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Im Jahr 1824 wanderten die ersten Deutschen nach Brasilien aus. Not und das verlockende Angebot, in Brasilien Land zu bekommen, trieben
ganze Bauernfamilien aus dem heutigen Rheinland-Pfalz über den Atlantik. Im Süden von Brasilien begannen sie mit Rodungen und errichteten Orte, die ihren mitteleuropäischen Charakter bis heute bewahrt haben. Auch die deutsche Sprache wird teilweise noch gesprochen, und in Blumenau im Bundesstaat Santa Catarina
findet alljährlich ein großes Oktoberfest statt. Die deutsche Besiedelung bedeutete allerdings auch Landraubund die Vertreibung
von Indigenen. Ein Phänomen, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg wiederholte, als in Osteuropa verfolgte Deutsche in einer neuerlichen Auswanderungswelle nach Brasilien flüchteten.
Mit einem schlechten Ruf hatte die Rüstungsindustrie in Tschechien eigentlich nie zu kämpfen. Im Gegenteil: Zu Zeiten der Tschechoslowakei trugen die Fabriken, in denen Panzer für die ganze Sowjetunion und die anderen Länder des Warschauer Pakts vom Band rollten, zum wirtschaftlichen Aufstieg vor allem des slowakischen Landesteils bei. Nach dem Fall des Kommunismus orientierte sich die Branche nach einigen ruinösen Jahren um – und erlebt nun seit dem russischen Angriff auf die Ukraine einen neuen Aufschwung. Von Lastwagen über Drohnen bis zu Feuerwaffen bedient sie etliche Segmente des Marktes. Ihr Geschäft hat auch eine politische Dimension: Die Munitions-Initiative des tschechischen Staatspräsidenten, der die Ukraine mit hunderttausenden Granaten versorgen will, ist auch wegen der gut vernetzten tschechischen Waffenindustrie möglich geworden.
Es ist ein hoch umstrittener Deal: Italien hat im nordalbanischen Gjader ein großes Auffanglager gebaut, das demnächst eröffnet werden soll. Mittelmeerflüchtlinge, die vor den italienischen Küsten aufgegriffen werden, sollen dorthin kommen und - vor den Toren Europas – ihre Asylverfahren durchlaufen.
Das Lager steht weitab im Hinterland, ist eingezäunt, die Migranten dürfen es nicht verlassen. Kritiker:innen befürchten Menschenrechtsverstöße und ein Anwachsen der Schlepperkriminalität.
Lädt Italien, lädt Europa seine ungelösten Probleme in einem deutlich ärmeren Land ab? Oder sind Asylverfahren an den Außengrenzen die Zukunft der Migrationspolitik – vielleicht sogar ein Fortschritt für die Migrant:innen selbst?
Noch stecken wir mitten in der Hochwassertragödie, mehrere Todesopfer sind zu beklagen. Ab morgen soll leichte Entspannung eintreten, doch erst dann wird das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar werden.
Wieviel Klimawandel steckt in der aktuellen Katastrophe? Worauf müssen wir uns in Zukunft einstellen? Wie kann man besser auf die Naturgewalten eingehen bzw. ihre Auswirkungen minimieren?
Diese Fragen beantworten Experten im Studio, und wir beleuchten auch die Frage, wie sich die Verkehrssituation in Österreich angesichts von Hochwasser, Sturm und Schnee in den nächsten Tagen entwickeln wird.
Es diskutieren:
Roman Neunteufel, Experte für Siedlungswasserbau, BOKU Wien
Marc Olefs, Leiter der Abteilung Klimaforschung, GeoSphere Austria
Christoph Danninger, ORF-Wirtschaftsredaktion
Diskussionsleitung: Elisa Vass
Es ist ein vergessener Krieg und eine riesige humanitäre Katastrophe: der Bürgerkrieg im Sudan. Zwei rivalisierende Fraktionen der Armee bekriegen einander in dem nordostafrikanischen Land, zwischen die Fronten geraten wie immer unschuldige Zivilisten. Über 25 Millionen Menschen haben nichts zu essen, täglich sterben Kinder an Hunger. In einigen Landesteilen ist die Cholera ausgebrochen, weil Millionen von Menschen in den Flüchtlingslagern kein sauberes Trinkwasser haben. Mehr als 10 Millionen Sudanesinnen und Sudanesen sind in ihrem eigenen Land auf der Flucht, etwa zwei Millionen haben in anderen Ländern Schutz gesucht. In der westsudanesischen Provinz Darfur könnte gar ein Völkermord drohen.
Dem Journal Panorama ist es in Uganda gelungen, Geflüchtete aus dem Sudan zu treffen. Was sie berichten, ist nun auch ein wichtiger Beitrag für die Internationale Justiz: Sie ermittelt wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Sudan und sammelt Zeugenaussagen.
