Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Franco Battel – Keine neue Verfassung für Italien
    Die grösste Staatsreform Italiens seit dem Zweiten Weltkrieg ist am Volks-Nein gescheitert. Trotzdem habe Regierungschef Matteo Renzi nicht nur verloren, sagt SRF-Italien-Korrespondent Franco Battel im Gespräch mit Ivana Pribakovic.Das Referendum über die italienische Verfassungsreform hätte einen schlankeren Parlaments- und Verwaltungsbetrieb gebracht, aber auch dem Premier mehr Macht verliehen. Das war vielen Italienerinnen und Italienern suspekt – und so haben fast 70 Prozent der Wahlberechtigten die neue Verfassung abgelehnt. Was nun? Rating-Agenturen hatten vor diesem Resultat gewarnt, weil sie instabile Verhältnisse befürchten. Nach dem Nein jubeln die europakritischen Parteien. Wer führt nun Italien aus dieser Situation wieder heraus?
    25 min
  • Saida Keller-Messahli erhält den CH-Menschenrechtspreis 2016
    Sie kämpft für einen fortschrittlichen Islam und setzt sich mutig für ein friedliches Miteinander der Kulturen ein – dafür wird Saida Keller-Messahli auch bedroht. Nun erhält die bekannte Islam-Kritikerin den Schweizer Menschenrechtspreis und ist Gast bei Marc Lehmann im Tagesgespräch.Die heute 59-Jährige wurde als fünftes Kind in eine tunesische Grossfamilie geboren, verbrachte auf Vermittlung eines Hilfswerks Ihre Kindheit in Grindelwald, studierte später in Zürich und arbeitete als Gymnasiallehrerin. Seit 12 Jahren leitet sie das Forum für einen fortschrittlichen Islam in der Schweiz und tritt als Kritikerin und Ideengeberin regelmässig an Veranstaltungen und in den Medien auf.Saida Keller-Messahli sagt, die radikale Auslegung des islamischen Glaubens passe nicht in eine demokratische Gesellschaft. Sie verlangt deshalb eine selbstkritische innermuslimische Debatte und fordert den Erneuerungsprozess des Islams. Dabei spricht sie Klartext, bezeichnet etwa die Burka als Kampfanzug, findet muslimische Friedhöfe unnötig und will, dass alle Kinder in den Schwimmunterricht gehen und der Lehrerin die Hand schütteln.Was ist zu tun, damit sich die westliche und islamische Kultur vertragen? Antworten im Tagesgespräch.
    27 min
  • Ruth Klüger, Autorin und KZ-Überlebende
    Sie hat drei Konzentrationslager überlebt und wurde später die bekannteste Germanistin der USA: Ruth Klüger. Heute wird die 85-jährige gebürtige Wienerin mit dem Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten gewürdigt und ist Gast von Marc Lehmann im «Tagesgespräch».Zuerst die Jugend in Wien, inmitten von «begeisterten Nazis». Dann die Deportation nach Theresienstadt und Auschwitz. Dort mit Glück der Gaskammer entkommen. Aus dem Arbeitslager geflüchtet, den Todesmarsch überlebt. Emigration in die USA, eine Familie gegründet, einen Bestseller geschrieben, Professorin geworden an der renommierten Princeton-Universität. Zu sagen, Ruth Klüger blicke auf ein bewegtes Leben zurück, ist eine Untertreibung.Die scharf analysierende Intellektuelle mag es nicht, bloss in die Rolle der KZ-Überlebenden gedrängt zu werden. «Man wird eingeengt in eine Schablone. Dabei ist man viel mehr als das, was man als Kind erlebt hat.» Nach Versöhnung steht ihr nicht unbedingt der Sinn. Sie hat die Aufarbeitungskultur auch schon als «Holocaust-Kitsch» bezeichnet. Ruth Klüger zweifelt auch daran, dass die Menschen aus der Vergangenheit Lehren ziehen: «Gewiss sind sie lernfähig, aber weiss der Kuckuck, was der Mensch lernt.» Trotzdem streckt sie immer wieder die Hand aus: Vergangenen Januar zum Beispiel, als sie am Holocaust-Gedenktag vor dem versammelten Bundestag in Berlin sprach – und nun, da sie von der bayerischen Regierung für ihr Lebenswerk geehrt wird und dafür aus ihrer neuen Heimat Kalifornien angereist ist.
