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Seit einigen Wochen ist die digitale Suche nach Mitgliedsausweisen der NSDAP in einem US-Nationalarchiv sehr einfach. Seither finden dort viele Deutsche ihre Verwandten und fragen sich: Waren meine Großeltern oder Urgroßeltern nur aus Opportunismus in der Partei von Adolf Hitler – oder waren sie überzeugte Nazis?
“Klar war es von Vorteil, der NSDAP beizutreten”, sagt der Berliner Historiker Götz Aly. Im SZ-Podcast “Auf den Punkt” erklärt er, dass die NSDAP vor allem junge, aufstiegsorientierte Menschen anzog, die durch die Wirtschaftskrise und Perspektivlosigkeit frustriert waren. Viele traten der NSDAP also aus Opportunismus bei, um beruflich voranzukommen.
Zudem erklärt Aly, wie viele Deutsche von den monströsen Verbrechen der Nazis profitiert haben, beispielsweise durch den Raub jüdischen Eigentums, und dann eine “Verbrechensgemeinschaft” gebildet haben. Man könne aus dieser Zeit lernen, “wie nicht kriminelle Menschen in ein solches System hineingezogen werden können”.
Aber es habe, sagt der Historiker, auch "Leute gegeben, die im Zweiten Weltkrieg schwere Verbrechen begangen haben und waren niemals Mitglied der NSDAP”. Umgekehrt habe “es Leute in der NSDAP gegeben, die gesagt haben, bei den Euthanasie-Morden mache ich als Arzt nicht mit. Das kann ich mit meinem ärztlichen Gewissen nicht vereinbaren.”
Zum Weiterlesen:
Hier lesen Sie die SZ-Rezension des neuen Buches von Götz Aly, “Wie konnte das geschehen?”, das 2025 im S. Fischer Verlag erschienen ist.
Den Text von Moritz Baumstieger über das geöffnete US-Archiv lesen Sie hier.
Und den Text von Joachim Käppner darüber, ob eine Mitgliedsnummer ausreicht, um die eigene Familiengeschichte zu verstehen, finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Ann-Marlen Hoolt, Nadja Schlüter
Mitarbeit: Moritz Baumstieger, Philipp Bojen, Beate Gramlich,
Produktion: Laura Sagebiel
Redaktionsschluss war Freitag, 17.04.2026, um 15.30 Uhr.
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Nach mehr als sechs Wochen Krieg haben Israel und Libanon eine Waffenruhe vereinbart. Zehn Tage lang soll nicht geschossen werden. Die Waffenruhe ist seit der Nacht auf Freitag in Kraft, aber sie ist brüchig.
Ist das jetzt nur eine kurze Pause oder ein Schritt hin zu einem richtigen Frieden? Darüber spricht in dieser Folge von “Auf den Punkt” Nahost-Korrespondent Bernd Dörries. Und er sagt, dass die Menschen in Libanon zwar erleichtert seien, aber eigentlich wüssten, dass diese Waffenruhe genau genommen nur für eine Seite gilt.
Weitere Nachrichten: Straße von Hormus, Gesetz gegen digitale Gewalt.
Zum Weiterlesen:
Moderation, Redaktion: Philipp Saul
Redaktion: Ann-Marlen Hoolt
Produktion: Juno Graner
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über Deutsche Welle (Youtube) und Reuters.
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Am Mittwoch haben mehr als 60 Vertreter von Staaten und Hilfsorganisationen in Berlin beraten, wie dem Sudan geholfen werden kann. Der dortige Bürgerkrieg hat laut UN die schwerste humanitäre Krise unserer Zeit ausgelöst. 34 Millionen Menschen sind demnach im Sudan auf Hilfe angewiesen, 19 Millionen Menschen leiden an Hunger. Und trotz dieses unvorstellbaren Leids gilt der Sudan-Krieg als ein “vergessener Krieg”.
Auf der Geberkonferenz wurden knapp 1,5 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe zugesagt. Aber einer Waffenruhe oder einem Friedensschluss zwischen den Regierungstruppen und der Miliz RSF ist die Konferenz kaum näher gekommen. Warum? Das erklärt SZ-Politikredakteur Arne Perras. Er berichtet seit Jahren über Sudan – und er erzählt im Podcast auch die Geschichte einer Frau, die im Sudan Schreckliches erlebt hat und aus dem Kriegsgebiet fliehen konnte.
Weitere Nachrichten: Bundeswehr bereitet sich auf Minenräumen in der Straße von Hormus vor, Kriminalitätsstatistik zeigt Anstieg von politischen Delikten auf höchsten Stand seit 2001.
Zum Weiterlesen:
Den Text von Arne Perras und Sina-Maria Schweikle über Halima lesen Sie hier.
Den Text zur Kriminalitätsstatistik 2025, die den höchsten Wert seit 2001 angibt, lesen Sie hier.
