Franziska Winter wurde bei der diesjährigen Filmkunstmesse in Leipzig der Hauptpreis für das beste Jahresfilmprogramm 2024 einer alternativen/ nichtgewerblichen Abspielstätte von der Mitteldeutschen Medienförderung überreicht. Dieser Preis ist mit 15.000 Euro verbunden und Franziska Winter, die seit dem vergangenen Jahr das Kino mon ami im Weimar leitet, überlegt davon einen Archivschrank zu kaufen, um die über 25 Jahre aufgebaute Filmplakatsammlung zu sichern und vielleicht auch einen neuen Vorhang für den Lichtspielsaal. Neugierde treibt sie an, das Wissen um die transformative und verändernde Kraft von Kunst und Kultur. Das braucht es, um Antworten auf die Frage zu finden „Wie sieht das Kino der Zukunft aus?“, die auch auf der Filmkunstmesse in Leipzig diskutiert wurde. Gegenwart ist bereits daß die Mitteldeutschen Kurzfilmnächte noch bis Dezember die besten Kurzfilme aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in den Kategorien Animation, Dok, Fiktion und Experimental, ausgezeichnet beim diesjährigen KURZSUECHTIG Kurzfilmfestival, in ausgewählten Kinos im Mitteldeutschland zeigen. Am 14. November ist im mon ami in Weimar Kurzfilmnacht.
Der Auf- und Ausbau des kleinen Programmkinos mon ami geht mit dem Jahr 1999 auf Edgar Hartung zurück, der es nach vielen auch finanziell schweren Zeiten, gut aufgestellt und gut besucht nach 25 Jahren an Franziska Winter übergeben konnte. Für Edgar Hartung war das Schlüsselerlebnis für die spätere Leidenschaft Programmkino in jungen Jahren "Stalker" von Andrei Tarkowski, ein Klassiker des sowjetischen Kinos. 1985 ließ sich der gelernte Maschinenbauer daraufhin zum Filmvorführer ausbilden. Franziska Winter's Schlüsselmoment war ein Schulausflug ins Kino. Dort sah sie das erste Mal einen Film in Originalton, in Französisch. Heute ist sie promovierte Kulturwissenschaftlerin.
1988 wurde Franziska Winter in Rostock geboren. Von 2008 bis 2012 studierte sie in Hamburg Kulturanthropologie und Philosophie, sowie 2010 bis 2011 an der Universität Stockholm Social Anthropology, Gender ans Sexuality. Das Master-Studium Kulturwissenschaften - Culture, Arts and Media führte sie von 2012 bis 2014 an die Leuphana Universität Lüneburg. 2015 bis 2017 wirkte Franziska Winter als Redaktionsmitglied der EJECT - Zeitschrift für Medienkultur mit und wurde 2015 bis 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin der DFG-Forschungsgruppe Medien und Mimesis an der Bauhaus-Universität Weimar, 2020 bis 2023 Assoziierte am DGF Graduiertenkolleg Medienanthropologie an der Bauhaus-Universität Weimar, 2021 bis 2022 Stipendiatin und 2023 Wissenschaftliche Mitarbeiterin dort und von 2016 bis 2024 Doktorandin an der Fakultät Medien, Philosophie und Ästhetik an der Bauhaus-Universität Weimar. Seit 2024 ist Franziska Winter Kino- und Programmleiterin des mon ami in Weimar.
Moderation: Carsten Tesch
Redaktion: Angelika Zapf