Passage

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Passage episodes

  • Der Serpent oder das Geheimnis der singenden Schlange
    Es war Liebe auf den ersten Ton. Der Klang des barocken Musikinstruments berührte Stephan Berger so tief, dass der Multihandwerker sich entschloss, das Geheimnis der singenden Schlange zu lüften. Koste es, was es wolle.
    Der Serpent hat einen vierfach gewundenen Klangkörper aus Walnussholz. Der Holzkern ist mit einer Tierhaut überzogen. Das Wissen, wie die Tierhaut auf den noblen Holzkörper kam, war verloren. Die Passage erzählt die erstaunliche Geschichte, wie der Multihandwerker Stephan Berger zum Instrumentendetektiv wurde und wie er das Geheimnis der singenden Schlange nach zweijähriger Suche schliesslich löste.
    Heute ist Stephan Berger der beste Serpentbauer, die Konzertbühnen der Welt sind frei für das schwarz glänzende, elegant geschwungene Klangjuwel.
    Diese Sendung wurde von der Stiftung für Radio und Kultur unterstützt.
    1 hr
  • Wiederentdeckt – der Schweizer Sinfoniker Joseph Lauber
    Tschechien hat Dvorák, Norwegen hat Grieg: Komponisten der Romantik, deren Musik das vielstimmige Wesen einer Nation einfängt. Für die Schweiz könnte Joseph Lauber diese Lücke füllen – die Erstaufnahme seiner 6 Sinfonien durch das Sinfonie Orchester Biel Solothurn hat das Zeug zur Sensation.
    Dirigent Kaspar Zehnder sass vor einem ungehobenen Schatz, als er 2017 in der Lausanner Kantonalbibliothek den Nachlass Laubers sichtete. Der zwischen Zürich und Genf tätige, in München und Paris ausgebildete Komponist war allenfalls Fachleuten ein Begriff. Als belächelter Verfechter der Melodie geriet Lauber unter die Räder der Avantgarde. 70 Jahre nach seinem Tod fällt das Urteil umso erstaunter aus: Wie konnte ein solches Grosskaliber nur übersehen werden?
    Eine Reise quer durch Laubers Schweiz, während Zehnder sehr persönlich von den Hintergründen dieser spannenden Wiederentdeckung erzählt.
    1 hr
  • Propagandaschlacht um Mariupol
    Die Stadt Mariupol steht für den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Während der ukrainische Präsident sie «Herz des Krieges» nennt, versucht die russische Propaganda, die Ukraine für das Leid der Bevölkerung verantwortlich zu machen.
    Die Hafenstadt am Asowschen Meer wurde seit Kriegsbeginn bombardiert und beschossen. Seit dem 20. Mai ist die Stadt vollständig unter russischer Kontrolle. Ein anderer Kampf um Mariupol tobt aber weiter: der Propagandakrieg. Die russische Seite holt Kriegs-Influencer in die Stadt, die in die Kameras des russischen Staatsfernsehens hinein beteuern, dass die Kriegsruinen allein das Werk der Ukrainer seien. Auch die ukrainische Seite wird nicht müde, das Wüten der russischen Armee in der Stadt anzuprangern. Was dabei vergessen geht, ist das reale Leid der Kriegsopfer aus Mariupol.
    53 min
  • «Ich bin dadurch ein Mensch geworden.» – Carl Laszlo, Kunstsammler
    Der Mediziner Carl Laszlo flüchtet nach der Befreiung aus Auschwitz nach Basel, schreibt psychiatrische Aufsätze, Theaterstücke, verlegt eine Zeitschrift – verschuldet sich. Hans Arp hilft ihm aus der Patsche, überlässt ihm Bilder zum Verkauf und entzündet damit eine Besessenheit für die Kunst.
