Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Student/innen mit einer Vision für Europa im Jahr 2030
    Viviane Soldenhoff (23), Shuting Ling (23) und Jonas Waeber (25) sind drei von 54 jungen Frauen und Männer, die an einem Bericht über die Zukunft Europas mitgearbeitet haben. Der Bericht ist da, sie sind jetzt Gäste im «Tagesgespräch» von Susanne Brunner.Am 19. September 1946 hielt Winston Churchill seine berühmte Europa-Rede in Zürich. Rundum den 70. Jahrestag dieser Rede trafen sich letztes Jahr 54 Studentinnen und Studenten aus 37 europäischen Ländern, um über Europa und die EU im Jahr 2030 zu diskutieren. Die Veranstaltung trug den Namen «European Future Leaders Conference».Im November 2016 trafen sich 54 junge Frauen und Männer aus über 30 europäischen Ländern in Zürich, um über die Zukunft Europas zu diskutieren. Heute Vormittag präsentieren einige von ihnen einen Bericht, in dem sie 16 Vorschläge und Postulate der damaligen Konferenz vorstellen. An der Medienkonferenz heute dabei waren zwei Studentinnen und ein Student aus der Schweiz: Viviane Soldenhoff studiert an der Universität Zürich Publizistik und Kommunikationswissenschaft und ist im Erasmus Student Network engagiert; Shuting Ling studiert an der gleichen Uni Politik und Englische Literatur und ist aktiv in der Organisation Model United Nations. Jonas Waeber studiert an der Pädagogischen Hochschule Bern und ist Mitglied von Young European Swiss.
    26 min
  • Casimir Platzer und die Nöte der Schweizer Restaurateure
    Das Gastgewerbe in der Schweiz steht vor grossen Herausforderungen. Grosses Geld lässt sich mit Wirten nicht verdienen, gibt Casimir Platzer bei Ivana Pribakovic im «Tagesgespräch» zu. Der Präsident von Gastrosuisse ist selbst Gastgeber und Hotelier in Kandersteg.Essen in Schweizer Restaurants ist teurer als im benachbarten Deutschland und in Frankreich, Übernachtungsangebote in Österreich locken sparsame Gäste aus der Schweiz in Scharen an. Kommt dazu, dass findige Kleinunternehmer Mahlzeiten liefern, wenn man sie über eine App bestellt. Für die Wirte in der Schweiz wird die Luft dünn. Die Branche habe nach wie vor grosse Sorgen, sagt Casimir Platzer, Präsident von Gastrosuisse.«Der Preisunterschied ist da.» Die Löhne seien zwei bis dreimal so hoch wie im Umland und auch Einkaufspreise und Landkosten seien deutlich höher. Er sei aber überzeugt, dass die Talsohle bezüglich des starken Frankens erreicht sei. Zudem würden die Traditionsrestaurants frischere und bessere Gerichte produzieren als viele Takeaway-Läden. Den Mitgliedern empfehle Gastrosuisse daher, sich zu öffnen; ihre Gerichte auch über die Gasse zu verkaufen, zum Beispiel. «Auch die Digitalisierung wird die Branche und das Kundenverhalten stark beeinflussen. Das sehen wir als Chance - auch für Traditionsrestaurants.»
    22 min
  • Sergio Devecchi: «Heimweh. Vom Heimbub zum Heimleiter.»
