Passage

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Passage episodes

  • Lemkins Gesetz – der Vater der Völkermord-Konvention (W)
    Sein Leben lang kämpfte Raphael Lemkin um Gerechtigkeit für die Opfer staatlicher Gewalt. Die Völkermord-Konvention, die vor 75 Jahren von den Vereinten Nationen angenommen wurde, gilt als sein Lebenswerk. Doch sie ist noch immer fragil.
    Paris am 9. Dezember 1948: Die Vollversammlung der Vereinten Nationen nimmt einstimmig ein Gesetz zur Verhütung und Bestrafung von Völkermord an. Im Mittelpunkt des internationalen Interesses steht an diesem Tag ein polnischer Jurist, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, dem Vernichtungswahn ein Ende zu bereiten. Sein Name: Raphael Lemkin. Die Völkermord-Konvention ist sein Lebenswerk – eine Art Epitaph für seine Eltern, die in Auschwitz umgebracht wurden. Einst wurde er als «Einstein des Völkerrechts» gefeiert; nach seinem Tod 1959 geriet Lemkin weitgehend in Vergessenheit.
    Erstsendung: 8.12.2023
    55 min
  • ISUMA – Filmen am Rande der Welt
    Nördlich des Polarkreises auf einer Insel im Nordpolarmeer arbeitet das Künstlerkollektiv ISUMA. Unter extremen Arbeitsbedingungen entstehen hier Filme, die sich aus erster Hand mit Kultur und Geschichte der Inuit beschäftigen.
    ISUMA-Filme beruhen oft auf mündlichen Überlieferungen, die Drehbücher werden mit den einheimischen Darstellern entwickelt und umgesetzt.
    Die Filme spiegeln die gewaltsame Vergangenheit: die christliche Missionierung, die Zwangsansiedlung der nomadischen Jäger in den 60er-Jahren. Und versuchen, überliefertes Wissen lebendig zu halten, in einer Zeit, in der der Klimawandel hungernde Eisbären in die Siedlungen treibt.
    55 min
  • Faszination Amateurfunk (W)
    Einst war er ein beliebtes Hobby, heute aber hat der Amateurfunk mit einem etwas verstaubten Image und Antennenfeindlichkeit zu kämpfen. Dabei spielt der Amateurfunk in Krisensituationen eine zentrale Rolle und bietet überraschend viel Unterhaltung.
    Aktuell sind in der Schweiz 5200 Personen im Besitz einer Amateurfunk-Lizenz. Wer sind diese Menschen, welche Faszination hegen sie fürs Funken und mit welchen Widrigkeiten haben sie zu kämpfen? Die Spurensuche führt in den Kanton Jura, wo ein Funkamateur mit seinen Funksprüchen Züge ausbremste, ohne es zu merken. Im Kanton Solothurn hat sich ein Ehepaar komplett dem Amateurfunk verschrieben und 16 Antennen rund ums Haus aufgestellt. Und im Archiv des Museums für Kommunikation wird offensichtlich, dass Amateurfunk nicht nur Landesgrenzen, sondern auch Ideologien überbrückt.
    Erstsendung: 29.3.2024
    45 min
  • Schreiben im Untergrund – ein Jugendmagazin in Theresienstadt
    Ghetto Theresienstadt, 1942: Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen verfasst nachts eine geheime Wochenschrift. Zwei Jahre lang gelingt es ihnen, zumindest ihre geistige Freiheit zu bewahren. Ein Feature über Lebenswillen und die Kraft der Kunst in den dunkelsten Momenten der Geschichte.
    Inmitten der grausamen Realität des Holocaust bilden jüdische Jugendliche eine bemerkenswerte Gemeinschaft. Sie erklären ihr «Heim 1» im Gebäude L417 zur unabhängigen «Republik Shkid», malen sich eine Flagge und dichten eine eigene Hymne. Während sie tagsüber zum Arbeiten gezwungen sind, lassen sie sich am Abend heimlich über Ghandi und Dostojewski unterrichten. Der Lebensmut der Jungen manifestiert sich in «Vedem», einem wöchentlich erscheinenden Magazin. Darin stehen Gedichte, Essays und Reportagen neben den neuesten Fußballergebnissen und dem Witz der Woche.
    55 min
  • Wie politisch ist die Oper?
    Oper und Politik sind mannigfaltig aufeinander bezogen. Als Instrument höfischer Macht früher, als Mittel zur politischen Anteilnahme seit dem 19. Jahrhundert. Und heute?
    Welche politische Wirkung kann Oper entfalten? Beim Publikum vor allem. Eine grosse, davon ist der Schweizer Theater- und Opernregisseur Regisseur Milo Rau überzeugt. Die deutsche Regiealtmeisterin Andrea Breth sieht das anders. Sie glaubt nicht mehr an eine politische Wirkungsmacht des (Musik)-Theaters. Ein musikalischer Streifzug durch die Musikgeschichte mit ihren spannenden Wechselwirkungen von Oper und Politik, u.a. mit dem Musikwissenschaftler Anselm Gerhard.
    54 min
  • Popstar und brasilianische Kulturministerin – Margareth Menezes
    Sie gilt als «brasilianische Aretha Franklin», ist eine der Ikonen der afrobrasilianischen Musik und Vorkämpferin für soziale Integration. Seit 2023 bekleidet Margareth Menezes nun als erste schwarze Frau das Amt der Kulturministerin im Kabinett Lula da Silva.
