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Aufgrund schlechten Wetters wurde der Blue Trail Teneriffa abgesagt, was zu einem starken Teilnehmerfeld beim parallel stattfindenden Chianti Ultra Trail in der Toskana führte. Namen wie Courtney Dauwalter, Yngvild Kaspersen, Thomas Cardin und Andreas Reiterer sorgten für spektakuläre Rennen.
Beim Abschluss der Langlaufsaison absolvierte ein Teilnehmer die 50 Kilometer mit etwa 10 Bier und mehreren Schnäpsen – und wurde trotzdem nicht Letzter.
Deutschland hat bereits sechs Athleten für die Trail-EM in Kamnik (5.-7. Juni) nominiert, die sich beim Trail du Petit Ballon in Frankreich qualifizierten. Österreichs Nominierung erfolgt erst am 11. April – relativ knapp vor dem Wettkampf. Die späte Nominierung zeigt auch den unterschiedlichen Stellenwert der Sportart in verschiedenen Ländern.
Peter testete die dritte Generation des Futura von 361°. Der Schuh wiegt 320 Gramm, hat 6mm Drop und eine eigenentwickelte Apex Grip-Sohle. Besondere Features sind Befestigungsmöglichkeiten für Gamaschen und gute Griffigkeit auch auf gatschigen Untergründen.
Alle drei Hosts nahmen am ausverkauften Lindkogel Trail teil. Julius Ott stellte einen neuen Streckenrekord auf der 21km-Distanz in 1:31:08 auf (4:14er-Schnitt mit 1000 Höhenmetern). Geordi und Peter liefen gemeinsam mit ihren Partnerinnen die 21,5km-Distanz, Florian absolvierte die 34km in 4:32:49.
Florian berichtet von seinen Erfahrungen mit KI-basiertem Training. Für seine aktuelle Lebenssituation mit wenig Zeit und viel Flexibilitätsbedarf funktioniert es gut, ein klassischer Trainer bleibt aber für spezifisches, individuelles Training überlegen.
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Der Beitrag LEP#356 – Lindkogel Aftermath erschien zuerst auf Laufend Entdecken.
Sebastian Bär, Gründer und Geschäftsführer von Joe Nimble. Sebastian kommt aus einem Familienunternehmen, das bereits in den 1980er Jahren Schuhe mit Zehenfreiheit entwickelte. Als Teenager entdeckte er in den USA den Cross-Country-Sport und lief bereits damals erfolgreich mit einem speziell angefertigten Laufschuh mit Zehenfreiheit. Diese Erfahrungen führten zur Gründung von Joe Nimble, einer Marke, die sich kompromisslos auf die Funktion der Großzehe konzentriert.
Das Unternehmen basiert auf der Erkenntnis, dass die Großzehe der größte Knochen im Fuß mit vierfach höherer Dichte ist und physiologisch für mehr ausgerüstet ist als andere Zehen. In herkömmlichen Schuhen wird sie jedoch nach innen gedrängt, was zu einer Degeneration der Muskulatur führt – ähnlich wie bei einem Arm in der Schlinge. Joe Nimble gibt der Großzehe den nötigen Platz und unterstützt ihre Funktion durch den patentierten “Toepilot” in der Zwischensohle.
Sebastian war mehrmals als Betreuer beim extremen 217-Kilometer-Rennen durch das Tal des Todes dabei. Während andere Läufer 8-12 Paar Schuhe benötigten, kamen die Joe Nimble-Läufer mit nur einem Paar aus – ohne blaue Zehennägel oder Blasen. Ein Läufer zog die Schuhe auf der gesamten Strecke nicht einmal aus, was laut Race Director ein absolutes Novum in der Renngeschichte war.
Sebastian warnt vor der unkritischen Nutzung von Carbon-Schuhen im Hobbysport. Diese extremen Supercritical-Schäume mit hoher Reaktivität sind für Topathleten entwickelt, können aber bei Hobbyläufern zu Problemen führen. Ab Kilometer 10-15 drehen sich die Füße oft nach außen, weil der lange Hebel nicht mehr gestemmt werden kann, oder es entsteht das typische “Platsch-Platsch”-Geräusch durch mangelnde Muskulatur.
