Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Christine Kahmann: «Kinder leiden im Ukraine-Krieg am meisten»
    Jugendliche, die keine Träume mehr haben und nur noch überleben wollen. Mütter, die nicht zu weinen wagen, weil sie nicht mehr aufhören könnten. Christine Kahmann von Unicef Deutschland ist durch die Ukraine gereist und hat mit Kindern und Eltern über ihr Leben in grösster Not gesprochen.
    Der Krieg gegen die Ukraine trifft die Schwächsten am stärksten: Rund sieben Millionen Kinder haben ihre Eltern oder ihr Zuhause verloren, mussten Grausames mit ansehen, können nicht mehr zur Schule gehen und leben in ständiger Angst. Hinzu kommt die aktuelle Kältewelle. Das Kinderhilfswerk der vereinten Nationen, Unicef, versucht mit Hilfsgütern und Hilfsprojekten die Situation zu lindern.
    Christine Kahmann reiste im November zweitausend Kilometer durch die Ukraine und besuchte Spitäler, Schulen und Familien. Sie führte Gespräche mit Kindern, hörte wovor sich ihre Mütter und Väter am meisten fürchten. Kahmann weiss also, wo Unicef helfen muss und inwiefern sich die Situation in der Ukraine seit November nochmals verschlimmert hat.
    27 min
  • Karen Naundorf: «Schnelle Neuwahlen sind nötig»
    Chaos, Gewalt, Tote: Peru ist im Ausnahmezustand. Die Proteste gegen Präsidentin Dina Boluarte weiten sich aus. Die Fronten sind verhärtet, zu den Leidtragenden gehört auch die Tourismusindustrie. Das Gespräch mit SRF-Südamerika-Korrespondentin Karen Naundorf.
    In Peru kommt es seit sechs Wochen zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei. Seit Beginn der Proteste im Dezember zählt die staatliche Ombudsstelle für Bürgerrechte mehr als 60 Tote.
    Neben einer neuen Verfassung fordern die Demonstrierenden die Auflösung des Kongresses, die Freilassung des inhaftierten Ex-Präsidenten Pedro Castillo und den sofortigen Rücktritt der nachgerückten Staatschefin Dina Boluarte, die diesen weiterhin kategorisch ausschliesst.
    Zu den Leidtragenden gehört auch die Tourismusindustrie: Die weltbekannte Inka-Ruinenstadt Machu Picchu ist inzwischen geschlossen. Die Europäische Union hat die Gewalt in Peru kritisiert und bezeichnete das Vorgehen der Sicherheitskräfte als unverhältnismässig.
    Doch wie soll Peru, angesichts der immer verhärteten Fronten, aus dieser Krise kommen? SRF-Südamerika-Korrespondentin Karen Naundorf ist zu Gast bei David Karasek.
    27 min
  • Prisca Birrer und Matthias Michel: Die GPK solls klären
    Bundesrat Alain Berset sagt, er freue sich auf die Untersuchung der GPK, sie solle jetzt rasch arbeiten. Die Erwartungen an die Geschäftsprüfungskommission sind gross. Prisca Birrer-Heimo, Präsidentin GPK-N, und Matthias Michel, Präsident GPK-S, sagen, warum sie eingegriffen haben.