    Sergio Devecchi war Heimleiter, zuletzt im Jugendheim Schenkung Dapples in Zürich. Was bis zu seiner Pensionierung kaum jemand wusste: Er war auch ein Heimkind. In einem Buch und jetzt bei Susanne Brunner erzählt er seine Geschichte.Sergio Devecchi war vielen bekannt als Fachmann. Der Jugendheimleiter war Präsident von Integras, dem Schweizerischen Fachverband für Sozial- und Sonderpädagogik, und sein Wissen über den Umgang mit straffälligen und sogenannt dissozialen Jugendlichen ist auch nach seiner Pensionierung im In- und Ausland gefragt. Was Sergio Devecchi während seinem ganzen Berufsleben niemandem verriet: Er war nicht nur akademischer Fachmann, er kannte das Heimleben von frühester Kindheit an. Als Sohn einer unverheirateten Mutter wurde er als Säugling in ein Tessiner Heim gebracht, und kannte bis zu seiner Volljährigkeit nichts anderes als das Heimleben. «Ich habe keine Geschichte der Kindheit, keine Fotografien, niemand, der mir sagte, wie ich war als Kind», sagt Devecchi. «Bevor ich in den Kindergarten kam, wusste ich nicht, dass es Mütter und Väter, Eltern, gibt.» Warum er so lange schwieg, sogar wenn ihm als Heimleiter Jugendliche vorwarfen, er habe ja keine Ahnung vom Heimleben, das beschreibt er in einem Buch. «Die Scham sass so tief, dass ich nicht darüber sprechen konnte.» Devecchi erzählt im Buch nicht nur seine eigene Geschichte, sondern auch ein Stück weit die des Heimwesens in der Schweiz aufarbeitet. Heute Abend stellt er sein Buch «Heimweh. Vom Heimbub zum Heimleiter,» in Zürich vor.Buchhinweis: Sergio Devecchi: Heimweh. Vom Heimbub zum Heimleiter, Stämpfli Verlag AG 2017
    28 min
  • Matthias Kamber, Mr. Antidoping, geht
    Fast 30 Jahre seines Lebens hat er dem Kampf gegen Doping im Spitzensport gewidmet. Jetzt gibt Matthias Kamber die Leitung der Schweizer Antidoping-Agentur ab. Im «Tagesgespräch» bei Ivana Pribakovic erzählt er, warum er geht, obwohl es noch so viel zu tun gäbe.In den Jahren, als noch kaum jemand von Doping sprach, engagierte er sich dagegen. Er überführte die grossen Schweizer Dopingsünder: den Radprofi Oskar Camenzind und die Triathletin Brigitte McMahon. Wenn man in der Schweiz von Dopingbekämpfung spricht, kommt den meisten auch nur Matthias Kamber in den Sinn. Wer tritt in seine grossen Fussstapfen? Eine schwierige Aufgabe, denn der jetzige Direktor von Antidoping Schweiz hat nicht nur viel Erfahrung, sondern als Chemiker auch grosse Sachkenntnis. Wer auch immer kommt, muss ums Geld weibeln: Antidoping Schweiz muss mit einem Budget von 4,7 Millionen Franken auskommen. Viel zu wenig, sagt Kamber im «Tagesgespräch». Das reicht knapp für 700 bis 800 Blutkontrollen im Jahr. «Zu wenig sagt Kamber, der unter anderem deshalb ein Budget von sechs Millionen Franken jährlich fordert.In sportpolitischer Hinsicht fordert Kamber, dass nicht nationale Stellen die Kontrollen der Spitzensportler durchführen, sondern eine internationale Organisation. Nur so könne für Chancengleichheit gesorgt werden, argumentiert Kamber. Allerdings sieht Kamber auf internationaler Ebene einiges im Argen. Dass es nicht möglich war, russische Athleten zu sperren, nach dem das «Staatsdoping» aufgeflogen war, bedauert er sehr.
    25 min
  • Stefan Petzner: «Trump to go.» Populismus kurz erklärt.