    Carl Laszlo erfindet sich neu, beginnt frühe Expressionisten, Jugendstil und Art Déco zu sammeln, gründet eine Galerie. Plötzlich Kunsthändler nutzt er das Trauma von Auschwitz zur eigenen Wiedergeburt. Er entdeckt die Beatniks und die Popart in New York, verliert sich im Rausch und kommt dafür, sechzigjährig, in Haft. Weil seine Villa vor Kunstwerken bald aus den Nähten platzt, mitbegründet er die Art Basel und gibt damit der Stadt Basel, die ihn einst nur geduldet hat, etwas zurück Der gebürtige Ungar betrachtet alles mit jüdischem Humor, ist religiös, gebildet – Weltbürger.
    40 min
  • Äs guäts Word – der Mundartdichter Julian Dillier
    Julian Dillier gehört zu den bedeutendsten Mundartschriftstellern der Schweiz. Seine sprachliche Genauigkeit und Sensibilität sind einzigartig. Seine Angriffe auf Heuchelei und Heimattümelei ebenfalls. Ein Porträt zum 100. Geburtstag des Obwaldner Lyrikers, Theater- und Radiomanns Julian Dillier.
    In seiner Obwaldner Mundart zu dichten beginnt Julian Dillier erst in Basel, wohin es ihn nach über zwanzig Jahren in der Verwaltung und dank einer Redaktorenstelle am damaligen Radio Basel verschlagen hat. Ganz offenbar braucht er dazu die räumliche Distanz zu seinem Kanton und seinem früheren Leben dort. Was aber bei seiner lyrischen Arbeit entsteht, gehört zum Besten, was Schweizer Mundartdichtung je hervorgebracht hat. Dazu kommen sein umweltpolitisches Engagement, das unter anderem in seinem legendären Gedicht «Ave Nagria» seinen Ausdruck findet, seine Zeit als Autor und Regisseur diverser Stücke an Obwaldner Laienbühnen und sein Engagement für die Mundart generell, die ihn als Präsident des Internationalen Dialektinstituts IDI sogar zu einer Art Mundart-Funktionär werden lässt.
    Michael Luisier hat sich zu Julian Dilliers 100. Geburtstag in diesem Jahr auf dessen Spuren gemacht und sich mit Julian Dilliers Halbbruder Geri Dillier unterhalten, der von Julian Dillier die Liebe zum Theater und die Liebe zur Sprache geerbt hat, mit Geri Dilliers Sohn Jul Dillier in Wien, der als Musiker derzeit Julian Dilliers Texte vertont, und mit dem Mundartspezialisten Christian Schmid, der einst Julian Dilliers Nachfolger als Radio-Mundartredaktor geworden ist.
    56 min
  • Beyond ‘Rule Britannia’ – Henry Wood zum Gedenken (W)
    Henry Joseph Wood begründete 1895 die bekannte Konzertreihe Promenade Concerts in London, kurz Proms. Wood fungierte als erster Dirigent der Konzerte, und es wird auch heute noch jährlich an ihn erinnert, indem seine Büste anlässlich der Last Night of the Proms mit Lorbeer bekränzt wird.
    Die sogenannten «BBC-Proms» werden längst nicht mehr durch das gemeinsame Singen von «God save the queen/king» eröffnet, das der Dirigent Henry Joseph Woods jeweils angestimmt hatte. Aber der Erfolg der ältesten und grössten Konzertreihe der Welt lebt noch immer von Ritualen und Gedanken ihres Gründers: ein Maximum an Qualität für ein Minimum an Disponibilität. Das Konzept der Niederschwelligkeit wurde oft kopiert, aber selten erreicht: Klassik für alle!
    Erstsendung: 23.8.2019
    56 min
  • Musik und Architektur – Iannis Xenakis zum 100. Geburtstag (W)
    Der griechisch-französische Komponist und Architekt Iannis Xenakis erfand in den 1950er-Jahren nicht nur visionäre Musik mit Riesenglissandi und Schwarmklängen. Als Assistent von Le Corbusier hat er auch futuristische Bauten entworfen, wie den Philips-Pavillon an der Weltausstellung in Brüssel 1958.