    Es ist eine Kaskade an Untersuchungen, man kann schnell den Überblick verlieren. Am Anfang stand die Untersuchung von Sonderermittler Peter Marti zu den Crypto-Leaks, eine Affäre rund um den Schweizer Geheimdienst. Bei seiner Arbeit stiess Marti auf Leaks in Sachen Corona-Entscheide und untersuchte auch diese. Doch ob dies rechtens ist, untersucht nun ein weiterer ausserordentlicher Staatsanwalt. Damit noch nicht genug: Da Verhörprotokolle zu den Befragungen in den Medien auftauchten, wird nun auch noch dieses Leck untersucht. Und zu diesen drei juristischen Verfahren gesellt sich nun auch noch das politische Gremium der Geschäftsprüfungskommissionen des National- und Ständerates. Üblicherweise warten die GPK die juristischen Abklärungen ab. Doch diesmal nicht. Alle hoffen nun, dass die GPK bald Klarheit darüber bringt, was Bundesrat Alain Berset gewusst hat und wie systematisch die Medien während der Corona-Zeit interne Informationen aus dem Bundesrat erhalten haben. Wie schnell kann die GPK wirklich klären? Wie geht sie vor und was sind die Erwartungen? Warum weitet die GPK diese Abklärungen auf den gesamten Bundesrat aus und wie stehen die Präsidentin und der Präsidentin zu den Whistleblowern, die in einer Demokratie auch auf Missstände aufmerksam machen können? Wo liegt die Grenze zur Amtsgeheimnisverletzung? Prisca Birrer-Heimo, SP-Nationalrätin und Präsidentin der GPK des Nationalrates und FDP-Ständerat Matthias Michel, Präsident der GPK des Ständerates sind zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
    26 min
  • Niklas Masuhr: Welche Bedeutung hat der Kampfpanzer-Entscheid?
    Jetzt also doch: Nach langem Zögern und Diskutieren wird Deutschland Kampfpanzer des Typs Leopard 2 an die Ukraine liefern. Eine historische Entscheidung. Und auch in Washington ist man gewillt, der Ukraine Kampfpanzer zur Verfügung zu stellen. Was heisst das für den weiteren Kriegsverlauf?
    Deutsche Kampfpanzer werden schon bald russischen Kampfpanzern in der Ukraine gegenüberstehen. Das steht nun schwarz auf weiss und das erklärt Kanzler Scholz am Mittwoch dem Bundestag. Die westliche Allianz steht zusammen, und auch die USA sollen nun ihre Abrams Panzer zur Verfügung stellen, trotz anfänglicher Abwehr, berichten US-Medien.
    Welche Bedeutung haben diese Entscheide neben des politischen Signals? Was heist das militärisch? Und werden nun auch Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe und U-Boote folgen, wie das der ukrainische Aussenminister fordert?
    Antworten auf diese Fragen liefert Niklas Masur, Militärexperte der ETH-Zürich.
    25 min
  • Martin Schuck: «Die Vogelbestände sind stark unter Druck»
    Es wird stiller auf den Feldern und in den Gärten: Denn die Zahl der Vögel sinkt seit Jahren deutlich. Nun zeigt eine neue Studie, dass auch die Lichtverschmutzung markant zum Artenschwund beiträgt. Im «Tagesgespräch» erklärt Martin Schuck von Birdlife, wie wir den Vögeln helfen können.
    Eine neue Studie aus Deutschland zeigt, dass die Lichtverschmutzung ständig zunimmt und grössere Auswirkungen auf Vögel und Insekten hat als bisher vermutet. Zugvögel sind von beleuchteten Nachthimmeln besonders betroffen, weil sie angelockt und abgelenkt werden.
    Von Lichtern angelockt werden auch Milliarden von Insekten, die an den Lichtquellen ermüden und verenden. Dadurch fehlen sie den Vögeln als Nahrung. Aber nicht nur die hellen Nächte sind ein Problem für unsere Vögel, sondern auch die Veränderung der Landschaft: Hecken, Brachflächen und Feuchtgebiete verschwinden – und damit auch der Lebensraum für viele Vögel. So sind in den vergangenen 40 Jahren die Vögel im Agrarland um fast 60 Prozent zurückgegangen.
    Martin Schuck, der stellvertretende Geschäftsführer von Birdlife Schweiz, kämpft gegen den Rückgang der Vogelpopulationen. Im «Tagesgespräch» erklärt er, weshalb es den Vögeln so schlecht geht, dass die Politik zu wenig gegen das Vogelsterben unternimmt und was wir alle tun können, um den Vögeln zu helfen.
