun hat. Plötzlich fühlt es sich an, als wäre man doch bei einem unkreativen 08/15-Job gelandet, den man eigentlich vermeiden wollte. Aber, stimmt das wirklich, oder braucht es nicht ein Umdenken, damit man wegkommt vom Image des Künstlers, der Künstlerin, die arm wie die sprichwörtliche Kirchenmaus hehre kulturelle Werte schafft? Wie schwer ist es, dieses Mindset zu verändern?
Als wieder einmal die Vorwürfe der Pädophilie gegenüber Michael Jackson ausgegraben wurden, wurde der Ruf nach dem Boycott seiner Musik laut – und dies Jahre nach seinem Tod. Als 2017 der US-amerikanische Schauspieler Kevin Spacey der sexuellen Belästigung angeklagt wurde, stellte Netflix die längst geplante sechste Staffel der Serie «House of Cards» ein. Zwei Fälle aus neuerer Zeit, die sich in eine lange Reihe von ähnlichen Vorfällen einreihen. Sind die erwähnten Reaktionen angemessen, müssen diese Bestrafungen nicht eigentlich der Gerichtsbarkeit überlassen werden? Ist die Forderung nach moralischer Sauberkeit seitens der Künstler:innen gerechtfertigt? Wie sollen wir mit den Werken dieser Menschen umgehen? Der Kulturstammtisch ist zu Gast im Kulturmuseum Bern. Die Gäste von Eric Facon sind die Medienrechtsanwältin Chantal Bolzern und der Lyriker und Theaterautor Raphael Urweider.
Vor einem halben Jahr schrieb die NZZ am Sonntag, die Schweizer Kulturszene habe «Long Covid». In der Tat scheint sich seit der Pandemie mit dem dazugehörigen Lockdowns vieles verändert zu haben. Menschen haben entdeckt, dass man auch von zuhause aus Kultur konsumieren kann, nicht nur im Home Cinema, sondern auch in Sparten, die man bisher für echte Live Events hielt, bei denen man physisch präsent sein sollte. Nach der Aufhebung der Massnahmen wurde das Publikum vorsichtiger bei der Auswahl – und die Kulturszene fühlte sich auf einen Schlag von allen Fesseln befreit. Trifft hier abnehmendes Publikumsinteresse auf ein riesiges Angebot? Fragen an die Gäste am Kulturstammtisch: Ursula Steinhauser, Leiterin des Ausserrhoder Amtes für Kultur, Ladina Thöny, Co-Geschäftsleitung der IG Kultur Ost und Richi Küttel, Kulturvermittler und -veranstalter, Spoken Word Poet aus St.Gallen.
Das erste, was wir in diesem Film sehen, ist eine recht handgreifliche, ja brutale Szene: eine jüngere Frau muss von zwei Männern davor zurückgehalten werden, auf eine ältere Frau loszugehen. Zu einer Ohrfeige kommt es dann doch, die ältere fällt zuerst auf die Tastatur eines Klaviers und geht dann ganz zu Boden. Mit der Zeit lernen wir, dass dies Mutter und Tochter sind, und dass es solche Übergriffe schon häufiger gab. Dann wird ein Rayon-Verbot ausgesprochen, die Tochter darf sich nicht näher als 100 Meter annähern. Eine Linie wird gezogen, mit allerlei Folgen für die Mutter mit ihren drei Töchtern, den Liebhabern unweiteren Familienmitgliedern. Ursula Meiers Film «La Ligne» handelt von allen möglichen Formen von Gewalt.