Neben den Schuhen hat Joe Nimble ein ganzheitliches System entwickelt: spezielle Socken mit separatem Großzeh-Bereich, Zehenspreizer aus weichem Silikon und das “Big Toe Power Pro” Trainingsgerät. Mit diesem kann die Fußkraft wissenschaftlich erwiesen um bis zu 70% in 6-8 Wochen gesteigert werden – bei nur 3 Minuten Training, 4x pro Woche.
Die Großzehe ist bei jedem Läufer der letzte Kontaktpunkt zum Boden und sollte als Hebel im Vortrieb fungieren. Studien der Sporthochschule Köln bestätigen die Wirksamkeit des Trainingskonzepts. Das System wird mittlerweile auch in anderen Sportarten genutzt, etwa bei der Basketball-Nationalmannschaft und Olympia-Athleten im Bobsport.
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Der Beitrag LEP#355 – Ein Gespräch über Joe Nimble erschien zuerst auf Laufend Entdecken.
Patrick Dobrovits ist Sportwissenschaftler und Personaltrainer aus Neunkirchen, der ein Trainingslab betreibt und sich auf Leistungsdiagnostik spezialisiert hat. Seine Expertise liegt darin, aus Messdaten konkrete Trainingsempfehlungen abzuleiten.
Patrick erklärt, dass eine Leistungsdiagnostik das Verhältnis zwischen Belastung und Beanspruchung misst. Dabei werden verschiedene Parameter wie Herzfrequenz, Laktatkonzentration, Sauerstoffaufnahme und Energiebereitstellung analysiert. Das Ziel ist nicht die Bewertung, sondern das Verstehen der aktuellen Leistungsfähigkeit und der Ansatzpunkte für Verbesserungen.
Die Testung kombiniert Spiroergometrie (Atemgasanalyse) mit Laktatmessung am Laufband. Über die Atemmaske werden Sauerstoff- und CO2-Aufnahme gemessen, was Rückschlüsse auf VO2 Max, ventilatorische Schwellen und Energiestoffwechsel ermöglicht. Ein Stufenprotokoll mit Laktatmessung ergänzt die Analyse des Muskelstoffwechsels.
Eine Leistungsdiagnostik ist grundsätzlich für jeden sinnvoll – vom Sportanfänger bis zum erfahrenen Athleten. Anfänger profitieren besonders, da sich schnelle Verbesserungen zeigen. Das Sportslab arbeitet auch mit einer Ordination für Sportmedizin zusammen, um gesundheitliche Aspekte abzuklären.
Patrick sieht im Trail Running noch viel Verbesserungspotenzial in der Trainingsstruktur. Viele Trailrunner trainieren ausschließlich im Gelände, was die systematische Entwicklung hemmt. Eine Kombination aus strukturiertem Training in der Ebene und gezielten Bergeinheiten wäre effizienter.
Für Trail Runner ist plyometrisches Training besonders wertvoll, da es das Bindegewebe auf die Belastungen beim Bergablaufen vorbereitet. Patrick empfiehlt für Anfänger eher Maschinentraining statt freie Gewichte, um schnell Kraft aufzubauen ohne sich mit komplexer Technik zu beschäftigen.
Wearables und Sportuhren können durchaus hilfreich sein, aber die Dateninterpretation ist oft problematisch. Die Algorithmen kennen keine Hintergründe und können zu falschen Schlüssen führen. Patrick betont die Wichtigkeit, Körpergefühl zu entwickeln und Daten im Kontext zu betrachten.
Im zweiten Teil werden die konkreten Testergebnisse von Peter und Geordi ausführlich besprochen. Dabei werden Körperzusammensetzung, VO2 Max-Werte, Schwellenbereiche, Kraftasymmetrien und individuelle Trainingsempfehlungen diskutiert.
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Der Beitrag LEP#354 – Peter & Geordi im Trainingslab erschien zuerst auf Laufend Entdecken.
Michael Strasser, Jahrgang 1983, Unternehmer und Abenteurer aus der Nähe von Wien. Nach einer erfolgreichen Zeit im Triathlon und verschiedenen Einzelsportarten hat er sich auf große, selbstunterstützte Projekte spezialisiert. Als Red Bull Athlet kombiniert er sportliche Höchstleistungen mit packenden Geschichten und gibt sein Wissen in Kursen, Vorträgen und kostenlosen Trainings im Park weiter.