    28 min
  • Katja Schönenberger: «Die Jugend braucht unsere Hilfe»
    Das Beratungsangebot 147 der Stiftung Pro Juventute wird so viel gebraucht wie noch nie. Das zeigen die neuesten Zahlen. Im letzten Jahr musste die Stiftung über 160 Mal nach einer Beratung die Polizei oder Sanität aufbieten - ein trauriger Rekord. Wieso sind Jugendliche psychisch so stark belastet?
    Immer mehr Kinder und Jugendliche in der Schweiz stehen unter psychischem Druck. Das stellt Pro Juventute, die grösste Schweizer Fachorganisation für Kinder und Jugendliche, fest. Im letzten Jahr wurde die Telefonnummer «147» so oft gewählt wie noch nie, der Beratungsaufwand stieg um 40%. Und auch die von Pro Juventute ausgelösten Kriseninterventionen stiegen auf einen Höchststand: Über 160 Mal musste das Beratungsteam die Polizei oder Sanität aufbieten, weil ein junger Mensch sich selbst oder andere gefährdete. Das ist ein starker Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Wieso geht es der Jugend so schlecht? Und was heisst das für uns als Gesellschaft? Antworten von Katja Schönenberger, Direktorin der Stiftung Pro Juventute, die sich für die Rechte von Kindern, Jugendlichen und Familien einsetzt.
    27 min
  • Jens Spahn: «Mir fehlt die Macht»
    Jens Spahn war deutscher Gesundheitsminister. Vor einem Jahr kam der Karriereknick mit dem Abstieg in die Opposition. Im «Tagesgespräch» spricht der CDU-Politiker über Macht und Machtverlust, seine Fehler in der Corona-Pandemie und über die Fehler bei den Krawallen in der Berliner Silvesternacht.
    Jens Spahn war bis vor einem Jahr deutscher Gesundheitsminister. In der letzten Regierung unter Angela Merkel trug er die Hauptverantwortung im Kampf gegen Corona und war wegen den restriktiven Massnahmen in der Pandemie immer wieder in der Kritik.
    Mit dem Regierungswechsel landete der 42-Jährige vor einem Jahr in der Opposition, seit dann ringt die CDU um ihre neue Rolle und ihre Positionen. Jens Spahn ist heute stellvertretender Fraktionsvorsitzender in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und für die Themen Wirtschaft und Energie zuständig. Zudem hat er kürzlich ein Buch über seine Corona-Politik geschrieben. Er beschreibt darin seine Erfahrungen als Spitzenpolitiker während einer Krise.
    David Karasek hat Jens Spahn am WEF in Davos zum Gespräch getroffen.
    27 min
  • Regine Schneeberger: Erste Direktorin der JVA Thorberg
    Seit rund 100 Tagen ist Regine Schneeberger die neue und erste Direktorin der Justizvollzugsanstalt Thorberg. Den jahrelangen Problemen will sie mit einem Vollzug nach Mass und mehr Mitarbeiterinnen im geschlossenen Männervollzug begegnen. Auch die Bedingungen für die Verwahrten will sie verbessern.
    Die Justizvollzugsanstalt Thorberg hat eine bewegten Vergangenheit. Seit 1848 ist das ehemalige Kloster ein Gefängnis. Früher des Kantons Bern, heute für 11 Kantone. Häufige Wechsel in der Direktion und Proteste der Insassen sorgten in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen. Seit rund 100 Tagen ist nun Regine Schneeberger Georgescu Direktorin des Thorbergs, die erste Frau in diesem Amt. Sie ist verantwortlich für die 173 Plätze für den geschlossenen Männerstrafvollzug; mit Hochsicherheitsabteilung oder 10 Männern, die in Verwahrung sind. Im Thorberg versammeln sich 44 Nationen aus Europa, mehr als die Hälfte davon aus der Balkanregion, aus Afrika oder Asien. Der Ausländeranteil beträgt fast neunzig Prozent. Vier von fünf Insassen müssen die Schweiz nach der Haft verlassen. Regine Schneeberger muss auch diesen Menschen eine Perspektive geben, resozialisieren, um Rückfälle zu verhindern. Sie setzt auf deinen sogenannten «Strafvollzug nach Mass». Was heisst das? Können Forderungen nach Verbesserungen erfüllt werden? Was bringen ihre Bemühungen, für die Arbeit mit den Häftlingen vermehrt Frauen anzustellen? Regine Schneeberger ist im «Tagesgespräch» zu Gast bei Karoline Arn.
