Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Werner Krüsi – die optische Industrie im St. Galler Rheintal
    Die Photonik gilt als die Industrie des 21. Jahrhunderts. Viele Alltags-Geräte kommen ohne diese Technologie nicht aus. Die Schweiz sei gut aufgestellt in diesem Hightech-Sektor, sagt Unternehmer Werner Krüsi im Gespräch mit Marc Lehmann.Die Eigenschaften des Lichts für die Technik nutzbar machen: Das ist Photonik. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei der Technologie um die Verbindung von Optik und Elektronik. Auf der Photonik basierende Technologien kommen in Alltagsgeräten wie Kameras, Smartphones und Waschmaschinen zur Anwendung, aber auch in der Medizinaltechnik und der Raumfahrt. «Es ist die Technologie des 21. Jahrhunderts», sagt Krüsi.Kleine und mittlere Unternehmen aus der Schweiz mischen mit hochspezialisierten Produkten auf dem Weltmarkt mit – viele von ihnen haben ihren Sitz im St. Galler Rheintal. Das Rheintal hat sich gewissermassen zum Silicon Valley der Photonik entwickelt. Ein hochkarätiges Symposium in Buchs unterstreicht die Bedeutung dieser Region für die Photonik-Technologie. Warum das Rheintal? «Zwei wichtige Unternehmen wurden vor rund 100 Jahren gegründet. Eines mit Vermessungsgeräten und ein anderes mit Vakuumtechnik. So verbreitete sich diese Technik in der Region», sagt Krüsi. Und was kann Photonik für die Zukunft leisten? Werner Krüsi ist Präsident der Photonik-Fachgruppe im Branchenverband Swissmem. Derzeit baut er in den USA eine Filiale des St. Galler Optik-Unternehmens Fisba auf.
    27 min
  • Ernst Lüber - Glückskette-Aktion gegen den Hunger in Afrika
    Hunger ist eine Katastrophe, aber keine, die ohne Vorwarnung kommt. Trotzdem kommt es in Afrika immer wieder zu Hungerkatastrophen. Warum? Ernst Lüber ist Leiter der Projektabteilung der Glückskette und Gast von Susanne Brunner.Die UNO spricht von der grössten humanitären Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg und schlägt Alarm: 20 Millionen Menschen sind in Afrika vom Hunger bedroht. Das sind mehr als doppelt so viele als Mitte der 1980er-Jahre in Äthiopien. Damals versammelten sich die grössten Stars der Musikwelt zu einem weltweit übertragenen Benefiz-Konzert – und rückten den Hunger in Afrika ins Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit. Der Hunger ist seitdem nicht besiegt worden; im Gegenteil. «Die Realität ist nicht schön», sagt Lüber. Zur Dürre kommen in der heutigen Zeit oft noch Konflikte dazu. Beobachtet von Hilfswerken, hat die Glückskette nun eingegriffen. «Ausschlaggebend war für uns der Aufruf der Vereinten Nationen und die Einschätzung der Partnerorganisationen vor Ort», sagt Ernst Lüber im Tagesgespräch. Er ist seit vier Jahren Mitglied der Geschäftsleitung der Glückskette und sammelte davor selbst jahrelang Erfahrungen im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit.
    25 min
  • Extrembergsteiger Ueli Steck vor neuem Rekord
    Das hat noch niemand geschafft – den Übergang vom Mount Everest auf den Lhotse, vom höchsten auf den vierthöchsten Berg der Welt. Extrembergsteiger Ueli Steck will es ohne Sauerstoffzufuhr schaffen. Kurz vor Abreise in den Himalaya hat ihn Marc Lehmann in Ringgenberg bei Interlaken getroffen.Er rennt in zwei Stunden aufs Matterhorn oder durch die Eigernordwand, hat in 60 Tagen alle 82 Viertausender der Alpen bestiegen – und allein den gefährlichen Achttausender Annapurna über die Südwand bezwungen. Nun plant der Emmentaler Ueli Steck wieder einen Rekord: die Überschreitung vom Mount Everest auf den Lhotse. Das Besondere dabei: Steck will zwei Tage ohne künstlichen Sauerstoff konstant auf über 8000 Höhenmetern unterwegs sein. Die Leistungsfähigkeit beträgt auf solcher Höhe noch etwa 20 Prozent. Dass der 40-Jährige solche Extremrisiken sucht, trägt ihm Bewunderung, aber auch Kritik ein. Sein Leben setze er nicht aufs Spiel: «Wenn ich sterben würde, hätte ich versagt», sagt er.