Michael erzählt von seinem spektakulären Projekt aus 2024: In siebeneinhalb Tagen bestieg er die höchsten Berge aller sieben Alpenländer – von Mont Blanc bis Triglav. 1400 Kilometer mit dem Rad und 34.000 Höhenmeter, davon 17.000 zu Fuß. Das Besondere: Er machte alles alleine, self-supported als FKT (Fastest Known Time). Die größte Herausforderung lag nicht nur in der körperlichen Belastung, sondern auch in der Logistik und den alpinen Risiken, besonders auf der technisch anspruchsvollen Südseite des Mont Blanc.
Der Weg von klassischen Triathlon-Wettkämpfen hin zu selbstkreierten Abenteuern war ein bewusster Prozess. Michael erklärt, wie er seine Stärken im bergigen Gelände erkannte und lernte, Projekte zu entwickeln, die diese Stärken ausspielen. Statt immer denselben Rennkalender abzuarbeiten, kreiert er nun Geschichten, die über den reinen Sport hinausgehen.
Als Ein-Personen-Unternehmer muss Michael seine Projekte selbst entwickeln, finanzieren und vermarkten. Er beschreibt die Parallelen zwischen Architekturstudium und Sportsponsoring – in beiden Bereichen geht es um Konzeptentwicklung, Pitching und Überzeugungsarbeit. Langfristige Partnerschaften wie mit Wiesbauer (seit 2015) und Red Bull bilden das Fundament für seine Projekte.
Die Vorbereitung auf extreme Projekte erfordert jahrelange Basis und spezifische Anpassungen. Michael trainierte für die sieben Gipfel intensiv am Traunstein und fuhr mit dem Kinderanhänger, um sich an schwere Räder zu gewöhnen. Er betont die Wichtigkeit von Erfahrung mit seinem Material und bei schlechten Bedingungen.
Zweimal wöchentlich leitet Michael kostenlose Workouts im Park, die von hunderten Teilnehmern besucht werden. Diese Projekte zeigen seine Philosophie: Sport soll verbinden und jedem zugänglich sein. Trotz des hohen Aufwands macht er das gerne – als Beitrag zur Gesellschaft und fürs “Karma”.
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Der Beitrag LEP#353 – Ein Wiedersehen mit Michael Strasser erschien zuerst auf Laufend Entdecken.
Peter war beim sechsten Night of the Trails Event des Trail Magazins in Garmisch-Partenkirchen. Bei der Award Show wurden die besten Produkte und Athleten des Jahres gekürt. Laufschuh des Jahres wurde der Lasportiva Prodigio Pro, Produkt des Jahres die Advanced Skin 12 Liter von Salomon. Bei den deutschen Trailrunnern gewann Hannes Namberger (@hannes_namberger) erneut, bei den Frauen siegte Katharina Hartmut (@katharina_hartmuth) knapp vor der Doppel-Weltmeisterin Nina Engelhardt (@nina_engelhardt). Highlight des Abends war der Film “Katharina” über Katharina Hartmut.
Die diesjährigen Barkley Marathons starteten so früh wie noch nie am 14. Februar, endeten aber bereits nach 38 Stunden mit nur einem Fun Run Finisher. Sebastian Rajon schaffte als Einziger die dritte Runde, während hochkarätige Athleten wie Mathieu Blanchard, Max King und John Kelly aufgrund extremer Wetterbedingungen mit Dauerregen, Kälte und Schlamm aufgeben mussten.
Der amerikanische 100K-Klassiker brillierte wieder mit Streckenrekorden: Hans Troyer gewann bei den Herren in 7:20, die ersten drei Männer kamen innerhalb von sechs Minuten ins Ziel. Bei den Frauen siegte Jennifer Lichter in 7:57. Auch die 50K-Distanzen wurden in Rekordzeiten absolviert, was die Qualität dieses World Trail Major Race unterstreicht.
Geordi befindet sich in einem ausgeprägten Motivationstief und war seit Mitte Dezember praktisch nicht mehr laufen. Trotz Anmeldung zum Lindkogel-Trail in weniger als einem Monat kämpft er mit dem inneren Schweinehund. Peter entwickelt verschiedene Strategien, um ihn wieder auf die Trails zu bringen – notfalls mit “Überfallkommando und Paddel”.
Peter testete einen neuen aufladbaren Pulsgurt von Coros für 50 Euro als Alternative zu teureren Modellen. Geordi fand seinen verschollenen Stride-Sensor beim Umzug wieder – ausgerechnet in der Küchenschublade. Beide diskutieren die Vor- und Nachteile verschiedener Messgeräte für Trail-Läufer.
