Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Personalmangel: SKOS will Sozialhilfebeziehende weiterbilden
    In der Gastronomie, den Spitälern, auf dem Bau: Der Schweiz fehlen die Fachkräfte. Gleichzeitig suchen zehntausende Bezügerinnen und Bezüger von Sozialhilfe eine Stelle. Die Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) möchte dieses Potenzial besser nutzen – mit einer Weiterbildungsoffensive.
    In Restaurants werden Gäste von der Kellnerin oft auf Englisch begrüsst, weil deutschsprachiges Personal fehlt. Wer dringend einen Sanitär braucht, muss oft tagelang warten. Spitäler suchen seit Jahren qualifizierte Pflegefachkräfte: Der Fachkräftemangel ist ein grosses Problem für viele Schweizer Unternehmen. Weil sie nicht die richtigen Angestellten finden, müssen Firmen ihre Öffnungszeiten oder ihre Produktion einschränken.
    Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) möchte deshalb ein grosses Reservoir an Arbeitskräften anzapfen, das bisher zu wenig genutzt wird: die rund 180'000 Bezügerinnen und Bezüger von Sozialhilfe im Erwachsenenalter. Viele von ihnen sind allerdings nicht entsprechend ausgebildet. Aus diesem Grund fordert die SKOS, dass Gemeinden mehr in Weiterbildung der Sozialhilfebezügerinnen investieren.
    Laut SKOS-Präsident Christoph Eymann ist es eine Win-Win-Situation, wenn Sozialhilfebeziehende den Sprung zurück in den Arbeitsmarkt schaffen – positiv für Betroffene und Unternehmen. Der Kanton Luzern investiert bereits in die Weiterbildung von Sozialhilfebeziehenden: Personen, die von der Sozialhilfe abhängig sind, können einen Bildungsgutschein beziehen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, erklärt Patricia Buser, Leiterin Weiterbildung des Kantons Luzern, ihr System.
    28 min
  • Jürg Rötheli: «Wir leisten wichtige gesellschaftliche Arbeit»
    Im vergangenen Jahr sind 100'000 Asyl- und Schutzsuchende in die Schweiz gekommen. Die Behörden mussten dringend neue Unterkünfte suchen. Rund 70 dieser Asylunterkünfte betreut die Firma ORS – die immer wieder in der Kritik steht. Nun nimmt Jürg Rötheli, CEO von ORS, im «Tagesgespräch» Stellung.
    Das Schweizer Asylsystem ist am Anschlag: Rund 25'000 Asylsuchende im regulären Verfahren und 75'000 Schutzsuchende aus der Ukraine sind im letzten Jahr in die Schweiz gekommen. So gross war die Herausforderung für die Behörden seit Jahren nicht mehr – und auch für die Firma ORS. Sie ist der grösste private Player im Schweizer Asylwesen und betreut in der Schweiz rund 70 Asylunterkünfte, im Auftrag des Bundes, der Kantone und Gemeinden.
    Die Firma ORS steht immer wieder in der Kritik – Flüchtlingsorganisationen werfen ihr aggressives Verhalten und Schikanen gegenüber Asylbewerbern vor. Seit sechs Jahren leitet Jürg Rötheli die Firma. Der 59-jährige Jurist betont, seine Firma arbeite professionell und erledige eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die Betreuung von Asylsuchenden, gut.
    Im «Tagesgespräch» erklärt der ORS-Chef, wie es die Firma schafft, das nötige Personal für all die neuen Asylunterkünfte zu finden, wie er auf Fehler von Angestellten reagiert und wie er auf die kommenden Monate blickt, in denen ein weiterer Anstieg der Asylgesuche erwartet wird.
    28 min
  • Erhard Bauer: "In Kabul können Frauen wieder für NGO arbeiten"
    Die Taliban haben Frauen verboten, für Hilfsorganisationen zu arbeiten. Das Kinderhilfswerk Terre des hommes und andere Hilfswerke haben in Gesprächen erreicht, dass Frauen im Gesundheitsbereich wieder tätig sein dürfen. Erhard Bauer ist Delegationsleiter von Terre des hommes, Tdh in Kabul.
