Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Whistleblowing: Wer Missstände aufdeckt, ist schlecht geschützt
    Hinweisgeber decken illegale oder unethische Praktiken auf und sorgen für Transparenz in der Geschäftswelt. Doch Whistleblower gelten vielen als Denunzianten. Ein neuer Bericht erfasst die Dimension des Whistleblowing in der Schweiz – was lässt sich daraus ableiten? Die Diskussion im Tagesgespräch. Viele Skandale haben eine Gemeinsamkeit: Am Anfang der Enthüllung stehen Whistleblower, welche die Missstände entdecken und ans Licht bringen. Dafür geniessen Sie in der Öffentlichkeit einiges Ansehen. Doch in der Praxis geraten Hinweisgeber – und oft auch ihr Umfeld – in erhebliche Schwierigkeiten. Sie werden ausgegrenzt, gerichtlich belangt, verlieren allenfalls ihren Job. Der Preis für den Mut ist hoch, und der Schutz für sie in der Schweiz marginal. Wie steht es hierzulande um das Whistleblowing? Marc Lehmann spricht darüber mit Christian Hauser – der Wirtschaftsprofessor an der HTW Chur hat für den heute erscheinenden Whistleblowing Report 2019 gegen 1400 Unternehmen in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien befragt und die Grössenordnung und Qualität des Whistleblowing in diesen Ländern erfasst. Zu Gast ist auch Alexander Marx – der gelernte Koch hat vor fünf Jahren den Bündner Fleischskandal aufgedeckt und als Whistleblower sowohl Anerkennung als auch Ablehnung erfahren.
    27 min
  • Wie geht mehr Nachhaltigkeit beim Konsum?
    Will die Schweiz die Agenda 2030 einhalten, muss sie beim Ressourcenverbrauch und beim Konsum nachhaltiger werden. Gefragt sind neue Konzepte. Wir diskutieren darüber im «Tagesgespräch» mit einem Nachhaltigkeitsexperten und mit der Direktorin des Städteverbands. Eine nachhaltige Zukunft für unsere Erde, das ist das Ziel der UNO-Agenda 2030. Kernstück der Agenda sind 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Seit 2016 ist die Agenda in Kraft, auch die Schweiz verfolgt seither diese Ziele. Insbesondere bei den Themen Ressourcenverbrauch und Konsum ist die Schweiz noch nicht auf Kurs. Wir verbrauchen Jahr für Jahr zu viele Ressourcen und produzieren zu viel Abfall. Wer die Schweiz nachhaltiger entwickeln will, muss in den Städten ansetzen. Denn fast drei Viertel der Schweizer Bevölkerung lebt in Städten und städtischen Gemeinden. Dort wird auch über 80 Prozent der Wirtschaftsleistung der Schweiz erbracht. Wie also können Konsum und Produktion in der Schweiz nachhaltiger werden? Zu dieser Frage veranstaltet das Bundesamt für Raumentwicklung heute in Bern eine Tagung für Vertreter von Gemeinden, Kantonen, Bund und Verbänden. Und darüber diskutieren wir mit zwei Tagungs-Teilnehmern im «Tagesgespräch». Gäste von Barbara Peter sind Renate Amstutz, Direktorin des Städteverbands, sie vertritt die Interessen der Städte. Und Marco Grossmann, Ökonom und Nachhaltigkeitsexperte beim Basler Beratungsunternehmen Ecos, das Städte und Unternehmen bei Nachhaltigkeitsprojekten unterstützt.