Die Anmeldungen für den Alpin Team Trail in Werfenweng öffnen am Wochenende nach dieser Folge. Neu im Programm ist eine 10K-Distanz als Teil des Trail Youngsters Cup, zusätzlich zu den bewährten 23K und 50K Strecken.
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Der Beitrag LEP#352 – Laufen wäre super erschien zuerst auf Laufend Entdecken.
Hannes Christiansen und Michael Pohl, Mitgründer von Runalyze. Beide haben einen Hintergrund in Mathematik und Informatik und haben bereits 2009 mit der Entwicklung ihrer Datenanalyseplattform begonnen. Die erste öffentliche Version von Runalyze ging am 26. Januar 2012 online.
Die Plattform entstand aus Hannes’ Unzufriedenheit mit damaligen Lösungen für Lauftagebücher. Was als persönliches Excel-Projekt begann, entwickelte sich zu einer umfangreichen Plattform. Michael stieß später dazu und übernahm hauptsächlich die Infrastruktur und API-Entwicklung. Heute nutzen über 200.000 registrierte User die Plattform.
Die größten technischen Sprünge waren die Einführung von Multi-User-Funktionalität und automatischer Synchronisation mit Sportuhren. Alle Daten werden verschlüsselt innerhalb der EU gespeichert, mit verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen wie Web-Application-Firewall und optionaler Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Runalyze bietet deutlich tiefere Analysemöglichkeiten als andere Plattformen. Die meisten Metriken basieren auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen, nur die Marathonform ist eine eigenentwickelte Kennzahl. Bei Trail-Läufen stoßen die Analysemöglichkeiten an Grenzen, da zu viele unbekannte Störfaktoren wie Untergrund und Wetter eine Rolle spielen.
Die Plattform richtet sich an zahlenaffine Sportler aller Leistungsklassen – von Hobbyläufern bis zu Spitzensportlern. Der Ansatz ist bewusst nicht oberflächlich: Nutzer sollen verstehen, wie Berechnungen zustande kommen und diese bei Bedarf anpassen können, anstatt nur fertige Ergebnisse präsentiert zu bekommen.
Das kostenlose Grundangebot bleibt bestehen, ein Premium-Abo für wenige Euro monatlich finanziert die Infrastruktur. In Entwicklung sind eine mobile App, ein komplettes Redesign der Webversion und möglicherweise Features wie Nutrition-Tracking. Ein KI-basierter Coach ist denkbar, aber nur mit vollständiger Datenkontrolle.
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Der Beitrag LEP#351 – Lass uns über Runalyze reden erschien zuerst auf Laufend Entdecken.
Distance Plus hat einen korrigierten Performance-Index entwickelt, der Athletinnen und Athleten geschlechtsübergreifend vergleichbar macht. Nach dieser Berechnung liegt Courtney Dauwalter mit einem korrigierten ITRA-Score von 967 Punkten vor großen Namen wie Jim Walmsley (960 Punkte) und Kilian Jornet (945 Punkte). Diese Methode zeigt auf, dass die Leistungsfähigkeit im Trailrunning bei entsprechender statistischer Korrektur durchaus vergleichbar ist.
Eine neue Weltrangliste für Trailrunning-Teams wurde etabliert, eingeteilt in drei Divisionen. Die World Trail Teams umfassen Top-Marken wie Hoka, Salomon, Adidas Terrex, On, Asics und Nike. Die Berechnung erfolgt über die jeweils vier besten männlichen und weiblichen Athleten eines Teams, wobei auch hier die Leistungswerte der Frauen angepasst werden, um Vergleichbarkeit zu schaffen.
Der lange erwartete Kalender der Golden Trail World Series ist erschienen und umfasst acht Rennen von Spanien über Japan bis Korea. Auffällig ist das Fehlen von US-amerikanischen Veranstaltungen, was möglicherweise auf politische Unsicherheiten zurückzuführen ist. Österreich ist mit dem Pitz Alpine Glacier Trail vertreten.
Kilian Jornet hat eine ausführliche Analyse zur Zukunft des Trailrunnings veröffentlicht. Er thematisiert die mögliche olympische Zukunft des Sports, sieht aber die Gefahr des Verschwindens technischer Rennen zugunsten zuschauertauglicherer Formate. Die Professionalisierung bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich, insbesondere die “Triathlonisierung” mit steigenden Kosten und elitäreren Teilnehmerfeldern.