    Die Taliban haben die Macht in Afghanistan übernommen, noch bevor alle amerikanischen Truppen abgezogen waren. Im August 2021 traten sie moderat vor den Medien auf und verkündeten, sie würden die Rechte der Frauen achten. Unterdessen sind Frauen von Universitäten ausgeschlossen oder dürfen seit Ende Dezember nicht mehr für Hilfsorganisationen arbeiten. Das Kinderhilfswerk Terre des Hommes beschäftigt in Afghanistan 167 Frauen, einige davon seit mehr als zwanzig Jahren. Die Frauen spielen eine zentrale Rolle, Hebammen betreuen 48 000 Neugeborene im ganzen Land. Nur Frauen bekommen Zugang zu Frauen und Kindern. Und die Not ist gross, in Afghanistan sind von 40 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern 28 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ganz besonders jetzt im Winter. Schritt für Schritt versuchen die Hilfswerke nun, das Verbot rückgängig zu machen. Es gibt bereits einige Erfolge. Erhard Bauer arbeitet mit Unterbrüchen 14 Jahren in Afghanistan, er ist der Delegationseiter von Terre des hommes. Wie kann humanitäre Hilfe unter diesen Voraussetzungen noch geleistet werden? Was bringen Sanktionen, wie beispielsweise Deutschland sie ergriffen hat, keine Hilfsgelder mehr an Afghanistan zu bezahlen? Karoline Arn hat Erhard Bauer in Kabul erreicht.
    27 min
  • Ali Fathollah-Nejad: «Es gibt keine Alternative zur Revolution»
    Seit mehr als drei Monaten demonstrieren Menschen im Iran gegen das Regime in Teheran. Der Sicherheitsapparat reagiert mit Härte. Sind die Proteste zu klein, um das Regime ins Wanken zu bringen? Ali Fathollah-Nejad, deutsch-iranischer Politologe, ist zu Gast im «Tagegespräch».
    Seit mehr als drei Monaten demonstrieren Menschen im Iran gegen die islamische Führung. Der Sicherheitsapparat reagiert mit Härte: Die iranische Justiz hat die Behörden angewiesen, Verstösse gegen die Kopftuch-Pflicht strikt zu bestrafen. Das Regime geht entschieden gegen die Proteste vor. Hunderte Teilnehmer wurden bereits getötet und Tausende weitere festgenommen. Seit Beginn der Proteste hat die iranische Justiz 18 Hinrichtungen verkündet. Inzwischen haben einige der bekanntesten iranischen Regimekritiker im Exil ein neues Oppositionsbündnis gegründet. Ihr Ziel: die Abschaffung der Islamischen Republik. Wo steht aktuell dieser Prozess, ist das Regime am Wanken und was passiert grad derzeit im Iran? Der deutsch-iranische Politologe Ali Fathollah-Nejad ist zu Gast bei David Karasek.
    27 min
  • Lukas Bärfuss: «Wir vererben Geld und hinterlassen Müll»
    Seit Anfang Jahr kennt die Schweiz ein neues Erbrecht: Der Pflichtanteil beim Erben wird kleiner. Das Problem beim Erben sei aber viel umfassender, sagt Lukas Bärfuss. Der Autor, Dramatiker und Publizist hat sich grundlegend mit dem Thema Erben und seinem persönlichen Erbe auseinandergesetzt.
    Eine Geschichte über das Erben haben wohl fast alle zu erzählen. Manche gelangen so zu ihrem Reichtum, Familien zerstreiten sich deswegen, und ab und zu wird ein Erbe auch ausgeschlagen. Beispielsweise, wenn es Schulden sind. So ist es Lukas Bärfuss ergangen, dem Dramatiker, Romancier und Publizist. Die Schulden des Vaters hat er nicht geerbt, nur eine Kiste mit Dokumenten hat er behalten. Diese Kiste war der Grund, sich mit seinem eigenen Erbe zu befassen, dabei auch das geltende Recht zu hinterfragen. Die neuste Änderung im Schweizer Erbrecht, dass der Pflichtanteil für Familienangehörige seit diesem Jahr in der Schweiz kleiner ist, reicht Bärfuss bei weitem nicht. Denn: Was ist Familie? Hat er seine Gabe, Geschichten zu erzählen, von seinen Vorfahren geerbt? Was passiert mit dem Erbe, das heute keine Erben kennt? Den Bergen von Müll beispielsweise? Lukas Bärfuss verknüpft seine persönliche Geschichte mit philosophischen, politischen und gesellschaftlichen Fragen, die sich rund ums Erben stellen. Im «Tagesgespräch» ist Bärfuss zu Gast bei Karoline Arn.