    26 min
  • Karin Wenger über die Wahlen auf den Philippinen
    Heute ist Wahltag auf den Philippinen: Nicht der schiesswütige Präsident Duterte steht zur Wahl, sondern das Parlament. Trotzdem wird es ein Votum über den Präsidenten und seinen brutalen Krieg gegen die Drogen. Karin Wenger schildert im Tagesgespräch ihre Eindrücke aus einem verunsicherten Land. Vor drei Jahren ist er angetreten, um den Drogen den Kampf anzusagen: Mit einem gnadenlosen Vorgehen gegen Dealer und Süchtige, soll das Drogenproblem auf den Philippinen ausgemerzt werden. Das Resultat sind bisher Tausende von Toten – aber wird das Drogenproblem damit wirklich gelöst? Der andere Schauplatz von Dutertes Aufräumpolitik betrifft den muslimischen Süden auf der Insel Mindanao: Dort hat er mit einer Annäherungspolitik für etwas Ruhe gesorgt, aber reicht das um Mindanao zu befrieden? Wie also weiter im grössten christlichen Land Asiens? Mit den Parlaments- und Regionalwahlen werden die Weichen gestellt. Unsere Südostasien-Korrespondentin Karin Wenger ist auf den Philippinen unterwegs und erzählt Marc Lehmann von ihren Beobachtungen.
    28 min
  • Stephan Netzle über Chancen und Gefahren von 5G
    5G – der neue Mobilfunkstandard wird bereits intensiv beworben, obwohl er erst im Testbetrieb läuft. Die Wirtschaft betont die Chancen, doch viele fürchten sich vor noch mehr Strahlenbelastung. Eine Demo heute fordert «Stop 5G!». Wo steht die Schweiz bei der Einführung?, fragen wir den Comcom-Chef. Der Bund und die Telekom-Anbieter machen vorwärts beim Aufbau eines 5G-Netzes. Es sei zukunftsrelevant für den Innovations-Standort Schweiz und soll dereinst das Internet der Dinge ermöglichen. Die Schweiz prescht vor, ist aber auch Weltmeisterin beim Widerstand gegen 5G: Kritiker befürchten einen schädlichen Einfluss des potenten Mobilfunks auf unseren Organismus. Die Strahlenbelastung werde zunehmen, denn schliesslich wird 5G eine massiv höhere Leistung erreichen als die bisherigen Standards. Eine nationale Kundgebung heute in Bern fordert deshalb einen Marschhalt – bis mehr Klarheit bezüglich der Gefahren bestehe.
    Der promovierte Jurist und Rechtsanwalt Stephan Netzle ist Präsident der Kommunikationskommission Comcom, der Schweizer Regulierungsbehörde und Wettbewerbshüterin. Er vermutet, dass sich der Widerstand gegen 5G nicht allein wegen der elektromagnetischen Strahlen regt, sondern dass eine grundsätzliche Skepsis gegenüber neuen Technologien vorhanden ist. Netzle ist Gast von Marc Lehmann im «Tagesgespräch».
    27 min
  • «Der Vertrauensverlust in die Wissenschaft ist gefährlich»
    Das Wort des Gelehrten gilt in Zeiten von Wikipedia nicht mehr viel. Antonio Loprieno, der Präsident der europäischen Akademien, findet die Wissenschaftsskepsis gefährlich. Warum, erklärt er bei Ivana Pribakovic. «Im Normalfall stellen wir uns Wissenschaft und Religion als gegensätzliche Welterklärungen vor. In der Wissenschaft geht es um objektives Wissen und in der Religion um subjektiven Glauben. Das ist aber eine äusserst naive Vorstellung. Auch in der Wissenschaft spielt der Glaube eine zentrale Rolle, und nicht selten wird am Glauben an bestimmte Theorien oder Paradigmen wider besseres Wissen festgehalten. Man ‹weiss› das, was man wissen möchte und woran man glaubt». Das schreibt kein Wissenschaftskritiker, kein Verschwörungstheoretiker, sondern ein Professor in der NZZ. Die Kritik und Zweifel an den Wissenschaftlern sind noch viel grösser unter Nicht-Akademikern. Woher kommt die Skepsis? Und wohin führt sie?
    Antonio Loprieno hat Antworten. Und er findet diesen Vertrauensverlust in die Wissenschaft brandgefährlich. Der Ägyptologe und Linguist ist Präsident der europäischen Akademien der Wissenschaften(ALLEA). Zum 25jährigen Bestehen der ALLEA wollte das «Tagesgespräch» vom quasi höchsten Rektor der EU wissen, was daran so geföhrlich sein soll und wie Loprieno eine Brücke zwischen der Wissenschaft und der Gesellschaft bauen will.