Der Sport wird zunehmend professioneller, was Athleten unter Druck setzt, konstant zu performen und sich selbst zu vermarkten. Gleichzeitig entstehen neue Strukturen wie Team-Rankings, die den Sport weiterentwickeln könnten. Die Balance zwischen Tradition und Kommerzialisierung bleibt eine zentrale Herausforderung für die Zukunft des Trailrunnings.
Wir haben zwei Nitecore Stirnlampen im Praxistest unter die Lupe genommen:
Nitecore HC60 UHE (74,95 €)
Nitecore UT27 MCT (69,90 €)
Wir berichten über unser aktuelles Training und wie wir OpenClaw in unseren Trainingsalltag integriert haben.
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Der Beitrag LEP#350 – Study hard und Blattsalat erschien zuerst auf Laufend Entdecken.
Roger Milenk: Sporternährungsexperte mit 33 Jahren Erfahrung im Ausdauersport, Entwickler verschiedener Kohlenhydratmischungen und Gels für Athleten aller Leistungsklassen.
Harald Fritz: Ausdauertrainer und Sportwissenschaftler, der eine Pilotstudie zur Echtzeit-Blutzuckermessung beim Wien-Marathon durchgeführt hat. Betreut zahlreiche Athleten und forscht an der praktischen Anwendung von Ernährungsstrategien.
Harald erläutert seine Untersuchung mit 20 Marathonläufern, bei der eine Gruppe mittels Echtzeit-Blutzuckermessung ihre Ernährung optimierte, während die Kontrollgruppe Standardempfehlungen befolgte. Die Interventionsgruppe zeigte deutlich bessere Ergebnisse – 40% konnten die letzten 12 Kilometer schneller laufen als die ersten 30 Kilometer.
Die Experten betonen die enormen individuellen Unterschiede bei der Kohlenhydrataufnahme. Während ein Athlet 150 Gramm pro Stunde benötigte, reagierte die Hälfte der Testpersonen mit Rebound-Hypoglykämie auf standardisierte Gels. Diese Unterschiede basieren auf der individuellen Anzahl der Carrier-Proteine Glut5 (für Fruktose) und SGLT1 (für Glukose).
Roger erklärt, dass 30-40% der Menschen eine Fruktose-Malabsorption haben, unter Belastung sogar bis zu 50%. Selbst medizinische H2-Atemtests können diese belastungsinduzierte Unverträglichkeit nicht zuverlässig vorhersagen. Daher entwickelt Squeezy verschiedene Kohlenhydratmischungen, von fruktosefreien bis hin zu komplexeren Zusammensetzungen.
Die oft propagierten “optimalen” Glukose-Fruktose-Verhältnisse von 2:1 oder aktuell 1:0,8 sind wissenschaftlich problematisch. Diese Empfehlungen basieren auf Studien mit selektierten, gesunden Probanden und schließen Menschen mit Fruktose-Malabsorption systematisch aus. Für 30-40% der Athleten führen diese Verhältnisse zu Verdauungsproblemen statt zu besserer Performance. Harald ergänzt: “Statt universeller Ratios brauchen wir individuelle Toleranzzonen – was für einen Elite-Athleten funktioniert, kann bei einem Hobbyläufer zum Wettkampfabbruch führen.”
Die individuelle Kapazität der Kohlenhydrat-Transporter GLUT5 (Fruktose) und SGLT1 (Glukose) variiert zwischen Menschen um den Faktor 5. Diese genetischen und epigenetischen Unterschiede erklären, warum ein Athlet 150g Kohlenhydrate pro Stunde verträgt, während andere bereits bei 60g Probleme bekommen. Roger betont: “Es gibt nicht den einen optimalen Weg – jeder Körper reagiert anders auf Kohlenhydratmischungen.”
Ein entscheidender Faktor für die Verträglichkeit ist die Osmolarität – die Anzahl gelöster Teilchen in einem Gel. Viele als “verträglich” beworbene Gels haben über 1000 mOsm/L und sind damit hyperosmolar, was zu verlangsamter Magenentleerung und GI-Problemen führt. Je niedriger die Osmolarität, desto schneller kann der Körper die Energie aufnehmen. Maltodextrin hat beispielsweise eine deutlich geringere Osmolarität als Einfachzucker. Die Verträglichkeit hängt auch vom Hydratationsstatus ab – ausreichend Flüssigkeit verdünnt das Gel und reduziert die Osmolarität.
