Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Raimund Rodewald: Der Landschaftsschützer geht in Pension
    35 Jahre war Raimund Rodewald Geschäftsführer der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. In dieser Zeit hat er sich mit Vehemenz für seine Sache eingesetzt und sich mit vielen angelegt. Nun geht er in Pension.
    Für Kritiker ist Rodewald ein Verhinderer. Mit Einsprachen hat seine Stiftung so manches Bauprojekt verzögert. Doch diese Bezeichnung passt ihm nicht. Die Stiftung habe sich jede Einsprache gut überlegt, dass rund 70% durchkamen zeige, dass sie berechtigt waren. Rodewald sieht den Landschaftsschutz aktuell stark unter Druck. Das Beschwerderecht drohe, ausgehebelt zu werden. Raimund Rodewald hat den Landschaftsschutz in der Schweiz geprägt. Nun geht er Ende Oktober in Pension. Im Tagesgespräch erzählt er, was ihn antreibt, wie er mit Kritik umgeht, und warum er wegen des Solarexpresses seine Ferien abgebrochen hat.
    26 min
  • Samstagsrundschau: Wie wollen Sie das Land aufrüsten, Urs Loher?
    Der Rüstungschef warnt: Die Schweiz sei isoliert. Im Ausland müsse die Armee hinten anstehen bei Waffenkäufen. Und im Inland drohe der Untergang der Rüstungsindustrie. Urs Loher lanciert brisante Ideen zum Ausbau der Waffenproduktion und äussert sich zu Rüstungsdebakeln im Inland.
    Für Urs Loher ist es eine erfolgreiche Woche: Die Schweiz hat sich der Allianz «European Sky Shield Initiative» angeschlossen und kann nun auf besseren Zugang zu Rüstungsgütern für die Luftverteidigung hoffen. Der Rüstungschef allerdings warnt: Preise und Wartezeiten für Waffenkäufe seien explodiert und die Schweiz werde immer häufiger links liegen gelassen. Denn die Schweiz gelte wegen ihrer strengen Praxis bei der Wiederausfuhr von Schweizer Kriegsmaterial in die Ukraine als unzuverlässig. Überdies fehle der Schweizer Rüstungsindustrie das nötige Gewicht, um sich unentbehrlich zu machen als Zulieferin in die Lieferketten für grosse Waffensysteme. Loher verlangt einen Ausbau der einheimischen Produktion – nur: Wie will er zivile Firmen zum Einstieg in die Waffenproduktion motivieren? In der Samstagsrundschau spricht der Rüstungschef auch über eine brisante Idee: Der Bund soll für die Schweizer Industrie den Waffen-Verkauf ins Ausland übernehmen können – Image- und Finanzrisiko inklusive.
    Rüstungschef Loher beschäftigen auch die Finanzprobleme der Armee. Seine Leute müssen in diesen Wochen zahlreichen Lieferanten mitteilen, dass das Geld nicht reiche, um geplante Beschaffungen wie geplant zu tätigen. Worauf muss die Armee verzichten, weil die Finanzen aus dem Ruder laufen? Und: Wie stark sind die Finanzprobleme hausgemacht? Schliesslich liegt ein Grund für die Misere in explodierenden IT-Kosten. Gerade in diesen Tagen sorgt ein Informatik-Rüstungsprojekt im Bereich Luftüberwachung für Schlagzeilen: Das Vorhaben ist sistiert, Projektteams zerstritten, der Erfolg des Projekts ungewiss. Derweil droht das bisherige Luftüberwachungssystem aus Altersgründen auszufallen. Droht hier ein totales Debakel? Der Rüstungschef nimmt Stellung.
    Urs Loher ist Gast in der «Samstagsrundschau» bei Dominik Meier.
    Ergänzend zum «Tagesgespräch» finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle «Samstagsrundschau».
    30 min
  • Bettina Junker: «Es ist ein Albtraum für Kinder»
    Der Krieg im Sudan dürfte sich in den nächsten Monaten noch weiter verschärfen. Es ist laut der UNO der zurzeit brutalste Krieg dieser Welt, die grösste humanitäre Krise, inzwischen wird von 150'000 Toten ausgegangen. Bettina Junker vom UNO-Kinderhilfswerk Unicef hat die Region vor Kurzem besucht.
    Im ostafrikanischen Sudan tobt seit über einem Jahr ein Krieg: zwischen der Armee und paramilitärischen Milizen, den Rapid Support Forces, RSF. Millionen Menschen sind vor der Gewalt geflohen. Die humanitäre Lage ist katastrophal. Die UNO spricht von einer Hungersnot. 25 Millionen Menschen hätten nicht mehr genug zu essen.
    Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, hat soeben einen Bericht veröffentlicht, der die dramatisch schlechte Gesundheitssituation von Kindern im Kriegsgebiet beschreibt. Sie würden in hoher Zahl an eigentlich vermeidbaren Krankheiten sterben. Zudem würden fast alle Kinder nicht zur Schule gehen.
    Bettina Junker ist Geschäftsleiterin des UNO-Kinderhilfswerks Unicef Schweiz und Liechtenstein und ist vor Kurzem aus dem Sudan zurückgekehrt.
    27 min
  • Martine Ruggli: Rezept der obersten Apothekerin gegen Engpässe
    Mit der kalten Jahreszeit könnte es mehr Engpässe bei Medikamenten geben. Die Apotheken sind gefordert. Müssten sie mehr selbst produzieren? Welche Rolle haben Apotheken im künftigen Gesundheitswesen? Martine Ruggli ist Präsidentin von Pharmasuisse, dem Verband der Apothekerinnen und Apotheker.
    Seit drei Jahren steht Martine Ruggli als erste Frau an der Spitze von Pharmasuisse. Die oberste Apothekerin steht mit ihrer Branche vor grossen Herausforderungen und auch Veränderungen. Wie können Apotheken die Engpässe bei den Medikamenten überbrücken? Steigen sie in die Produktion ein?
    Welche Chancen haben die politischen Massnahmen, die Pharmasuisse in einer eben eingereichten Initiative fordert? Werden Apotheken zur ersten Anlaufstelle bei medizinischen Problemen, um Hausarztpraxen und Spitalnotfälle zu entlasten? Führt diese Entwicklung zu noch höheren Kosten? Die Zahl unabhängiger Apotheken nimmt schnell ab, viele schliessen sich in Ketten zusammen. Droht eine Monopolsituation?
    Konsumentinnen und Konsumenten ärgern sich über Pauschalen, welche für Beratungen fällig werden. Gelingt es, eine leistungsabhängige Vergütung einzuführen? Martine Ruggli, Präsidentin von Pharmasuisse, ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
    27 min
  • Alexander Ott:«Menschenhandel sehen wir in vielen Branchen»
    Menschenhandel in der Schweiz nimmt zu. Im vergangenen Jahr kam es zu 197 neuen Fällen. Alexander Ott ist als Leiter der Berner Fremdenpolizei in seinem Alltag mit diesem Problem konfrontiert. Er erzählt im Tagesgespräch, wie wir alle unseren Teil zur Lösung beitragen können.
    Menschenhandel sei ein Migrationsthema, ein toter Winkel der Globalisierung. Menschen werden unter falschen Versprechungen in die Schweiz geholt, geraten in eine Abhängigkeit und werden als Arbeitskraft oder sexuell ausgebeutet. Es passiere in unterschiedlichen Branchen, etwa in der Baubranche, im Gastgewerbe, in Care-Diensten, in der Landwirtschaft oder in der Prostitution.
    Wir als Konsumentinnen und Konsumenten müssten hinschauen und merken, dass es nicht sein kann, wenn Leistungen zu Dumpingpreisen angeboten werden. Menschenhandel sei ein «Holdelikt» für die Behörden, sie müssten das Vergehen aktiv suchen, da es sehr selten zu Anzeigen komme.
    Alexander Ott ist seit über 34 Jahre Co-Leiter des Berner Polizeiinspektorats und Leiter der Berner Fremdenpolizei.
    27 min
  • Matthias Remund: Rücktritt nach 19 Jahren als Baspo-Direktor
    Matthias Remund war 19 Jahr lang Direktor des Bundesamts für Sport in Magglingen. In seiner Amtszeit wurde die Sportförderung stark ausgebaut, sowohl im Breiten- wie im Spitzensport. Es gab aber auch die «Magglinger Protokolle», die psychische und physische Misshandlungen von Turnerinnen aufdeckten.
    Die Fördergelder für das Kinder und Jugendprogramm «Jugend und Sport» haben sich unter Matthias Remund fast verdoppelt. Auch im Spitzensport nahmen die Unterstützungsleistungen zu. Warum braucht der Sport eine staatliche Förderung? Und gibt es überhaupt einen «gesunden» Spitzensport? Matthias Remund erklärt, welche Lehren aus den «Magglinger Protokollen» gezogen wurden und dass er bereut, nicht selber früher auf die Pauke gehauen zu haben. Ende Oktober tritt er als Direktor des Baspo ab und wird Generalsekretär des Internationalen Hochschulsportverbands FISU.
    25 min
  • Roger de Weck: «Wenn Journalismus die sozialen Medien nachahmt»
    Der ehemalige Generaldirektor der SRG kritisiert die Medien in der Schweiz und in Europa. Er sagt, der Journalismus gleiche sich zunehmend den sozialen Medien an. Am Montag ist sein neues Buch erschienen.
