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Vornamen haben Sprengkraft. Viele Menschen tun sich mit ihnen schwer, Leben werden davon beeinflusst, Eltern zerbrechen sich vor der Geburt der Kinder wochenlang den Kopf darüber, wie denn das Kind mal heissen soll. Und es gibt Mode-Vornamen, jährliche Hitparaden der beliebtesten Namen. Es gibt Eltern, die ihre Kinder nach berühmten Fernseh-, Film- und Fussballstars nennen. Und dann gibt Monika und Hans, Regula und Peter – Vornamen, die anzeigen, wann sie verteilt wurden.
Es war einmal ein Fürst, der regierte eine Bergregion in Sursilvanien . In Diensten dieses Fürsten stand ein Gärtner, der drei Söhne hatte, die ihrerseits auch alle dem Fürsten dienten. Der Jüngste war Pippin, der am liebsten den Tag lang im Gras lag und in den Himmel hochschaute zu den Spatzen. Dem Gärtner war es gelungen, einen Baum mit goldenen Äpfeln zu züchten. Eines Tags fehlte ein Apfel, wenig später ein weiterer. Nun werden die drei Söhne des Gärtners einer nach dem andern losgeschickt, um den Dieb ausfindig zu machen. So weit die Geschichte, wie sie bei den Grimm Brüdern und nun auch in dem Comic Band «Pippin der Nichtsnutz» geschrieben steht. Hat dieses alte Märchen einen Bezug zur Gegenwart? Ist es eine Parabel? Und warum reist Pippin im Bündnerland umher? Zu Gast am Kulturstammtisch im «Sphères – Buch und Bar» in Zürich waren der Autor Tim Krohn und der Zeichner Chrigel Fahrner. Der Comic-Band «Pippin der Nichtsnutz» ist im Verlag «Edition Moderne» erschienen.
St. Imier im Jura, in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts. Uhren werden gebaut in dieser Gegend, in der es schwierig ist, Arbeit zu finden. Via russische Einwanderer wie den Geographen Pjotr Kropotkin gelangen anarchistische Gedanken zu den Arbeiter*innen in den jurassischen Uhrenfabriken, und diese Ideen finden Anklang bei einem Teil der Arbeiterschaft, die ihrerseits zu immer effizienterem und ertragreichem Arbeiten angehalten ist. Der Film «Unrueh» führt in jene Zeit zurück, in der Ideen verhandelt werden, die auch heute noch wichtig sind: über die Zeit und deren Wert, über politische Ideen. Ein historischer FilmDie Gäste am Kulturstammtisch im Kino: der Regisseur Cyril Schäublin, dazu die Film- und Kulturwissenschaftlerin Marcy Goldberg und der Lyriker Raphael Urweider. Das Gespräch fand in Zusammenarbeit mit dem Kultkino Basel im Kinosaal statt.
Die Weltmeisterschaft in Katar hat den Fussball wieder ins Gespräch gebracht. Nur ging es in den letzten Monat nicht so sehr ums Sportliche als vielmehr um (gesellschafts-)politische Fragen, um Besteching und Menschenrechte. Die WM ist die absolute Spitze der breit aufgestellten Pyramide des Fussballs. Was aber hat der Spitzensport am Fernsehen mit dem zu tun, was Menschen rund um den Globus mit dem Fussball verbinden? Integration und Gemeinschaft, Romantik und Nostalgie, nicht zuletzt auch Massensport. Nicht zuletzt wird dieser Sport von Fans getragen? Aber was ist mit Fankultur? Ein Gespräch über den Fussball, seine Kultur und die Fussballromantik. Die Gäste sind: Yasmin Rüpke, Kapitänin der Frauenfussballmannschaft des FC Basel, Wolfgang Bortlik, Krimiautor und Fussball-Fan, und Lukie Wyniger, Reggae-Kenner und Fussball-Liebhaber. Das Gespräch fand im Klara in Basel statt, in Zusammenarbeit mit der Online-Plattform Bajour.
«Mahatah» (arabisch: Bahnhof), im Untertitel «Side Stories from Main Stations», so nennen Regisseurin Sandra Gysi und Regisseur Ahmed Abdel Mohsen ihre Dokumentation über (zwei) Bahnhöfe. In diesen «Seitengeschichten» begegnen einem Putz- und Küchenpersonal, Sicherheitsbeautragte, Zugführern, Randständige – Menschen, die an diesem Brennpunkt der Gesellschaft verkehren und einander treffen. Im Film stehen sich dabei die ägyptische Kapitale Kairo und die Schweizer Wirtschaftsmetropole gegenüber – auf nicht immer nur unterschiedliche Pole. Ein Film, der hinter alltägliche Kulissen blickt, der auch einiges von der Faszination verströmt, die Bahnhöfe weltweit haben: ein Blick in die grandiose Bahnhofshalle von Kairo erzählt einiges von dieser Ausstrahlung. Zu Gast am Kulturstammtisch sind der Musiker und Autor Balts Nill und der Lyriker, Autor und Musiker Raphael Urweider.