Mehr Informationen und das komplette Programm des SZ-Festival Mindpop finden Sie hier.
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Moderation, Redaktion: Johannes Korsche
Redaktion: Nadja Schlüter, Ann-Marlen Hoolt
Produktion: Imanuel Pedersen
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über Al Jazeera English.
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Gesundheitsministerin Nina Warken will das Gesundheitssystem reformieren und dabei vor allem viel Geld sparen. Denn bis 2030 könnte die Finanzlücke bei den gesetzlichen Krankenkassen 40 Milliarden Euro betragen. Warken will deshalb gegensteuern. Das bedeutet: Einschnitte für Patienten, Ärzte, Kliniken, Krankenkassen. Denn die Beiträge der Krankenversicherten, so will es Warken, sollen in den nächsten Jahren nicht noch weiter steigen, sondern “nahezu konstant” bleiben.
Mit ihren Plänen tritt Warken zwar vielen Menschen auf die Füße, aber trotzdem verteilt Bastian Brinkmann aus der SZ-Parlamentsredaktion in dieser Folge von “Auf den Punkt” ein, wie er sagt, “Dreiviertel-Lob” für Warkens Pläne.
Außerdem erklärt Italien-Korrespondentin Elisa Britzelmeier, warum Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni der Streit mit US-Präsident Donald Trump vielleicht sogar ganz gelegen kommt.
Weitere Nachrichten: europäische Beratungen über einen Einsatz in der Straße von Hormus, Krieg im Sudan
Zum Weiterlesen:
Und hier finden Sie den Text über das Leid der Frauen im Sudan.
Moderation, Redaktion: Philipp Saul
Redaktion: Nadja Schlüter
Produktion: Juno Graner
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über Gesundheitsministerium (Youtube) und Reuters.
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Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat Iran die Straße von Hormus schnell blockiert. Vorher sind durch diese Wasserstraße jeden Tag rund 150 Schiffe gefahren, mit der Blockade waren es dann nur noch etwa fünf Schiffe am Tag. Die Konsequenz: Weltweit steigen die Preise für Energie und Lebensmittel.
Als vergangenes Wochenende die USA und Iran in Pakistan über ein Ende des Krieges verhandelt haben, war die Straße von Hormus einer der Streitpunkte – und kurz nachdem diese Gespräche ergebnislos beendet wurden, hat US-Präsident Trump überraschend angekündigt, dass jetzt die USA die Straße von Hormus blockieren werden. Iran soll so kein Öl mehr exportieren können, eine wichtige Einnahmequelle des Mullah-Regimes. Das Ziel: wirtschaftlicher Druck.
Wie genau die USA bei der Blockade vorgehen und was Trumps Wähler und Wählerinnen dazu sagen, erklärt in dieser Folge Boris Herrmann, SZ-Korrespondent in New York.
Weitere Nachrichten: Reformpläne für Gesundheitssystem, deutsch-ukrainische Regierungskonsultationen
Zum Weiterlesen und -hören:
Hier geht es zum Interview mit der Ärztin Suzann Kirschner-Brouns, die erklärt, warum Frauen schlechter schlafen als Männer.
Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter
Redaktion: Ann-Marlen Hoolt, Kristina Höser, Philipp Saul
Produktion: Julius Zimmer
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über KENS 5.
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Durch den Iran-Krieg steigen die Preise, vor allem für Kraftstoffe. Die Spitzen von Union und SPD haben sich darum am Wochenende in der Berliner Villa Borsig getroffen und überlegt, wie sie die Bürger entlasten wollen. Herausgekommen ist eine Entlastung an der Zapfsäule: 17 Cent pro Liter, zumindest in den kommenden zwei Monaten. So lange will die Regierung die Mineralölsteuer senken. Und: Arbeitgeber können ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine steuerfreie Prämie in Höhe von 1000 Euro zahlen. Was wird das bringen?Das erklärt Daniel Brössler aus dem Berliner SZ-Büro in dieser Folge von „Auf den Punkt“.
Außerdem gibt Jan Diesteldorf, SZ-Korrespondent in Brüssel, Einblicke, wie die Wahlniederlage von Viktor Orbán in der EU aufgenommen wurde. Dabei erklärt er auch, dass der designierte Ministerpräsident Péter Magyar zwar grundsätzlich pro-europäisch, aber deswegen nicht progressiv eingestellt ist.
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Moderation, Redaktion: Johannes Korsche
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über Phoenix.
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An diesem Sonntag sind Wahlen in Ungarn – und die große Frage ist: Wird Viktor Orbán nach 16 Jahren Amtszeit diese Wahl verlieren? Die Trump-Regierung schickt den US-Vizepräsidenten JD Vance, um für den Amtsinhaber Wahlkampf zu machen. Ein Bruch mit bisherigen diplomatischen Gepflogenheiten, laut denen man sich in Wahlen anderer Länder nicht einmischt. Trotzdem hat der Oppositionskandidat Péter Magyar Chancen die Wahl zu gewinnen. Er hat angekündigt, dass Ungarn wieder ein verlässliches Mitglied der EU werden soll.