    Die Gesetze des Journalismus und die des Medienbetriebs laufen auseinander. Der Publizist Roger de Weck sagt, die Kunst bestehe darin, Journalismus zu machen trotz der Medien: trotz Medienkrise, trotz Instagram, trotz der Boulevardisierung und trotz der postfaktischen Ära. «Das Prinzip Trotzdem – Warum wir den Journalismus vor den Medien retten müssen» (Suhrkamp-Verlag) heisst sein neues Buch. Roger de Weck war Generaldirektor der SRG, Chefredaktor der «Zeit» und des «Tages-Anzeigers».
    27 min
  • Samstagsrundschau: Wie weiter im Gesundheitswesen?
    Erneut stark steigende Krankenkassenprämien, eine heisse Debatte um die einheitliche Finanzierung der Leistungen – Bundesrätin Baume-Schneider ist im Gesundheitsdossier stark gefordert. Wie geht sie damit um und hat sie einen langfristigen Plan fürs Gesundheitswesen?
    Nach gut neun Monaten im Amt stehen für Elisabeth Baume-Schneider die ersten Bewährungsproben im Gesundheitswesen an. Mit der Vorlage zur einheitlichen Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen (EFAS) will sie einen der grössten Fehlanreize im Gesundheitswesen beseitigen. Doch ausgerechnet aus ihrer eigenen politischen Heimat kommt Opposition. Wie will sie das Volk bis im November überzeugen? Was wenn sie scheitert? Welche anderen Hebel sieht sie, um die Kosten zu dämpfen? Und, wie will sie endlich mehr Ruhe ins Gesundheitswesen bringen? Als Innenministerin muss Elisabeth Baume-Schneider auch dafür sorgen, dass die vom Volk gewollte 13. AHV-Rente finanziert werden kann. Der Bundesrat setzt auf eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Was hält sie von alternativen Ideen wie der Finanztransaktionssteuer? Und, tut das EDI genug im Kampf gegen Rassismus in der Schweiz – ein Jahr nach dem Überfall der Hamas auf Israel?
    Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider ist Gast in der «Samstagsrundschau» bei Klaus Ammann.
    Ergänzend zum «Tagesgespräch» finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle «Samstagsrundschau».
    29 min
  • Armin Nassehi: Gesellschaftliche Transformation neu denken
    Wir müssen aufhören zu fliegen! Wir dürfen kein Fleisch mehr essen! (Wir müssen mit der Technik mitgehen.) Die Forderung nach gesellschaftlicher Transformation ist ein Reizthema.Der führende deutsche Soziologe Armin Nassehi sagt, wie Veränderung funktionieren kann
    Die Welt verändert sich dank der Technik immer schneller. Das Tempo überfordert viele. Die Wissenschaft fordert ein Umdenken und eine andere Lebensweise. Es ist eine Art Belastungsprobe für die Gesellschaft. Die einen mögen nicht mehr mit. Das schlägt sich zum Beispiel politisch nieder, indem die Abgehängten und Veränderungsmüden konservativ wählen, also das Bestehende zu behalten versuchen. Andere möchten gerne Teil der Veränderung sein, aber scheitern immer wieder im Alltag. Mit dem Zug in die Ferien wäre besser fürs Klima, aber fliegen ist bequemer. Damit Veränderung gelingt, muss sie in kleinen Schritten vonstatten gehen, sagt einer der führenden Denker Deutschlands, Armin Nassehi. Der Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München stellt fest, dass Veränderungen in der Gesellschaft nicht plötzlich und umwälzend geschehen, sondern so, wie Evolution abläuft. Mit Zeit und Raum für Einsichten. Und nicht von oben herab und verordnet.
    25 min
  • Nicola Steiner: «Literatur braucht Aufmerksamkeit»
    Der Nobelpreis ist die wichtigste Auszeichnung in der Literatur. Schon oft hat die Akademie bei der Vergabe für Überraschungen gesorgt. Was sind Sinn und Unsinn solcher Preise? Die Leiterin des Literaturhauses ist zu Gast im Tagesgespräch.
    Wann ist Literatur nobelpreiswürdig? Ist es sinnvoll, Kunst in eine Rangliste zu presse? Nicola Steiner sass selber schon in Jurys, die Preise für ein Werk vergeben haben. Sie kennt die Herausforderungen und Fallstricke. Dennoch seien Preise in der Literatur wichtig. Mit den Verkäufen von Büchern alleine könne heute fast keine Schriftstellerinnen oder fast kein Schriftsteller leben. Sie seine auf Preisgelder und Lesungen angewiesen. Ausserdem seien solche Vergaben auch immer Momente, um auf Literatur aufmerksam zu machen. Um 1300h wird bekannt, wer den diesjährigen Nobelpreis für Literatur gewinnt. Literaturredaktor Michal Luisier ordnet für im Tagesgespräch den Entscheid ein.
    26 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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