Bei heißen Bedingungen muss das Verhältnis zwischen Kohlenhydraten und Wasser angepasst werden. Bei kaltem Wetter kann unzureichende Kleidung die Durchblutung der Verdauungsorgane reduzieren und somit die Aufnahmefähigkeit verringern.
Die Wirkung von Koffein variiert extrem zwischen Individuen. Während manche nach einem mittäglichen Espresso nicht schlafen können, vertragen andere große Mengen problemlos. Ein Beispiel zeigt die Problematik: Ein Athlet nahm unwissentlich zwölf koffeinhaltige Gels und konnte die ganze Nacht nicht schlafen.
Krämpfe lassen sich meist durch die richtige Balance von Wasser und Salz verhindern. Schweißanalysen zeigen individuelle Unterschiede im Salzgehalt, wobei Magnesium nur ein Hundertstel der Salzmenge ausmacht. Magnesium während des Sports ist meist unnötig und kann sogar Verdauungsprobleme verursachen.
Montmorenci-Kirschkonzentrat, reich an Antioxidantien wie Phenolen und Anthocyanen, wird im Profisport zur Bekämpfung von Entzündungsherden nach intensiven Belastungen eingesetzt. Diese rote Flüssigkeit sieht man häufig bei Tour de France-Fahrern direkt nach Etappenzielen.
Die Kapazität der Kohlenhydrat-Transporter ist trainierbar. Durch regelmäßige, progressive Kohlenhydratzufuhr kann GLUT5 (Fruktose-Transporter) um bis zu 200% hochreguliert werden, SGLT1 (Glukose-Transporter) ebenfalls deutlich gesteigert werden. Harald erklärt das Prinzip: “Untrainierte Athleten vertragen oft nur 40-60g KH pro Stunde, gut trainierte schaffen 100-120g. Das ist nicht nur Gewöhnung, sondern biochemische Adaptation.” Das Training sollte über mehrere Wochen erfolgen und je nach Saisonplanung periodisiert werden. Wichtig: Auch bei optimalem Training bleiben individuelle Grenzen bestehen, besonders bei Fruktose-Malabsorption.
Basierend auf der individuellen Transporter-Ausstattung ergeben sich verschiedene Strategien:
Fruktose-Malabsorption/sehr empfindlich:
Moderate Verträglichkeit:
Gut verträglich/Elite-Level:
Roger betont: “Es gibt keine Universallösung. Jeder muss seine individuelle Verträglichkeitsgrenze durch systematisches Testen im Training finden.”
Für Einsteiger ist langsames Laufen essentiell, um den Fettstoffwechsel zu trainieren. Allerdings sollte die Laufgeschwindigkeit nicht unter 7:30 min/km fallen, da sich sonst die Biomechanik verschlechtert. Bei völligen Anfängern kann Walking eine bessere Alternative sein.
Roger Milenk:
Harald Fritz:
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Der Beitrag LEP#349 – Pour some sugar on me erschien zuerst auf Laufend Entdecken.
Diana Dzaviza, 38 Jahre alt, geboren in Lettland und heute in Wien lebend. Sie startet für das Ultralaufteam Heustadlwasser und zählt zu den konstantesten Ultra-Athletinnen im europäischen Langstreckenlauf. Ihre Erfolge umfassen zwei Spartathlon-Siege, über 231 Kilometer bei einer 24-Stunden-Weltmeisterschaft und zahlreiche Erfolge sowohl auf der Straße als auch im Trailrunning. Heute arbeitet sie als Personal Coach und Speakerin.
Wir sprechen über Dianas Werdegang vom klassischen Laufen hin zum Ultralauf. Sie erzählt, was sie am Ultralauf fasziniert hat und welche frühen Erlebnisse richtungsweisend für ihre Karriere waren. Besonders interessant ist ihre Entwicklung, da sie nicht als klassische Nachwuchsläuferin groß geworden ist.
Der Spartathlon über 246 Kilometer von Athen nach Sparta steht im Mittelpunkt des Gesprächs. Diana erklärt, was dieses Rennen für sie persönlich bedeutet und wie sich die Vorbereitung von anderen Ultra-Formaten unterscheidet. Sie teilt ihre Erfahrungen mit Hitze, Cut-offs und Crew-Management sowie die Unterschiede zwischen ihren beiden Siegen 2021 und 2022.
