Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Chris von Rohr: «Ich sehe mich nach wie vor als Rebell»
    Der Rocker der Nation geht in Rente: Chris von Rohr, kopftuchtragender Tausendsassa und Mitbegründer der legendären Hardrock-Band Krokus, wird 65. Im Gespräch mit Marc Lehmann blickt er zurück auf eine bewegte Karriere und sinniert über die Welt von heute und morgen.Der Weg vom Schulabbrecher und Hilfskoch auf den Rock-Olymp war nicht unbedingt vorgezeichnet. Doch Chris von Rohr hat sich mit Talent, eisernem Willen und sturem Kopf hinaufgearbeitet. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere tourte er mit Krokus durch die USA und beglückte hunderttausende Fans. Mit 15 Millionen verkauften Tonträgern gilt Krokus als die erfolgreichste Schweizer Rockband. Noch heute ist Chris von Rohr Musiker aus Leidenschaft: «Wir haben Freude wie nie zuvor. Vielleicht auch, weil jedes Konzert unser letztes sein könnte», sagt er. Nur die Gesundheit könnte ihn und seine Band derzeit stoppen. Zudem könne man in der Musik stets dazulernen.Doch Chris von Rohr will sich nicht auf den eher simplen Metal-Sound reduzieren lassen: Er will der Welt auch seine Sicht der Dinge verkünden, schreibt Bücher und Kolumnen und hält 1.-August-Reden. Im Wohlstand mache man Fehler, sagt der Musiker: «In unserer Wohlfühl-Luxus-Narkose geht verloren, was die Schweiz so erfolgreich gemacht hat.» Die Politik nehme vieles als zu selbstverständlich. Er wolle mit seinen Kolumnen auch einen Kontrapunkt setzen zum «Mainstream-Journalismus». «Ich sehe mich nach wie vor als Rebell.»
    27 min
  • Zoltán Balog zur ungarischen Flüchtlingspolitik
    Vor 60 Jahren walzten Sowjet-Panzer den Ungarn-Aufstand nieder. 200‘000 Menschen flüchteten, viele von ihnen in die Schweiz. Nun ist Zoltán Balog nach Bern gekommen, um Danke zu sagen. Die Nummer 2 in Ungarns Regierung ist Gast von Marc Lehmann im «Tagesgespräch».Das zarte Pflänzchen der Demokratie wurde schon im Keim erstickt: Die Sowjet-Regime liess nicht zu, dass sich Ungarn vom kommunistischen Joch befreien konnte. Der 1956er-Aufstand forderte Tausende Tote. Die Schweiz hatte damals die Ungarn-Flüchtlinge bereitwillig, fast schon euphorisch aufgenommen. Und die Ungarn heute? Sie wollen nichts von Flüchtlingen wissen. Wie geht das zusammen?Zoltán Balog ist im Budapester Kabinett der zweitwichtigste Mann nach dem polarisierenden Regierungschef Orban. Als Minister für Human-Ressourcen ist er unter anderem zuständig für Bildung, Gesundheit, das Soziale und Integration. In seinem angestammten Beruf ist er evangelischer Pfarrer – und als guter Kommunikator die sanfte Stimme Budapests. Wie steht er zur hartherzigen Flüchtlings-Politik Ungarns? Und warum glaubt er, dass sein Land in Westeuropa mittlerweile ein so schlechtes Image hat? Der Superminister erklärt Ungarn im «Tagesgespräch».