    27 min
  • Jérôme Cosandey über den Aufschwung des Arc lémanique
    Von der Sorgenregion zum Wirtschaftsmotor: Die Genfersee-Region hat sich in den letzten Jahren zu einem ökonomischen Hotspot entwickelt. Die Denkfabrik Avenir Suisse geht in einer neuen Publikation den Gründen nach, die Studienleiter Jérôme Cosandey im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann erläutert. Das Bild vieler Deutschschweizer muss revidiert werden: Die Kantone der Romandie sind längst nicht mehr die armen Vettern von einst, vielmehr zeichnen sie sich durch eine starke Dynamik aus. Insbesondere die Genfersee-Region ist in den letzten Jahren regelrecht durchgestartet: Start-ups und internationale Firmen haben sich hier angesiedelt, die Hochschulen bilden das passende Personal aus, die Region weist eine Top-Lebensqualität auf. Dennoch herrscht nicht nur eitel Sonnenschein: Der Arc lémanique leidet auch unter ungenügender Verkehrsinfrastruktur, Wohnungsnot und hohen Steuern.
    In einer neuen Publikation, die heute in Lausanne vorgestellt wird, geht der Thinktank Avenir Suisse auf die Entwicklungen in der gegenwärtig wohl dynamischsten Region der Schweiz ein und macht Empfehlungen zuhanden der Politik. Jérôme Cosandey, der Directeur romand von Avenir Suisse, stellt sich den Fragen von Marc Lehmann.
    28 min
  • Sri Lankas alte Wunden bluten
    Zwei Wochen nach den Anschlägen in Sri Lanka ist das Misstrauen zwischen Christen und Muslimen gross, die Nerven zum Zerreissen gespannt, erzählt SRF-Korrespondent Thomas Gutersohn bei Ivana Pribakovic. 10 Jahre Frieden konnte Sri Lanka geniessen, das Land begann, auf die Beine zu kommen. Nach den verheerenden islamistischen Anschlägen gegen Christen an Ostern, bei denen über 250 Menschen starben, hat sich die Lage grundsätzlich verändert. Im Land herrscht wieder Verunsicherung. Der Tourismus, der in den letzten Jahren erblüht ist, ist angeschlagen – und noch schlimmer: das Land wirkt zurzeit gelähmt. Das hat unser Korrespondent Thomas Gutersohn festgestellt, als er das Land bereiste. Was er gesehen und erlebt hat und welche Möglichkeiten er jetzt noch sieht für Sri Lanka, erzählt er im Tagesgespräch.
    26 min
  • «Der Mensch zerstört seine Lebensgrundlage»
    Der erste Weltbiodiversitätsbericht ist da. Er zeichnet ein alarmierendes Bild, wie es um die Artenvielfalt auf der Welt und um die Ökosysteme bestellt ist. Bei Ivana Pribakovic stellen einer der Autoren, Andreas Heinimann, und die Pflanzenwissenschaftlerin Eva Spehn die Resultate der Forschung vor. Klimaschutz ist zurzeit in aller Munde. Wie aber sieht es wirklich aus, in Zahlen und Fakten? Wissenschaftler und Forscherinnen aus 132 Ländern haben während drei Jahren intensiv am Bericht gearbeitet, 1800 Seiten zeigen jetzt Schwarz auf Weiss wie es um die Ökosysteme der Welt bestellt ist und wie sich die Artenvielfalt entwickelt hat in den vergangenen 50 Jahren, aber auch darüber hinaus. Das Artensterben beschleunigt sich fortwährend und ist bereits 10 bis 100mal höher als im Durchschnitt der vergangenen 10 Millionen Jahre. Insgesamt sind 0,5 bis 1 Million von rund 8 Millionen Arten gefährdet, warnt der Weltbiodiversitätsrat IPBES am Montag im ersten globalen Bericht zum Zustand der Biodiversität und der Ökosystemleistungen. Der dramatische Zustand der Natur hat enorme Konsequenzen für die menschliche Existenz. So sind 14 von 18 Leistungen der Natur wie Bestäubung oder saubere Luft am Schwinden. Die Forschergemeinde formuliert präzise Ziele, was jetzt getan werden muss. Was das ist, erklären Eva Spehn und Andreas Heinimann. Er ist Praktiker, lebte mehrere Jahre in Laos und leitete dort verschiedene Forschungs- und Entwicklungsprojekte, er beschäftigt sich mit Fragen des Landnutzungswandels und doziert am geografischen Institut der Universität Bern. Eva Spehn koordiniert im Forum Biodiversität die Schweizer Plattform für den Weltbiodiversitätsrat und war auch in der Schweizer Delegation für die Verhandlungen dabei.