Wir diskutieren die Besonderheiten des 24-Stunden-Laufs im Vergleich zu Distanzrennen. Diana erklärt, wie sich das Pacing verändert, wenn die Zeit und nicht die Strecke der limitierende Faktor ist, und wie sie mit unvermeidlichen Tiefpunkten umgeht. Auch ihre Erfahrungen im Nationalteam und bei Meisterschaftsrennen kommen zur Sprache.
Diana beleuchtet die Unterschiede zwischen Straßenläufen und Trailrunning. Sie erklärt, was ihr der Trail geben kann, was die Straße nicht bietet, und umgekehrt. Dabei geht es um technische und muskuläre Aspekte, die gezielt trainiert werden müssen, sowie die Frage, ob sich beide Welten annähern.
Als Trainerin teilt Diana ihre Beobachtungen über häufige Fehler bei ambitionierten Hobby-Ultraläufern. Sie erklärt ihre Trainingsphilosophie bezüglich Umfang, Konstanz und Regeneration sowie die Bedeutung mentaler Vorbereitung. Praktische Prinzipien für lange Distanzen runden diesen Teil ab.
Wir sprechen über Dianas Entwicklung zur Personal Coach und Speakerin. Sie erzählt, wie sich ihr Leben und Training durch die Selbstständigkeit verändert haben und welche Erfahrungen ihre Zuhörer in Firmen am ehesten mitnehmen, da sich viele Nicht-Ultraläufer 24-Stunden-Läufe oder 200-Kilometer-Distanzen schwer vorstellen können.
Diana gibt Einblicke in ihre sportlichen Pläne für die kommenden Jahre. Mit 38 Jahren stellt sich die Frage, ob sie weiterhin auf 24-Stunden-WM-Niveau laufen, mehr ins Trail-Segment wechseln oder ganz neue Wege einschlagen möchte.
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Der Beitrag LEP#348 – Ein Wiedersehen mit Diana Dzaviza erschien zuerst auf Laufend Entdecken.
Aaron Grün lief beim Houston Halbmarathon eine neue österreichische Bestzeit von 1:01:14 und verbesserte seine bisherige Bestzeit um über drei Minuten. Damit ist er nach Günther Weidlinger erst der zweite Österreicher, der einen Halbmarathon unter 1:02 gelaufen ist.
Neue Studien relativieren die weitverbreitete Annahme, dass intensives Training das Immunsystem schwächt. Statt einer generellen Immunschwäche nach harten Einheiten zeigt sich: Regelmäßiges Training in kontrolliertem Rahmen stärkt das Immunsystem sogar. Problematisch wird es erst bei dauerhaftem Ungleichgewicht zwischen Belastung und Erholung.
Der UTMB führt einen verpflichtenden “Umweltbonus” von 25 Euro pro Tonne CO2-Äquivalent ein. Je nach Anreiseart und Entfernung zahlen Teilnehmer zwischen wenigen Euro bis zu 170 Euro zusätzlich zum Startgeld. Das Geld fließt in Kompensationsprogramme. Teilnehmer mit nachhaltiger Anreise erhalten 30% höhere Chancen bei der Lotterie.
Diskussion über unterschiedliche Preisgelder zwischen Männern und Frauen bei Sportveranstaltungen. Während bei manchen Events wie dem Skibergsteigen Frauen nur die Hälfte des Preisgelds der Männer erhalten, setzen andere Sportarten wie Tennis bereits auf Gleichberechtigung. Verschiedene Stimmen von Veranstaltern und Athleten beleuchten die Problematik.
Trailrunning Szene Artikel: Gleichberechtigung bei Preisgeldern – Fairness quo vadis?
200 Gramm leichte, eng anliegende Regenjacke mit 20.000 Wassersäule. Besonders leise, mit guter Passform und praktischer Brusttasche. UVP: 255 Euro. Ideal für Pflichtausrüstung bei Trailrunning-Events.
Eng anliegende Regenhose unter 100 Gramm mit 10.000 Wassersäule. Versiegelte Nähte mit Entlüftungslöchern im Schritt. Langer Reißverschluss an den Beinen, aber kein Kordelzug am Bund. UVP: 165 Euro.
Paarlauf über 24 Kilometer von der Marswiese bis zum Hermannskogel und retour bei eisigen Bedingungen. Trotz guter Leistung mit Spike-Schuhen wieder nur Platz 2 in 2:14 Stunden, zwei Minuten vor dem dritten Platz.
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