Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Vereinbarkeit Beruf und Familie – Clivia Koch und Markus Theunert
    Mit der sogenannten Fachkräfte-Initiative will Bundespräsident Schneider-Ammann erreichen, dass mehr Frauen berufstätig sind. Eine Herausforderung, auch für Männer. Clivia Koch und Markus Theunert diskutieren mit Susanne Brunner über das Thema «Vereinbarkeit Beruf und Familie».Am ersten Nationalen Spitzentreffen Fachkräfte Schweiz zum Thema «Vereinbarkeit Beruf und Familie» in Bern haben Arbeitgeber, Gewerkschaften sowie Vertreter und Vertreterinnen der Kantone und der Landesregierung über ein Dilemma gesprochen: Um die Initiative «gegen Masseneinwanderung» der SVP umzusetzen, muss der Fachkräftemangel vermehrt im Inland gedeckt werden. Das heisst auch: Frauen dazu motivieren, trotz Kindern mit höheren Pensen berufstätig zu sein. Wenn aber Frauen mehr arbeiten würden, müssten ja Männer weniger arbeiten – oder familienexterne Betreuungsangebote müssten massiv ausgebaut werden. Markus Theunert, Generalsekretär und Programmleiter von MenCare Schweiz und Geschäftsführer des von ihm gegründeten Männer- und Väterdachverbandes männer.ch, ist jedoch skeptisch: Eltern seien heute schon stark belastet. Er fragt sich, wie sie noch mehr Arbeitszeit obendrauf packen können. Und er sagt: «Es ist beelendend, dass Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern erst zum Wert wird, wenn es sich lohnt.» Auch Clivia Koch, Präsidentin der Wirtschaftsfrauen Schweiz und selber Unternehmerin, hat ihre Zweifel an der Wirksamkeit des Spitzentreffens: «Wir diskutieren schon so lange über Tagesstrukturen in Schulen, über Betreuungskosten oder über den gleichen Verdienst von Mann und Frau.» Clivia Koch und Markus Theunert vermissen neue Ideen. Statt die bekannten Ansätze zu diskutieren, brauche es von der Politik eine Gesamtbetrachtung.
    26 min
  • Markus Gygax, Ex-Luftwaffenchef
    Eine Verkettung unglücklicher Umstände hat letzte Woche zum Absturz eines F/A-18-Kampfjets geführt. Weil die Technik so ausgereift sei, seien Unfälle heute fast immer auf menschliches Versagen zurückzuführen, sagt Ex-Luftwaffenchef Markus Gygax im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann.Gemäss ersten Untersuchungsergebnissen ist der am Sustenpass verunglückte Militärpilot vom Fluglotsen falsch instruiert worden. Eine technische Panne ist unwahrscheinlich. Und dass es dem verunglückten Piloten an Erfahrung gefehlt habe, bestreitet Markus Gygax vehement. Zwar steige der Druck auf die Militärpiloten, die Aviatik entwickle sich rasant und die Jets würden immer komplexer. Aber die Männer in den Cockpits würden hervorragend auf ihre Aufgabe vorbereitet, die jahrelange Ausbildung sei höchst anspruchsvoll. Allerdings betont Gygax, dass die Anzahl Flugstunden, welche die Kampfpiloten jährlich zu absolvieren haben, nicht weiter reduziert werden darf.Markus Gygax kommandierte bis 2012 die Schweizer Luftwaffe. In seinen über 40 Dienstjahren als Kampfpilot sammelte er im Cockpit verschiedener Kampfjets Tausende von Flugstunden. So auch in der F/A-18, für deren Einführung er in den 1990er Jahren verantwortlich war. In seiner Zeit als Kampfpilot wohnte Gygax Dutzenden Beerdigungen von Kollegen bei. Daran gewöhnen werde man sich nie, aber Todesfälle gehörten – leider – zur Militärfliegerei. Marc Lehmann hat den Ex-Luftwaffenchef in den Dolomiten erreicht, wo dieser derzeit ein Gleitschirm-Training absolviert.