    28 min
  • Ruedi Nützi: «China ist eine positive Zumutung für die Schweiz»
    Der Staatsbesuch von Bundespräsident Ueli Maurer in Peking gibt zu reden. War es richtig, dass die Schweiz sich zur neuen Seidenstrasse bekannt hat? Oder tappte die Schweiz in die China-Falle? Wir brauchen dringend eine eigene China-Strategie, findet China-Kenner Ruedi Nützi im «Tagesgespräch». Als eines der ersten westlichen Länder hat die Schweiz sich diese Woche zu Chinas neuer Seidenstrasse bekannt. Bundespräsident Ueli Maurer hat bei seinem Staatsbesuch in Peking eine Absichtserklärung zum gigantischen Infrastruktur-Projekt der Chinesen unterzeichnet. In der Schweiz wird über dieses Bekenntnis diskutiert. Während die mitgereiste Wirtschaftsdelegation den Schritt begrüsst, gibt es aus der Politik auch kritische Stimmen. Von einem «Propaganda-Sieg für China» ist die Rede. Denn die USA, Deutschland oder Frankreich stehen der neuen Seidenstrasse kritisch gegenüber, sehen dahinter vor allem eine geopolitische Machtstrategie Chinas. Wie also soll der Kleinstaat Schweiz mit der aufstrebenden Grossmacht umgehen? China fordert die Welt heraus, die Schweiz müsse darauf mit einer eigenen Strategie antworten, findet China-Kenner Ruedi Nützi, der seit 25 Jahren den Austausch mit China pflegt. Nützi ist Direktor der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz und bildet in der Schweiz chinesische Manager aus. Er bereist China regelmässig und ist ausserdem Träger des Friendship Award, der höchsten Auszeichnung Chinas an ausländische Experten. Ruedi Nützi ist jetzt Gast von Barbara Peter.
    28 min
  • Martin Barth über den Welt-Tourismus der Zukunft
    Der Tourismus blüht – dank wachsendem Wohlstand und unbegrenzter Mobilität werden Rekordergebnisse erzielt. Doch auch die Probleme häufen sich, die Reisebranche droht an ihrem eigenen Erfolg zu ersticken. Was tun? Das fragt Marc Lehmann den Chef des World Tourism Forum in Luzern, Martin Barth. Chaos auf den Flughäfen, überfüllte Ferienorte: Reisen ist von einem exklusiven Erlebnis zu einer Massenveranstaltung geworden. Und die Globalisierung und Digitalisierung heizen den Boom weiter an. Der Massentourismus steht seit einiger Zeit in der Kritik – und jetzt setzt auch noch die Klimadebatte ein Fragezeichen hinter die unbegrenzte Herumreiserei zum Billigtarif. Verkennt die Tourismusbranche die immer offensichtlicher werdenden Schattenseiten?
    Am World Tourism Forum, das heute und morgen in Luzern stattfindet, werden Lösungen zur Bewältigung und Weiterentwicklung des globalen Tourismus gesucht. Über 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 80 Ländern – Tourismusfachleute, Minister, Wirtschaftschefs und Wissenschaftler – nutzen die Plattform zum Gedankenaustausch. Martin Barth ist Präsident und CEO des Forums und ausserdem Professor für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Luzern. Er ist Gast im «Tagesgespräch» von Marc Lehmann.
    28 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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