    27 min
  • René Buholzer: 40 Jahre Sorgenbarometer der CS
    1976 machte die damalige Schweizerische Kreditanstalt ihr erstes Sorgenbarometer. Was kümmern eine Grossbank seit 40 Jahren die Sorgen der Bevölkerung? René Buholzer ist Leiter Abteilung Politik bei der CS und Gast von Susanne Brunner.Kaum hat in Bern die Wintersession der Eidgenössischen Räte begonnen, kommt das Sorgenbarometer, das die Credit Suisse beim Meinungsforschungsinstitut gfs in Auftrag gibt. Sie ist eine der ältesten Volksbefragungen der Schweiz. Rund 1000 Personen werden dafür persönlich befragt, das heisst: Jemand geht bei ihnen vorbei und befragt sie ausführlich. Zusammengefasst klingen die Resultate aber kaum spektakulär: Altersvorsorge, Ausländer und Arbeitslosigkeit sind in wechselnder Reihenfolge seit Jahrzehnten die grössten Sorgen der Befragten, dazu kommen andere Themen wie Umwelt und Bildungswesen.René Buholzer sieht den Wert der Umfrage vor allem in ihrer Langfristigkeit. Die echten Sorgen und Trends kämen so zum Vorschein. Auch wenn teilweise immer die gleichen Probleme auftauchen, tauchen andere auch wieder ab, zum Beispiel die Sorge um die Umwelt oder die Drogenproblematik. Das liege daran, dass die Politik hier Lösungen gefunden habe.
    27 min
  • André Holenstein: «Die wirklich wichtigen Sachen feiern»
    Am 29.11.1516 schlossen die Eidgenossenschaft und Frankreich nach der Schlacht von Marignano Frieden. Heute ist der offizielle Festtag in Fribourg. Was feiern wir genau? Geschichtsprofessor André Holenstein ist Gast von Susanne Brunner.Um die Schlacht von Marignano wurden letztes Jahr eigentliche Wortschlachten um ihre Bedeutung für die heutige Schweiz ausgetragen. Das Friedensabkommen, das die Eidgenossen und Frankreich ein Jahr danach unterzeichneten, bringt helvetisches Blut hingegen kaum in Wallung. Nun mag das in der Natur unseres Geschichtsverständnisses liegen, dass Schlachten die Gemüter mehr erhitzen als Friedensabkommen. Für die Schweiz sei dieser «ewige Frieden» aber viel bedeutender als die Schlacht von Marignano für sich betrachtet, sagt André Holenstein, Professor für ältere Schweizergeschichte und vergleichende Regionalgeschichte.«Denn dieser unbefristete Frieden hatte für die Schweiz die viel grösseren Konsquenzen als die Schlacht von Marignano.» Von da an habe man nie wieder Krieg gewollt mit dem König von Frankreich. «Dieser Frieden, diese Allianz war allerdings nur möglich, weil der französische König zu vielen Konzessionen bereit war und sehr langfristig gedacht hatte.» Von einer neutralen Schweiz sei man aber- wegen dieses Bündnisses mit Frankreich- weit entfernt gewesen.
    27 min
  • Frank Baasner: «Die Vereinfacher haben nicht gewonnen»
    Frankreich hat einen neuen Polit-Star: François Fillon ist auf dem besten Weg, französischer Präsident zu werden. Wer ist der Mann, den ex-Präsident Sarkozy spöttisch bloss seinen «Mitarbeiter» nannte? Frankreich-Experte Frank Baasner kennt im «Tagesgespräch» die Antwort.François Fillon ist kein frisches Gesicht. Er diente Sarkozy fünf Jahre lang als Premierminister. Seit den 1990er Jahren belegt der 62-Jährige verschiedene Ministerämter. Es tritt also ein Insider an, um die Verkrustungen der Republik aufzubrechen. «Fillon verkörpert das Verlässliche», sagt der Frankreich-Spezialist Frank Baasner. «Es ist schön zu sehen, dass sich die Franzosen nicht auf den Radikalisierungskurs à la Sarkozy eingelassen haben.» Fillon habe ein konkretes Programm, und er bekenne sich zum Liberalismus. «Es wird jetzt spannend zu sehen, wer dieses Programm unterstützt.» Für die Linke biete sich nun die Chance, ein protektionistisches Gegenprogramm anzubieten. «Vorausgesetzt, die Linke schafft es, einen starken Gegenkandidaten aufzubauen.»