    28 min
  • Wolf Grabendorff: Sturm auf den Kongress in Brasilien
    Anhängerinnen und Anhänger von Ex-Präsident Jair Bolsonaro haben das Regierungsviertel in der Hauptstadt Brasília gestürmt und kurzzeitig unter ihre Kontrolle gebracht. Die Suche nach den Verantwortlichen wird das politische Klima weiter anheizen, sagt Lateinamerika-Experte Wolf Grabendorff.
    Der gestrige 8. Januar wird als denkwürdiger Tag in die brasilianische Geschichte eingehen. Radikale Anhängerinnen und Anhänger von Ex-Präsident Jair Bolsonaro verwüsten in der Hauptstadt Brasilia Regierungssitz, Kongress und Verfassungsgericht. Im Inneren der Gebäude liessen sie ihrem Hass auf die neue Linksregierung von Präsident Lula da Silva freien Lauf. Sie warfen Fensterscheiben ein, beschädigten Kunstwerke und schmierten Parolen an die Wände. Die Situation war erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle.
    Die Sicherheitskräfte machten laut Beobachterinnen und Beobachter bei den Ausschreitungen keine gute Figur: Militär und Polizei liessen anfänglich die Angreifer gewähren oder unterstützten sie sogar. Auf welcher Seite stehen die Sicherheitskräfte? Das werde in den nächsten Tagen die entscheidende Frage sein. Sagt Lateinamerika-Experte Wolf Grabendorff. Er ist zu Gast bei David Karasek.
    27 min
  • Aymo Brunetti: Aussichten für die Wirtschaft 2023
    Zinsen, Energiekrise, Rezession: Was erwartet uns dieses Jahr? Aymo Brunetti leitete bis 2012 die Direktion für Wirtschaftspolitik im Staatssekretariat für Wirtschaft. Seither unterrichtet er als Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Bern. Er ist zu Gast im «Tagesgespräch».
    Die Teuerung in der Schweiz geht langsam zurück. Das zeigen die neusten Inflationszahlen vom Dezember, die das Bundesamt für Statistik publiziert hat. Im Dezember betrug die Jahresteuerung noch 2,8 Prozent - gegenüber 3,0 Prozent im Vormonat. Die Inflation in der Schweiz hat sich also leicht abgeschwächt, im gesamten Jahr 2022 erreichte die Teuerungsrate allerdings einen Wert wie seit den 1990er Jahren nicht mehr.
    Wie hoch steigt die Inflation in diesem Jahr? Und: wie sehen im Allgemeinen die Aussichten für das Wirtschaftsjahr 2023 aus?
    Aymo Brunetti ist Professor am Departement Volkswirtschaftslehre der Universität Bern. Bis 2012 leitete er die Direktion für Wirtschaftspolitik im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Er sagt, die Wirtschaftsprognose für dieses Jahr sei nicht gut für die Schweiz, aber immerhin besser als in vergleichbaren Ländern. Aymo Brunetti ist zu Gast bei David Karasek.
    27 min
  • Judith Wipfler: Papst Benedikt XVI und sein Vermächtnis
    Die Totenmesse für den zurückgetretenen Papst Benedikt XVI hält Papst Franziskus. Diese «Zeit der zwei Päpste» ist einmalig in der neueren Kirchengeschichte und hat viele Spuren hinterlassen. Wie geht es weiter im Vatikan? SRF-Religionsexpertin Judith Wipfler schaut zurück und nach vorne.