    28 min
  • «Trumps Wahlbetrugsvorwürfe sind dicke Post»
    Auf dem Markt hat kaum ein Produkt eine Chance ohne gutes Marketing. Das gilt auch für Politiker. Die Macht der Politberater in den USA ist gross. Und bei uns? Der Politikwissenschaftler und politische Berater Louis Perron ist Gast von Susanne Brunner.In der Nacht auf heute fand die letzte Fernseh-Debatte zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump statt. Mit seiner Aussage, er lasse offen, ob er im Falle seiner Niederlage am 8. November das Wahlergebnis anerkennen werde, stellte Donald Trump elementare Funktionsweisen der US-Demokratie in Frage. Damit habe er sich selbst einen Bärendienst erwiesen, sagt der Politberater Louis Perron. Denn beim Wechselwähler komme diese Haltung wohl nicht an.Louis Perron hat einen Teil seiner Ausbildung zum politischen Berater in den USA gemacht, und er hat dort auch für eine führende Demokratische Politberatungsfirma gearbeitet. Wie viel Macht haben Politberater wie er? Setzen sie vor allem auf Show, auch wenn das auf Kosten der Glaubwürdigkeit der Politik geht? Köpfe vor Inhalt?
    28 min
  • Inga Rogg: «Es gibt keine Nachkriegsplanung für Mossul»
    Mit Hilfe von Kurden, Türken und den Amerikanern will die irakische Armee den IS aus der Stadt Mossul vertreiben. Eine Nachkriegsplanung gebe es aber nicht, sagt NZZ-Korrespondentin Inga Rogg. Sie ist Gast von Susanne Brunner.Während die irakische Armee Fortschritte von ihrem Vormarsch auf die Stadt Mossul meldet, fragt die langjährige Irak-Korrespondentin Inga Rogg, was nach der Vertreibung des IS geschehen wird. Seit 2003, im Jahr, als die USA ihren Krieg zur Entmachtung Saddam Husseins begannen, berichtet sie über den Irak. Sie kennt das Land aber von Forschungsaufenthalten schon sehr viel länger und weiss, dass gerade in Mossul die Situation sehr kompliziert ist.In der einst zweitgrössten irakischen Stadt gibt es viele Konflikte: nicht nur zwischen Sunniten und Schiiten, auch zwischen Arabern und Kurden. Dazu kommen andere Gruppierungen wie die Jesiden, an denen der IS schwerste Verbrechen begangen hat und die nach der Rückeroberung von Mossul sicher Gerechtigkeit verlangen werden. Die Mossul-Offensive, die vor drei Tagen begonnen hat, scheine sehr gut geplant, aber: die Nachkriegsplanung habe man auf den Tag danach verschoben. Ein Fehler, den die Amerikaner bereits im Irakkrieg 2003 begangen haben, und der bis heute Folgen für das Land hat.
    24 min
  • «Champions League? Schau ich schon lange nicht mehr!»
    Fussball im XXL-Format: Die Einnahmen explodieren, und immer mehr Wettbewerbe sollen immer noch mehr Geld generieren. Wann ist die Grenze erreicht? Das fragt Marc Lehmann den Fussballkenner Mämä Sykora im «Tagesgespräch».Der europäische Verband Uefa hat sich kürzlich auf eine Reform der äusserst lukrativen Champions League geeinigt – zum Vorteil der Grossklubs, die noch öfter für noch mehr Geld spielen sollen. Die Sorge vor einer Zweiklassengesellschaft wächst, ein tiefer Graben zwischen den Krösussen der Branche und dem Rest tut sich auf.Skeptiker befürchten, dass die Spannung in nationalen Meisterschaften zum Erliegen kommt, wenn immer die gleichen Klubs ans grosse Geld gelangen und den Spielbetrieb dominieren können. Zu diesen Skeptikern gehört Mämä Sykora, Chefredaktor der Fussballzeitschrift «Zwölf».«Die Champions-League hat einen so grossen, negativen Effekt auf den Fussball, dass ich diese Veranstaltung nicht als Zuschauer unterstützen will.»Auch vom Ausbau der Weltmeisterschaft auf 48 Mannschaften hält Sykora nichts. Er befürchtet, dass die vielen Ausbaupläne seinen geliebten Sport zerstören und es irgendwann zu viel und zu langweilig wird.Mämä Sykora macht sich Sorgen um die Zukunft des Fussballs. Der Zürcher ist Chefredaktor der Fussballzeitschrift «Zwölf» und gilt als wandelndes Lexikon. Er befürchtet, dass die vielen Ausbaupläne seinen geliebten Sport zerstören und es irgendwann zu viel und zu langweilig wird.