    Stefan Petzner war jahrelang der engste Mitarbeiter des österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider. Jetzt warnt er In einem Buch, das am Tag vor den französischen Wahlen erschien, vor Populismus. Er ist Gast von Susanne Brunner.Als 22-Jähriger kam Stefan Petzner ins Team von Jörg Haider, der ihn schon als Jungen in seinen Bann gezogen hatte. Jörg Haider prägte damals die österreichische Politik: die Freiheitliche Partei Österreichs FPÖ, deren Vorsitzender Haider lange war, feierte Wahlerfolge, wurde 2000 sogar zum Regierungs-Koalitionspartner der ÖVP, was internationale Proteste auslöste. Haider provozierte mit ausländerfeindlichen, Nazi-freundlichen Aussagen und Parolen, und kam damit an. 2005 gründete er das Bündnis Zukunft Österreich BZÖ, das sich von der FPÖ abspaltete. Für das BZÖ war Stefan Petzner Haiders Spin-Doctor, also Haiders Mann für den Wahlkampf, bis Haider 2008 bei einem Autounfall ums Leben kam. Petzner wurde selbst BZÖ-Politiker, später aber aus der Partei ausgeschlossen. In den letzten Jahren hat er sich kritisch mit Haider und seiner Politik auseinandergesetzt. «Ich war sehr jung zu Jörg Haider gekommen und glaubte an diese Person und seine Politik. Politik sah ich als Job und auch aus Kalkül. Ich wollte gewinnen um jeden Preis. Heute will ich die Leute zum Nachdenken anregen.» Als einer, der von innen weiss, wie Populismus funktioniert, warnt er nun davor, im Buch «Trump to go. Eine kurze Erklärung wie Populismus funktioniert.» «Populistische Politik ist wie Hollywood-Kino, mit Guten und Bösen und einem finanlen Kampf und Happy End», so Petzner. Seine Thesen überträgt er auch auf die Präsidentschaftswahlen in Frankreich.Buchhinweis:Stefan Petzner: «Trump to go. Eine kurze Erklärung wie Populismus funktioniert.» edition a Wien 2017
    28 min
  • Guillaume Paoli zu den Frankreichwahlen
    «Egal, wen die Französen wählen als Staatsoberhaupt: Drei Viertel werden unzufrieden sein», sagt Guillaume Paoli im Tagesgespräch bei Ivana Pribakovic. Der französische Philosoph lebt in Berlin und wird am Sonntag auch wählen.Viele in Frankreich sind desorientiert, wen sie wählen sollen. Daher sei es schwierig zu sagen, wer es in den zweiten Wahlgang schaffen werde. «Evident ist aber, dass wir in Frankreich das Ende der politischen Parteien beobachten können», so Paoli. Der Schriftsteller ist besorgt, weil das Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber den Politikern wächst. «90 Prozent der Jungen denken, die Politik sei korrupt». Welche Folgen hat das für die Demokratie? Und wie wird sich Frankreich entscheiden: weiterhin für die EU – oder eher für den nationalen Alleingang? Der ehemalige Haus-Philosoph des Leipziger Centraltheaters und Schriftsteller hat Antworten.
    24 min
  • Nikos Dimou: «Man lernte, mit der Diktatur zu leben»
    Vor 50 Jahren putschten sich in Griechenland die Obristen an die Macht. An die Militärdiktatur, die sieben Jahre dauerte, erinnert sich der griechische Schriftsteller Nikos Dimou, der damals 31 Jahre alt war. Er ist Gast von Susanne Brunner.Es ging ganz schnell damals, am 21. April 1967 in Griechenland. Nach wochenlangem politischem Seilziehen und täglichen Demonstrationen putschte sich eine Gruppe von Offizieren an die Macht. In einer Nacht- und Nebelaktion liessen sie einige Tausend Politiker, Intellektuelle und Linke verhaften und stiessen beim Volk zunächst kaum auf Widerstand. Es gab zwar internationale Proteste gegen die furchtbaren Haftbedingungen, die die Militär-Junta dann etwas verbesserte, aber trotz Berichten über grausamste Folter handelten auch viele europäische Staaten weiterhin mit Griechenland.1974 war die Militärdiktatur nach einem gescheiterten Putsch auf Zypern, der dort einen Krieg mit den Türken provozierte, am Ende. Nach der Diktatur veröffentlichte der griechische Schriftsteller, Kolumnist und Fernseh-Talkshow-Moderator Nikos Dimou das Buch «Über das Unglück, ein Grieche zu sein.» Die Kritik an seinen Landsleuten und ihrem Verhalten während der Militärdiktatur kam damals gar nicht gut an. Nach Beginn der Schuldenkrise wurde es zum Bestseller. Wie wird über die Diktatur von damals in Griechenland heute noch geredet?