Über die Stimmung in Ungarn an diesem Wahlsonntag spricht in dieser Folge Verena Mayer. Sie ist SZ-Korrespondentin und sagt: Selbst wenn Magyar die Wahl gewinnt, könnte das nicht ausreichen, um den Demokratieabbau unter Orbán wieder rückgängig zu machen. Denn für viele relevante Gesetzesänderungen braucht Magyar eine Zweidrittelmehrheit. Aber Verena Mayer sagt in Budapest: „Hier liegt wirklich so etwas wie Umbruchsstimmung in der Luft.“
Weitere Nachrichten: Friedensverhandlungen zwischen USA und Iran enden ergebnislos; Artemis-2-Besatzung wieder sicher gelandet; Lufthansa-Piloten streiken Montag und Dienstag.
Zum Weiterlesen und -hören:
Die neue Folge von „Das Thema“ über KI und Kriege hören Sie hier.
Den Text von Ann-Kathrin Nezik über den OpenAI-Gründer Sam Altman lesen Sie hier.
Die „Auf den Punkt“-Folge zum Wahlkampf in Ungarn können Sie hier hören.
Moderation, Redaktion: Johannes Korsche
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In den vergangenen Monaten sind im Umgang mit den USA unter Donald Trump viele politische Gewissheiten verloren gegangen. Er sei „zutiefst bestürzt über die Art und Weise, wie 60, 70 Jahre gegenseitiges Vertrauen aufs Spiel gesetzt worden sind“, sagt Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz.
In dieser Podcastfolge spricht Ischinger über sein Leben als Diplomat, über Gespräche mit Michail Gorbatschow im Herbst 1989 – und über die aktuelle geopolitische Weltlage. Zu Trumps Umgang mit den europäischen Nato-Partnern sagt Ischinger: „Das ist für den Umgang unter Partnern in einer Allianz wirklich fast das schlimmste Gift – das ist der Gau – für die Art und Weise, wie wir vertrauensvoll miteinander umgehen sollten.“ Die Lösung sieht Ischinger vor allem in einem einigen Europa, „dann wären wir ein ebenbürtiger Verhandlungspartner für die USA.“
Moderation, Redaktion: Johannes Korsche
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Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat nach fast zehn Jahren erstmals wieder eine Parteichefin von Taiwans größter Oppositionspartei Kuomintang (KMT) getroffen. Egal, wie sich die internationale Lage entwickle, der große Strom der “Landsleute“ beider Seiten, die sich annäherten und zusammenfinden würden, werde sich nicht ändern, sagte Xi in Peking. Und KMT-Chefin Cheng Li-wun warb für mehr Dialog und Kooperation. Ist eine friedliche Lösung dieses Konfliktes möglich?
Warum sie skeptisch ist, erklärt in diesem Podcast SZ-China-Korrespondentin Lea Sahay. Denn noch immer betrachtet Peking Taiwan als Teil des chinesischen Staatsgebiets, obwohl in dem Inselstaat seit Jahrzehnten demokratisch gewählte und unabhängige Regierungen an der Macht sind.
Weitere Nachrichten: USA und Iran verhandeln in Pakistan; Misshandlung palästinensischer Kinder in israelischen Gefängnissen.
Zum Weiterlesen:
Das von Lea Sahay erwähnte Stadtgespräch im SZ-Magazin lesen Sie hier.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Ann-Marlen Hoolt, Johannes Korsche, Henk Ruigrok van der Werven, Kristina Höser
Produktion: Imanuel Pedersen
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
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Am Mittwoch hat die israelische Armee 100 Ziele in Libanon innerhalb von zehn Minuten angegriffen. Das verkündete Premierminister Benjamin Netanjahu am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Dabei sollen laut libanesischem Gesundheitsministerium knapp 250 Menschen umgekommen seien. Über Tausend Menschen sollen verletzt worden seien.
SZ-Redakteurin Sonja Zekri war bis vor kurzem in Israel und sieht in Netanjahus Angriffen den Versuch, sein Land auf der politischen Weltbühne wieder mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Dessen großangelegten Pläne für den Nahen Osten und seine Versprechen an seine Wähler stehen hier in Konkurrenz zu den wichtigen Beziehungen Israels mit den USA.
Weitere Nachrichten: Das Bodenpersonal der Lufthansa streikt am Freitag; Schauspieler Mario Adorf im Alter von 95 Jahren verstorben.
Zum Weiterlesen- und hören:
Moderation, Redaktion: Helen Krueger-Janson
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über AlJazeera
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