    28 min
  • SRF-Korrespondent David Nauer: Syrienkrieg, Putin und die Russen
    Täglich hören wir, wie brutal der syrische Präsident Assad mit Hilfe der Russen in der Stadt Aleppo vorgeht. Was bekommt die russische Bevölkerung davon mit? David Nauer ist seit 2015 unser Mann in Moskau. Er ist Gast von Susanne Brunner.«In Russland lebt man in einer Art Parallelwelt», erzählt David Nauer. Während bei uns die Opfer der Angriffe von Assad gezeigt würden, sehe man bei ihm verletzte Kinder, die unter den Angriffen der Aufständischen litten. «Es ist die andere Seite des Kriegs.» Der Krieg in Syrien finde aber trotz der russischen Intervention nur in den Abendnachrichten statt und werde dort als eine Art «Spezialoperation» dargestellt.
    26 min
  • Charles Liebherr über den Wahlkampfstart der politischen Rechten
    Wer kommt nach François Hollande? Frankreich steigt in den Wahlkampf um die Präsidentschaft. Über den Wahlkampfstart der politischen Rechten spricht Ivana Pribakovic mit SRF-Frankreich-Korrespondent Charles Liebherr.Gestern massen sich die sieben Kandidaten der politischen Rechten im Fernsehen. Darunter der momentane Favorit, Alain Juppé, der frühere Präsident Nicolas Sarkozy und eine Reihe von Ministern und eine Ministerin seiner früheren Regierungen.«Juppé ist ein Pragmatiker, sieht Probleme und versucht diese zu lösen. Das kommt bei den Leuten an», sagt Charles Liebherr. «Sarkozy hat ein feines Gespür dafür, wo man die Leute abholen kann.»Ende November soll der Kandidat der konservativ-bürgerlichen dann fest stehen. Die Linken wählen ihren Kandidaten im Januar. Tritt François Hollande nochmals an? «Man weiss es bis ganz am Schluss nicht», erklärt Liebherr. Dem Treiben gelassen zuschauen wird Marine Le Pens Front national. Die dritte politische Kraft im Land will nicht zum Establishment gehören und wird 2017 mit ihrer Parteipräsidentin antreten. Klar ist: «Die Politikverdrossenheit nimmt massiv zu.»
    27 min
  • Das CETA-Urteil: Mark Herkenrath und Jan Atteslander
    Die deutsche Regierung darf dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada – zustimmen. Ein Stopp von CETA ist trotzdem noch möglich. Mark Herkenrath von Alliance Sud und Jan Atteslander von Economiesuisse sind Gäste von Susanne Brunner.Darf die deutsche Bundesregierung dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada zustimmen oder nicht? Diese Frage hatte das Bundesverfassungsgericht in Deutschland nach einer Klage von Kritikern des Abkommens zu entscheiden. Der Verfassungsbeschwerde angeschlossen hatten sich fast 200‘000 Menschen, so viele wie noch nie in der Geschichte des Gerichts. Sie wollten verhindern, dass die EU das Abkommen ohne Zustimmung der nationalen Parlamente Ende Oktober in Kraft setzen kann.Heute Vormittag urteilte das Gericht, dass CETA nicht so schnell gestoppt werden kann. Weitere Verfassungsbeschwerden sind hängig, und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie gutgeheissen werden. Es gibt Misstrauen gegenüber Freihandelsabkommen: zum Beispiel gegenüber TTIP zwischen den EU und den USA und TISA, dem Abkommen, das Dienstleistungen liberalisieren will, auch in der Schweiz. Die Wirtschaft sieht in diesen Abkommen grosse Chancen, Nichtregierungsorganisationen wollen nicht mehr, sondern fairen Handel.Mark Herkenrath ist Geschäftsleiter der entwicklungspolitischen Arbeitsgemeinschaft von sechs Hilfswerken, Alliance Sud, und Jan Atteslander ist Geschäftsleitungsmitglied der Economiesuisse.