    28 min
  • Christoph Brutschin: Vier Jahre KESB - eine Bilanz
    Die umstrittenen Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden KESB sind nicht so schlecht wie ihr Ruf. Diese Bilanz zieht die KOKES, die Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz. Mit im Vorstand ist der Basler SP-Regierungsrat Christoph Brutschin. Er ist Gast von Susanne Brunner.Die Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz KOKES löste vor vier Jahren die Konferenz der kantonalen Vormundschaftsbehörden ab. Hier tauschen sich die Kantone über ihre KESB aus, diskutieren Probleme und koordinieren Lösungen. Die KOKES hat nun die erste gesamtschweizerische KESB-Bilanz vorgestellt. Als es die Vormundschaftsbehörden noch gab, nahmen die Kindesschutzmassnahmen jährlich um vier Prozent zu. Seitdem die KESB eingeführt wurde, nehmen diese Massnahmen jährlich um ein Prozent ab. Die KESB greift also bei Kindern weniger häufig ein als es ihr Ruf vermuten liesse. Auch bei Erwachsenen geht die Zahl der Fälle rückläufig. Die Bilanz fällt zwar positiv aus, doch unkritisch ist sie nicht. Christoph Brutschin legt der KESB auch ein paar Verbesserungsvorschläge nahe. Zum einen soll sie der Öffentlichkeit gegenüber besser erklären, was die Behörde eigentlich tut. Dies sei im Zuge der Umstellung von den Vormundschaftsbehörden zu den KESB etwas untergegangen. Zum anderen sollen verfügte Massnahmen den Betroffenen und deren Angehörigen gegenüber immer von Angesicht zu Angesicht erklärt werden. Einfach nur einen Brief schreiben, genüge nicht. Ferner gelte es, das Angebot an niederschwelligen Angeboten in anderen Sozialhilfebereichen besser zu nutzen. Auch so lasse sie die Zahl der verfügten Massnahmen weiter senken.
    26 min
  • Ruedi Spitzli – Chef de Mission Schweizer Paralympics-Delegation
    Haben die Paralympics die Unschuld verloren? Ruedi Spitzli, Chef de Mission der Schweizer Delegation an den Paralympics in Rio, spricht mit Marc Lehmann über die Fortschritte im Behindertensport. Er hofft auf zehn Schweizer Medaillen.Die Paralympics sind die grosse Bühne des Behindertensports: 4300 Athletinnen und Athleten aus 170 Nationen messen sich in 22 Sportarten und kämpfen dabei um über 500 Medaillensätze. Die Paralympics sind mehr als bloss ein Anhängsel der Olympischen Spiele. Das öffentliche Interesse nimmt zu, die Gelder fliessen üppiger, der Sport wird professioneller. Das hat nicht nur positive Folgen, denn der Behindertensport sieht sich zunehmend mit einem bisher kaum wahrgenommenen Phänomen konfrontiert: Doping. Das russische Team ist wegen flächendeckenden Staatsdopings von den Spielen ausgeschlossen worden. Die Paralympics haben diesbezüglich einen mutigeren Entscheid gefällt als das IOC. Doch auch die technischen Komponenten werden immer wichtiger: Hightech-Prothesen und –Rollstühle können entscheidende Vorteile verschaffen.
    28 min
  • Andrea Arz de Falco zur neuen Organspende-Kampagne des BAG
    «Rede über Organspende» – so das Motto der neuen Organspende-Kampagne von Bundesamt für Gesundheit und Swisstransplant. Wie kann und soll man darüber reden? Gast von Susanne Brunner ist BAG-Vizedirektorin Andrea Arz de Falco.In der Schweiz warten fast 1500 Menschen auf ein lebensrettendes Organ. Pro Jahr spenden etwa 100 Menschen in der Schweiz ihre Organe, wenn sie sterben. Auf mehr als acht Millionen Einwohner ist das wenig, auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. «Ich spende meine Organe, weil ich grosses Vertrauen in unsere Ärzte habe», sagt Arz de Falco. Eine Organspende sei ausserdem ein Geschenk, das aber nicht jeder machen müsse. «Es gibt soviele Gründe, die Organe zu spenden oder nicht zu spenden.» Deshalb ziele die neue Kampagne vor allem darauf, über die Organspende zu sprechen.
    25 min
  • Abstimmungskontroverse zur Initiative «AHVplus»
    Die Initiative «AHVplus» der Gewerkschaften: Zehn Prozent mehr Rente – ein längst fälliger Schritt oder ein Schritt ins finanzielle Desaster? Die Kontroverse zwischen Gewerkschafter und SP-Nationalrat Corrado Pardini der St. Galler FDP-Ständerätin Karin Keller Sutter leitet Dominik Meier.
    28 min
  • Abstimmungskontroverse über das Nachrichtendienstgesetz
    Der Nachrichtendienst des Bundes soll mehr Kompetenzen erhalten. Das neue Gesetz erlaubt beispielsweise, dass er Telefone abhören, Privaträume verwanzen oder in Computer eindringen darf. Zudem könnte er künftig mit der Kabelaufklärung den Internetverkehr zwischen der Schweiz und dem Ausland filtern.Gegner des Gesetzes, wie der Zürcher Nationalrat Balthasar Glättli von den Grünen, warnen vor dem Schnüffelstaat. Befürworter argumentieren, das neue Gesetz gebe dem Nachrichtendienst endlich zeitgemässe Möglichkeiten, so etwa der Schaffhauser SVP-Nationalrat Thomas Hurter. Am 25. September stimmt das Schweizer Volk darüber ab.Die Abstimmungskontroverse unter der Leitung von Inlandredaktor Samuel Burri.