    27 min
  • Jörg Schild: Der abtretende Swiss-Olympic-Präsident blickt zurück
    Bei Swiss Olympic kümmerte er sich um Geld und Medaillen – jetzt tritt Jörg Schild nach elf Jahren ab. Im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann zieht der Basler Bilanz und erklärt, was von den neuen Schweizer Olympiaplänen und staatlicher Sportförderung zu halten ist.Heute Abend wählt das Sportparlament den Nachfolger Schilds. Zur Auswahl stehen die Nationalräte Martin Landolt und Jürg Stahl sowie der erfahrene Sportfunktionär Werner Augsburger. Der Gewählte wird sich schwergewichtig mit der Frage beschäftigen müssen, ob sich die Schweiz für die olympischen Winterspiele 2026 bewerben soll.Schweizer Olympiakandidaturen, damit kennt sich auch Jörg Schild aus: Der ehemalige Basler FDP-Regierungsrat setzte sich in seiner langen Amtszeit mehrmals damit auseinander. Und er gratulierte als Chef des Dachverbands Swiss Olympic nicht nur strahlenden Medaillengewinnern, sondern musste auch verletzte Sportlerseelen trösten. Und: Er koordinierte die komplizierte Verteilung der Fördergelder an 86 Mitgliederverbände – ob Fussballerinnen oder Boccia-Spieler, Bogenschützen oder Turnerinnen: Alle wollten etwas vom Millionen-Kuchen. Im «Tagesgespräch» blickt der 70-Jährige auf seine bewegte Zeit als Swiss Olympic-Präsident zurück.
    28 min
  • Die Bloggerin Tina Roth Eisenberg über Innovation und Kreativität
    Das Swiss Innovation Forum ist als Treffen für KMU und grössere Unternehmen gedacht, an dem man sich über neue Trends, Tendenzen – eben Innovationen austauscht. Dieses Jahr mit dabei ist eine Frau, die fast symbolisch für das Thema steht: Tina Roth Eisenberg. Sie ist Gast von Ivana Pribakovic.«Mit Verspieltheit durchs Leben». Die gebürtige Appenzellerin Tina Roth Eisenberg füllt ganze Säle mit kreativen Menschen. Ihre Ideen und Beobachtungen verfolgen eine Million Menschen im Internet. Und in Brooklyn wird die «Swiss Miss» auf der Strasse erkannt. Swiss Miss heisst auch der berühmte Blog der Graphikerin, Designerin und Unternehmerin aus New York. Sie schlägt vor, den Blick zu öffnen und Dingen mit einer gewissen Verspieltheit zu begegnen. «Dann ist man viel innovativer!»
    26 min
  • Jay Lieberherr und Ann-Kathrin Greutmann
    Begleitete Rückführungen ins Berufsleben sollen helfen, die IV zu entlasten. Jay Lieberherr arbeitet nach einer unfallbedingten Hirnverletzung als Zwölfjähriger heute im Integrationsprogramm der Zürcher Kantonalbank. Er ist mit Betreuerin Ann-Kathrin Greutmann zu Gast bei Ivana Pribakovic.«Meine Selbstständigkeit und Selbstbestimmung sind meine Arbeitsmotivation», sagt der 25jährige Mann mit Hirnverletzung. Nach einem Wanderunfall mit Zwölf kämpfte er sich zurück ins normale Leben. Seine Ausbildung konnte er nur im geschützten Rahmen beenden und bekam dann eine Stelle im Integrationsprogramm der Zürcher Kantonalbank. «Jay ist zuverlässig und bringt eine hohe Loyalität gegenüber seinem Umfeld mit», sagt seine Betreuerin, Ann-Kathrin Greutmann. Es sei eine Bereicherung, wenn solche Menschen mit Beeinträchtigung eine Stelle fänden, darin sind beide einig. Die Politik will vermehrt Menschen mit einer Beeinträchtigung von der IV zurück ins Berufsleben bringen. Der Verein «Compasso» versucht, Unternehmen und Menschen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zusammenzuführen, unterstützt und berät dabei die Unternehmer.
    27 min
  • Peter Gomm – «Armut ist überall»
    Der Lebensstandard in der Schweiz gehört zu den höchsten weltweit. Und doch gibt es Armut. Wie bekämpft man sie, wie beugt man ihr vor – und wie definiert man Armut überhaupt in einem reichen Land? Marc Lehmann spricht darüber mit dem Solothurner Sozialdirektor Peter Gomm.Der Solothurner SP-Regierungsrat Peter Gomm ist in seinem Kanton für das Soziale zuständig und täglich mit den Auswirkungen von Armut konfrontiert. Als Präsident der Konferenz der Sozialdirektoren überblickt er auch die Situation in anderen Kantonen. «Es ist die Aufgabe jeder Gesellschaft, möglichst wenig Armut zu produzieren», sagt Gomm. In der Schweiz seien die Bemühungen in den Kantonen allerdings noch immer sehr unterschiedlich.Für Peter Gomm ist klar: «Die beste Armutsprävention ist eine gute Bildung, ist lebenslängliches Lernen.» Ein probates Mittel hierfür seien zum Beispiel Bildungsgutscheine.
    29 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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