    Der verstorbene Papst Benedikt XVI erhält in den Nachrufen die unterschiedlichsten Beschreibungen: Vom «Mozart der Theologie» bis zum «Kältefaktor in der katholischen Kirche» ist die Rede. Er war zeitlebens ein vielbeachteter Theologe und eine prägende Figur in der katholischen Kirche. Auch, nachdem er als Papst zurückgetreten war. Er verfasste weiter Schriften, bezog Stellung. Er gab Interviews, liess sich fotografieren und legte dabei die weisse Soutane des Papstes nicht ab. Und er verfolgte dabei unbeirrt seine konservative Mission, die Tradition zu bewahren. Benedikt blieb also bildlich wie inhaltlich ein Papst neben dem amtierenden Papst Franziskus. Welche Auswirkungen hatte diese Zeit der zwei Päpste? Besonders, da der amtierende Papst Franziskus einen ganz anderen Weg verfolgt? Was hat Papst Benedikt XVI hinterlassen? Wie geht es im Vatikan weiter? Und wie hat Papst Franziskus in seiner Totenmesse am Donnerstagmorgen Abschied von seinem Vorgänger genommen? Judith Wipfler, Religionsexpertin von SRF, hat die Totenmesse verfolgt. Im «Tagesgespräch» ist sie zu Gast bei Karoline Arn.
    28 min
  • Haenni: «Im Frauenfussball droht die Schweiz zurückzufallen»
    Tatjana Haenni, die Direktorin Frauenfussball beim Schweizerischen Fussballverband, tritt ab und wechselt in die USA. Die Schweiz könnte international den Anschluss verlieren, mahnt Haenni, wenn nicht stärker in den Frauenfussball investiert werde.
    Tatjana Haenni galt jahrelang als eine der wichtigsten Frauen im Schweizer Fussball. Die Bielerin hat den Frauenfussball als Funktionärin geprägt: Zuerst bei der Uefa, dann bei der Fifa und in den vergangenen drei Jahren beim Schweizerischen Fussballverband hat sie zum Boom des Frauensports beigetragen.
    Nun wechselt die 56-Jährige in den USA und nimmt dort eine neue Stelle an: als sportliche Direktorin der Frauenfussballliga. Dies ist ein Karrieresprung. In den USA ist der Stellenwert des Frauenfussballs viel höher als in der Schweiz und es gibt eine Profiliga.
    Im vergangenen Jahr hat die Schweizer Frauenfussballnationalmannschaft an der EM in England teilgenommen, ist aber in der Vorrunde ausgeschieden. Im internationalen Vergleich stagniert die Mannschaft. Sie brauche bessere Rahmenbedingungen, zeigt sich Haenni überzeugt.
    28 min
  • Florin Rutschmann: Blauflügelige Ödlandschrecke – Tier des Jahres
    Die Blauflügelige Ödlandschrecke ist das Tier des Jahres. Die wärmeliebende Heuschrecke mag karge Flächen mit wenig Vegetation. 2023 wirbt sie für den Schutz vergänglicher Naturparadiese. Florin Rutschmann von Pro Natura hofft mit der Wahl auch auf mehr politische Aufmerksamkeit für Biodiversität.
    Die Blauflügelige Ödlandschrecke ist das Tier des Jahres 2023. Was bringt die Nomination dem Tier? Wie kommt ein kleines, seltenes Insekt zu diesen Ehren? Was bringt es der Naturschutzorganisation Pro Natura?
    «Unter den Insekten gilt die Blauflügelige Ödlandschrecke als Zeigerart. Das heisst, wo sie lebt, ist die Biodiversität hoch und es gibt noch viele andere Arten», sagt Heuschreckenspezialist Florin Rutschmann von Pro Natura. Seit 33 Jahren kürt die Naturschutzorganisation die Spezies des Jahres.
    Die Blauflügelige Ödlandschrecke besiedelt lückige Trockenwiesen, Kiesbänke mit spärlicher Vegetation in Auen oder leicht verwilderte Bahn- und Gewerbeareale. Solche Lebensräume findet sie in der Schweiz vor allem im Wallis und Tessin, aber auch zerstreut in der Nordschweiz, teilweise mitten in der Stadt.
    Die Wahl der Blauflügelige Ödlandschrecke soll auch auf die politische Agenda von Pro Natura aufmerksam machen: die Biodiversitätsinitiative. «Mehr Fläche und mehr finanzielle Mittel für den Naturschutz – das kommt auch der Blauflügelige Ödlandschrecke entgegen», sagt Rutschmann.
    27 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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