    Gelebt hat Iannis Xenakis von 1922 bis 2001. Er studierte Ingenieurswissenschaft in Athen, war Widerstandskämpfer, wurde zum Tode verurteilt, floh nach Paris, arbeitete mit Le Corbusier und entwickelte gleichzeitig völlig neue Klangwelten. In seiner Musik wie in seinen Bauwerken verbindet er musikalische und architektonische Prinzipien. So auch bei der eindrücklich rhythmisierten Fensterfront im französischen Kloster La Tourette. Eine Annäherung an Iannis Xenakis mit Ausschnitten aus einem teilweise unveröffentlichten Interview für DRS2 von 1986. Eine Sendung von Cécile Olshausen.
    Erstsendung: 25.5.2022
    1 hr 1 min
  • Yello – Musikexperiment und Videokunst erhält Grand Prix Musik (W)
    Oh Yeah! Unverkennbar, die dunkle Stimme von Dieter Meier und die groovigen Elektrosounds von Boris Blank: Yello, das Schweizer Elektropop-Duo, wurde mit dem Song in den achtziger Jahren unerwartet weltberühmt.
    Yello ist weit mehr als «Oh Yeah», eingängig-schnelle Rhythmen und bunte Videos. Als Gesamt-Kunstprojekt prägt Yello die Musik- und Videoszene nachhaltig. Mit 13 weiteren Alben über rund vierzig Jahre, immer quer zum grad Gängigen, und zahlreichen experimentellen Videos, schrieb das Duo Geschichte und überrascht weiterhin.
    Wer steckt hinter dem Phänomen Yello? Wo bewegen sich Blank und Meier vor und neben Yello? Was bringt jeder von ihnen ein und wie funktionieren sie zusammen? Boris Blank und Dieter Meier geben im Gespräch in ihren Zürcher Ateliers Einblick in ihre Welten, in ihr Schaffen und ihr Denken.
    Erstsendung: 27.7.2022
    1 hr
  • Sommer-Passage: Omara Portuondo: «Zeitreise durch Kuba»
    Sie ist eine der letzten grossen Diven Lateinamerikas. 2015, mit 84 Jahren, blickte die Grande Dame des Buena Vista Social Clubs auf ihr turbulentes Leben zurück und liess dabei fast ein Jahrhundert kubanische Musikgeschichte Revue passieren.
    Omara Portuondo ist in Kuba eine nationale Institution der Musikszene. Von ihrer Kindheit in Havannas Viertel Cayo Hueso als Tochter eines schwarzen Baseballstars und einer reichen Spanierin zur frühen Karriere als Tänzerin im berühmten Cabaret Tropicana führten sie ihre ersten Schritte. Als «Verlobte des Filin» sang sie romantische Lieder, begegnete mit dem Frauenensemble Cuarteto D'Aida in den Fünfzigern Nat King Cole. Als Duettpartnerin von Ibrahim Ferrer und Compay Segundo war sie die Muse des Buena Vista Social Clubs, mit dem sie 2015 auf Abschiedstournee ging.
    Erstausstrahlung: 20.2.2015
    1 hr 1 min
  • Sommer-Passage: Musik als Weltsprache: Wunschtraum oder Wahrheit?
    Was passiert, wenn man sieben Musikerinnen und Musiker aus sechs verschiedenen Musik-Kulturen während 10 Tagen zum Musizieren, Diskutieren und Reflektieren zusammenbringt und ihnen völligen Freiraum lässt?
    Im Rahmen des Projektes «Building Bridges» liess sich das Centro Incontri Umani in Ascona im Jahr 2015 zum zweiten Mal auf diesen Versuch ein – der Ausgang: ungewiss. Wie nähern sich die Musikerinnen und Musiker einander an? Wo fruchten die musikalischen Begegnungen am besten? Wo sind die Grenzen der Vereinbarkeit verschiedener Musikkulturen?
    Erstausstrahlung 13.11.2015
    1 hr

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Die Sendung «Passage» steht für radiophone Exzellenz auf SRF 2 Kultur. Hier verbinden sich Wort und Musik, Ton und Stille.

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