    27 min
  • Angelika Zahrnt: Vision einer Gesellschaft ohne Wachstumszwang
    Im Vergleich zu vielen europäischen Ländern ist die Arbeitslosigkeit in der Schweiz tief. Doch Wachstum alleine verhindert Arbeitslosigkeit nicht. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Angelika Zahrnt ist Gast von Susanne Brunner.Sie ist Trägerin des Deutschen Umweltpreises und des Bundesverdienstkreuzes für Ihr Engagement für Nachhaltigkeit. Angelika Zahrnt, Fellow am Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung in Berlin und Ehrenvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, hat sich vor allem mit ihren Gedanken zu einer Gesellschaft ohne Wachstumszwang einen Namen gemacht. Seit Jahren wächst die Wirtschaft in westlichen Ländern nicht mehr so, wie sie einst wuchs, das weiss auch die Politik. Nur: Wie damit umgehen? Wie eine Zukunft gestalten, in der Wachstum tatsächlich an ihre Grenzen stösst? Dazu macht die Co-Autorin von Büchern wie «Postwachstumsgesellschaft» und «Damit ein gutes Leben einfacher wird» Vorschläge.
    27 min
  • Thomas Buomberger und «Die Schweiz im Kalten Krieg»
    Die Schweiz im Kalten Krieg – eine anti-kommunistische Hochburg. Das neue Buch des Historikers Thomas Buomberger zeigt, wie sich die Schweizer Identität nach dem Zweiten Weltkrieg aus einer totalen Abwehrhaltung heraus entwickelte. Er ist Gast von Marc Lehmann.Warum hat sich ausgerechnet die in den Nachkriegsjahren so prosperierende Schweiz dem totalen Antikommunismus verschrieben und ist daran fast erstickt? Dieser Frage geht der Winterthurer Historiker Thomas Buomberger in seinem neuen Buch nach. In «Die Schweiz im Kalten Krieg» erläutert er, wie das Konzept der geistigen Landesverteidigung zur Abwehr gegen die Nazi-Ideologie nach dem Krieg um 180 Grad umgepolt und nun gegen den Kommunismus angewendet wurde. «Der kalte Krieg war in der Schweiz kälter», schreibt der freischaffende Historiker; er zeigt auf, dass kein anderes westeuropäisches Land in eine solche Hysterie verfiel. Aber: War die von der Sowjetunion ausgehende Gefahr nicht real? Thomas Buomberger über lukrativen Bunkerbau, Schweizer Atombombenträume und Hexenjagden auf «linke Elemente».
    26 min
  • Reto Wyss – der Luzerner Bildungsdirektor und die Schülerstreiks
    Wenn am Mittwoch Schülerinnen und Schüler auf die Strasse gehen, hat das viel mit den Sparmassnahmen im Kanton Luzern zu tun. Proteste dagegen gibt es schon lange. Gast von Susanne Brunner ist Reto Wyss, CVP-Regierungsrat und Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements im Kanton Luzern.Als der Kanton Luzern 2013 die Mittel- und Berufsschulen eine Woche lang zwangsweise schliessen wollte, um Geld zu sparen, ärgerte das einen Schüler aus dem luzernischen Sursee dermassen, dass er noch im Klassenzimmer zu einem Kollegen sagte: «Wir müssen etwas tun!» Es entstand eine Protestbewegung, die über Luzern hinaus Schlagzeilen macht: Schülerinnen und Schüler gehen auf die Strasse, um gegen die «Sparwut» im Bildungswesen aufmerksam zu machen. In Luzern sind die Proteste sehr geordnet: es gibt einen Verband, der absolut nichts Illegales machen will. Dieser hat alles organisiert, inklusive Extrazug der SBB mit Billeten mit Schülerrabatt. Was die Schülerinnen und Schüler fordern, ist ein Dialog auf Augenhöhe mit der Politik. «Es braucht keine gewalttätigen Demonstrationen, damit wir zu einem Gespräch einwilligen», sagt Reto Wyss; «Meine Erwartung ist ein sachliches Gespräch, mit detailliertere Informationen und einen guten Austausch der verschiedenen Sichten», meint er. Und: «Bildung ist der grösste Ausgabenposten im Kanton Luzern, da ist klar, dass wir auch sparen müssen, denn wir haben eine angespannte Finanzsituation. Grundsätzlich waren die Steuersenkungen richtig, jetzt müssen sie justiert werden, es soll ja auch wieder Steuererhöhungen geben.»
    25 min
  • Alt-Bundesrat Kaspar Villiger und «die Durcheinanderwelt»
    Interviews gibt der ehemalige Bundesrat und spätere Verwaltungsratspräsident der UBS nur selten. Dass er Gast von Susanne Brunner ist, hat mit seinem neuen Buch «Die Durcheinanderwelt» zu tun. Darin fordert er eine liberale Konterrevolution.Als Kaspar Villiger 1989 in den Bundesrat gewählt wurde, erschien gerade Friedrich Dürrenmatts letzter fertiggestellter Roman «Das Durcheinandertal». An diesen erinnert der Alt-Bundesrat nun mit seinem Buchtitel ganz bewusst. Durcheinander ist seiner Ansicht nach fast alles: die Demokratie, die Marktwirtschaft, die Werte. Er will Irrwege aufzeigen und Lösungsansätze anbieten. Als beharrlicher Liberaler wurde Villiger jüngst mit dem dem Freiheitspreis 2016 der renommierten Friedrich-Naumann-Stiftung ausgezeichnet; den Preis haben vor ihm Prominente wie der ehemalige deutsche Aussenminister Hans-Dietrich Genscher oder der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa erhalten.Das Buch:Die Durcheinanderwelt, Irrwege und Lösungsansätze. Kaspar Villiger. NZZ Libro.