    25 min
  • SNP-Direktor Heinrich Haller über die Wilderei
    Wilderer, die Elefanten abschlachten: Die Bilder aus Afrika sind schrecklich. Wilderei gibt es überall: auch hier. Darüber hat Heinrich Haller, Direktor des Schweizerischen Nationalparks, ein Buch geschrieben. Er ist Gast von Susanne Brunner.«Wilderei im rätischen Dreieck:» Mit diesem Buch macht sich der Biologe und langjährige Direktor des Schweizerischen Nationalparks im Engadin auf die Spuren von Wilderern, zuerst in Graubünden, dann auch weiter bis nach Tibet. Schon als Jugendlicher hat ihn das Thema Wilderei beschäftigt: «Ein Schulfreund erzählte von italienischen Wilderern, wir entschlossen uns, diesen einen Denkzettel zu verpassen, als Abenteuer quasi. Ihre Hütte fanden wir aber - wohl zum Glück - nicht», sagt Haller. Er dokumentiert auch viele Fälle von Wilderei, bei denen es nicht nur tote Tiere, sondern auch tote Frevler und Wildhüter gab. «Es gab vorsätzliche Morde, aber auch Todesfälle durch Fahrlässigkeit. Auch ich habe Respekt vor den oft skrupellosen Leuten», so Haller. «Wilderei wird aber geahndet und verfolgt.»Wie gross ist das Problem der Wilderei denn in der Schweiz überhaupt und was sind ihre Folgen für die Natur? «Grossraubtiere werden regelmässig geschossen, vor allem Luchse, das ist ein Problem, die Ausbreitung dieser Tiere wäre sonst viel grösser», sagt Haller. «Es gab auch illegale Handelsketten bis nach Tibet.»
    24 min
  • Rebecca Angelini und Carmela Bühler über Menschenhandel
    Meistens sind Frauen und Mädchen die Opfer. Unter falschen Versprechungen werden sie aus ihrer Heimat weggebracht, häufig aus bitterster Armut. In Industrieländern, auch der Schweiz, werden sie zur Prostitution gezwungen oder zum Betteln. Aber auch Kinder und Männer werden Opfer von Menschenhandel.Auch in der Schweiz gibt es sie: die Opfer von Menschenhandel: Sie schaffen auf der Strasse an, stehlen in Läden und liefern das Gestohlene dann an ihre «Besitzer» ab oder schuften zu Hungerlöhnen in Haushalten.90 Prozent der Fälle, die aufgedeckt wurden, waren in der Prostitution, aber in anderen Bereichen wurde noch nicht so genau hingeschaut. Zum Beispiel bei Hausangestellten. Menschenhandel findet im Verborgenen statt», sagt Angelini: «Menschen in Not, zum Beispiel Vertriebene aus Syrien, sind besonders anflällig für Ausbeutung.»Die Schweiz engagiert sich gegen den Menschenhandel auf alle Arten: In den Herkunftsländern versucht sie, mögliche Opfer zu sensibilisieren. In der Schweiz bietet sie den Opfern Hilfe. «Zur Prävention kann beispielsweise, wenn ein neuer Diplomat kommt, als erstes ein Kontakt zu den Hausangestellten hergestellt werden», so Bühler. Und am Schluss hilft die Schweiz, dass die Opfer von Menschenhandel wieder in ihrer Heimat Fuss fassen und reintegriert werden. «Die Bekämpfung des Menschenhandels ist Teil der Schweizer Aussenpolitik. Es braucht internatioale Antworten. Man muss in Netzwerken zusammenarbeiten», sagt Bühler.Carmela Bühler von der Abteilung Menschliche Sicherheit im EDA weiss, was auf innen und aussenpolitischer Basis getan wird, um Menschenhandel zu bekämpfen. Rebecca Angelini von der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration kennt die Opfer aus nächster Nähe und hilft vor Ort in Zürich.Rebecca Angelini und Carmela Bühler sind nun zu Gast bei Ivana Pribakovic.
    29 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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