Ohne gleich ketzerisch wirken zu wollen, die Frage muss gestellt werden: Darf hierzulande gelacht werden? Die Schweiz ist ja für vieles berühmt – etwa für Uhren, Schokolade, Käse, Schnee und Skis. Aber, gehört auch Humor dazu? Gibt es hierzulande etwas wie ein Pendant zum britischen Humor? Und wenn ja, wie funktioniert der? Was ist denn überhaupt Humor - und warum brauchen wir ihn überhaupt Wieso finden die einen etwas lustig, was die andern mit einem Achselzucken quittieren, oder gar mit empörter Miene? Humor (in Helvetien): Unter Leitung von ex-SRF-Moderator Eric Facon diskutieren drei Menschen, die es wissen müssen: die Spoken Word-Künstler*innen Julia Kubik und Gabriel Vetter, die häufig in der humoristischen Ecke anzutreffen sind, und der Autor Patrick Karpiczenko, den man unter anderem von der Late-Night-Show DeVille kennt.
«Fear of Flying» wurde zum aufsehenerregenden Welterfolg. Die Hauptfigur, eine junge begabte Journalistin namens Isadora Wing, ist zwischen zwei Männern – beides Psychoanalytiker – hin- und hergerissen. In ihrer Geschichte geht es um die weibliche Psyche, vor allem aber um die Sexualität der Frau. Erica Jong beschrieb diese Sexualität, die Suche nach Intimität und Lust, auf dermassen selbstverständliche und humorvolle Art beschrieben, dass sich Millionen Menschen angesprochen fühlten. Aber auch missverstanden. Jedenfalls wurde dieser Romanerstling der undogmatischen und dennoch sehr bestimmten Autorin zum viel diskutierten Werk des Feminismus. Nun hat der Schweizer Regisseur Kaspar Kasics einen Dokumentarfilm über Erica Jong gedreht. Er begleitet sie auf einer Reise nach Venedig, besucht sie in ihren eigenen vier Wänden. Am Kulturstammtisch bei Eric Facon diskutieren die Kulturwissenschaftlerin Marcy Goldberg und der Musiker Balts Nill über die Autorin und den Film.
«96% der öffentlichen Fördergelder gehen an Institutionen. Davon 90% an Orchester. Für die musikalische Vielfalt sorgen aber Freischaffende.» So steht es auf der Homepage der «Initiative für mehr Musikvielfalt» aus Basel. In der Tat: die finanzintensive klassische Musik wird von der öffentlichen Hand am meisten gefördert. Mit der lancierten Initiative flammt eine an sich alte Diskussion erneut auf: werden andere Sparten angemessen unterstützt? Welche Argumente haben die Initianten, und wie soll die Förderung neu aufgeteilt werden? Und wie soll das funktionieren, ohne dass das Kultur-Budget erhöht wird? Fragen, die am Kulturstammtisch diskutiert werden. Eric Facon ist zu Gast am Jazz Campus Basel. Es diskutieren die Medien-Rechtsanwältin Chantal Bolzern, die Kulturmanagerin Jane Wakefield und der Musiker Victor Moser, der zu den Mitinitianten gehört. Dazu gibt es Musik, von der Sängerin Anouchka Gwen und der Pianistin Kate Tang.
Die letzten Jahre haben es uns vorgeführt – zum Beispiel die politischen Ereignisse in den USA und Grossbritannien: In gewissen Bereichen des öffentlichen Lebens wäre absolute Transparenz wünschenswert. Ein paar Stichworte: die Steuerpapiere von Donald Trump, oder dessen Verstrickungen mit Russland. Darüber wüsste man gerne mehr, auch in der Oeffentlichkeit, denn man möchte nicht angelogen werden von den Menschen, denen man Machtpositionen und Aemter übergibt. Aber: Ist dieser absolute Durchblick immer unerlässlich? Wollen wir wirklich immer alles wissen – im der Oeffentlichkeit und auch im Privaten. Oder verhält sich das je nach Fall anders, gerade im persönlichen Bereich? Will man nicht auch selbst ein paar Geheimnisse für sich behalten. Zu Gast am Kulturstammtisch zu Gast sind Patricia Schneider, Künstlerin und Kunstvermittlerin und Katharina Vischer, Theaterpädagogin und Lehrerin.
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