    24 min
  • Ulrike Herrmann – «Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung»
    Eine Wirtschaftskrise jagt die nächste: Für die deutsche Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann ist klar, dass daran insbesondere die heutigen Wirtschaftswissenschafter schuld sind. Sie ist Gast von Iwan Lieberherr.Der Kapitalismus werde gegen die Wand gefahren, aber für den Bremsweg interessiere sich niemand, kritisiert Ulrike Herrmann in ihrem neuen Buch. Der grundlegende Fehler der gängigen Ökonomie sei die falsche Annahme, dass die Märkte naturgesetzmässig nach einem Gleichgewicht strebten. Daraus habe man abgeleitet, dass die Finanzmärkte dereguliert werden müssten – was in den letzten zwei Jahrzehnten zu drei grossen Wirtschaftskrisen geführt habe, welche die Ökonomen an den Universitäten wegen ihrer schon im Ansatz falschen Theorien nicht vorhersehen konnten.Die 52-jährige Journalistin der linken Berliner Tageszeitung «taz», die unter anderem Wirtschaftsgeschichte studiert hat, ist der Meinung, dass die Ökonomen und Ökonominnen sich wieder vermehrt mit den Werken der grossen Denker der Vergangenheit beschäftigen sollten, etwa Adam Smith oder Karl Marx. Von ihnen könne man auch heute noch einiges lernen.Das Buch: Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. Die Krise der heutigen Ökonomie oder Was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können. Verlag Westend.
    27 min
  • SRF-Afrikakorrespondent Patrik Wülser – Generalstreik in Simbabwe
    In Simbabwe, dem Binnenstaat im südlichen Afrika, findet ein weiterer Generalstreik statt. SRF-Afrikakorrespondent Patrik Wülser erzählt im Gespräch mit Susanne Brunner, was ein Generalstreik bedeutet – in einem Land, in dem 80 Prozent der Menschen keine Arbeit haben.Eigentlich wäre Simbabwe dank seiner Diamanten ein reiches Land. Als vor 36 Jahren der Freiheitskämpfer Robert Mugabe die Macht übernahm, versprach er dem Land ein besseres, gerechteres Leben. Inzwischen ist der Präsident 92 Jahre alt, er hat tausende Menschen auf dem Gewissen, sein Volk hungert, und nur rund ein Fünftel der Bevölkerung hat überhaupt eine feste Arbeit. Wie konnte es soweit kommen? Ein wichtige Rolle spielt eine misslungene Landreform. Mugabe gab zwar den Kleinbauern Land, die grossen Farmen aber gingen ein. So wurde aus der Kornkammer des südlichen Afrikas ein Land mit drei Millionen Hungernden. Die Proteste werden Mugabe kaum stürzen, sagt Patrik Wülser, die Menschen im Land warteten einfach auf seinen Tod.
    27 min
  • Walter Tromm – der AKW-Rückbauer
    Am Karlsruher Institut für Technologie KIT wurden die ersten Forschungsreaktoren Deutschlands gebaut, nun baut dasselbe Institut Atomkraftwerke zurück. Dr.Walter Tromm, Programmsprecher Nukleare Entsorgung, Sicherheit und Strahlenforschung ist Gast von Susanne Brunner.Nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im Frühjahr 2011 hat Deutschland neun seiner insgesamt 17 Atomkraftwerke vom Netz genommen; die verbleibenden acht sollen bis 2022 ebenfalls abgeschaltet werden. Damit ist aber das Atomzeitalter, das vor etwas mehr als einem halben Jahrhundert begonnen hat, noch nicht zu Ende: Der Rückbau eines Atomkraftwerks ist langwierige, gefährliche und teure Millimeter-Arbeit, und noch gibt es kein sicheres Endlager für die radioaktiven Abfälle. Das KIT in Deutschland ist führend in Fragen des Rückbaus von Atomkraftwerken. Dazu gehört nicht nur technologische Expertise, sondern auch die Frage, wie man Nachwuchs findet, der sich nicht mit dem Auf-, sondern dem Abbau einer Technologie beschäftigten will. Tromm sieht hier sogar Karriere-Chancen, denn in Europa stünden zur Zeit etwa 150 Kernkraftwerke, die irgendwann rückgebaut werden, und gut bezahlt werden diese Ingenieure auch. Die Schweiz lernt jetzt schon von den Erfahrungen Deutschlands: Das Paul-Scherrer-Institut ist eine von vier anderen Forschungsstellen, die am Programm NUSAFE mitarbeitet, das sich unter anderem mit dem Rückbau von Atomkraftwerken beschäftigt. Tromm geht von Kosten von rund einer Milliarde Euro und rund zehn Jahren Rückbauzeit aus.
    26 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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