Es ist ein vergessener Krieg und eine riesige humanitäre Katastrophe: der Bürgerkrieg im Sudan. Zwei rivalisierende Fraktionen der Armee bekriegen einander in dem nordostafrikanischen Land, zwischen die Fronten geraten wie immer unschuldige Zivilisten. Über 25 Millionen Menschen haben nichts zu essen, täglich sterben Kinder an Hunger. In einigen Landesteilen ist die Cholera ausgebrochen, weil Millionen von Menschen in den Flüchtlingslagern kein sauberes Trinkwasser haben. Mehr als 10 Millionen Sudanesinnen und Sudanesen sind in ihrem eigenen Land auf der Flucht, etwa zwei Millionen haben in anderen Ländern Schutz gesucht. In der westsudanesischen Provinz Darfur könnte gar ein Völkermord drohen.
Dem Journal Panorama ist es in Uganda gelungen, Geflüchtete aus dem Sudan zu treffen. Was sie berichten, ist nun auch ein wichtiger Beitrag für die Internationale Justiz: Sie ermittelt wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Sudan und sammelt Zeugenaussagen.
In den vergangenen Jahren hat Österreich deutlich mehr ausgegeben als eingenommen - eine Folge von Pandemie und hoher Teuerung im Zuge des Ukrainekriegs. Nach Berechnung des Fiskalrats, des obersten Budgetwächters, wird die Republik zumindest heuer und auch im nächsten Jahr die EU-Kriterien klar verfehlen, sowohl beim Nettodefizit als auch bei der Gesamtverschuldung. Die Kommission in Brüssel hat die Regierung bereits aufgefordert, mittelfristig eine Lücke von etwa 2,5 Milliarden Euro pro Jahr zu schließen. Das entspricht 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Von Seiten der Parteien ist vor der Nationalratswahl wenig von einem Sparkurs zu hören. Was aber wäre nötig, um die gesamtstaatlichen Finanzen wieder nachhaltig auf Kurs zu bringen und die Schulden zu reduzieren?
Darüber diskutieren:
Margit Schratzenstaller, Budgetexpertin, WIFO
Monika Köppl-Turyna, Direktorin des Instituts EcoAustria
Markus Marterbauer, Chefökonom der Arbeiterkammer
Diskussionsleitung: Volker Obermayr
Morsche Schutzhütten, abrutschende Seilbahnen, bröckelnde Wege. Der Zahn der Zeit und die Auswirkungen des Klimawandels bedrohen die Wander-Infrastruktur in Österreich. Die alpinen Vereine haben längst Alarm geschlagen, laut ihnen fehlen Dutzende Millionen zur Aufrechterhaltung des Bestandes. Die Regierung hat kürzlich - noch rasch vor der Wahl - ein paar Millionen Euro zugesagt.
Schutzhütten in den Alpen abseits von Straßen, Strom- und Wasserleitungen, Kanal und Handynetz zu betreiben, ist mühsam und teuer. Doch die Hütten sind mehr als Treffpunkt für geselliges Beisammensein am Berg und gemütliche Gastronomie, manchmal sind sie auch lebensrettende Anlaufstationen.
Warum machen Hüttenwirtinnen und -wirte ihren Job? Welche Herausforderungen müssen sie dabei bewältigen? Und was sind die größten Probleme? Das Journal Panorama ist in die Berge gestiegen.
Wer einmal durch Transsilvanien oder Siebenbürgen - die zentrale Provinz Rumäniens - gereist ist, dem dürfte aufgefallen sein, dass dort viel Deutsch gesprochen wird. Es gibt auch deutsche Ortsnamen, wie Hermannstadt (Sibiu), Klausenburg (Cluj) oder Kronstadt (Bra?ov). Rund 800 Jahre lang haben im Zentrum Rumäniens die Siebenbürger Sachsen gelebt, Nachfahren deutscher Siedler aus dem Mittelalter. Die meisten sind nun nach Deutschland oder Österreich zurückgekehrt: Nur 20.000 von einst 300.000 sind noch in Rumänien. Aber die Kultur der Siebenbürger Sachsen wird noch gepflegt, unter anderem beim internationalen Treffen der Siebenbürger Sachsen in Hermannstadt und auf dem neuen Fernwanderweg Via Transilvanica, der auch durch viele alte deutsche Dörfer führt.
Im September 2023 haben 100.000 Armenier:innen die Region Bergkarabach nach einer Militäroffensive fluchtartig verlassen. Damit leben so gut wie keine Armenier:innen mehr in der Region im Kaukasus, die sie 2000 Jahre lang besiedelt hatten – wovon alte armenische Kirchen, Klöster, Friedhöfe und Kulturdenkmäler Zeugnis ablegen.
Nach dem Ende der Sowjetunion trugen die nun unabhängigen Länder Armenien und Aserbaidschan jahrzehntelang einen territorialen Konflikt aus, bei dem es um die Frage ging, zu wem die Region Bergkarabach gehört. Sie liegt auf aserbaidschanischem Gebiet, hat sich in den 1990er-Jahren jedoch für autonom erklärt, die Bevölkerung bestand überwiegend aus Armenier:innen.
Wie geht es den Geflohenen nun in Armenien? Wie gut ist es ihnen gelungen, sich in die Gesellschaft zu integrieren? Und wie steht es um die Friedensverhandlungen zwischen Armenien und Aserbaidschan? Eine Reportage.
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