    28 min
  • Niccolò Castelli: «Kino ist Erholung von der Welt»
    Die Solothurner Filmtage finden unter neuer künstlerischer Leitung statt: Der Tessiner Filmemacher Niccolò Castelli zeigt den Wandel des Schweizer Films. Durch viele Secondas und Secondos ist dieser internationaler geworden: Die Schweiz ist keine Insel mehr, aus welcher die Welt betrachtet wird.
    Kinos kämpfen ums Überleben, gleichzeitig winken der Schweizer Filmbranche Gelder der Streaming-Plattformen wie Netflix: der Schweizer Film erlebt einen grossen Wandel. Dagegen wirken die Solothurner Filmtage, die am Dienstag eröffnet werden, schon fast altbacken: Das Festival findet nur vor Ort statt, wer die Filme sehen will, muss nach Solothurn pilgern und kann sie nicht zu Hause online anschauen. Für den künstlerischen Leiter Niccolò Castelli zählt die Stimmung im Kinosaal, der Austausch zwischen Publikum und Filmschaffenden und die politischen Diskussionen. Die Auswahl der Filme zeigt aber auch, wie der Schweizer Film sich verändert. Er ist internationaler geworden, thematisiert Krieg, die Klimaveränderungen oder die Demokratiebewegung in Belarus. Die Filme blicken nicht mehr aus der Insel Schweiz in die Welt. Die Regisseurinnen und Regisseuren, viele davon Secondos, haben einen internationalen Fokus. Wird diese Tendenz mit den Geldern von Netflix und Co. zunehmen? Kehren die Zuschauerinnen und Zuschauer nach der Pandemie wieder nach Solothurn und ins Kino zurück? Und welchen Einfluss hat der Grenzkanton Tessin, Castellis Herkunft, auf seine Arbeit in Solothurn? Niccolò Castelli ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
    27 min
  • Claus Noppeney: Berner Professor und Klimaaktivist
    Claus Noppeney engagiert sich bei der Klimabewegung «Renovate Switzerland». Wie kommt ein HSG-Ökonom und Hochschulprofessor dazu, Autobahnen zu blockieren? Wie weit darf Klimaaktivismus gehen? Und was bringt er wirklich?
    Mit Verkehrsblockaden von Autobrücken oder Autobahnen und anderen Aktionen machen Klimaaktivistinnen und Aktivisten Schlagzeilen. Am Wochenende fand einerseits ein Protestmarsch am WEF in Davos statt. Gleichzeitig demonstrierten Tausende im deutschen Lützerath in Nordreinwestfalen gegen den Kohleabbau. Dabei gab es auch Verletzte.
    Claus Noppeney studierte Wirtschaftswissenschaften an der HSG und ist seit fast 15 Jahren Wirtschaftsprofessor an der Berner Fachhochschule. In seiner Freizeit ist er Aktivist bei der Klimabewegung «Renovate Switzerland». Mit ihren Strassenblockaden und Protestaktionen möchte die Gruppe die Politik unter Druck setzen.
    Bei ihrer letzten grossen Aktion, im Kanton Waadt in Crissier, blockierten sie eine Stunde lang eine Autobahnausfahrt. Auch Claus Noppeney kniete auf der Autobahn.
    28 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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