    Menezes ist nicht nur eine der wichtigen Stimmen in der Musik ihrer Heimat Salvador da Bahia, sie engagierte sich auch stets in politischen Kampagnen und integrativen Kulturprojekten. Diese Erfahrungen kann sie nun, als zweite Persönlichkeit aus dem Brasil-Pop nach Gilberto Gil im Amt der Kulturministerin einbringen. Im Gespräch berichtet Menezes über die Eigenheiten ihres «Afro Pop Brasileiro», den Wiederaufbau der sozialen Strukturen nach vier Jahren geistigen Raubbaus und über ihre nationalen und internationalen Visionen von einer neuen Kultur-, Frauen- und Umweltpolitik.
    56 min
  • Liebe, Krieg, Natur – 1500-jährige Gedichte erklären uns die Welt
    Um 500 n. Chr. entstand in den Jahrzehnten vor dem Islam in der Wüste auf der arabischen Halbinsel eine einzigartige Poesie. Unbeleckt von zivilisatorischen Leitlinien, Religion, Staat und Gesetzen, waren diese Gedichte sich selbst genug und gleichzeitig ein Mittel der Kommunikation.
    Sie besangen die grossen Gefühle und die grossen Fragen, sie fungierten aber auch als soziale Netzwerke, ähnlich den heutigen. Man prahlte oder sendete Hassbotschaften, man verteidigte sich, ermahnte oder machte gleich eine Kriegserklärung. Das alles so frisch und direkt, dass es noch heute verblüfft. Diese Gedichte haben etwas zu sagen. Sie tun es in Bildern, die berühren und in einem Klang, der unter die Haut geht. Der Orientalist Stefan Weidner, der die vorislamische Lyrik erstmals in diesem Umfang ins Deutsche übersetzt hat, stellt diese Poesie in der «Passage» vor.
    Buchhinweis:
    Stefan Weidner. Der arabische Diwan. Die schönsten Gedichte aus vorislamischer Zeit. 417 Seiten. Die Andere Bibliothek.
    1 hr 2 min
  • Lacht da wer? Was hat es mit dem Humor auf sich? (W)
    Kriege und Katastrophen umfluten uns. Daher ist die Passage heute – dem Gegenteil gewidmet. Dem Humor. Der so wichtig ist. Der mal leicht daherkommt, mal schwarz oder platt, fein oder brachial und in vielen verschiedenen Formen. Wir gehen auf Spurensuche: mit einem Psychologen und einer Musikerin.
    Rund 15-mal am Tag lachen wir: über Witze, peinliche Situationen oder weil jemand anderes lacht. Humor hilft zum Überleben, ist ein zwischenmenschlicher Kitt, reguliert Beziehungen und Emotionen. Individuell ist er und hat viele Seiten, kommt als Witz und Komik daher, als Ironie, Satire und Comedy. Aber lässt Humor sich eigentlich greifen? Welche Ebenen hat er und wie hat er sich verändert im Lauf der Zeit? Bei der Klärung solcher Fragen hilft der Psychologe und Humorforscher Willibald Ruch. Und die Musikerin Maria Goeth untersucht den Zusammenhang zwischen Humor und Musik.
    Erstsendung: 15.12.2023
    56 min
  • Pionierin des gerechten Handels: Die Bananenfrau Ursula Brunner
    Als Bananenfrau wurde sie landesweit berühmt: Ursula Brunner gilt als Wegbereiterin des Fairtrade. Gleichzeitig war sie Pfarrfrau, Politikerin und Mutter. In welchem Spannungsfeld bewegte sie sich dabei? Ein Porträt zu ihrem 100. Geburtstag mit Stimmen ihrer Kinder, Weggefährten und Archiv-Tönen.
    Wie ist es möglich, dass Bananen bei uns billiger sind als heimische Äpfel? Dieser Frage gingen Ursula Brunner und ihre Mitstreiterinnen so gründlich nach, dass daraus eine schweizweite Bewegung entstand. Auch als Politikerin eckte Ursula Brunner an: Als erste Frau sass sie für die FDP im Grossen Rat des Kantons Thurgau. Doch ihr Engagement für eine gerechtere Welt, das im christlichen Glauben wurzelte, führte zu Konflikten. Wie wurde Ursula Brunner von einer bürgerlichen Pfarrfrau zu einer Aktivistin? Wie haben ihre Kinder diesen Weg erlebt? Eine Annäherung an eine Frau, die etwas bewegen wollte.
    57 min
  • Transzendenz und Spiritualität bei Leonard Cohen und Nick Cave
    Leonard Cohens und Nick Caves Lieder haben eine starke Wirkung. Diese hat massgeblich damit zu tun, dass beide spirituell Suchende sind. Dabei ist es vor allem der als abwesend erlebte Gott, dem das gebrochene «Halleluja» gilt.
    Nick Cave und Leonard Cohen haben einiges gemeinsam: Das Dunkle und Düstere hat einen zentralen Platz in ihrer Musik, ihrer Kunst. Doch die Bewegung in ihren Liedern ist immer wieder «In Richtung Licht», wie Nick Cave sagt. Und Leonard Cohen singt: «There’s a crack in everything – That’s how the light gets in».
    Die «Passage» spürt der Kraft nach, die im Werk von Leonard Cohen und Nick Cave spürbar ist. Cave bezieht sich explizit auf Cohen. Was hat diese Energie mit der Auseinandersetzung mit Dunkelheit, Zerbruch und Leid zu tun? Wie zeigen sich spirituelle Suche und religiöse Traditionen?
    52 min

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Die Sendung «Passage» steht für radiophone Exzellenz auf SRF 2 Kultur. Hier verbinden sich Wort und Musik, Ton und Stille.

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