Die «Corsage», das Mieder, dient dem Einschnüren der weiblichen Taille. Dieses Kleidungsstück wird im gleichnamigen Film zur Chiffre für das Leben von Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach, später Kaiserin Elisabeth von Österreich. Besser bekannt unter dem Namen «Sissi» wurde sie zur Vorlage einer Reihe von Heimat-, bzw. Historienfilmen aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Nun wagt die österreichische Regisseurin Maria Kreutzer einen neuen, einen moderneren Blick auf das Leben der berühmten historischen Figur und gewinnt ihr dabei ganz andere Facetten ab als in den früheren Verfilmungen. Daran lässt sich auch ermessen, wie sich der Blick auf das weibliche Erleben verändert hat.
Was macht den Ohrwurm, was macht den zeitlosen Song aus? Ist ein Beat, ein Rhythmus, ist es ein Melodiefetzen, den man mitsummt, ist es eine einzige Zeile, die einem im Kopf dreht? Oder etwa alles zusammen? Das Publikum wird seine eigenen Beweggründe haben, ob es einen Song ins Herz schliesst oder eben nicht. Wie aber sehen das MusikerInnen, die alle selbst Lieder schreiben? Wie stellen sie sich der Herausforderung? Und wie gehen sie mit den Erwartungshaltungen um? Anlässlich des Konzertes von der Exil-Irin Shirley Grimes und Hank Shizzoe in der Militärkantine St. Gallen, mit einem Programm namens «The Songs that made us» (Die Songs, die uns zu dem gemacht haben, was wir sind), haben wir uns – gemeinsam mit der Sängerin und Vocal Coachin Miriam Sutter – zusammengesetzt, um aus dem Nähkästchen der Singer/SongwriterInnen zu diskutieren.
In «Triangle of Sadness» schildert er eine kleine, aber einflussreiche Bubble an der Speerspitze der Dekadenz. Der Film beginnt in der Welt der Fashion Models, bei einem jungen Paar namens Yaya und Carl, die sich als Influencer verstehen und die in dieser Funktion auf eine Kreuzfahrt der Superreichen eingeladen werden. An Bord des Luxuskahns (und später auf einer Insel) wird durchapostrophiert, an was die Menschheit krankt. Alle sind gelangweilt, selbstverliebt, vieles ist Oberfläche, eine Absichtserklärung ohne Echtheit. Und warum ist das so sinnlos unterhaltsam? Wie seine direkten Vorläufer ist der neue, mit vielen Stars besetzter Film sehr erfolgreich. Erst vor kurzem hat Östlund damit in Cannes die Goldene Palme erhalten, und dies zum zweiten Mal. Zu Gast am Kulturstammtisch sind der Journalist und Autor Mikael Krogerus und der Filmredaktor Michael Sennhauser von Radio SRF. Dies ist eine Zusammenarbeit der Kulturstammtischs mit dem Kultkino Basel.
In der Kultur, etwa im Film, der Literatur und der Musik, werden viele Preise vergeben: an Wettbewerben, an Festivals, bei Ausschreibungen. Wer aber entscheidet, wer diese Preise erhält? Wenn es nicht gerade ein Publikumspreis ist, dann entscheidet eine Jury von zumeist Fachpersonen darüber. Diese Gremien sind für die Kultur von grosser Wichtigkeit. Aber, wie sieht deren Arbeit konkret aus? Bestimmen sie, welche kulturellen Werke überhaupt wahrgenommen werden? Sind Jury-Mitglieder den Institutionen verpflichtet, die sie vertreten, oder sind sie frei in ihren Entscheidungen? Zum Gast am Kulturstammtisch sind zwei Menschen mit grosser Erfahrung auf diesem Gebiet: Marie-France Lombardo ist Historikerin und beim Comics-Verlag Edition Moderne tätig, Martin Zingg ist seit Jahrzehnten Publizist auf dem Gebiet der Literatur.
Das Kreuz in Nidau steht für einige derartige Beizen mit Kulturprogramm, die in der Folge der 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts von Kollektiven übernommen wurden. Stichwort: dezentrale Kultur. Hier ein interessantes Gedankenspiel. Wie wird ein Lokal, das seit vierzig Jahren Veranstaltungen im den Bereichen Musik, Theater und Kleinkunst anbietet, wie wird dieses Lokal in vierzig Jahren aussehen, was werden da wohl für kulturelle Events angeboten? Vielleicht geben uns die letzten beiden Jahre der Pandemie Anhaltspunkte, wie sich die kulturelle Welt weiterentwickeln wird. Vielleicht sind bis dann die Ideale der fernen achtziger Jahre des letzten Jahrhundert weit weg. Zu Gast am Kulturstammtisch im Kreuz sind die Journalistin, Podcasterin und Kolumnistin Nicoletta Cimmino, Hannah Frei, die beim Bieler Tagblatt arbeitet und unter anderem das Ausgehmagazin «Raus» mitinitiert hat und Rebekka Salm, die Autorin des vielbeachteten Romans "Die Dinge beim Namen". Der Fribourger Jazzpianist Florian Favre spielt und diskutiert mit.
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