    27 min
  • Christoph Wüthrich – nach der Präsidentenwahl in Serbien
    Noch mehr Macht für den starken Mann Serbiens: Aleksandar Vucic gewinnt die Präsidentenwahl klar. Serbiens Schicksal liege nun in der Hand dieses allmächtigen Politikers, analysiert SRF-Balkankenner Christoph Wüthrich im Tagesgespräch bei Marc Lehmann.«Létat cest lui»: Er ist Regierungschef. Er ist künftiger Staatspräsident. Er koordiniert die Geheimdienste, dominiert die mit Abstand grösste Partei, kontrolliert das Parlament und die Medien. Trotzdem wird Aleksandar Vucic vom Westen hofiert: Brüssel, Washington, Berlin – alle setzen auf den dynamischen 47-Jährigen, der sich vom Ultra-Nationalisten zum EU-Anhänger gewandelt hat und dabei auch weiter auf seinen Freund Putin in Moskau zählen kann. Es fällt auf, dass Vucic kaum je einen Satz mache, in dem kein «aber» vorkomme, sagt Wüthrich; das zeige die Widersprüchlichkeit seines Charakters.
    27 min
  • Musikredaktor Urs Musfeld: Ein Leben für den Sound
    Er hat 40 Jahre Schweizer Musikgeschichte mitgeprägt: «Mister Sounds» Urs Musfeld. Der SRF 3-Musikredaktor hat die Entwicklungen in der Musikindustrie von der Vinyl-Platte bis zu den Streaming-Diensten eng mitverfolgt. An seinem letzten Arbeitstag ist er Gast von Marc Lehmann im «Tagesgespräch».Musfeld hat Generationen von Popfans musikalisch sozialisiert. Seine Sendung «Sounds!», die in den 70er Jahren auf Radio DRS 2 ihren Anfang nahm, später ein Mitauslöser für die Gründung von DRS 3 war und bis heute ihren Platz im Programm verteidigt, hat Kultstatus erlangt. Urs Musfeld sieht «Sounds!» als Anregung, um sich mit neuer Pop-Musik ausserhalb des Mainstreams zu beschäftigen.Im «Tagesgespräch» blickt Urs Musfeld auf 40 Jahre Radio-Pop zurück – und verrät seinen Lieblingssong.
    30 min
  • Oliver Krüger, Einzelrichter Swiss Ice Hockey
    Brutale Checks, Gewalt auf dem Eis: Das sind Fälle für die beiden Einzelrichter des Schweizerischen Eishockey-Verbandes. Nur - einer hat das Handtuch geworfen. Und der andere, Oliver Krüger, ist jetzt Gast von Susanne Brunner.In der Eishockey-Justiz muss es fast so schnell gehen wie auf dem Eis. Dienstagabend: Playoff-Spiele in der Schweiz. Heikle Szenen, vielleicht auch brutale Aktionen, bei denen Spieler verletzt oder gefährdet werden. Eine oder mehrere Anzeigen. Bereits am Morgen danach müssen die Einzelrichter in kürzester Zeit ihre Urteile Fällen: Spielsperren, Bussen oder Freispruch. «Es ist das gleiche System wie im Staat», erklärt Einzelrichter Oliver Krüger. «Die Urteile brauchen eine Rechtsgrundlage, müssen rechtsstaatlichen Grundsätzen genügen.» Heftig sind zum Teil die Schlagzeilen, die sich die Einzelrichter wegen ihrer Urteile gefallen lassen müssen. Das sei Teil des Spiels, sagt dazu Oliver Krüger. «Eishockey ist eine Unterhaltungsindustrie», da gehörten süffige Titel in der Boulevardpresse dazu. Er nehme das gelassen.Wegen eines Urteils griff ein Club die beiden Einzelrichter mit einem verbalen Check an, worauf Victor Stancescu das Handtuch warf. Er galt als ideale Besetzung für den Posten eines Co-Richters, denn er ist nicht nur Jurist, sondern war selbst NLA-Spieler, Captain der Kloten Flyers. Er bedaure diesen Rücktritt sehr, so Oliver Krüger. «Victor Stancescu war die absolut perfekte Figur für diese Aufgabe. Integer, ein begabter Jurist.» Er fehle ihm auch, denn bisher haben die beiden Einzelrichter heikle Spielszenen gemeinsam analysiert, Urteile zusammen beraten. Er mache nun diese Saison allein fertig. Es sei aber klar, dass Victor Stancescu ersetzt werden müsse.
    24 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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