    27 min
  • Sibylle Lichtensteiger: «Der Druck auf die Museumsleiter steigt»
    Schweizer Museen sind beliebt – beliebter sogar als Kino und Theater. Warum ist das so? Und wie wichtig sind Besucherzahlen? Darüber erzählt die Leiterin des Stapferhauses Lenzburg, Sibylle Lichtensteiger bei Ivana Pribakovic im Tagesgespräch.Die neuste Museumsstatistik zeigt: die 1111 Museen der Schweiz sind beliebte Ausflugsorte. Vom Verkehrshaus Luzern über das Beyeler-Museum bis hin zu den grossen Kunstsammlungen: sie locken die meisten Besucher an. «Man kann in Gruppen gehen, es ist ein Erlebnis», sagt Sibylle Lichtensteiger. 70 Prozent der Museen verbuchen aber nur wenige Eintritte. «Viele der grossen Häuser haben eine Sammlung, die viele Leute anlocken. Man muss abwägen, wie wichtig ist der Inhalt der Museen. Bei den Kleinen entscheiden Subventionen oft über das Überleben, bei den Grossen ist es nur ein Zustupf», so Lichtsteiger. «Vielfalt ist wichtig.» Lohnt es sich, solche Kleinen zu subventionieren? Oder ist genau das die Aufgabe des Staates? Und wie macht man eine erfolgreiche Ausstellung? Erfahrung darin hat Sibylle Lichtensteiger. Sie ist Leiterin des Stapferhauses in Lenzburg.
    23 min
  • Iren Meier: Die Türkei nach Präsident Erdogans Sieg
    Der türkische Präsident Tayyip Erdogan hat gewonnen, wenn auch knapp: Das «Ja» zu seiner Verfassungsreform ermächtigt ihn, fast alles mit der Türkei zu machen. SRF-Korrespondentin Iren Meier ist Gast von Susanne Brunner.51,4 Prozent der Türkinnen und Türken, die am Wochenende abgestimmt haben, wollten ihrem Präsidenten sozusagen die Vollmacht über ihr Land geben. Das ist angesichts der Umstände ein knappes Resultat, denn in der Türkei wurde im Ausnahmezustand abgestimmt, viele Oppositionsvertreter sind im Gefängnis, im Fernsehen dominierte die Meinung Erdogans und seiner Anhänger. Trotz diesen Umständen verweigerte fast die Hälfte der Bevölkerung Erdogan die Gefolgschaft. Was passiert mit jenen, die gegen den nun fast allmächtigen Präsidenten gestimmt haben? Was für ein Land wird die Türkei?
    25 min
  • Catherine McMillan: Wenn viele nicht wissen, was Ostern ist
    Ostern ist das zentrale Fest der Christenheit, aber viele wissen nicht genau warum. Was bedeutet das? Catherine McMillan ist Pfarrerin der reformierten Kirchgemeinde Dübendorf und bei «Das Wort zum Sonntag». Sie ist Gast von Susanne Brunner.Seit zweieinhalb Jahren ist Catherine McMillan Pfarrerin im zürcherischen Dübendorf. Ostern, sagt sie, sei etwas für den persönlichen Glauben der Menschen. «Eine schöne Zeit, um sich zu besinnen.» Auch, weil der Rummel weniger gross sei als um Weihnachten. Aber, es stimme sie schon nachdenklich, wie stark das Wissen über Ostern zurückgegangen ist.In ihrer Gemeinde, in Dübendorf, gibt es laut Statistik noch 6700 Reformierte. Sie sind gegenüber Katholiken in der Minderheit und erst recht gegenüber den Konfessionslosen und denen, die eine andere Religionszugehörigkeit angeben. Obwohl sie auch dank ihrer Arbeit für «Das Wort zum Sonntag» landesweit bekannt ist, kann auch sie den Mitgliederschwund in ihrer Kirche nicht aufhalten. Jedes Jahr gibt es weniger Reformierte, auch in Dübendorf - auch im Jubiläumsjahr der Reformation. Früher habe sie Kirchenaustritte persönlich genommen. Heute sehe sie das etwas anders: «Die Leute wenden sich ab von Institutionen. Es bedeutet nicht, dass die Menschen nicht mehr an Gott glauben.» Für sie sei der christliche Glaube wichtig für die Gesellschaft: «Ein Garant für Toleranz, Nächstenliebe und Respekt gegenüber der Schöpfung, der Umwelt.»Catherine McMillan ist auch Botschafterin für das Reformationsjubiläum Zürich, und sie hat viel zu erklären: zuerst einmal vielen, was Ostern überhaupt bedeutet.
    27 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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